26. Januar 2012

die hohle Wand taucht langsam auf

Filed under: Allgemein — admin @ 20:15

Habe gestern die Fotos vergessen :-) , Barbie und Nepomuk im Schnee und Nepomuk mit dem Nachbarswallach. Ausnahmsweise waren beide freundlich und friedlich; wenn die Weibsn nicht direkt daneben stehen, klappt das.

Gestern habe ich noch ein paar Huffotos gemacht, kucke die heute genauer an und was fällt mir auf? Rechts vorne fehlt im Zehenbereich, da wo die hohle Wand ist, ein Stück vom Tragrand. Auf dem letzten Röntgenbild ist die hohle Wand ja deutlich zu sehen, der TA meinte, der Schmied muß unverzüglich kommen und das “korrigieren”, vermutlich die halbe Hufwand wegnehmen und beschlagen. Weggebrochen ist bisher nichts, nun kann das passieren, weil ich durch meine Hufbearbeitung an dem großen Hohlraum angekommen bin. Wenn ihr jetzt ein Teil der vorderen Wand rausbricht, ist das kein Problem, ist ja eh alles morsches Horn. Für mich weniger Arbeit, wenn das von alleine wegbricht, Barbie wird es nicht stören.

Durch die Trachtenlandung wird zuerst im hinteren Bereich des Hufes aufgesetzt und Stöße gedämpft, so hat es die Natur vorgesehen, mit der Zehe rollt Barbie nur ab.

Im neuen Stall sind viele Pferde beschlagen, dabei ist der Boden abwechslungsreich und daher ideal für Barhufgeher. Man muß zum Ausreiten ein wenig über Asphalt gehen, ich halte das für ein gutes Huftraining. Man muß, um ins Gelände zu kommen, eine größere Straße an einer Ampel überqueren, ich werde das mit den Hafis einzeln und mit Kette erst mal an der Hand üben.

Barbie hat ja Asphalt bisher immer verweigert, auch als sie noch keine Hufrehe hatte – ein Zeichen, daß bei ihr was nicht stimmt, nur wußte ich damals nicht Bescheid.

Bei meinem ersten oder zweiten Ausritt mit ihr, damals noch mit Halfter, sind wir mit anderen die Lichtleitung runter galoppiert, Barbie hat enorm gebuckelt. Ich zog ihr den Kopf hoch, damit das aufhört, sie gab Gas, wir überholten Mira mit Katharina. Ein Schotterweg querte, Barbie machte ne Vollbremsung, ich flog ab, Mira bremst notgedrungen auch, Katharina landete auf Barbies Hintern.

Da war Barbie bereits hufkrank, Nepomuk wäre über den Schotter galoppiert – nur habe ich das damals nicht erkannt. Barbie ging immer fühlig, mir wurde von Hufbearbeitern gesagt, das ist normal, sie braucht einen Hufschutz. Im Stall hatten die meisten Hufschuhe für ihre Pferde, weil die auch fühlig gehen – bevor ich Barbie welche kaufen konnte, bekam sie Hufrehe.

Nepomuk ging noch nie fühlig, obwohl er seit 13 Jahren dieselben Bedingungen und Hufbearbeitung wie Barbie hat. Als schwerer Ekzemer ist er nicht gesund, das wirkt sich aber nicht auf seine Hufe aus.

Ich denke, bei der richtigen Haltung im Bewegungsstall mit viel hartem Boden werden Barbies Hufe gut trainiert, evtl. lahmt sie ne Zeit, aber da muß sie durch. Der Huf ist ein Wunderwerk der Natur, er wird sich schnell anpassen.

25. Januar 2012

Barbie hustet

Filed under: Allgemein — admin @ 19:28

Als ich kam, lag Nepomuk auf dem Paddock im Schnee, Barbie hat ihn bewacht. Mir war heute nicht gut, daher bin ich nicht ausgeritten, habe stattdessen ein wenig mehr geraspelt als üblich. Das ist auch dringend nötig, bis Ende Januar bin ich nicht fertig, muß mich nun aber sputen. Beiden habe ich die Hufwände mit mitgebrachtem warmen Wasser abgewaschen, anschließend bekamen sie Keralit-Lorbeersalbe auf den Kronsaum. Barbie hat viel gehustet, ich werde ihr Hustensaft besorgen.

Mit beiden ging ich auf die Weide, der Boden ist nun ja gefroren. Nachdem ich mit dem Führstrick gewedelt habe, klemmte sich Barbie gleich hinter mich, wir gingen drei mal die ganze Weide rauf und runter, Nepomuk lief uns hinterher. Tut mir auch gut, wenn ich ein bissi laufe :-) , für die Pferde ist es wichtig, daß sie nicht nur rumstehen. Nach dem Laufen war der Husten weg, Bewegung löst ja den Schleim.

Beide bekamen Schweif und Mähne gebürstet und das Volumenspray drauf, Barbie habe ich geputzt, so gut es ging. Sie bekam noch Heilerde auf ihre Strahle, dabei habe ich die das erste mal angefaßt. Alle steinhart wie bei Nepomuk, vermutlich doch keine Strahlfäule – Heilerde kann nie schaden. Die hält bei diesem feuchten Wetter auch sehr gut im Gegensatz zu anderen Mittelchen.

Zur Zeit bin ich etwas müde, nach 2,5 Monaten nur Hufbearbeitung läßt die Motivation nach. Jetzt muß ich noch durchhalten, damit Barbie gut aufgestellt ist, wenn wir den Stall wechseln.

Nach der Eingewöhnungszeit und wenn Barbie wieder reitbar ist, werde ich mir eine zweite RB für Nepomuk suchen für 2x pro Woche , meine bisherige kommt ab sofort nur noch 1x pro Woche. Nun verändern sich die Verhältnisse, ich brauche niemanden mehr, der mir beim Weide abmisten, Zaun umstecken usw. hilft. Da kommt dann sogar mal Geld rein :-) , evtl. insgesamt EUR 50,00 pro Monat. Wichtig ist mir nicht das Geld, sondern daß Nepomuk regelmäßig Bewegung hat. Er könnte täglich 1 – 2 Std. problemlos gehen, Barbie auch, wenn sie wieder ganz gesund ist (frühestens im Frühjahr 2013).  Wenn andere ihn 3x pro Woche reiten, bleiben mir immer noch 4 Tage das ist mehr als genug.

Das Grundproblem ist ja immer, daß unser Haustier Pferd sich zu wenig bewegt – selbst in einem Aktiv-/Lauf-/Bewegungsstall läuft ein Pferd am Tag wohl keine 15 km. Bleiben immer noch 15 km pro Tag zum Reiten übrig – wer macht das? Bis zu 30 km am Tag gehen Wildpferde, barhuf, meist über sehr harten Boden, Pferde sind ja Steppentiere.

Auf Kreta habe ich ja einen Strandausritt gemacht, in der Saison laufen die Pferde minestensl 4 Std. pro Tag. Davon auf ganz üblen Schotterwegen mit spitzen Steinen und auf Asphalt 3 Std. pro Tag im Schritt, 1 Std. gehen sie in der Meerbrandung im Galopp,. Pro Strandritt 1/2 Std. am Stück galoppieren, 7 km – die Pferde waren nicht müde, ausgelaugt oder so, sondern spritzig. Alle waren muskelbepackte Kraftpakete, es gab ordentlich Hafer als Zusatzfutter.

Wenn ich mir unsere Freizeitpferde so anschaue, wie sie die meiste Zeit rumstehen wie Trauerweiden, weiß ich auch, warum viele Hufprobleme haben. Der Huf wird ja nur durchblutet, wenn das Pferd läuft, und nur Durchblutung sorgt für Hufwachstum.

Ich hatte mal ne Knieverletzung von einem Sturz beim Skifahren, 6 Wochen lief ich mit Krücken. Danach habe ich noch ein halbes Jahr gehinkt, obwohl ich keine Schmerzen mehr hatte – unterbewußt habe ich dieses Bein ständig geschont. Mit dem Motorrad bin ich zwei mal gestürzt, wo ein Fuß in Mitleidenschaft gezogen wurde. Trotz enormer Schmerzen anfangs bin ich ohne Krücken gelaufen, die Heilung ging dadurch viel schneller.

Auf Barbie bezogen heißt das, sie muß laufen, umso mehr, umso schneller wachsen ihre Hufe nach. Sie muß nicht traben oder galoppieren, Schritt reicht völlig. Und zwar viel Schritt, was man selbst gar nicht abfordern kann – wir liefen heute ne 1/2 Std. auf der Weide, besser als nix, aber zu wenig.

Ich habe die Weide auf gelassen, wenn das Heu zu Ende ist, können sie dort nach Gras “graben” und sich beschäftigen. Dabei laufen sie auch, hoffentlich viel.

Im Stall war heute alles soweit gut bei den Hafis, ich habe nur Wasser nachgefüllt und das Eis aus der Badewanne entfernt.

24. Januar 2012

gesunde Hufe, gesunde Pferde und die Voraussetzungen dafür

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:27

Heute habe ich einiges nachgelesen und komme zu dem Ergebnis – das Schicksal meint es gut mit Barbie :-) .

Ich fand einige interessante Seiten, z. B. von “NHC Barhufpflege in Thüringen” zur Haltung, Ein Pferdehuf ist dafür ausgelegt, am Tag 15 – 30 km auf verschiedenen Böden im Schritt zu gehen auf Futtersuche. Duch Reiten / Longieren usw. läßt sich das für Freizeitpferde niemals erreichen; selbst beim Gespannfahren in Polen, wo die Pferde die meiste Zeit Trab liefen, kamen sie in 2 Std. nur auf 18 km. Als Reiter muß man erst mal 9 km pro Stunde schaffen und das 2 Std. jeden Tag (!). Der Huf ist eine Blutpumpe; wenn er sich bewegt, fließen pro ca. 10 Schritte 1 Liter Blut durch den Organismus. Steht das Pferd, entfällt diese Blutzirkulation.

Nur in einem Aktiv-/Lauf-/Bewegungsstall mit mehreren Artgenossen muß sich das Pferd bewegen, die meiste Zeit seines Lebens verbringt es ja im “Stall”.

Der Untergrund ist wichtig, der Huf paßt sich dem an. Ist er im Stall größtenteils weich, kann man nicht erwarten, daß das Pferd beim Ausritt freudig auf Schotter galoppiert. Hufe passen sich der Umgebung an, auf der sie die meiste Zeit laufen – und das ist nun mal im Stall und nicht die 1 Std. Ausritt täglich oder seltener.

Ein Huf braucht keinen Schutz vor Abrieb, er ist für harte Böden konzipiert, muß sich allerdings erst daran gewöhnen. Im neuen Stall ist der Weg zwischen den Unterständen gepflastert, sehr gut! Nepomuk mit seinen gesunden Hufen ist das egal, für Barbie eine große Umstellung. Sie muß dann auf hartem Boden ziemlich viel laufen, das wird ihr vermutlich ein wenig weh tun. Durch die viele Bewegung (Durchblutung) können ihre Hufe aber schnell auf diese geänderten Verhältnisse reagieren, da muß sie durch.

Ich werde natürlich versuchen, sie ein wenig vorzubereiten, mit ihr alleine spazieren gehen, auch ein bissi auf Schotter und Asphalt. Die paar Meter sind natürlich kein Vergleich, was sie dann im Aktivstall täglich auf hartem Boden laufen müssen wird – aber gut, nach 2 – 3 Wochen hat sich der Huf darauf eingestellt.

Für einen optimalen Stall ist nun gesorgt, wo auch die Ernährung mit Bio-Heu und hochwertigem Futterstroh stimmt.

Der letzte Punkt ist die Hufbearbeitung – umso besser Haltung/Bewegung und Ernährung des Pferdes, umso weniger muß man der Natur ins Handwerk pfuschen. Natural Hoof Care ist der Weg, den ich mit Barbie und Nepomuk gehen werde. Kein Rumschnitzen mehr an Sohle und Strahl, Zitat: ” Auch “normal” barhuf gehende Pferde werden durch die herkömmliche Methoden des “Ausschneidens” der Hufe ständig an ihren natürlichen Funktionen gehindert. Der Körper des Pferdes ist damit beschäftigt, die ausgedünnte Sohle und den gestutzten Strahl nachzubilden. Meist gelingt das zwischen zwei Hufbearbeitungs-Terminen gerade einmal so, doch lange bevor die Reparatur abgeschlossen wird kommt erneut das Messer – der Teufelskreis entsteht…” .

Für Barbie sind nun die besten Voraussetzungen geschaffen, damit sie wieder gesund wird. Vielleicht wird es anfangs ein schwerer Weg für sie und mich, weil sie sich in einer Herde behaupten muß und anfangs Schmerzen beim Laufen auf hartem Boden hat. Es führt kein Weg dran vorbei; vermutlich mache ich mir zu viele Gedanken.

Zeit, um beide Hafis 3x pro Woche zu bewegen, habe ich im neuen Stall, das bissi Hufbearbeitung, was dann noch nötig ist, mache ich gleich nach dem Hufe auskratzen.

23. Januar 2012

alles in trockenen Tüchern :-)

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:37

Hurra, die Hafis haben ab 1. März 2012 ein neues Zuhause.

Heute Mittag fuhr ich nach Aying, von der Fahrzeit her dasselbe wie bisher, obwohl 7 km mehr. Die Tochter des Stallbesitzers hat mich rumgeführt, ein prima Reiterstüberl mit Waschbecken, Getränken, Kaffeemaschine, Ofen und Herdplatten gibt es, dazu 3 (mäusefreie) Sattelkammern. Pro Pferd ein Schrank, Futtertonnen können abgestellt werden. Gleich daneben ein überdachter Putzplatz mit Pferdedusche, ein zweiter, großer unter freiem Himmel ist auch noch vorhanden.

Im vorderen Bereich sind drei Unterstände, ein sehr großer mit automatischer Tränke und zwei großzügigen Ein-/Ausgängen, wo locker 10 Pferde reinpassen würden. Gegenüber zwei kleinere, die auf einer Seite offen sind. Alle ausgestattet mit Matten, außerdem wird immer noch mit Sägemehl eingestreut. Auf dem “Hof”-Paddock steht eine große gemauerte Tränke, alles wirklich prima und gut durchdacht.

Ein längerer Weg führt zum vierten Unterstand, der auf zwei Seiten offen ist, daran schließt sich ein sehr großer Sand-Paddock an. Die Wege zwischen den Unterständen sind gepflastert, also immer matschfrei. Wenn im Winter der Boden gefroren ist, kommt noch eine große Weide zum Rumtoben dazu.

Derzeit sind 20 Pferde da, viele Isländer bzw. Mischungen davon, ein Shetty (Hufrehe), Reitponies und Tinker. Mir kamen es nicht so viele vor, in jedem Unterstand waren ein paar, alle total relaxt und gemütlich am Heu mümmeln, obwohl es bereits ein Uhr war. Gefüttert wird Bio-Heu früh und abends, hochwertiges Futterstroh steht ständig zur Verfügung. Mir hat das alles sehr gut gefallen, alles super gepflegt, auch das Gelände außerhalb des Pferdestalls.

Wenn das Gras blüht, also fast überständig ist, beginnt die Weidesaison – die Pferde kommen täglich von abends elf bis früh um sechs auf die Weide, für Nepomuk ideal. Ansonsten gibt es nur hochwertiges Bio-Gerstenstroh zu fressen, während der Weidesaison kein Heu. Es sind Magerweiden, nicht gespritzt – ist eine abgefressen (aber nicht bis zur Grasnarbe), kommt die nächste dran, fünf gibt es (6 ha). Der Zugang zum Paddock ist jederzeit möglich, zum Wasser trinken müssen sie dann weite Wege gehen.

Ich kann mir vorstellen, daß das mit Barbie gut geht, sie kann hohes Gras nicht so schnell fressen wie niedriges, sondern muß kauen. Der Fruktangehalt ist niedrig bei höherem Gras, die Weidezeit ist begrenzt. Tagsüber nur hochwertiges Futter-Stroh ist eine Umstellung für die Hafis, ich denke aber nicht, daß sie deswegen abmagern *g*.

Alle Kleinpferde neigen ja eher zu Übergewicht, daher macht es Sinn, die Hafis in eine solche Gruppe zu stellen. Wenn die vielen Isländer und die anderen Ponies mit dieser Art der Weidehaltung gut zurecht kommen, dann wird das für Barbie wohl auch kein Problem darstellen.

Ich bin total glücklich, daß ich einen so schönen Stall für die Hafis gefunden habe, wo auch Barbie mit der Herde Weidegang haben kann. Nepomuk spielt ja gerne wie die meisten Wallache, Stuten ja eher nicht so. Dort hat er dann endlich Spielgefährten, mit denen er richtig Rumtoben kann, das wird ihm gefallen.

Die Stallkollegen sollen alle sehr nett sein, manche sind schon viele Jahre da. Samstags um zehn ist immer gemeinsamer Ausritt, ein wenig früh für mich *g*, ansonsten gibt es ein schwarzes Brett, wo man sich auch verabreden kann.

Es gibt einen beleuchtbaren Reitplatz, Hindernisse sind einige vorhanden und kann man sich aufbauen – das wird meine RB freuen. Und eine Ovalbahn, ich habe natürlich doof gefragt, für was die ist *g*. Mit Isländern kann man da den Gang üben, ich habe davon keine Ahnung. In Eicherloh hatte ich als junge Frau mal ne Art Reitbeteiligung, konnte mir ein Schulpferd nehmen und frei reiten. Die hatten ne riesige Ovalbahn für ihre Turnierpferde, zum Galoppieren (auch schnell) ein Traum.

Für Barbie ideal, sobald sie wieder reitbar ist, weil es keine engen Kurven gibt wie auf einem Reitplatz. Mit Nepomuk zum Galoppieren ein Traum :-) , kein Reitplatz, sondern eine prima Galopprennbahn für Gas geben *g*. Reitplatz mit Dressur ist nicht mein Ding, ich reite lieber aus oder gehe mal auf so ne Ovalbahn.

Ich bin wirklich begeistert, so artgerecht hatten es die Hafis noch nie, der Stallbesitzer kam, sehr nett, wir haben einen Vertrag gemacht. Er ist zwar am 1. März nicht da, seine Tochter vertritt ihn, mit ihr zusammen werde ich die Hafis in die Herde integrieren. Sie mistet ja vormittags, kann aufpassen, ich bin nachmittags da – nachts kommen beide zusammen in die sehr große  “Krankenbox” (eigentlich 2 Boxen), bis sie sich eingewöhnt haben.

Auto und Hänger vom Stallbesitzer kann ich haben, um die Hafis zu fahren – lieber wäre mir, ich müßte das nicht selbst machen.

Zu den Hafis gefahren, das Übliche halt, Barbie hat Strahlfäule, ein Hinterhuf roch mir verdächtig danach. Das StrahlNiem, was ich im Auto liegen hatte, war fest, also habe ich Cremolith auf die Sohlen, bei Nepomuk auch. Die Rasengittersteine habe ich vom Restmist befreit und runtergeflogene Dachpappe vom Paddock aufgesammelt.

Eingestreut war heute, allerdings kein Stroh mehr im Innennetz. Das Stalldach immer noch undicht, das Vordach auch, die Pferde haben keinen trockenen Unterstand, wo sie sich mal hinlegen können. Es wird zu wenig Heu gefüttert und Stroh und ist nich ständig verfügbar. Es wird nicht ordentlich gemistet, sonst hätte Barbie keine Strahlfäule (hatte sie noch nie).

Eine Stallkollegin wollte heute ihre zwei Pferde verladen, einer wollte aber nicht einsteigen. Beim letzten Versuch hat es 4 Std. gedauert, in den Hänger ging er nicht. Heute half ich mit, wir bekamen ihn aber nicht mit Liebe und Leckerli rein. Ich hätte ihm eine auf den Hintern gehauen, da wäre er vor Schreck in den Hänger gesprungen, wollte das aber nicht vorschlagen.

Also bekam er eine leichte Sedierung, auch damit sträubte er sich und bekam von seiner Besitzerin dann doch ein paar Hiebe, die Arme war völlig fertig mit den Nerven. Leine geholt, am Pfosten angebunden und über seine Hinterbeine geführt. Die Besitzerin zog vorne am Gebiß, ich hielt die Leine, ließ ihn rückwärts nicht mehr weg und rief laut Kommandos wie “vorwärts”, “hopp” -  zack war er im Hänger :-) .

Sie würde die Hafis fahren, bei ihrem Hänger muß aber ein Pferd nach dem anderen einsteigen, das kennen Barbie und Nepomuk nicht. Sie kennen nur kleine Hänger, wo man sie parallel reinführen kann – dann ist das kein Problem, in 2 Min. sind beide drinnen. Im Stall gibt es ja noch zwei Einsteller, die ich fragen werde wegen Fahren – zur Not fahre ich beide selber, ist ja nur kurz und ich muß nicht rückwärts rangieren.

22. Januar 2012

artgerechte Pferdehaltung

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:00

Daß ein Lauftier wie ein Pferd, was in Freiheit bis zu 30 km am Tag auf Futtersuche zurücklegt,  in keine Box gehört, war mir schon immer klar. Auch Sportpferde nicht, wie hier gut beschrieben ist.  Ein Pferd braucht einen Anreiz, sich zu bewegen, freiwillig läuft es normal keinen Meter zuviel. Pferde schauen gerne in die Ferne, eine reizarme Umgebung, wo sie nichts sehen können außer Wiese und Wald, ist langweilig. Helle und luftige Unterstände sind für die Atemwege von Vorteil, wobei die meisten Pferde ja am liebsten die meiste Zeit des Jahres draußen verbringen. Außerdem sind Pferde Herdentiere, zu zweit geht, ist aber meines Erachtens nicht optimal.

In Tirol 2006 standen die Hafis im Sommer tagsüber auf riesigen Weiden, zusammen mit einer weiteren Hafi-Stute. In Weyarn 2008/2009 waren im Offenstall 2 alte Shettys mit dabei, das sind ziemlich kleine Pferde. Auf der Doier Ranch standen sie auch eine Zeit mit anderen zusammen, zwei Fotos habe ich gefunden – waren das noch Zeiten :-) . Mira, Poldi, Pauline (?) und Luna. Erinnerlich wurde die Herde getrennt, weil die anderen zuwenig Heu abbekamen. Das war unser Fehler, die Heunetze waren zu nah beieinander, so daß Barbie und Nepomuk die mehr oder weniger blockieren konnten. Verhungert ist keiner *g*, aber als Pferdebesitzer hat man meist Angst, daß das eigene rangniedere Pferd zu kurz kommt.

Ich habe lange überlegt, ob ich Barbie in nächster Zeit eine große Herde zumuten kann, sie ist hufmäßig noch nicht 100%-ig fit. Alternativ käme ein privater Offenstall in Frage mit drei freundlichen Stuten – Barbie und Nepomuk wären vermutlich wieder Ranghöchste, was bedeutet: viel fressen, wenig Bewegung. Genau das Gegenteil von dem, was mir vorschwebt: viel Bewegung und angemessen fressen.

Barbies Huferkrankung kommt daher, daß sie zuwenig Bewegung hatte und zuviel zu fressen bekam. Dazu die schlechte Hornqualität, Abszesse – und schon ging es dahin. In etwa dieselbe Haltung beibehalten, würde Barbie nicht helfen, wieder gesund zu werden.

Sie jetzt noch länger schonen, wäre der falsche Weg, denke ich, auch wenn sie auf hartem Boden noch etwas klamm geht (normal, wenn man auf der Sohle läuft). Umso mehr sie läuft, umso schneller wachsen ihre Hufe nach und kommen in Ordnung.

Der Pferdedarm braucht ständig Raufutter, spätestens 4 Std. ohne übersäuert er. Ideal sind drei mal täglich kleine Portionen Heu oder ebend, daß die Pferde sich zwischendurch bewegen und nicht 2 Std. alles auffressen und dann 8 Std. ohne da stehen.

Über Integration in eine Herde habe ich heute nachgelesen, ich denke, da wird es keine großen Probleme geben. Die Hafis werden sich schnell den neuen Umständen anpassen; am Anfang ein wenig einstecken müssen, aber das ist normal. Die Eingliederung wird unter Aufsicht stattfinden, so daß man zur Not dazwischen gehen kann. Die Hafis sind ja zu zweit und Nepomuk paßt auf Barbie auf – für ihn war es normal, daß er sie vor anderen abschirmt, solange sie schwer krank war. Am Heunetz steht er immer außen, so daß kein Nachbar an Barbie rankommt.

In großen Herden bilden sich ja immer kleinere Gruppen, die Hafis werden Freunde finden, mit denen sie sich zusammen tun, gemeinsam geht man den “Feinden” dann aus dem Weg.

Bis März ist noch Zeit, ich werde mein Möglichstes versuchen, um sie bis dahin hufmäßig gut aufzustellen, so daß sie auch auf hartem Boden gut laufen kann.

Falls alles klappt, wie ich mir das vorstelle, sind die Hafis bestens artgerecht aufgehoben und ich muß mir nicht mehr Sorgen machen, ob sie Wasser haben, jemand zum Füttern kommt oder ausgemistet wird. Ein völlig neues Leben :-) , ich kann öfters mal ein paar Tage in Urlaub fahren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Und ich habe ne Menge Zeit, mit meinen Hafis was zu arbeiten, Fahrtraining, Bodenarbeit, Spaziergänge, Reiten – mir fällt ne Menge ein.

Bei so vielen Stallkollegen findet man vermutlich auch immer welche zum Ausreiten. Im Stall gibt es anscheinend auch einige Kinder/Jugendliche, kein Wunder, es sind ja alles Kleinpferde und die S-Bahn-Station ist vor der Türe. Gute Chancen also für meine RB, neue Freunde zu finden, mit denen sie dann ausreiten kann.

21. Januar 2012

unartige Pferde

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:43

Bis mittags hat es ständig geschneit, also mußte ich erst mal ne halbe Stunde Schnee räumen. Dabei fing es an zu regnen, was den Schnee so richtig schön schwer macht – bähh! Auf den Straßen kamen sie mit dem Räumen nicht nach, es war teilweise rutschig, aber nicht glatt.

Im Stall angekommen, erst 30 Liter warmes Wasser in die Tränke gekippt; es war genügend Wasser da, auch nicht eingefroren, ich nahm nur ein paar Eisstücke raus. Hufe ausgekratzt, Nepomuk war sehr aufdringlich, wollte ständig was haben. Ich mache gerade einen von Barbies Hufen, da zwickt er mir ziemlich fest in den Oberarm. Ich dachte, ich bin im falschen Film – leider war ich nicht schnell genug, um ihm ordentlich eine zu betonieren, weil er sofort wegsprang. Ich trieb ihn in eine Ecke vom Paddock, im Galopp entwischte er mir wieder. Danach hat er sich nicht mehr zu mir hergetraut, ein scharfer Blick und er hielt Abstand.

Den Stall habe ich gekehrt und ordentlich sauber gemacht, eingestreut war nicht. Es lag aber einiges Stroh rum, was die Hafis aus dem Innennetz gerissen hatten, ich habe es so verteilt, daß sich zumindest einer drauflegen kann. Die Regendecken nahm ich ihnen ab, weil trotz stärkerem Wind nichts vom Dach flog und die Pferde heute recht entspannt waren.

Barbie bekam Keralit undercover in ihre Rillen und teilweise auf den Strahl, da wo er “Dellen” hat. Auf der Weide wollte ich schöne Schneefotos machen, war aber nix, die stinkfaulen Hafis gingen nur bis zum Eingang. Na gut, Weide wieder zugemacht, Zusatzfutter gegeben und ddie Kronsaume eingeölt.

Beide wollten raus, sie also zum Reitplatz geführt, Barbie hat sich gleich hinter mir eingereiht (kennt sie vom join up), Nepomuk war auch äußerst bewegungsfaul. Beide habe ich dann trotzdem etwas angetrieben, im Trab hat Barbie leicht gelahmt – ich weiß nicht, ob das echt oder ne Masche von ihr ist.

Ich war ziemlich nass wegen des Regens und habe in die Hände gefroren, also beide wieder raus aus dem Reitplatz – zack hatte mich Barbie hinters Roundpen gerissen, weil es dort noch Grasbüschel gibt. Ich wollte gehen, Barbie aber nicht.

Armes Pferd, denkt man, sie kann einfach nicht – ich ließ sie stehen und ging mit Nepomuk, da kam sie natürlich hinterher. Wer galoppiert lustig und ohne zu lahmen auf dem Weg zum Stall plötzlich an mir vorbei? Barbie, die linke Bazille. Nepomuk sofort auf 180, geht ja nicht, daß Barbie ohne ihn läuft – geht schon, habe ich gesagt und am Strick gezogen. Ihn in den Stall getan, sofort war er hysterisch, ist rumgerannt und hat gewiehert. 10 Sek. später biegt Barbie galoppierend und wiehernd um die Ecke, gerade daß sie nicht in mein Auto gerannt ist. Schau an, sie kann sogar enge Kurven galoppieren, wenn sie will – ich darf mich von ihr nicht weiter verarschen lassen.

Barbie ist ja sehr intelligent, sie war lange schwer krank. Meines Erachtens kann sie schmerzfrei laufen, sie nützt aber ihre frühere Krankheit aus, um ihren Willen durchzusetzen. Komischerweise geht sie nie lahm, wenn sie mir abhaut oder laufen will, nur dann, wenn ich verlange, daß sie sich bewegt.

Sie zack rein und Ruhe, Madame geht nun wieder mit Kette, ich darf ihr nicht soviel durchgehen lassen. Von den Pferden hatte ich genug, ab zum Einkaufen und dann schnell nach Hause ins Warme.

Nepomuks Hysterie ist wirklich schlimm, die beiden kleben extrem aneinander. Vermutlich wird das ein wenig besser, wenn sie in einer Herde stehen, Nepomuk hat Gesellschaft und ist dann hoffentlich nicht mehr ganz so arg auf Barbie fixiert.

Für mich wird es eine große Umstellung, ich muß jeden einzeln rausnehmen zum Putzen und Füttern. Andererseite muß ich mich dann um nichts anderes mehr kümmern als um die Pferde, im Sommer kein Koppel abmisten, Gras zustecken usw. Bisher habe ich immer einiges (freiwillig) gemacht, auch Stall und Paddock abmisten, Stall reinigen, Füttern (auch die Nachbarn) usw. Standen andere Arbeiten an, habe ich mitgeholfen, z. B. haben wir Einsteller das neue Roundpen sozusagen im Alleingang gebaut. Eine prima Stallgemeinschaft hält zusammen, wir haben das alle gerne gemacht und kamen prima mit dem Stallbesitzer aus.

Nun heißt es auf zu neuen Ufern :-) , habe gerade deswegen telefoniert. Ein LAG-Stall muß gewisse Kriterien erfüllen, z. B. bodennahe Fütterung, weil das der naturgemäßen Futteraufnahme entspricht. Helle luftige Unterstände, keine “Höhlen”, weite Wege, d. h. Bewegungszwang. Und natürlich Gesellschaft und Unterhaltung – also keine reizarme Umgebung.

Der ins Auge gefaßte Stall hat Heu aus Eigenproduktion ohne Kunstdünger und keine fetten Weiden, Ampfer wird beseitigt, ansonsten nicht gespritzt. Hochwertiges Stroh wird stets angeboten zum Knabbern. Die Pferde dürfen von abends bis früh auf die Weide, der Idealzustand für Nepomuk als Ekzemer. Es gibt fünt Weiden, vermutlich jede ca. 1 ha groß – wenn eine abgefressen ist (aber nicht bis zur Grasnarbe), kommen die Pferde auf die nächste. Es gibt ein Rehepferd im Stall, daß das unbeschadet verträgt – ob das bei Barbie auch klappt, ist die Frage. Es gibt auch mehrere Ekzemer im Stall, die Pferde sind also an eine Decke tragenden Kollegen gewöhnt.

An sich die ideale Pferdehaltung – es gibt auch 2 Krankenboxen, so daß man Barbie und Nepomuk zur Not immer mal ne Nacht einsperren könnte, wenn eine neue Weide geöffnet wird. Barbie ist ja ein Staubsauger und frißt Gras doppelt so schnell wie andere. Einen Maulkorb für sie habe ich, glaube aber nicht, daß das funktioniert.

Wobei ja unklar ist, ob Barbie überhaupt Hufrehe hatte – eine Wandrotation gehört nicht zur klassischen Rehe.

Ihre Hufe bringe ich in Ordnung und sorge für bessere Hornqualität – damit sie keine Abszesse mehr bekommt. Nun habe ich auch ein “Auge” für den Gang bzw. Hufprobleme, kann also schon im Anfangsstadium einschreiten. Barbie hat ne Menge abgenommen in den letzten Monaten, EMS ist ja ihre Grunderkrankung, Nepomuk auch einiges, obwohl sie nicht am Hungertuch nagen. Das kann nur an dem Zusatzfutter liegen, bewegt werden beide ja eher spärlich.

Ich denke, ich werde den LAG-Stall probieren – wichtig ist mir vor allem der Bewegungszwang. Die Hafis müssen bzw. können sich viel auf verschiedenen Untergründen bewegen, das klappt nur in einem großen Laufstall mit vielen Pferden.

Die Eingewöhnung wird langsam vonstatten gehen, die Hafis kommen erst mal in Boxen, können Kontakt aufnehmen und kommen dann anfangs nur unter Aufsicht in die Herde.

Allerdings ist der Eigentümer bis 13. März verreist, ich könnte also frühestens zum 15. März den Stall wechseln. Am Montag fahre ich hin und lasse mir alles genau erklären, ich denke, ich werde dahin gehen. Der Stallbesitzer wohnt am Stall, ist also ständig präsent – das wird Barbies Besitzerin gefallen :-) .

Es gibt Strom und fließend Wasser, auch ein Reiterstüberl und WC, einen Reitplatz und eine Ovalbahn. Zum Ausreiten muß man über die Hauptstraße, ich denke mal, für die Hafis als angehende Fahrpferde *g* kein Problem.

20. Januar 2012

neuer Stall gesucht

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:03

Eine Stallkollegin rief mich nachmittags an, sie bekam heute ihre Kündigung zum 1. März 2012 in die Hand gedrückt – wir müssen bis dahin wohl alle gehen. Laut Vertrag kann mir erst zum 1. April 2012 gekündigt werden, trotzdem werde ich natürlich versuchen, so schnell als möglich was Neues zu finden. Im Winter bei hartem Boden Pferde in eine neue Herde integrieren, lehnen viele Stallbesitzer ab – zu Recht. Außerdem ist Barbie noch nicht so weit, umzuziehen.

Ich verstehe aber, daß es dem “Betriebspersonal” einfach zu viel wird, ein Stall läßt sich gerade im Winter nicht so nebenher betreiben, wenn man den Einstellern jegliche Mithilfe verbietet. Wir hätten das alle zusammen locker gestemmt, aber das war nicht erwünscht.

Für die Hafis den optimalen Platz finden, ist in so kurzer Zeit natürlich extrem schwierig, ich werde der Kündigung vorsichtshalber widersprechen müssen. Die Pferde irgendwo “zwischen parken”, kommt nicht in Frage, ich möchte gleich was Langfristiges für sie, wo sie gut aufgehoben sind.

Einen Bewegungsstall (LAG) in Peiß (Aying) für Isländer und Kleinpferde fand ich vom ersten Ansehen gut, große geräumige Unterstände, viele Freßplätze, 25 Pferde. Das Problem ist halt der Weidegang, aber wenn das alles Ponys sind, die ja bekanntlich alle nicht so viel Gras bekommen dürfen, ginge das eventuell. Gemeinsames Impfen und Entwurmen ist klar, da muß man sich fügen.

Barbie und Nepomuk standen noch nie in einer so großen Herde, der große Vorteil wäre, sie hätten viel Bewegung. Kein einträchtiges Rumstehen mehr am Heunetz und Fressen aus Langeweile, es ist ständig was los. Nepomuk wäre begeistert, er ist ja sehr sozial, umso mehr Pferde, umso besser. Barbie ist ein wenig dominant, sie muß sich ihren Platz in der Hierachie dann halt suchen. Wenn sie plötzlich 23 fremden Pferden gegenüber steht, wird sie wohl erst mal kleine Brötchen backen, schadet ihr nicht – wenn genug Platz zum Ausweichen ist, dürfte das kein Problem sein.

Eigentlich habe ich bis heute nen Stall gesucht, wo es beide möglichst bequem haben, eine kleine Herde – da ist der Auslauf natürlich stark begrenzt. Wenn die Hafis Ranghöchste werden, ist es mit Bewegung Essig, da läuft der Hafi von einem Heuhaufen zum nächsten, bis er satt ist. Zu zweit stehen sie fast nur rum, ist ja auch kaum Platz zum Rumtoben, Spielen oder Laufen.

Barbie ist krank geworden, weil sie zu viel zu fressen bekam und zu wenig Bewegung hatte. In einem Laufstall mit vielen Artgenossen muß sie sich bewegen, da ist Abwechslung geboten, beide finden neue Freunde und Feinde :-) .

Umso länger ich darüber nachdenke, umso besser finde ich die Idee – ich muß sie nur noch Barbies Besitzerin schmackhaft machen.

Ich hatte ja mal eine sehr aggressive Hündin, Molly, aus der Türkei aufgenommen als Pflegehund, sie war allerdings nicht vermittelbar, daher habe ich sie behalten. Sie hat ohne große Vorwarnung jeden Hund angegriffen, egal ob Rüde oder Hündin, egal wie groß oder klein der andere war. Ich war dann oft mit ihr und meinem Rüden Florian (bestens sozialisiert) im Englischen Garten auf der Hundewiese. Auf Molly kamen gleich mal 5 – 10 Hunde zugerannt in freundlicher Absicht, alle wegbeißen konnte sie nicht, also hat sie den Schwanz eingezogen und sich hinter mir versteckt. Ich bin aber weggegangen, und plötzlich war Molly gar nicht mehr aggressiv, sondern hat alle Hunde ignoriert – mehr war nicht verlangt.

Barbie wird sich auch einfügen in eine große Herde, bis 1. April ist sie auch hufmäßig soweit, daß sie gut laufen und sich wehren kann.

Barbie schonen, damit sie sich möglichst wenig bewegt, ist aber der falsche Weg. Nur möglichst viel Bewegung sorgt dafür, daß sie wieder gesund wird – und dann ist Gras auch kein Problem mehr.

19. Januar 2012

Hafis in Panik

Filed under: Allgemein — admin @ 19:46

Heute Regen und starker Wind sowie Sturmböen; nachdem das Stalldach ja immer noch nicht abgedichtet ist, fuhr ich raus, um Barbie und Nepomuk ihre Regendecken anzuziehen. Beide standen verängstigt auf dem Paadock – es hat wieder Dachpappe runtergeweht. Ich will die einsammeln, Barbie galoppiert gleich aus dem Stand weg in die letzte Ecke, also mache ich die Koppel auf – beide bringen sich im Treibgang in Sicherheit.

30 Liter warmes Wasser hatte ich mitgebracht, füllte das in die Badewanne und nahm das ganze scharfzackige Eis raus. Ich werde nun immer warmes Wasser mitbringen, wenn es kalt ist, damit ich mir so nen Akt wie gestern ersparen kann.

An Hufbearbeitung war nicht zu denken, nicht mal ans Auskratzen, dafür waren die Hafis viel zu nervös, bei jedem Geklapper sind sie gesprungen. Sie bekamen ihr Zusatzfutter und ich ging auf die Weide, um den einen umgefallen Pfosten zu bergen – es geht auch ohne den. Auf dem Rückweg blies mir der Wind voll ins Gesicht, puh, war der stark, mir haben die Augen getränt trotz Brille – Barbie geht es genauso (ohne Brille *g*).

Die Regendecken aus dem Schrank geholt, Nepomuk zuerst, ich hatte sie noch nicht ganz befestigt, da ist er in Panik wieder abgehauen zum Weideeingang. Ich also hinterher und machte seine Decke fest, dann gewartet, bis beide sich wieder rein trauten. Als beide mißtrauisch im Treibgang standen, wollte ich Barbie ihre anziehen, aber keine Chance, der Wind war zu stark und Barbie zu nervös.

Also Heucobs ausgestreut, beide schlichen sich vorsichtig an – so konnte ich Barbie ihre Decke dann anziehen. Solange der Sturm tobt, trauen sich beide nicht in den Stall, stehen also ständig draußen im Regen. Im Stall gibt es keinen trockenen Liegeplatz, weil ja das Dach noch undicht ist.

Ich habe noch einen Aushang gemacht, daß ich aus Sicherheitsgründen die Weide geöffnet habe und sie erst geschlossen werden soll, wenn der Sturm vorbei ist – mehr kann ich derzeit für die Hafis nicht tun.

Seit vielen Wochen wird versprochen, das Dach zu reparieren – tja. Wobei undicht gar nicht das große Problem ist, sondern wenn bei Sturm meine Pferde mit Dachpappe und Autoreifen beschossen werden. Passiert ist bisher auch nichts, was im “Zusatzvertrag” angekündigt ist. Der alte Generator für den Stall der Hafis und die Nachbarn ist seit Monaten kaputt und inzwischen weg.

Letzten Winter klappte es mit dem Wasser gut, diesen hatten wir erst ein paar sehr kalte Tage und es funktionierte nichts. Gestern wurde abends um halb acht Wasser gebracht, ich fuhr kurz nach drei und es war in allen drei Tränken so gut wie nichts mehr drinnen.

Früher haben wir die Koppelzäune mehr oder weniger selber repariert, ist ja keine große Sache, notdürftig tut es im Winter auch ein Stromzaun. Wichtig ist, daß die Pferde raus können, im Frühjahr kann man dann neue Pfosten setzen usw. Jetzt wird alles vom “Betriebspersonal” erledigt, was mir völlig überfordert erscheint. Alle Einsteller würden gerne mithelfen, aber das wurde ja verboten.

Die neue Betriebshilfe mistet nicht gut ab, der Mist liegt überall verteilt rum. Entweder, ich mache es selber, oder die Hufe meiner Pferde leiden. Barbies Hufe sind noch sehr anfälllig für Bakterien, weil nicht gesund, also werde ich selber zur Schaufel greifen müssen.

Ich bin wirklich traurig, wie alles gekommen ist – aber gut, es kann nur besser werden :-) .

18. Januar 2012

Spaziergang mit “Hindernissen”

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:53

Um zwölf war ich im Stall, die gefrorenen Mohrrüben, die auf meiner Futtertonne lagen, waren weg, das Plastik lag am Boden verstreut, der Deckel der Tonne mit den Heucops war abgenommen – Barbie war in der Futterkammer. Ich verstehe nicht, warum das Betriebspersonal die Türe nicht geschlossen hält, ich werde einen Hinweis anbringen.

Ich weiß ja selber, wie das mit ihr ist – ist man draußen und sie steht in der Türe mit dem Hintern und räubert das Futter, bringt man sie nicht weg, sondern fängt sich evtl. eine. Man muß dann die Schiebetüre zur Heukammer von außen öffnen, damit man ihr von vorne ne Ansage machen kann.

Die Nachbarn stehen an ihrer Badewanne und fressen bzw. lecken Eis, es war kein Wasser mehr drinnen. Bei uns und im vorderen Stall war kaum mehr was, daneben waren alle drei Wasserfässer leer. Ich also 2 Liter Mineralwasser aus dem Stüberl geholt, sah dabei, daß aus einem Fass, was mitten am Vorplatz stand, Wasser tropfte. Erst mal dem Nachbar-Wallach das Mineralwasser gegeben, danach leer, anschließend unsere Gießkanne geholt und unter das lecke Fass gestellt.

Mit Barbie und Nepomuk ging ich auf die Weide, rennen wollten sie heute allerdings nicht. Nur ein bissi wälzen, Nepomuk macht auch liegend ne gute Figur :-) .  Ein mal rauf und runter gelaufen mit beiden, schon standen sie freiwillig wieder bei mir auf dem Paddock.

Beide nahm ich daher mit auf den Grasweg, sie durften fressen, am Ende bogen wir rechts ab zu einem Spaziergang. Der gestaltete sich schwierig, Barbie war bockig. Ein paar Mal wollte sie mich wegziehen, aber ich hielt tapfer dagegen. Nachdem das nicht so klappte, wie sie sich das vorgestellt hat, blieb sie einfach stehen. Kaum hatte sie den Kragen wieder am Boden, um sich mit Grünem vollzustopfen, konnte sie sehr gut laufen.

Ließ ich sie nicht mit dem Kopf auf den Boden, hat sie versucht, mich loszuwerden, indem sie ordentlich anzog. Nepomuk war ja auch noch dabei, aber sehr brav, er wußte gar nicht, was los ist. Barbie und Grünes ist ein Kapitel für sich, sie saugt das ein und schnauft dabei vor Freude – Gras ist für sie wie für manche Menschen Schokolade oder Fleisch oder für mich Zigaretten :-) .

Als wir mühsam bis zur letzten Kurve Richtung Stall gekommen waren und niemand in der Nähe war, ließ ich Barbie frei und ging mit Nepomuk Richtung Stall. Barbie kam im Galopp hinterher – wenn sie will, kann sie sehr gut laufen, lahmt auch nicht.

Während wir unterwegs waren, standen die Nachbarn ständig an ihrer Badewanne, um Eis zu fressen/lecken, ca. 2 Std. lang. Zurück im Stall, holte ich die Gießkanne von vorne, ca. 8 Liter waren währenddessen reingetropft, und brachte es den Nachbarn.

Die derzeit Verantwortliche kam, sie meinte, es macht nichts, wenn die Pferde stundenlang Eis fressen – ich meine, Wasser muß rund um die Uhr zur Verfügung stehen, auch im Winter. Sie meinte, das ist schwierig im Winter; die Hähne der Tanks waren heute aber alle aufgetaut (mittags hatten wir 5 Grad), es war aber kein Wasser in den Fässern. An den Badewannen waren starke Eisränder,  es wurde also heute früh kein warmes Wasser geholt.

Auf den Koppelgang angesprochen, sagte sie, Barbie als Rehepferd dürfe nicht auf die Koppel wegen dem Gras. Ich sagte ihr, daß ich seit langem regelmäßig mit den Hafis auf den Grasweg gehe, wo sie fressen dürfen, Barbie macht das nichts. Auf meine Verantworung dürfen die Hafis nun auf die Koppel, wenn der Boden gefroren ist – prima. Ein Pfosten ganz hinten ist zur Isländer-Weide ist umgefallen, sah ich heute – Nepomuk könnte locker drüber springen. Macht er eh nicht, nächstes Mal repariere ich das, muß dazu den Strom abstellen.

Ich ließ beide nochmals raus, weiter als bis zum Weideeingang gingen sie nicht, kamen schnell wieder rein, um zu dösen – ich habe wieder abgesperrt, weil es ja die nächsten Tage wärmer werden soll. Sie haben sich ja gestern nach langer Zeit mal richtig austoben können, das war wichtig – jeden Tag haben sie eh keine Lust zu rennen.

17. Januar 2012

die Eckstreben

Filed under: Allgemein — admin @ 18:43

Einen interessanten Artikel dazu von Pete Ramey (ein NBC-Papst) habe ich heute gelesen (Vorsicht: lang), was er schreibt, ist logisch und einleuchtend. Auch seine Ausführungen zur Erkrankung der weißen Linien, die zeigen, wie komplex ein Huf ist und daß alles miteinander zusammenhängt, auch z. B. Strahlfäule hat ihren Grund in Ernährung, Haltung und Hufbearbeitung. Gelernt habe ich u. a. daraus, daß die meisten Pferde nicht fühlig gehen wegen einer empfindlichen Sohle, sondern aufgrund des Strahls.

Das Wichtigste ist, eine Trachtenlandung zu erreichen, Zitat: “Im Trab eine Trachtenlandung zu erreichen wird die meisten Probleme mit dem Gang, den Gelenken, dem Rücken und Lahmheiten des Hufs dahinschwinden lassen und sollte bei der Hufbearbeitung und Konditionierung höchste Priorität haben.”, Strahl und Eckstreben sind dafür gedacht, Stöße abzufangen und auszugleichen – die Zehe nicht.

Solange das nicht erreicht wird, d. h. ein ausbalancierter Huf, wird man gegen diverse Krankheiten umsonst ankämpfen.

Bei Barbies Foto links vorne vom 14.12.2011 habe ich den optimalen Abrollpunkt (grüne Linie) eingezeichnet, die Sohlenschwiele lag etwas davor. Beim Foto von gestern sieht man deutlich, daß der theoretisch beste Abrollpunkt genau auf der Sohlenschwiele liegt. Das hat sich von selbst dadurch ergeben, daß ich die Zehe immer kurz gehalten habe wegen der Wandrotation (um Zug vom Hufbeinträger zu nehmen). So ergibt eines das andere, auf alles, was man tut, reagiert der Huf – daran kann man dann auch feststellen, ob man gut korrigiert oder schlecht.

Heute habe ich beschlossen, vorerst auch Nepomuks Hufe selbst zu bearbeiten. Wenn man die Eckstreben auf Sohlenniveau schneidet, wachsen sie umso schneller wieder nach. Warum, erklärt Pete Ramey sehr gut in seinem Artikel. Einen Huf zu bearbeiten, bedeutet auch, sich selbst Gedanken zu machen, warum man was tut. Nur weil andere sagen, das haben wir schon immer so gemacht, muß es nicht richtig sein.

Der Abrollpunkt ist bei Nepomuk ungünstig, daher Zehenlandung – dafür spricht auch seine Trachtenhöhe. Die reduziert sich von alleine, wenn er mal ausbalancierte Hufe hat – zur Not helfe ich etwas nach :-) . Er hat keine Hufprobleme, ich kann also ganz langsam über Wochen hinweg dafür sorgen, daß er zur Trachtenlandung kommt.

Sehr wichtig ist natürlich auch die Bewegung des Pferdes auf verschiedenen Untergründen, ich werde also nun immer, wenn ich da bin, mit beiden Spazieren gehen (bis Barbie soweit ist, daß sie als Handpferd mitgehen kann). Auf dem Grasweg, auf Schotter und auch auf Asphalt, von jedem ein bißchen. Das ewig Rumstehen schadet den Hufen, wobei die Hafis gar keine Möglichkeit haben, sich großartig zu bewegen – dafür ist der Paddock zu klein.

Die Koppel war heute immer noch geschlossen, dabei ist es enorm wichtig, daß die Pferde sich bewegen können. Meine RB war im Stall und rief an, ob sie die Hafis rauslassen soll. Ja klar :-) , beide sind galoppiert und haben sich riesig gefreut. Daß Barbie auf der steinhart gefrorenen Wiese problemlos galoppiert, ohne zu lahmen, hätte ich nicht erwartet – es zeigt, daß es ihr ziemlich gut geht. Allerdings kam dann die Mutter des Stallbesitzers, die Koppel wurde wieder geschlossen mit der Begründung, die Pferde könnten vom Schnee fressen eine Kolik bekommen.

Normal fressen meine Pferde keinen Schnee, das Wasser in der Wanne war heute allerdings komplett eingefroren, vermutlich schon seit vielen Stunden. Steht kein Wasser zur Verfügung, fressen Pferde natürlich Schnee, der liegt ja auch auf dem Paddock.

Vom Betriebspersonal habe ich telefonisch niemanden erreicht, also eine SMS geschrieben und darum gebeten, sofort Wasser zu bringen.

Meine Haflinger dürfen natürlich auf die Koppel; würden sie vom Schnee fressen mangels Wasser eine Kolik bekommen, hätten sie schon mehrere gehabt, wir sind ja nun schon den dritten Winter auf der Doier Ranch. Na ja, mache ich morgen wieder nen Aushang, daß meine Pferde auf meine Verantwortung auf die Koppel dürfen – ist zwar ein wenig lächerlich, aber gut, anders scheint es nicht zu gehen.