3. Februar 2012

Bewegungsprogramm für die Haflinger

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:37

Ich muß mir nun überlegen, wie ich beide Pferde gleichzeitig bewege. Barbie bleibt ja einfach stehen, wenn sie keine Lust hat (das ist der default), frei läuft sie schon mit. Mit Showhalfter (Kette) klappt das Mitführen, das kann ich ihr aber nur anziehen, wenn ich führe. Reite ich Nepomuk, ist es zu strange, da gilt es zu überlegen, wie ich das nun händle.

Am besten wäre, ich könnte auf einer der leeren Weide reiten und Barbie frei mitlaufen lassen, werde diesbezüglich mal nachfragen. Morgen werde ich mit Nepomuk auf den Reitplatz gehen und Barbie mitnehmen, mal sehen, ob sie freiwillig mitläuft. Vermutlich bleibt sie stehen und kuckt uns zu – ist auch nicht gut zu laufen derzeit auf dem Platz.

Zur Not kann ich auf “unserer” Weide ein paar mal mit Nepomuk im Schritt auf und ab reiten, Barbie wird uns folgen. Ich werde mir dafür aber Helm und Sicherheitsweste anziehen, weil wenn Barbie der Rappel packt und sie losgaloppiert, werde ich Nepomuk nicht zurückhalten können.

Heute hatte es -11 Grad tagsüber, ich war zu Fuß einkaufen, im Gesicht war es bereits nach 10 Min. ziemlich eisig. Ich glaube, ich ziehe morgen zum Reiten meinen Arai-Motorrad-Helm an, der hat ein Visier und schützt so das Gesicht und gleichzeitig den Kopf, falls Nepomuk mich absetzt.

Wochentags ist ja mittags meist kein Mensch weit und breit, ich könnte mal ne kleine Runde mit Barbie als freilaufendes “Fohlen” probieren – im Zweifelsfall rennt Barbie zum Stall zurück und Nepomuk mit mir hinterher. Was kein Problem ist, solange er kein Rodeo macht – ein Wettrennen mit Barbie gewinnen Nepomuk und ich natürlich :-) .

Hufbearbeitung bei Barbie muß ich weiter machen – umso mehr sie läuft, umso weniger muß ich tun. Hufbearbeitung bei Pferden bedeutet immer, man muß das ausgleichen, was durch zu wenig Bewegung bzw. artgerechte Haltung nicht abgelaufen wird.

Pferdehufe sind konzipiert, um 15 – 30 km täglich über jeden Boden zu laufen, trotzdem wird beschlagen oder man reitet mit Hufschuhen. Weil die Pferde nicht artgerecht gehalten werden.

2. Februar 2012

Abschied von Rocky

Filed under: Allgemein — admin @ 19:56

Als ich heute kam, standen die Hafis ganz hinten auf der Weide, beide kamen angetrabt, als sie mich sahen. Barbies Hufe werden täglich von alleine besser, an zweien habe ich heute ein bissi was geraspelt. Sie läuft auf dem derzeit steinhart gefrorenem Boden normal, auch auf den Schotterwegen, die mit Eis bedeckt sind.

Heute hatte es tagsüber -7 Grad, da ist das mit dem Wasser in den Wannen ein Problem. Ich hatte wieder heißes dabei, trotzdem gefriert das Wasser ziemlich schnell. Nach 2 Std. besteht eine Eisschicht, die eine Pferdenase nicht mehr durchstoßen kann.

Die Hafis nahm ich mit zum Vorplatz, ließ Rocky raus und alle drei in den großen Stall. Danach ging ich deren Weide bis hinten ab, um zu sehen, was an Zäunen kaputt ist bzw. ob die Pferde sich irgendwo aus dem Staub machen könnten. Ganz hinten am Wald war ein oberer Pfosten runtergefallen, in der Mitte war ein Stromband. Nepomuk könnte locker drüber springen, aber warum sollte er?

Der Wind pfiff eisig, gefühlte -15 Grad – was tut man nicht alles für die Pferde :-) . Rocky nahm ich die Decke ab, damit er sich wälzen kann, das ist wichtig. Kenne das ja von Nepomuk, der sich auch immer sofort hinwarf, sobald seine Ekzemerdecke unten war. Rocky war als erster draußen, nahm Kontakt mit den Isländern auf, Barbie und Nepomuk mußte ich erst auffordern, mal ein paar Schritte mehr zu gehen *g*.

Dann sind sie zu dritt galoppiert, so soll es sein – aber nur ca. bis zur Hälfte der Weide. Nepomuk versuchte alles, um die anderen beiden zu mehr zu animieren, aber Rocky und Barbie hatten keine Lust.

Die vier Isländer kamen an den Zaun, großes Pferdetreffen, Nepomuk bedrängte Rocky ständig, mit ihm zu spielen. Der wollte aber nicht mehr, hat Nepomuk an die Brust getreten. Mein Hafi, die alte Nervensäge, gab aber nicht auf; es gelang Rocky dann doch irgendwann, Nepomuk loszuwerden. Barbie ging derweil ihrer Wege, sie spielt ja nicht. Und wenn Nepomuk sie zu sehr zwiebelt, haut sie ihm auch eine rein – für ihn normal.

Fotos zum Abschied von Rocky habe ich auch gemacht, morgen zieht er aus. Ich wünsche ihm ein schönes Leben im neuen Stall und viele Freunde!

Ich lud derweil einiges Zeugs ins Auto, war noch nicht fertig, da standen alle drei wieder am Gatter. Also Rocky wieder in seinen Stall gebracht, angezogen, sowie Barbie und Nepomuk aufgeräumt.

Barbie habe ich heute frei mitlaufen lassen, sie kam immer brav hinterher. Solange es draußen nix zu fressen gibt, klappt das super. Ich kucke natürlich vorher, ob Menschen oder Reiter in der Nähe sind, die sich erschrecken könnten, wenn sie ein frei laufendes Pferd sehen.

Im neuen Stall gibt es viele Spielkameraden für Nepomuk, das freut mich besonders für ihn. Er ist ja ein sehr soziales, lustiges und verspieltes Pferd – eine Haltung mit Barbie alleine wird seinem Naturell einfach nicht gerecht. Erinnerlich standen beide nur ein mal mit einem Wallach beisammen, das war Poldi, ansonsten hatte es Nepomuk immer mit Stuten zu tun. Das sind Zicken, die nicht spielen, dazu war Barbie die letzten 2 Jahre viel krank und daher lahm. Nepomuk mußte sich anpassen, auch beim stark reduzierten Weidegang. Er hat es nicht einfach gehabt, ich denke, in der Herde mit vielen Spielkameraden wird er regelrecht aufblühen. Barbie wird sich etwas schwerer tun, aber auch sie wird sich eingliedern und ein paar Freunde finden.

Eines ist klar: Barbie kann nur wieder vollständig gesund werden, wenn sie sich bewegt. Da reicht kein kleiner Spaziergang 2 – 3 Mal die Woche oder ein kurzer Ausritt, sondern sie muß im Stall gefordert werden. Bewegungszwang entsteht nur durch weite Wege und in einer Herde, freiwillig macht Barbie keinen Schritt zuviel, schon gar nicht auf hartem Boden.

In freier Wildbahn muß ein lahmendes Pferd mit der Herde mitgehen, egal wie sehr das schmerzt, sonst hat es keine Überlebenschance. Und gerade dieses Bewegen sorgt für eine schnelle Heilung, weil der Huf nur durch Laufen durchblutet wird.

Gesund wird ein Pferd nicht durch Beschlag oder irgend welche Mittelchen, sondern nur durch Bewegung bzw. artgerechte Haltung.

1. Februar 2012

Rocky, Barbie und Nepomuk

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 18:49

Es hatte -5 Grad, ich war warm angezogen und um eins im Stall. Erst mal Hufe ausgekratzt und bei allen Pferden die Eisschicht in der Tränke zerstört, bei unseren das mitgebrachte heiße Wasser eingefüllt.

Die Hafis nahm ich mit zum Vorplatz, der einsame Wallach namens Rocky hat gewiehert, als wir kamen. Mit seiner Besitzerin hatte ich abgesprochen, daß die drei heute zusammen laufen dürfen. Die Hafis auf dem Reitplatz eingesperrt, Rocky seine Decken abgenommen und ihn zugeführt.

Ich dachte, jetzt geht gleich das große Jagen, Schlagen und Beißen los, aber nix – Nepomuk und Rocky waren sofort Freunde. Barbie war noch nie mit einem fremden Pferd frei auf dem Reitplatz, am Anfang war sie zurückhaltend, taute aber schnell auf und suchte Kontakt. Erstaunlicherweise war sie sehr freundlich, ein bissi Gequietsche, weil sie rossig ist, das wars. Kein Beißen, kein Jagen, kein Schlagen.

Nepomuk hatte nur noch Augen für Rocky, die beiden haben sich viel freundschaftlich beknabbert. Sie gingen nach dem Kennenlernen dann zu dritt auf Grassuche, Rocky war voll akzeptiert.

Ich ließ die Pferde dann vom Reitplatz runter, hinter dem Roundpen haben sie nach Gras gesucht. Da ist es ziemlich eng, es war aber alles relaxt. Ich sammelte derweil Sachen von mir zusammen, die ich die nächste Zeit nicht brauche.

Der große Hauptstall ist ja leer, also machte ich das große Tor auf und führte Nepomuk rein, Barbie kam hinterher. Rocky traute sich alleine nicht rein, ich führte ihn. Fremdes Terrain, Pferde sind ja sehr neugierig, alle drei haben den Stall inspiziert. Danach fraßen sie einträchtig nebeneinander, als ob sie sich schon Ewigkeiten kennen würden.

Fotos habe ich natürlich gemacht.

Ich habe überlegt, ob ich das “Betriebspersonal” anrufe, damit die drei zusammen bleiben können bis Freitag. Der Aufwand war mir aber zu hoch, Erklärungen, Diskussionen wegen einem Tag – Rocky wechselt am Freitag den Stall.

Also habe ich Rocky wieder in seinen Stall getan, eingedeckt und drei Äpfel gegeben :-) . Er stand traurig am Zaun, das tat mir in der Seele weh. Wir hätten sofort, als seine Gefährtin auszog, reagieren können. Nur hat keiner von uns gedacht, daß die Pferde sich so gut verstehen.

Für mich war das heute ein prima Test, ob die Hafis zusammen mit anderen Pferden auskommen. Sie stehen ja seit ca. 2 Jahren zusammen alleine, Nepomuk ist ein paar mal mit fremden Pferden auf dem Reitplatz frei gelaufen, Barbie nie (war ja krank). Im neuen Stall stehen beide 21 Pferden gegenüber, ich denke, sie werden sich da gut eingliedern.

Mein Zeugs ins Auto laden habe ich heute vergessen, nehme ich morgen mit.

Hufbearbeitung habe ich heute keine gemacht, nach 2,5 Std. in der Kälte hatte ich keine Lust mehr. Morgen lasse ich die Pferde wieder zusammen und lade derweil Zeugs in mein Auto, werde dann einiges bei ebay einstellen, was ich nicht brauche oder nicht paßt.

Rocky geht übermorgen, der Nachbarswallach nächsten Dienstag – es wird einsam, dann sind nur noch die Isländer und meine Hafis da. Im neuen Stall werden die Hafis nie mehr frei draußen laufen können, die vier Wochen bis zum Umzug werde ich ihnen noch viel Freiheit gönnen.

30. Januar 2012

es wird kalt

Filed under: Allgemein — admin @ 19:05

Jetzt wird es schwierig mit dem Wasser für die Pferde, es soll sehr kalt werden. Heute hatte ich wie immer wieder heißes Wasser dabei, was hilft, das am Rand festgefrorene Eis zu lösen. Aus dem Fass wollte ich dann noch Wasser nachfüllen, aber der Schlauch war innen gefroren. Also mit der Gießkanne das Wasser transportiert, sind ja nur 2 Meter. Bei den Nachbarn nachgesehen, da war noch ein wenig Wasser drinnen, bei dem Pferd, was alleine steht, war der minimale Rest von einer dicken Eisschicht bedeckt. Die konnte es mit der Nase nicht durchstoßen, ich habe es also mit dem Fuß zertreten.

Mir tut der Wallach sehr leid, er stand die ganze Zeit wie paralysiert auf dem Paddock und hat wohl getrauert um seine Gefährtin. Ich hätte ihn ja mit den Hafis eine halbe Stunde auf den Reitplatz gestellt (unter meiner Aufsicht natürlich), damit er ein wenig Ablenkung hat, habe aber vergessen, die Besitzerin zu fragen, ob ihr das recht ist.

Mit den Hafis ging ich einmal die Weide rauf und runter, zu mehr hatten sie keine Lust. Mit Barbies Hufbearbeitung kam ich dafür heute ein ganzes Stück weiter,  allerdings nicht in der üblichen Raspeltechnik. Als Rechtshänder am aufgehobenen Huf innen die Wand abfeilen von oben nach unten, ist ziemlich schwierig. Ich raspel nun so, wie ich am meisten wegbringe, Hauptsache, es geht was vorwärts.

Mit der Besitzerin des Pferdes, was alleine steht,  habe ich nun gesprochen, sie kann morgen Nepomuk nehmen und mit ihrem Pferd auf dem Reitplatz laufen lassen. Am Mittwoch und Donnerstag kümmere ich dann, am Freitag wechselt er den Stall.

28. Januar 2012

gut aufgelegte Haflinger :-)

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:35

Es geht gut voran mit Barbies Hufbearbeitung, feile nun fast nur noch im aufgehobenen Zustand. Neue Sohlenfotos, auch von Nepomuk, konnte ich heute machen, dazu unten mehr.

Eine Stallkollegin ist einfach mal so gegangen, ihre Stute stand (nur) mit einem Wallach zusammen, nun ist der alleine. Im Sinne der Pferde hätte man sich besser absprechen müssen, der Arme stand verloren rum und wieherte. Ich also die Hafis mit zum Vorplatz genommen, damit er ein wenig abgelenkt wird, er kam auch gleich zum Zaun zur Kontaktaufnahme – früher hat er das nie gemacht. Nepomuk war freundlich, Barbie hat ihn ignoriert – ich hoffe, die Stallkollegin kann ihr Pferd auch bald umstellen.

Kurz darauf kam eine andere mit ihrem großen Hänger, um noch ein paar Sachen abzutransportieren; ich versuchte, Nepomuk Richtung Reitplatz zu treiben, damit sie das große Tor öffnen konnte zum Reinfahren.

Nepomuk wollte nicht, galoppierte ein wenig hin und her; ehe ich mich versah, machte er einen riesen Satz über den Zaun neben dem Tor und war draußen. Das Holzbrett war einseitig runtergebrochen, lag aber etwas schepps nach außen – er mußte also nicht nur hoch, sondern für ihn ungewohnt auch ein bissi weit springen. Nepomuk kann das locker, der Zaun hätte auch 1 m hoch und nen halben Meter breit sein können, er wäre problemlos drüber gesprungen.

Gerade, als ich zu Barbie sagt “Du bleibst hier” und sie am Halfter nehmen will, steigt sie schon über die Bretter drüber und beide galoppieren den Grasweg Richtung Wald runter – ich mußte ein wenig grinsen über die Zwei :-) .

Der Stallkollegin half ich erst mal beim rückwärts Reinrangieren des Hängers, die Pferde laufen ja nicht weg. Beide waren mit im Schnee nach Gras graben gut beschäftigt, ich ging dann hinter und ließ sie noch ne halbe Stunde buddeln. Am Waldrand angekommen, nahm ich Nepomuk an den Strick und ging an unseren Koppeln vorbei, Barbie wollte ja wie üblich auf Befehl keinen Schritt tun.

Plötzlich kam sie im Trab links an mir vorbei, da war nicht genügend Platz für sie, rempelt mich also an, so daß ich mich an Nepomuk abstützen muß, um nicht hinzufallen. Zack war sie vorbei getrabt, Nepomuk gleich auf 180 – ich hätte ihn halten können, dachte mir aber “scheiß drauf” und ließ ihn frei.

Er gab ordentlich Gas, hatte Barbie schnell eingeholt, als die Koppeln zu Ende waren, bogen beide auf den Acker ab und galoppierten in einem Zug auf dem gefrorenen gefurchten Ackerboden bis zu ihrem Lieblingsgrasweg. Nepomuk hat Barbie locker abgehangen, obwohl sie sich Mühe gab – auf so hartem Boden kann sie (noch) nicht mithalten mit ihren kranken Hufen.

Ich lief “unsere” Weide runter, die ist bequemer als der unebene Acker, kassierte Nepomuk ein, Barbie kam sofort hinterher ==> beide wieder glücklich und zufrieden im Stall. Bis Barbie so perfekte Hufe hat wie er, wird es mindestens noch 1 Jahr dauern, heute hat sie aber gezeigt, daß sie auch auf gefrorenem Boden traben und galoppieren kann, wenn sie will.

Die Sohlenfotos haben heute super geklappt, ratzfatz war ich mit 8 Hufen fertig.

Nepomuk zuerst: links vorne wird der Huf langsam etwas breiter (wie gewünscht), die Eckstreben sind stark ausgebildet. Der Abrollpunkt hat sich seit dem 17.12.2012 schon etwas verbessert, auch ohne Mustang-Roll.

Rechts vorne dasselbe Bild, man sieht wie bei links vorne deutlich, daß die Sohle nun mitträgt, sonst wäre sie nicht weiß (kein totes Material vorhanden), außerdem wird sie dicker und die Hufe bilden eine Sohlenschwiele aus. Links hinten und rechts hinten schauen bestens aus, die Eckstreben werde ich bei ihm erst mal weiter beobachten. Umso mehr man an denen rumschneidet, umso schneller wachsen sie wieder nach.

Nepomuk war schon immer ein Pferd mit sehr eleganten Gängen, wenn ich jetzt noch den Abrollpunkt verbessere und damit die Trachtenlandung, könnte er ohne Problem höhere Dressur gehen. Aber gut, daran liegt mir nix – ein ausbalancierter Huf ist aber natürlich für jedes Pferd von großem Vorteil.

Nun zu Barbie, links vorne hebelt es ihr seitlich ein wenig die Wände raus, da muß ich noch mit dem Messer rumkratzen. An der Außenwand ist noch kein Tragrand vorhanden wegen dem Wandüberstand, innen hat sich einer gebildet. An der Zehe gibt es keinen Tragrand, vom Abrollpunkt her ist der Huf top aufgestellt.

Komischerweise weiten sich die Strahlfurchen bei Barbie ebenso wie bei Nepomuk, so als ob mehr Platz für den Strahl geschaffen werden soll. Mir kommt es so vor, als ob Barbies und Nepomuks Hufe sich genau in dieselbe Richtung entwickeln, was zeigt, daß ich mit Barbies Hufbearbeitung auf dem besten Wege bin.

Rechts vorne ist ja Barbies “Problemhuf” mit der hohlen Wand, da muß ich Hebel rausschneiden und außen noch einiges feilen. Das hat Priorität, der Strahl ist ja bereits verbogen.

Links hinten ist ihr bester Huf, viel ist da nicht mehr zu machen, bei rechts hinten ein wenig mehr. Der schaut direkt an der Zehe ein wenig … hmm … komisch aus, alles schwarz bis zur Sohle hin. Schwarz bedeutet, donrt findet kein Abrieb statt, vermutlich liegt das an der enormen Sohlenschwiele. Der Abrollpunkt (wobei der bei Hinterhufen keine Rolle spielt) ist so weit vorne, daß alles davor keinen Bodenkontakt mehr hat. Ich mußte die Zehe ja kürzen, weil Barbie auch rechts hinten eine Wandrotation hat.

Ich werde nun 4 Tage pro Woche in den Stall fahren, damit ich mehr an Barbies Hufen schaffe, außerdem will ich auch mal wieder ausreiten. Ich denke, in 2 Wochen habe ich alle Hufe von Barbie soweit auf der Reihe, daß sie symmetrisch sind. Dadurch können sie sich dann gleichmäßig ablaufen, was ja bisher nicht der Fall war. Dann bleiben noch 2,5 Wochen, um sich zu stabilisieren, das sollte reichen.

Im Stall war alles ok, die Mutter des Stallbesitzers kam und übergab mir ein Schreiben, wonach ich mir bis zum 1.3. eine anderweitige Unterkunft für meine Pferde suchen soll. Wir haben uns immer gut verstanden, ich glaube, ihr war das ein wenig peinlich. Ich hätte ihr gerne gesagt, daß ich damit kein Problem habe – aber da war sie schon wieder weg.

26. Januar 2012

die hohle Wand taucht langsam auf

Filed under: Allgemein — admin @ 20:15

Habe gestern die Fotos vergessen :-) , Barbie und Nepomuk im Schnee und Nepomuk mit dem Nachbarswallach. Ausnahmsweise waren beide freundlich und friedlich; wenn die Weibsn nicht direkt daneben stehen, klappt das.

Gestern habe ich noch ein paar Huffotos gemacht, kucke die heute genauer an und was fällt mir auf? Rechts vorne fehlt im Zehenbereich, da wo die hohle Wand ist, ein Stück vom Tragrand. Auf dem letzten Röntgenbild ist die hohle Wand ja deutlich zu sehen, der TA meinte, der Schmied muß unverzüglich kommen und das “korrigieren”, vermutlich die halbe Hufwand wegnehmen und beschlagen. Weggebrochen ist bisher nichts, nun kann das passieren, weil ich durch meine Hufbearbeitung an dem großen Hohlraum angekommen bin. Wenn ihr jetzt ein Teil der vorderen Wand rausbricht, ist das kein Problem, ist ja eh alles morsches Horn. Für mich weniger Arbeit, wenn das von alleine wegbricht, Barbie wird es nicht stören.

Durch die Trachtenlandung wird zuerst im hinteren Bereich des Hufes aufgesetzt und Stöße gedämpft, so hat es die Natur vorgesehen, mit der Zehe rollt Barbie nur ab.

Im neuen Stall sind viele Pferde beschlagen, dabei ist der Boden abwechslungsreich und daher ideal für Barhufgeher. Man muß zum Ausreiten ein wenig über Asphalt gehen, ich halte das für ein gutes Huftraining. Man muß, um ins Gelände zu kommen, eine größere Straße an einer Ampel überqueren, ich werde das mit den Hafis einzeln und mit Kette erst mal an der Hand üben.

Barbie hat ja Asphalt bisher immer verweigert, auch als sie noch keine Hufrehe hatte – ein Zeichen, daß bei ihr was nicht stimmt, nur wußte ich damals nicht Bescheid.

Bei meinem ersten oder zweiten Ausritt mit ihr, damals noch mit Halfter, sind wir mit anderen die Lichtleitung runter galoppiert, Barbie hat enorm gebuckelt. Ich zog ihr den Kopf hoch, damit das aufhört, sie gab Gas, wir überholten Mira mit Katharina. Ein Schotterweg querte, Barbie machte ne Vollbremsung, ich flog ab, Mira bremst notgedrungen auch, Katharina landete auf Barbies Hintern.

Da war Barbie bereits hufkrank, Nepomuk wäre über den Schotter galoppiert – nur habe ich das damals nicht erkannt. Barbie ging immer fühlig, mir wurde von Hufbearbeitern gesagt, das ist normal, sie braucht einen Hufschutz. Im Stall hatten die meisten Hufschuhe für ihre Pferde, weil die auch fühlig gehen – bevor ich Barbie welche kaufen konnte, bekam sie Hufrehe.

Nepomuk ging noch nie fühlig, obwohl er seit 13 Jahren dieselben Bedingungen und Hufbearbeitung wie Barbie hat. Als schwerer Ekzemer ist er nicht gesund, das wirkt sich aber nicht auf seine Hufe aus.

Ich denke, bei der richtigen Haltung im Bewegungsstall mit viel hartem Boden werden Barbies Hufe gut trainiert, evtl. lahmt sie ne Zeit, aber da muß sie durch. Der Huf ist ein Wunderwerk der Natur, er wird sich schnell anpassen.

25. Januar 2012

Barbie hustet

Filed under: Allgemein — admin @ 19:28

Als ich kam, lag Nepomuk auf dem Paddock im Schnee, Barbie hat ihn bewacht. Mir war heute nicht gut, daher bin ich nicht ausgeritten, habe stattdessen ein wenig mehr geraspelt als üblich. Das ist auch dringend nötig, bis Ende Januar bin ich nicht fertig, muß mich nun aber sputen. Beiden habe ich die Hufwände mit mitgebrachtem warmen Wasser abgewaschen, anschließend bekamen sie Keralit-Lorbeersalbe auf den Kronsaum. Barbie hat viel gehustet, ich werde ihr Hustensaft besorgen.

Mit beiden ging ich auf die Weide, der Boden ist nun ja gefroren. Nachdem ich mit dem Führstrick gewedelt habe, klemmte sich Barbie gleich hinter mich, wir gingen drei mal die ganze Weide rauf und runter, Nepomuk lief uns hinterher. Tut mir auch gut, wenn ich ein bissi laufe :-) , für die Pferde ist es wichtig, daß sie nicht nur rumstehen. Nach dem Laufen war der Husten weg, Bewegung löst ja den Schleim.

Beide bekamen Schweif und Mähne gebürstet und das Volumenspray drauf, Barbie habe ich geputzt, so gut es ging. Sie bekam noch Heilerde auf ihre Strahle, dabei habe ich die das erste mal angefaßt. Alle steinhart wie bei Nepomuk, vermutlich doch keine Strahlfäule – Heilerde kann nie schaden. Die hält bei diesem feuchten Wetter auch sehr gut im Gegensatz zu anderen Mittelchen.

Zur Zeit bin ich etwas müde, nach 2,5 Monaten nur Hufbearbeitung läßt die Motivation nach. Jetzt muß ich noch durchhalten, damit Barbie gut aufgestellt ist, wenn wir den Stall wechseln.

Nach der Eingewöhnungszeit und wenn Barbie wieder reitbar ist, werde ich mir eine zweite RB für Nepomuk suchen für 2x pro Woche , meine bisherige kommt ab sofort nur noch 1x pro Woche. Nun verändern sich die Verhältnisse, ich brauche niemanden mehr, der mir beim Weide abmisten, Zaun umstecken usw. hilft. Da kommt dann sogar mal Geld rein :-) , evtl. insgesamt EUR 50,00 pro Monat. Wichtig ist mir nicht das Geld, sondern daß Nepomuk regelmäßig Bewegung hat. Er könnte täglich 1 – 2 Std. problemlos gehen, Barbie auch, wenn sie wieder ganz gesund ist (frühestens im Frühjahr 2013).  Wenn andere ihn 3x pro Woche reiten, bleiben mir immer noch 4 Tage das ist mehr als genug.

Das Grundproblem ist ja immer, daß unser Haustier Pferd sich zu wenig bewegt – selbst in einem Aktiv-/Lauf-/Bewegungsstall läuft ein Pferd am Tag wohl keine 15 km. Bleiben immer noch 15 km pro Tag zum Reiten übrig – wer macht das? Bis zu 30 km am Tag gehen Wildpferde, barhuf, meist über sehr harten Boden, Pferde sind ja Steppentiere.

Auf Kreta habe ich ja einen Strandausritt gemacht, in der Saison laufen die Pferde minestensl 4 Std. pro Tag. Davon auf ganz üblen Schotterwegen mit spitzen Steinen und auf Asphalt 3 Std. pro Tag im Schritt, 1 Std. gehen sie in der Meerbrandung im Galopp,. Pro Strandritt 1/2 Std. am Stück galoppieren, 7 km – die Pferde waren nicht müde, ausgelaugt oder so, sondern spritzig. Alle waren muskelbepackte Kraftpakete, es gab ordentlich Hafer als Zusatzfutter.

Wenn ich mir unsere Freizeitpferde so anschaue, wie sie die meiste Zeit rumstehen wie Trauerweiden, weiß ich auch, warum viele Hufprobleme haben. Der Huf wird ja nur durchblutet, wenn das Pferd läuft, und nur Durchblutung sorgt für Hufwachstum.

Ich hatte mal ne Knieverletzung von einem Sturz beim Skifahren, 6 Wochen lief ich mit Krücken. Danach habe ich noch ein halbes Jahr gehinkt, obwohl ich keine Schmerzen mehr hatte – unterbewußt habe ich dieses Bein ständig geschont. Mit dem Motorrad bin ich zwei mal gestürzt, wo ein Fuß in Mitleidenschaft gezogen wurde. Trotz enormer Schmerzen anfangs bin ich ohne Krücken gelaufen, die Heilung ging dadurch viel schneller.

Auf Barbie bezogen heißt das, sie muß laufen, umso mehr, umso schneller wachsen ihre Hufe nach. Sie muß nicht traben oder galoppieren, Schritt reicht völlig. Und zwar viel Schritt, was man selbst gar nicht abfordern kann – wir liefen heute ne 1/2 Std. auf der Weide, besser als nix, aber zu wenig.

Ich habe die Weide auf gelassen, wenn das Heu zu Ende ist, können sie dort nach Gras “graben” und sich beschäftigen. Dabei laufen sie auch, hoffentlich viel.

Im Stall war heute alles soweit gut bei den Hafis, ich habe nur Wasser nachgefüllt und das Eis aus der Badewanne entfernt.

24. Januar 2012

gesunde Hufe, gesunde Pferde und die Voraussetzungen dafür

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:27

Heute habe ich einiges nachgelesen und komme zu dem Ergebnis – das Schicksal meint es gut mit Barbie :-) .

Ich fand einige interessante Seiten, z. B. von “NHC Barhufpflege in Thüringen” zur Haltung, Ein Pferdehuf ist dafür ausgelegt, am Tag 15 – 30 km auf verschiedenen Böden im Schritt zu gehen auf Futtersuche. Duch Reiten / Longieren usw. läßt sich das für Freizeitpferde niemals erreichen; selbst beim Gespannfahren in Polen, wo die Pferde die meiste Zeit Trab liefen, kamen sie in 2 Std. nur auf 18 km. Als Reiter muß man erst mal 9 km pro Stunde schaffen und das 2 Std. jeden Tag (!). Der Huf ist eine Blutpumpe; wenn er sich bewegt, fließen pro ca. 10 Schritte 1 Liter Blut durch den Organismus. Steht das Pferd, entfällt diese Blutzirkulation.

Nur in einem Aktiv-/Lauf-/Bewegungsstall mit mehreren Artgenossen muß sich das Pferd bewegen, die meiste Zeit seines Lebens verbringt es ja im “Stall”.

Der Untergrund ist wichtig, der Huf paßt sich dem an. Ist er im Stall größtenteils weich, kann man nicht erwarten, daß das Pferd beim Ausritt freudig auf Schotter galoppiert. Hufe passen sich der Umgebung an, auf der sie die meiste Zeit laufen – und das ist nun mal im Stall und nicht die 1 Std. Ausritt täglich oder seltener.

Ein Huf braucht keinen Schutz vor Abrieb, er ist für harte Böden konzipiert, muß sich allerdings erst daran gewöhnen. Im neuen Stall ist der Weg zwischen den Unterständen gepflastert, sehr gut! Nepomuk mit seinen gesunden Hufen ist das egal, für Barbie eine große Umstellung. Sie muß dann auf hartem Boden ziemlich viel laufen, das wird ihr vermutlich ein wenig weh tun. Durch die viele Bewegung (Durchblutung) können ihre Hufe aber schnell auf diese geänderten Verhältnisse reagieren, da muß sie durch.

Ich werde natürlich versuchen, sie ein wenig vorzubereiten, mit ihr alleine spazieren gehen, auch ein bissi auf Schotter und Asphalt. Die paar Meter sind natürlich kein Vergleich, was sie dann im Aktivstall täglich auf hartem Boden laufen müssen wird – aber gut, nach 2 – 3 Wochen hat sich der Huf darauf eingestellt.

Für einen optimalen Stall ist nun gesorgt, wo auch die Ernährung mit Bio-Heu und hochwertigem Futterstroh stimmt.

Der letzte Punkt ist die Hufbearbeitung – umso besser Haltung/Bewegung und Ernährung des Pferdes, umso weniger muß man der Natur ins Handwerk pfuschen. Natural Hoof Care ist der Weg, den ich mit Barbie und Nepomuk gehen werde. Kein Rumschnitzen mehr an Sohle und Strahl, Zitat: ” Auch “normal” barhuf gehende Pferde werden durch die herkömmliche Methoden des “Ausschneidens” der Hufe ständig an ihren natürlichen Funktionen gehindert. Der Körper des Pferdes ist damit beschäftigt, die ausgedünnte Sohle und den gestutzten Strahl nachzubilden. Meist gelingt das zwischen zwei Hufbearbeitungs-Terminen gerade einmal so, doch lange bevor die Reparatur abgeschlossen wird kommt erneut das Messer – der Teufelskreis entsteht…” .

Für Barbie sind nun die besten Voraussetzungen geschaffen, damit sie wieder gesund wird. Vielleicht wird es anfangs ein schwerer Weg für sie und mich, weil sie sich in einer Herde behaupten muß und anfangs Schmerzen beim Laufen auf hartem Boden hat. Es führt kein Weg dran vorbei; vermutlich mache ich mir zu viele Gedanken.

Zeit, um beide Hafis 3x pro Woche zu bewegen, habe ich im neuen Stall, das bissi Hufbearbeitung, was dann noch nötig ist, mache ich gleich nach dem Hufe auskratzen.

23. Januar 2012

alles in trockenen Tüchern :-)

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:37

Hurra, die Hafis haben ab 1. März 2012 ein neues Zuhause.

Heute Mittag fuhr ich nach Aying, von der Fahrzeit her dasselbe wie bisher, obwohl 7 km mehr. Die Tochter des Stallbesitzers hat mich rumgeführt, ein prima Reiterstüberl mit Waschbecken, Getränken, Kaffeemaschine, Ofen und Herdplatten gibt es, dazu 3 (mäusefreie) Sattelkammern. Pro Pferd ein Schrank, Futtertonnen können abgestellt werden. Gleich daneben ein überdachter Putzplatz mit Pferdedusche, ein zweiter, großer unter freiem Himmel ist auch noch vorhanden.

Im vorderen Bereich sind drei Unterstände, ein sehr großer mit automatischer Tränke und zwei großzügigen Ein-/Ausgängen, wo locker 10 Pferde reinpassen würden. Gegenüber zwei kleinere, die auf einer Seite offen sind. Alle ausgestattet mit Matten, außerdem wird immer noch mit Sägemehl eingestreut. Auf dem “Hof”-Paddock steht eine große gemauerte Tränke, alles wirklich prima und gut durchdacht.

Ein längerer Weg führt zum vierten Unterstand, der auf zwei Seiten offen ist, daran schließt sich ein sehr großer Sand-Paddock an. Die Wege zwischen den Unterständen sind gepflastert, also immer matschfrei. Wenn im Winter der Boden gefroren ist, kommt noch eine große Weide zum Rumtoben dazu.

Derzeit sind 20 Pferde da, viele Isländer bzw. Mischungen davon, ein Shetty (Hufrehe), Reitponies und Tinker. Mir kamen es nicht so viele vor, in jedem Unterstand waren ein paar, alle total relaxt und gemütlich am Heu mümmeln, obwohl es bereits ein Uhr war. Gefüttert wird Bio-Heu früh und abends, hochwertiges Futterstroh steht ständig zur Verfügung. Mir hat das alles sehr gut gefallen, alles super gepflegt, auch das Gelände außerhalb des Pferdestalls.

Wenn das Gras blüht, also fast überständig ist, beginnt die Weidesaison – die Pferde kommen täglich von abends elf bis früh um sechs auf die Weide, für Nepomuk ideal. Ansonsten gibt es nur hochwertiges Bio-Gerstenstroh zu fressen, während der Weidesaison kein Heu. Es sind Magerweiden, nicht gespritzt – ist eine abgefressen (aber nicht bis zur Grasnarbe), kommt die nächste dran, fünf gibt es (6 ha). Der Zugang zum Paddock ist jederzeit möglich, zum Wasser trinken müssen sie dann weite Wege gehen.

Ich kann mir vorstellen, daß das mit Barbie gut geht, sie kann hohes Gras nicht so schnell fressen wie niedriges, sondern muß kauen. Der Fruktangehalt ist niedrig bei höherem Gras, die Weidezeit ist begrenzt. Tagsüber nur hochwertiges Futter-Stroh ist eine Umstellung für die Hafis, ich denke aber nicht, daß sie deswegen abmagern *g*.

Alle Kleinpferde neigen ja eher zu Übergewicht, daher macht es Sinn, die Hafis in eine solche Gruppe zu stellen. Wenn die vielen Isländer und die anderen Ponies mit dieser Art der Weidehaltung gut zurecht kommen, dann wird das für Barbie wohl auch kein Problem darstellen.

Ich bin total glücklich, daß ich einen so schönen Stall für die Hafis gefunden habe, wo auch Barbie mit der Herde Weidegang haben kann. Nepomuk spielt ja gerne wie die meisten Wallache, Stuten ja eher nicht so. Dort hat er dann endlich Spielgefährten, mit denen er richtig Rumtoben kann, das wird ihm gefallen.

Die Stallkollegen sollen alle sehr nett sein, manche sind schon viele Jahre da. Samstags um zehn ist immer gemeinsamer Ausritt, ein wenig früh für mich *g*, ansonsten gibt es ein schwarzes Brett, wo man sich auch verabreden kann.

Es gibt einen beleuchtbaren Reitplatz, Hindernisse sind einige vorhanden und kann man sich aufbauen – das wird meine RB freuen. Und eine Ovalbahn, ich habe natürlich doof gefragt, für was die ist *g*. Mit Isländern kann man da den Gang üben, ich habe davon keine Ahnung. In Eicherloh hatte ich als junge Frau mal ne Art Reitbeteiligung, konnte mir ein Schulpferd nehmen und frei reiten. Die hatten ne riesige Ovalbahn für ihre Turnierpferde, zum Galoppieren (auch schnell) ein Traum.

Für Barbie ideal, sobald sie wieder reitbar ist, weil es keine engen Kurven gibt wie auf einem Reitplatz. Mit Nepomuk zum Galoppieren ein Traum :-) , kein Reitplatz, sondern eine prima Galopprennbahn für Gas geben *g*. Reitplatz mit Dressur ist nicht mein Ding, ich reite lieber aus oder gehe mal auf so ne Ovalbahn.

Ich bin wirklich begeistert, so artgerecht hatten es die Hafis noch nie, der Stallbesitzer kam, sehr nett, wir haben einen Vertrag gemacht. Er ist zwar am 1. März nicht da, seine Tochter vertritt ihn, mit ihr zusammen werde ich die Hafis in die Herde integrieren. Sie mistet ja vormittags, kann aufpassen, ich bin nachmittags da – nachts kommen beide zusammen in die sehr große  “Krankenbox” (eigentlich 2 Boxen), bis sie sich eingewöhnt haben.

Auto und Hänger vom Stallbesitzer kann ich haben, um die Hafis zu fahren – lieber wäre mir, ich müßte das nicht selbst machen.

Zu den Hafis gefahren, das Übliche halt, Barbie hat Strahlfäule, ein Hinterhuf roch mir verdächtig danach. Das StrahlNiem, was ich im Auto liegen hatte, war fest, also habe ich Cremolith auf die Sohlen, bei Nepomuk auch. Die Rasengittersteine habe ich vom Restmist befreit und runtergeflogene Dachpappe vom Paddock aufgesammelt.

Eingestreut war heute, allerdings kein Stroh mehr im Innennetz. Das Stalldach immer noch undicht, das Vordach auch, die Pferde haben keinen trockenen Unterstand, wo sie sich mal hinlegen können. Es wird zu wenig Heu gefüttert und Stroh und ist nich ständig verfügbar. Es wird nicht ordentlich gemistet, sonst hätte Barbie keine Strahlfäule (hatte sie noch nie).

Eine Stallkollegin wollte heute ihre zwei Pferde verladen, einer wollte aber nicht einsteigen. Beim letzten Versuch hat es 4 Std. gedauert, in den Hänger ging er nicht. Heute half ich mit, wir bekamen ihn aber nicht mit Liebe und Leckerli rein. Ich hätte ihm eine auf den Hintern gehauen, da wäre er vor Schreck in den Hänger gesprungen, wollte das aber nicht vorschlagen.

Also bekam er eine leichte Sedierung, auch damit sträubte er sich und bekam von seiner Besitzerin dann doch ein paar Hiebe, die Arme war völlig fertig mit den Nerven. Leine geholt, am Pfosten angebunden und über seine Hinterbeine geführt. Die Besitzerin zog vorne am Gebiß, ich hielt die Leine, ließ ihn rückwärts nicht mehr weg und rief laut Kommandos wie “vorwärts”, “hopp” -  zack war er im Hänger :-) .

Sie würde die Hafis fahren, bei ihrem Hänger muß aber ein Pferd nach dem anderen einsteigen, das kennen Barbie und Nepomuk nicht. Sie kennen nur kleine Hänger, wo man sie parallel reinführen kann – dann ist das kein Problem, in 2 Min. sind beide drinnen. Im Stall gibt es ja noch zwei Einsteller, die ich fragen werde wegen Fahren – zur Not fahre ich beide selber, ist ja nur kurz und ich muß nicht rückwärts rangieren.

22. Januar 2012

artgerechte Pferdehaltung

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:00

Daß ein Lauftier wie ein Pferd, was in Freiheit bis zu 30 km am Tag auf Futtersuche zurücklegt,  in keine Box gehört, war mir schon immer klar. Auch Sportpferde nicht, wie hier gut beschrieben ist.  Ein Pferd braucht einen Anreiz, sich zu bewegen, freiwillig läuft es normal keinen Meter zuviel. Pferde schauen gerne in die Ferne, eine reizarme Umgebung, wo sie nichts sehen können außer Wiese und Wald, ist langweilig. Helle und luftige Unterstände sind für die Atemwege von Vorteil, wobei die meisten Pferde ja am liebsten die meiste Zeit des Jahres draußen verbringen. Außerdem sind Pferde Herdentiere, zu zweit geht, ist aber meines Erachtens nicht optimal.

In Tirol 2006 standen die Hafis im Sommer tagsüber auf riesigen Weiden, zusammen mit einer weiteren Hafi-Stute. In Weyarn 2008/2009 waren im Offenstall 2 alte Shettys mit dabei, das sind ziemlich kleine Pferde. Auf der Doier Ranch standen sie auch eine Zeit mit anderen zusammen, zwei Fotos habe ich gefunden – waren das noch Zeiten :-) . Mira, Poldi, Pauline (?) und Luna. Erinnerlich wurde die Herde getrennt, weil die anderen zuwenig Heu abbekamen. Das war unser Fehler, die Heunetze waren zu nah beieinander, so daß Barbie und Nepomuk die mehr oder weniger blockieren konnten. Verhungert ist keiner *g*, aber als Pferdebesitzer hat man meist Angst, daß das eigene rangniedere Pferd zu kurz kommt.

Ich habe lange überlegt, ob ich Barbie in nächster Zeit eine große Herde zumuten kann, sie ist hufmäßig noch nicht 100%-ig fit. Alternativ käme ein privater Offenstall in Frage mit drei freundlichen Stuten – Barbie und Nepomuk wären vermutlich wieder Ranghöchste, was bedeutet: viel fressen, wenig Bewegung. Genau das Gegenteil von dem, was mir vorschwebt: viel Bewegung und angemessen fressen.

Barbies Huferkrankung kommt daher, daß sie zuwenig Bewegung hatte und zuviel zu fressen bekam. Dazu die schlechte Hornqualität, Abszesse – und schon ging es dahin. In etwa dieselbe Haltung beibehalten, würde Barbie nicht helfen, wieder gesund zu werden.

Sie jetzt noch länger schonen, wäre der falsche Weg, denke ich, auch wenn sie auf hartem Boden noch etwas klamm geht (normal, wenn man auf der Sohle läuft). Umso mehr sie läuft, umso schneller wachsen ihre Hufe nach und kommen in Ordnung.

Der Pferdedarm braucht ständig Raufutter, spätestens 4 Std. ohne übersäuert er. Ideal sind drei mal täglich kleine Portionen Heu oder ebend, daß die Pferde sich zwischendurch bewegen und nicht 2 Std. alles auffressen und dann 8 Std. ohne da stehen.

Über Integration in eine Herde habe ich heute nachgelesen, ich denke, da wird es keine großen Probleme geben. Die Hafis werden sich schnell den neuen Umständen anpassen; am Anfang ein wenig einstecken müssen, aber das ist normal. Die Eingliederung wird unter Aufsicht stattfinden, so daß man zur Not dazwischen gehen kann. Die Hafis sind ja zu zweit und Nepomuk paßt auf Barbie auf – für ihn war es normal, daß er sie vor anderen abschirmt, solange sie schwer krank war. Am Heunetz steht er immer außen, so daß kein Nachbar an Barbie rankommt.

In großen Herden bilden sich ja immer kleinere Gruppen, die Hafis werden Freunde finden, mit denen sie sich zusammen tun, gemeinsam geht man den “Feinden” dann aus dem Weg.

Bis März ist noch Zeit, ich werde mein Möglichstes versuchen, um sie bis dahin hufmäßig gut aufzustellen, so daß sie auch auf hartem Boden gut laufen kann.

Falls alles klappt, wie ich mir das vorstelle, sind die Hafis bestens artgerecht aufgehoben und ich muß mir nicht mehr Sorgen machen, ob sie Wasser haben, jemand zum Füttern kommt oder ausgemistet wird. Ein völlig neues Leben :-) , ich kann öfters mal ein paar Tage in Urlaub fahren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Und ich habe ne Menge Zeit, mit meinen Hafis was zu arbeiten, Fahrtraining, Bodenarbeit, Spaziergänge, Reiten – mir fällt ne Menge ein.

Bei so vielen Stallkollegen findet man vermutlich auch immer welche zum Ausreiten. Im Stall gibt es anscheinend auch einige Kinder/Jugendliche, kein Wunder, es sind ja alles Kleinpferde und die S-Bahn-Station ist vor der Türe. Gute Chancen also für meine RB, neue Freunde zu finden, mit denen sie dann ausreiten kann.