27. Februar 2010

man tut, was was kann

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 22:38

Das Wetter war heute wieder prima, also fuhr ich in den Stall. Die Pferde wollten auf die Weide, also ließ ich sie, der Boden war nicht allzu naß. Ich bin ja Vollzahler, müßte also gar nichts machen, trotzdem helfe ich immer, wenn ich da bin und Zeit habe. Heute habe ich fast 3 Std. den Treibgang abgemistet, der bevorzugte Scheißplatz der Pferde, die Weidezugang haben. Auf dem Weg gibt es kein Gras mehr, sondern durchgewalkte Erde, mindestens 15 Schubkarrn habe ich abgefahren. Aber gut, meine zwei bekommen etwas mehr Heu als die anderen, unser Stallbesi ist da großzügig, also bin ich es in Sachen Mithilfe auch.

Heute waren sie mit den Nachbarn auf der Weide, völlig problemlos, am Anfang sind sie ordentlich gerannt, dann war Ruhe. Nepomuk, das Spielkind, hat sich gleich gut mit dem neuen Wallach von nebenan verstanden, Barbie ist ja eher ein Einzelgänger und hielt sich raus. Sie will nur ihre Ruhe, er kann rumkaspern, mit wem er will.

Die Isländer-Nachbarn werden ihre Weide, so wie ich letztes Jahr, über die ganze Länge abstecken. Der Nachteil ist, die Pferde haben keine Laufstrecke und alles, was freigegeben ist, wird zertrampelt. Das Gras zum „Schluß“ hin wird viel zu hoch und wenn man ein mal „durch“ ist bis hinten, gibt die ganze Weide kaum mehr was her.

Portionsweiden haben den Vorteil, daß die Pferde den ganzen Sommer über eine lange Laufstrecke haben (bleibt immer offen). Jede Weide hat immer 3 Wochen Zeit, sich zu regenerieren, währenddessen wird sie nicht betreten. Das Gras wird auf keiner zu hoch, sondern im Idealfall zwischen 3 und 30 cm. Bei Regen wird die jeweilige Portionsweide geschlossen, damit der Boden nicht gestreßt wird. Über den Winter kann man die Laufstrecke auch offen lassen, bei guten Bodenverhältnissen dazu die hinterste Portionsweide.

Die Aufteilung kostet zwar, rentiert sich aber, weil man so das meiste aus der Weide rausholen kann. Abgesehen davon, daß es für die Pferde auch die bestmögliche Variante ist. Für einen selbst in Sachen Abmisten auch, die Wege werden kürzer, weil die Pferde nur jeweils in kleinen Bereichen scheißen.

Barbie ist ja vorbildlich, sie scheißt im Treibgang, bevor sie auf die Weide geht und auch, wenn sie zurück kommt. Nepomuk ist nicht so „sauber“, vielleicht lernt er es aber noch. Wenn die Weide mal komplett sauber ist, dann ist der Aufwand, die Portionsweiden abzumisten, nicht sehr groß.

25. Februar 2010

Ein Hauch von Frühling

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 23:21

Heute Sonnenschein und ca. 10 Grad, das perfekte Wetter für einen Ausritt. Barbie ist sturzdreckig, beim Führen zum Vorplatz hat sie sich zwei Mal in den Schnee gelegt, eine Seite war nun naß. An sie hingeputzt wie ein Weltmeister, dann Roundpen. Barbie geht Schritt, oh Wunder, ersichtlich hat sie keine Lust auf Bewegung. Wir üben den Übergang Schritt/Trab, klappt gut, nach 20 Min. habe ich auch keine Lust mehr.

Nepomuk könnte ich reiten, der ist nicht so arg dreckig, habe ja gestern VS-Sattel geputzt und gefettet, Gurt und Satteldecke gewaschen. Beide wollen aber auf die Weide, ich beschließe, nicht zu reiten und mache ihnen auf. Wie die Verrückten preschen sie raus, wälzen sich ausgiebig (nun sind beide komplett dreckig), dann wird gerannt, hinten hoch, vorne hoch, Barbie fegt über die Weide, oha, so kann man sich täuschen :-). Er hinterher, die Nachbarn links und rechts stehen alle am Zaun und kucken, meine kommen mit Gas auf den Paddock galoppiert zu mir. Barbie stupst mich mit der Nase an, als ob sie sich bedanken will, beide hauen dann wieder ab.

Nachdem der Paddock langsam auftaut, mache ich mich nützlich und kratze Mistreste zusammen, der Schubkarrn ist damit so schwer, daß ich ihn fast nicht schieben kann, weia. Die Dicken knabbern derzeit am Gras, ich habe sie immer ein wenig im Auge, weil ja der Zaun kaputt ist. Ich miste ab und füttere meine, sie kommen nicht. Also füttere ich noch die Nachbarn und hacke ein wenig am Eis.  So langsam trudelt Barbie ein, er kommt 10 Min. später, ich hab ja Zeit :-).

Seit Montag früh konnten sie ja nicht mehr raus und ihr Paddock ist zu klein für Trab oder Galopp, ich hoffe, sie bekommen bald ihre eigene Weide. Heute konnten sie zum ersten Mal Gras sehen auf der Weide, klar, daß sie da Luftsprünge machten.

Evtl. fahre ich nächste Woche in Urlaub, danach muß ich dann ranklotzen *g* zwecks Stallabdichtung und Portionsweiden anlegen (muß ich aber erst mit dem Stallbesi besprechen). Die Laufstrecke kann dann immer offen bleiben, sie kann man zum Anweiden benutzen.

23. Februar 2010

halb zog ich ihn, halb fiel er hin

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 22:44

Ich war wieder fleissig :-), nahm heute beide gleichzeitig mit raus. Barbie bekam kurz die Sattellage geputzt, aufgesattelt und Zaum drauf im Rekordzeit ich wollte nicht, daß Nepomuk lange quasi unbeachtet rumstehen muß. Beide auf den Reitplatz bugsiert, erst sollten sie ein bissi frei laufen. Ich gehe hinter Nepomuk, um ihn etwas anzutreiben, Barbie geht genau hinter mir, damit sie nicht in die Verlegenheit kommt, etwa laufen zu müssen.  Na gut, wer nicht will, der hat schon, ich beschließe, auf Barbie aufzusteigen, Nepomuk binde ich vorher den Führstrick locker um den Hals. Er steht wie bedröppelt da, ich kann zu ihm hinreiten und mir den Strick greifen, prima, er ist nun mein Handpferd.

In der ersten Runde tritt Barbie nach ihm, ich schimpfe sie ein wenig und nehme die Zügel auf. Nepomuk latscht hinterher, Barbie geht einen ordentlichen Schritt, er einen langsamen, so daß immer wieder Zug auf den Strick kommt. So ein fauler Sack, teilweise ziehen wir ihn fast hinterher. Traben scheitert, weil Nepomuk nicht antrabt. Er stolpert und reißt mir fast den Strick aus der Hand, wie immer paßt er überhaupt nicht auf. Dann muß er mal, glücklicherweise läßt Barbie sich ja sofort anhalten.

Nach 1/2 Std. hatte ich genug, einem Ausritt mit Nepomuk als Handpferd  steht nichts mehr im Wege, muß aber nicht sein. Lieber probiere ich, alleine mit Barbie rauszugehen, sie hat sich ja inzwischen zu einem grandiosen Pferd gemausert, mit dem Reiten viel Spaß macht. Ausreiten geht mit ihm ja zumindest in Sichtweite der Ranch, werde mit beiden einzeln mal rausgehen.

Ich führe die zwei Helden wieder in ihren Stall, es fängt an zu regnen, sie bekommen Heu. Nepomuk tritt Barbie, das war wohl die Revanche, mir geht das auf den Senkel. Wenn ich reite, führe oder mich im Stall aufhalte, haben sie sich nicht zu treten. Die Rangordnung ist klar, er ist der Boss in Sachen Futter, da muß sie weichen. Sie als Stute ist ihrem Hormonhaushalt unterworfen, Hengste werden oft gehauen, daher bekommt Nepomuk eine gescheuert, wenn ihr gerade danach ist. Alles normal, die klopfen sich ja auch nicht richtig, sondern es wird mit einem Hinterhuf gezielt (und vermutlich dosiert) getreten.

Für den Zugang zur Weide habe ich gestern Torhalter usw. gekauft, bastel das also hin, was fast eine Stunde dauert. Die Seilverbinder verpacke ich in Watte und kleb alles mit Gewebeband zu, damit niemand zu Schaden kommen kann. Auf der Weide ist ein Stück Zaun umgefallen, ich stapfe hinter und lege die Pfähle mit Nägeln so hin, daß sich kein Pferd daran verletzen kann. Mit Schnur hätte ich es reparieren können, aber holen und nochmal im Regen hinter laufen, dazu hatte ich keine Lust, war eh schon ziemlich naß. Außerdem ist keine Wetterlage für Weide, der Boden ist aufgetaut und weich, da würden die Pferde zuviel kaputt machen.

Als ich gerade die Nachbarspferde füttern will, kommt Elisabeth und erzählt, gestern früh stand das weiße Pony aus dem vorderen Stall bei meinen, er muß zwei Zäune überwunden haben. Da ging vermutlich die Post ab, das Pony ist auch ein ziemlicher Brocken (Barbies Gewichtsklasse) und sehr dominant. Ich hatte mich heute schon gewundert, warum so weit hinten auf der Weide so viele frische Haufen liegen, auch bei den Nachbarn (vier Isländer), sie haben in der Nacht dort wohl ne Session abgehalten.

Vielleicht waren meine deswegen heute so platt, mir tut nur das Pony leid, gegen (meine) zwei hat er sicher einen schweren Stand gehabt.

Die Box ist bereits umgebaut, bis Ende März muß ich sie insektensicher machen. Für den Kenya-Urlaub hatte ich mir ja ein super Mückennetz gekauft, weil ich ohne Malaria-Prophylaxe unterwegs war. Gebraucht habe ich es nie, das werde ich verwenden, evtl. für den Eingang. Die noch offene Seite zu den Nachbarn mache ich mit Brettern zu, alle Lücken in den Wänden ebenfalls.

Da ich mir demnächst mein Bad komplett neu machen lasse, bekommen die Hafis meine Badewanne, die noch top in Schuß ist. Unsere riesige Bedachung (ca. 10 m x 4 m) vor der Haustüre wollen wir auch erneuern, die alte ist noch super gut, hochdruckgereinigt quasi wie neu.  Ein paar Pfosten aufgestellt und man hat eine super Überdachung vor dem gesamten Stall. Oder macht überdacht ein Stück vom Paddock und baut sich eine Heuraufe drunter, in die man ganze Ballen reintun kann.

Ich fühle mich ja wohl im Stall und was noch wichtiger ist, den Hafis gefällt es auch. Offenstall ist ja problematisch mit nem Ekzemer, außerdem meint meine Mitbesitzerin, daß immer jemand da sein muß, um aufzupassen. Ich sehe das nicht so eng, auch wenn man neben dem Stall wohnt, könnte man nicht mitbekommen, wenn das Pferd nachts eine Kolik hat.

21. Februar 2010

Arbeit

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:26

Heute war ich um 14.15 Uhr im Stall mit dem Vorsatz, beide zu reiten. Erstmal habe ich ihnen Heu gegeben, damit der Zurückbleibende etwas abgelenkt ist.

Barbie wie immer zuerst raus, geputzt und festgestellt, daß mein nagelneues Mähnenspray verschwunden ist. Auf dem Reitplatz wurde der Friese longiert, im Gegensatz zu Nepomuk ist Barbie aber sowas egal. Mit ihr macht es richtig Spaß, sie reagiert auf sehr feine Hilfen, heute sind wir öfters getrabt. Kein Gerenne, sondern gemütlich langsamer Trab, danach bleibt sie allerdings gerne stehen. Rückwärts gehen haben wir heute erstmalig (im Sattel) geübt, hat sie brav gemacht. Hinterhandwendung haben wir auch versucht, das war noch ein bissi ein Gewurstel, aber im Ansatz richtig :-). Sie bekam ihr Mash und durfte zurück in den Stall.

Nepomuk war an der Reihe, geputzt, der Reitplatz war nun glücklicherweise leer. Beim Aufsteigen blieb er heute brav stehen, dann wurde es anstrengend. Paraden ignoriert er, auf Schenkeldruck reagierte er kaum. Ständig macht er nen langen Hals und schaut in der Gegend rum, ist also nach außen gebogen. Beim Trab läuft er zu schnell, anhalten ist auch nicht sein Ding. Als ein fremdes Pferd draußen am Reitplatz vorbei kam, war er höchst interessiert, ich hab ihn gelassen. Nach außen gebogen, Vorhand auf dem ersten Hufschlag, Rückhand auf dem dritten, ist er seitwärts gehend die Gerade lang, ich hab nur noch gestaunt. Am Ende hat er sich allerdings erschrocken, keiner weiß, warum, und springt aus der Ecke raus.

Rückwärts habe ich mit ihm auch zum ersten Mal geübt, macht er, Hinterhandwendung ähnlich wie bei Barbie. Zum Schluß hin konnte ich ihn dazu bewegen, im Genick nachzugeben und sich korrekt zu biegen. Nepomuk ist vom Bewegungsablauf her ein sehr elegantes Pferd, er kann auch sehr gut springen. Seitengänge sind für ihn ein Kinderspiel, ebenso könnte er Piaffe – aber gut, ich werde ihm das nicht beibringen können *g*.

Na ja, Übung macht den Meister :-), der Vorteil ihres Alters ist, daß sie keine Gleichgewichtsprobleme haben. Da beide auch schon längst ausgewachsen sind, sind sie bezüglich ihres Skeletts belastbar, wir lassen es aber langsam angehen. Haflinger werden ja idR mit 4 Jahren angeritten, meine mit 11 bzw. 12 Jahren, wenn der Kopf mitspielt, ist der Rest kein Problem.

Obwohl: als wir beide kauften, war Barbie ca. 2Jahre, Nepomuk 1,5 Jahre. Mit Barbie habe ich damals Freidressur gemacht, sie hat oft richtig arbeiten müssen. Das ging bis zu Aufsatteln und ein Mal meinen Neffen (damals 5 Jahre) tragen. Krass, wenn ich das heute überdenke … das hätte ich nicht machen sollen. Mein Neffe wollte unbedingt „reiten“, ich habe Barbie auf dem Reitplatz geführt und meine Mutter ging nebenher und hat aufgepaßt, daß er nicht runterfällt. Barbie war mit 2 Jahren schon ein sehr kräftiges Pferd, hat ihr wohl nicht geschadet. Nach einem halben Jahr kamen beide nach Tirol und mußten 9 Jahre lang nix arbeiten.

Meine Testwoche „Dauer-Raufutter“ ist abgeschlossen und war erfolgreich – beide haben eine Freßbremse. Mir ist der Aufwand aber zu hoch, ich will auch mal in Urlaub fahren können. Derzeit haben wir sehr stergliges staubiges Heu (Barbie hat heute oft gehustet), von dem passen keine 15 kg ins Hauptnetz. Wenn ich komme, fülle ich beide Netze, wenn nicht, gibt es halt „Leerzeiten“, ist ja eh nicht mehr lange bis Frühling.

Nächste Woche bekommen die Nachbarn ein Pferd dazu, deren Stall ist nun zu klein, meine bekommen nun die bisherige Heukammer und ein Stück überdachtes Paddock. Angebaut wird, wenn der Boden es zuläßt. Wichtig ist mir, daß ich ab April eine ausreichend große geschlossene Box habe, Heu gefüttert wird dann drinnen. Die Weide muß geteilt werden, das hat Priorität.

Die vier Isländer nebenan haben einen großen Unterstand, normal reicht das, Nepomuk als Ekzemer braucht aber eine geschützte Box wegen der Kriebelmücken.

Ich weiß nicht, ob der ganze Umbau wegen 1 Monat überhaupt der Mühe wert ist, nur weil theoretisch 5 Pferde in einem Stall Platz finden, heißt das nicht, daß auch 5 Pferde rein dürfen. Vermutlich darf die Neue eh nicht rein, man kann dann in Ruhe einen zweiten Stall bauen für den nächsten Winter.

17. Februar 2010

intelligente Pferde

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 22:47

Vorgestern war Roundpen für beide angesagt, beide werden beim frei Longieren mit jedem Mal besser.

Heute Vormittag sind beide in die Futterkammer eingebrochen, mir unerklärlich, wie sie die Pferdesicherung überwinden konnten, Barbies Futtertonne war komplett geleert. Ich weiß nicht genau, wieviel da noch drinnen war, ein paar Kilo vermutlich, und wer wieviel gefressen hat, jedenfalls bestand Kolikgefahr. Bewegung ist dann wichtig, meine Nichte war dabei, wir gingen mit beiden Pferden auf den Reitplatz (Nepomuk mit Lucia als Handpferd). Barbie reagiert inzwischen auf sehr feine Hilfen, ich bin erstaunt, wie schnell sie lernt. Es macht  Spaß, mit ihr zu arbeiten, weil sie stets konzentriert bei der Sache ist.

Nepomuk lief brav hinterher, nur beim Trab wollte er überholen, was Lucia ein bißchen Angst machte, wir gingen daher fast nur Schritt (eh die beste Gangart für den Muskelaufbau). Wir ritten alle möglichen Hufschlagfiguren, die mir einfielen, damit Lucia davon bereits etwas Ahnung hat, bevor sie in den Gruppenbetrieb in ihrer Reitschule wechselt.

Anzeichen einer Kolik zeigten beide nicht,  sie haben auch auf dem Reitplatz gemistet, Gefahr gebannt. Das Müsli war ja stärke- und zuckerreduziert, trotzdem ist es natürlich schlecht für beide, wenn sie sich mehrere Kilo auf einmal reinschieben. Barbie ist ja IMHO ein Stück intelligenter als er, außerdem verfressener, sie hat vermutlich die Türe aufgemacht und den Deckel von der Tonne entfernt.  Er hat sich dann auch reingedrängt und zusammen haben sie das Müsli aufgefressen.

Heute traf ich eine sehr nette Reitbeteiligung, sie meinte, Barbie hätte abgenommen – mir kam es heute auch so vor.

Nepomuk hat in Sachen Reittraining Rückstände, ich muß nun vermehrt mit ihm arbeiten. Vor allem mit Stangen, damit er lernt, sicherer zu laufen, er stolpert zuviel (heute auch wieder). Was natürlich damit zusammenhängt, daß er oft die Gegend studiert, anstatt aufpassen und sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Für ihn kaufe ich nun auch einen LG-Zaum, damit beide einen haben.

Für die Futterkammer kaufe ich ein Scharnier-Schloss, damit Einbruch ausgeschlossen werden kann. Und für den Durchgang zur Weide ein paar Torgriffe, dieses Gefummel mit der Schnur kostet eine Menge Zeit, außerdem ist so kein Strom drauf.

Manchmal denke ich ich mir, hätte ich die zwei Dicken in Tirol gelassen und mir ein super ausgebildetes Pferd gekauft, hätte ich mehr Spaß, weniger Arbeit und billiger wäre das auch gewesen. Man muß ein Idiot sein, zwei problembehaftete Fohlen vor dem Schlachter zu retten und deren Betreuung dann im Alter von über 10 Jahren zu übernehmen.

Aber ich liebe meine zwei Dicken, wir haben schon viel erreicht, obwohl ich mir in Sachen Pferdeausbildung alles anlesen mußte. Heute haben wir zwei Pferde, die auf dem besten Weg sind, zwei sehr zuverlässige Kameraden zu werden. Nepomuk als Ekzemer wird wohl sein Leben lang ein betreuungsintensives Pferd bleiben, trotzdem würde ich ihn nicht gegen ein anderes eintauschen wollen.

14. Februar 2010

Test läuft erfolgreich an und der Traum von einem fast autarkem Leben

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 01:13

Mein einwöchiger Test „Dauer-Raufutter“ funktioniert nun *freufreu*, gestern Abend hatte ich ja 24 kg gefüttert, heute früh bekamen sie 18 kg, macht insgesamt 42 kg. Davon waren, als ich heute Nachmittag kam, noch ca. 5 kg übrig (auch Heu), das heißt, sie haben 37 kg verputzt, pro Pferd 18,5 kg.

Als ich heute kam, standen sie dösend in der Gegend rum, ich habe 20 kg (exakt abgewogen) in das Hauptnetz gefüllt, was dann fast nicht mehr zu ging, obwohl ich das Raufutter extrem gestopft hatte. Ins zweite Netz habe ich 14 kg gepackt, locker flockig, das schaut nach ungefähr doppelt soviel aus wie 20 gepresste Kilo.

Wenn meine Annahme stimmt, daß durch fehlende „Leerzeiten“ kein großer Hunger mehr aufgebaut wird und die Gier, sobald es dann was gibt, entfällt, könnte die Menge noch weiter zurückgehen (das wäre erfreulich).

Barbie ging, während ich heute da war (ca. 1,5 Std.), immer mal wieder zum Futter, knappste kurz was raus und ging wieder, es war ihr ersichtlich zu mühsam dafür, daß sie gar keinen Hunger hatte.

Wenn „Raufutter rund um die Uhr“ funktioniert, d. h. die Pferde ein vertretbares Maß pro Tag fressen, täte man sich mit dem Füttern leichter, weil man nicht immer früh pünktlich um 8.00 oder 9.00 Uhr da sein muß. Eine Heuraufe, wo man einen Ballen reinstellt, wäre natürlich das bequemste, so ein Teil kostet aber ne Menge. Mein zweites Netz faßt ja eine ziemliche Menge, weil es sehr elastisch ist, 50 kg gehen da locker rein, in das erste 20 kg, macht 70 kg. Frißt ein Pferd 17 kg pro Tag, reicht das bei 2 Pferden für 2 Tage. Vielleicht sollte ich das mal ausprobieren, Peter und Elisabeth würden sich dadurch Arbeit sparen.

Es ist nämlich ziemlich zeitaufwendig, Heu aus dem Ballen zu ziehen, Stroh aus der anderen Ecke zu holen, zu vermischen, in die Tüte zu füllen,, zu den Netzen  zu tragen, aufmachen, einfüllen, die nächste Tüte füllen und rausbringen usw. – und das für 6 Pferde, ein weiteres kommt bald dazu. Dazu dann Paddock abmisten (das geht relativ schnell) und die Boxen, die mit Stroh eingestreut sind, in Ordnung bringen (viel Arbeit, weil die Pferde meist nen Saustall machen) und neu einstreuen (Tütentransport). Die Nachbarpferde haben kein Wasserfaß, täglich muß deren Wasservorrat per Gießkanne aufgefüllt werden. Die Weide teilen sich unsere zwei Gruppen, d. h. früh und abends da auf und dort zumachen.

Selbstversorger habe ich mir mal überlegt, jeden Tag kann ich aber nicht in den Stall fahren, habe ja noch ein Leben neben den Pferden. Abgesehen von den Benzinkosten, 40 km hin und zurück, meine uralte Karre braucht 8 l/100 km, jede Fahrt in den Stall (ca. 3 L) kostet mich derzeit benzinmäßig ca. EUR 4,00 (Verschleiß usw. mal außen vor gelassen). Aber gut, alle 2 Tage kommen, würde theoretisch auch reichen, wenn sie auf Dauer-Raufutter umgestellt werden können. Dann kommt aber der Zeitfaktor ins Spiel, ich müßte beide Pferde bewegen, selbst wenn ich nur eines putze, geht das nicht unter 1,5 Std.. Stall machen und Füttern käme dann wohl auch auf mindestens 1,5 Std. (ich bin da nicht die schnellste), 3 Std. Streß pur, dazu die Fahrzeit (40 Min.). Die Pferde hätten schlechtere Bedingungen und mich würde es mehr kosten, als was ich sparen würde, dazu noch der Streß. Das Schlimmste wäre aber, jeden zweiten Tag antanzen zu müssen, ich will mir diesen Druck nicht machen.

Falls ich mal aufs Land ziehe in einen Bauernhof, nehme ich die Pferde natürlich zu mir. Sie bekommen einen geschützten Stall mit Matten, einen großen Paddock, Winterkoppel und Sommerweiden. Heu ordere ich in Tschechien, da ist es viel günstiger. 30 Rundballen á 300 kg Heu das lohnt sich dann auch für den Verkäufer. Überdachte Heuraufe auf den Paddock, Sommer wie Winter Heuballen rein und tschüss . Automatische Tränke im Stall, abmisten ist bei 2 Pferden schnell gemacht, die Box wird im Winter mit Sägespäne eingetreut. Das ist billig (bekommt man von Sägewerken manchmal sogar geschenkt) und ist nicht so aufwendig zum Ausmisten wie bei Stroh. Man muß es nicht übertreiben, die Pferde liegen freiweillig bei Frost draußen auf dem eiskalten und steinharten Boden, wenn sie im Stall Sägespäne haben, was sehr gut ihren Urin aufsaugt, brauchen sie kein Stroh.

Zum Einkaufen in den Ort wird geritten, einer geht als Packpferd, das spart Benzin, oder wir nehmen die Kutsche, so sind die Pferde bewegt. Idealerweise gehört zum Hof ein Wäldchen, so daß ich für meine Kachelöfen selbst Holz machen kann. Barbie arbeitet als Rückpferd und ich kaufe mir ne Spaltmaschine.

Der Hof hat eine eigene Quelle, Solaranlage aufs Dach, Gewächshaus, Gemüsebeet lege ich an, damit wäre ich fast autark. Ein bissi was müßte ich wohl verdienen, nehme ich halt drei passende Einsteller, verlange EUR 150,00, wenn die im Jahresschnitt für EUR 30,00 pro Monat fressen und ich meine Arbeitszeit nicht berechne (Zäune usw. brauch ich sowieso, egal ob ich 2 oder 5 Pferde halte), bleiben EUR 360,00 pro Monat. Meine Pferde bekommen ne Reitbeteiligung, je EUR 50,00 pro Monat,  macht EUR 460,00, das reicht mir locker, wenn ich keinen Strom, Wasser, Heizung zahlen muß und mich größtenteils aus Eigenanbau ernähre.

Arbeitsmäßig müßte ich abmisten, mit Weide evtl. 1 Std. am Tag. Meine scheißen ca. 2 kleine Schubkarrn am Tag, andere scheißen angeblich nur die Hälfte. Aber egal, sagen wir 6 Schubkarrn am Tag, 10 Min. pro Fuhre ist gut bemessen (im Sommer sind die Wege weiter, da die Weide abgemistet werden muß). Gewächshaus- und Gemüsebeetpflege im Schnitt eine 1/2 Std. pro Tag. Holz machen ist kein Akt mit Barbie, Motorsäge und Spaltgerät, macht außerdem Spaß.

Praktisch wäre jemand, der mit einzieht (so ein Bauernhof ist ja groß), z. B. meine Bekannte (Rentnerin), der Barbie gehört, ich brauch ja jemanden, der die Arbeit macht, wenn ich in Urlaub bin. Sie hat 8 Kaninchen, einen Schäferhund und einen Kater, ich habe zwei Kater und zwei Katzen und ein großes Aquarium mit derzeit 5 Fischen (ein Fischweiher wäre nett), wenn da noch ein paar arme Katzen und Hunde dazu kommen, wäre das kein Problem, ist ja genug Platz (der Hof sollte Alleinlage haben).

Ich denke, die Zeit wird noch kommen, wo ich aufs Land auswandere.

12. Februar 2010

Ich bin platt …

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 22:53

… puh, war das heute anstrengend.

Am 29.11.2009 ritt ich das letzte Mal Barbie, heute war es wieder soweit. Ich nahm den VS-Sattel mit dem 1,20m-Gurt, den längeren legte ich bereit. Trotz ihres enormen Ranzens hat der 1,20er gereicht *staun* wie damals, als sie in Beritt war. Der Reitplatz lag unberührt vor uns mit einer schönen Schneedecke, super! Zum Aufsteigen blieb sie sofort stehen, erst auf Kommando lief sie los – ich erkenne mein Pferd nicht mehr wieder *g*. Wir gehen im Schritt alle möglichen Hufschlagfiguren, traben auch mal kurz, öfters Handwechsel.

Zwischendurch bleibt sie öfters stehen nach dem Motto „ich hab genug“, geht aber dann doch immer wieder vorwärts. Eine 3/4 Std. muß sie durch den Schnee stapfen, sie könnte auch 2 Std. gehen, ohne nennenswert zu ermüden.

Nepomuk kam an die Reihe, seine Hufe hatten sich arg aufgestollt, krass, daß er überhaupt noch laufen konnte.  Beim Hufe auskratzen zieht er noch manchmal weg, es wird aber immer besser, Barbie dagegen macht das inzwischen perfekt. Ab ins Roundpen, er trabt wie ein Irrer, nanu, was ist denn in den gefahren. Teilweise bleibt ich einfach stehen, weil mir das viele Drehen zuviel ist. Die neuen Pferde, die nebenan stehen, kommen an die Umrandung, Nepomuk will die natürlich kennenlernen. Den Friesen findet er nett, steckt seinen Kopf durch den Zaun, beide beschnuppern sich. Nachdem das erledigt war, ist er wieder rumgetrabt wie aufgezogen, Handwechsel, das paßt ihm nicht. Er will wieder auf die Linke, erlaube ich aber nicht, als er ein wenig ruhiger wird, lasse ich ihn galoppieren. Nach einer 1/2 Std. schafft er eine Runde Schritt auf jeder Hand, damit war er erlöst.

Nepomuk zurückgebracht, die Nachbarn „eingesperrt“ und meine auf die Weide gelassen, danach Reitplatz und Roundpen abgemistet. Immer durch den hohen Schnee waten, ich habe Null Kondition *g*.

Zurück im Stall Pferde füttern, heute wiege ich das erste Mal überhaupt eine Tüte und traue meinen Augen nicht: 6 kg packe ich da immer rein, damit waren meine ganzen bisherigen Berechnungen für die Tonne.

Mein Dauer-Raufutterversuch klappt bisher nicht, gestern früh habe ich ja 2 x 2 Tüten á 6 kg, also 24 kg gefüttert. Abends bekamen sie nix, weil noch was da war, heute früh war alles komplett weg. Sie bekamen 20 kg, als ich um 14.30 Uhr kam,  war quasi aufgefressen. Peter sagt, er packt in eine Tüte 10 kg, ich werde das selber auch mal versuchen.

Als ich heute Abend fütterte, haben sie sich wie die Geier draufgestürzt, ich habe wie gestern 24 kg verteilt auf 2 Netze (jedes 12 kg), ich wiege zukünftig jede Tüte ab.  Wenn ich mir vorstelle, daß sie die letzten Wochen, wenn ich gefüttert habe, abends nur 12 kg bekamen, habe ich ein schlechtes Gewissen – aber gut, mager sind sie davon nicht geworden *hihi*.

Egal, ich brauche jetzt eine neue Strategie, um 1 Woche Dauer-Raufutter zu gewährleisten. Ich packe nun (wie Peter) 20 kg in ihr normales Heunetz und 20 kg in das zweite. Und bitte Peter, wie bisher auch, früh und abends 20 kg zu füttern,  egal, wieviel noch vorhanden ist, das Raufutter soll ja nie ausgehen.

Nach dem Stall fuhr ich noch einkaufen, um 19.00 Uhr war ich zuhause, seit 14.00 Uhr unterwegs, so viel frische Luft strengt an :-). Ich werde nun erst mal darauf hinarbeiten, daß ich einen als Handpferd mit zum Ausritt nehmen kann. Nepomuk reite ich erst nochmal alleine auf dem Platz, wenn ich wieder mit Barbie dort reite, geht er (mit Kappzaum) als Handpferd mit. Danach umgekehrt, sobald das gut klappt, reite ich mit beiden aus. Für mich hat das den Vorteil, daß beide gleichzeitig bewegt werden und gerne rausgehen, die Pferde freut es auch, weil sie zusammen sein können.

In ein paar Wochen steigt dann meine Nichte Lucia mit ein, sie braucht noch ein paar Std. auf Schulpferden in der Gruppe. Wenn der Schnee weg und der Platz gut begehbar ist, bekommen beide Beritt durch Conny, danach nehmen Lucia und ich dann zusammen pro Woche 1 Std. Reitunterricht. Am Wochenende gibt es einen längeren Ausritt, wenn ich alleine da bin, wird Bodenarbeit gemacht oder geritten, je nach Lust und Laune.

Pläne habe ich ja ne Menge :-), mal sehen, was sich alles umsetzen läßt.

11. Februar 2010

Testweise 24 Std. Raufutter

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 22:05

Gestern kam das neue Heunetz, nach 3 x 1,85 m sieht mir das aber nicht aus, eher nach 5 – 6 x 2 m, zwei Stunden habe ich damit verbracht, es zu zu „verknoten“. Hier schneit es seit 2 Tagen ununterbrochen, nachdem ich die Einfahrt freigeschaufelt hatte (der Schneepflug schiebt die leider immer wieder zu), fuhr ich gegen 10.00 Uhr in den Stall. Das letzte Stück Weg war vom Acker nicht zu unterscheiden, so ungefähr habe ich ihn glücklicherweise getroffen *g*.

Ich war die Erste heute im Stall, also schnell einen Berg Heu (2/3) und Stroh (1/3) gut vermischt, meinen ne Tüte (9 kg) gegeben und den Nachbarn, der Neue nebenan hat allerdings die anderen nicht ans Heunetz gelassen, wohl aus der ersten Gier raus.  Flugs noch ein kleines Netz (9 kg) gefüllt, dann war Ruhe, anschließend bekamen meine ihr Frühstücksmüsli und ich überlegte, ob ich alle anderen Pferde auch füttern sollte. Ging also zum Hauptstall vor und traf dort eine nette Stallkollegin, die sich bereits kümmerte, wir hielten einen kurzen Ratsch :-).  Zurück in unserem Stall, bekamen meine noch ne Tüte und die Nachbarn auch.

Die Pferde waren naß und mit Eiszapfen behangen, mit Reiten war es also nix, Bodenarbeit muß ich bei _dem_ Wetter auch nicht unbedingt machen. Lieber habe ich mein Vogelhaus aus dem Schnee ausgegraben und neu befüllt, sah heute aber nur Raben.

Anschließend habe ich mein neues Netz (draußen) angebracht und befüllt, Stroh und Heu zur Hälfte gemischt, ca. 18 kg, das Netz hat sich bis auf den Boden ausgedeht. Also Holz geholt und drunter geschoben, durch die fehlende Spannung ist es relativ schwierig für die Hafis, da was rauszukriegen. Barbie und Nepomuk waren kurz interessiert, ein Mal haben sie das Netz „abgerochen“ und sind dann an ihr ursprüngliches gegangen. Eh klar, da ist der Heuanteil höher und durch das Stopfen bekommen sie das Futter leichter raus.

Morgen werde ich kontrollieren, ob sie aus dem neuen Netz was gefressen haben und es evtl. höher hängen. Sie sollen schon Mühe haben, da was rauszubringen, sie sollen ja nicht aus Langeweile fressen, sondern nur, wenn sie Hunger haben. Beide mögen ja keine Netze (wen wundert es *g*), sie zupfen was raus und fressen anschließend, was auf den Boden gefallen ist.

Ich werde jetzt mal 1 Woche beobachten, wieviel sie fressen, Zeiten ohne Raufutter entfallen ja dann. Ihre Gier auch, in kurzer Zeit möglichst viel zu fressen. Heute war nach 2 Std. fast 1/3, des Raufutters (6 kg) weg, 40 Min. für 1 kg paßt also. Man kann dann den Heuanteil auf 12 kg/Tag reduzieren, der restliche Hunger wird mit Stroh gestillt. Angenommen, jeder frißt nun 20 kg am Tag (15 kg Heu und 5 kg Stroh), wird das Mischverhältnis umgestellt auf ca. Halbe/Halbe. Wenn sie Hunger haben, fressen sie das Stroh, es geht ja nur darum, daß sie ständig Raufutter zur Verfügung haben.

Fressen sie 25 kg am Tag … ich will gar nicht daran denken … werde ich ich Dauer-Raufutter-Idee aufgeben, mehr als 20 kg (12 kg Heu und 8 kg Stroh) pro Tag ist nicht verhandelbar. Bisher bekamen sie 18 – 20 kg nur Heu am Tag, oft auch 5 kg mehr, beide haben gut an ihrem Heubauch zu tragen. Abgesehen davon kostet Heu ja ca. das Dreifache wie Futterstroh, Geld kann man auch sinnvoller ausgeben. Wenn es Sinn machen würde, würde ich das natürlich extra bezahlen, auf die paar EUR kommt es mir nicht an, die Pferde sollen was zu knabbern haben, falls sie hungrig sind; Heu ist dazu nicht nötig.

Der neue Kappzaum (Leder, Genickstück, Stirnband und Nasenriemen gepolstert, Kappzaumeisen) kam vorhin, uii ist der auf der Nase schwer, Barbie wird der gar nicht gefallen. Ich habe ja nur einen LG-Zaum, falls wir mit beiden Pferden ausreiten, kann einer zukünftig den Kappzaum nehmen (bisher: Halfter).

Inzwischen freue ich mich aufs Reiten, werde mit beiden ausreiten üben, Barbie werde ich aber vorher longieren. Irgendwann muß ich mich bei ihr durchsetzen und sie vom Stall wegbringen. Vielleicht ist sie inzwischen super brav und zickt nicht mehr rum, evtl. mache ich mir um ungelegte Eier einen Kopf.

10. Februar 2010

Hufrehe / Fütterungsrehe und Weidemanagement

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 01:28

Hufrehe ist eine Erkrankung, deren Ursache bis zum heutigen Tag nicht wirklich geklärt ist, sie kann hunderte von Auslösern haben, siehe http://www.pferdewiki.de/wiki/Hufrehe 

Fütterungsrehe wird verursacht durch eine Stoffwechselstörung im Dickdarm, weil zu viele Kohlenhydrate und Fruktan in den Darm gelangen. Ein interessanter Fachartikel dazu: http://www.salvana-pferde.de/dokumente/fachartikel/Hufrehe.pdf

Zitat aus  http://pferdehaltung-pferdetraining.suite101.de/article.cfm/hufrehe_bei_pferden:

„Entgegen der nach wie vor bestehenden landläufigen Meinung, dass die Fütterungsrehe hauptsächlich auf eine Eiweißüberfütterung zurückzuführen ist, entsteht diese Reheart vorwiegend durch eine Übersäuerung des Darminhalts infolge einer Aufnahme zu hoher Mengen an Stärke oder an Fruktanen bei gleichzeitig niedriger Rohfaseraufnahme. Die Hufreheerkrankungen im Frühjahr gehen eher auf den hohen Fruktangehalt im jungen Weidegras als auf zuviel Eiweiß zurück.

Allgemein zählen verdorbenes und verschimmeltes Futter, Getreide auf dem Halm, plötzlicher Futterwechsel, zu wenig Raufutter und zuviel rohfaserarmes, aber eiweiß-, kohlehydrat- oder stärkereiches Getreide zu den Auslösern. Zu den besonders stärkereichen Futtermitteln zählen Weizen, Mais, Roggen und Gerste. Daher war die Hufrehe früher auch als Gerstenkrankheit bekannt.“

Heu und Stroh sind definitiv kein Auslöser für Rehe, dafür aber eiweißreiches Gras. Bei Ponys (mit oft sehr großem Appetit)  ist die tägliche Trockensubstanzaufnahme relativ zum Körpergewicht höher als bei einem Warmblutpferd, auf das richtige Weidemanagement kommt es an. Wie das idealerweise aussehen könnte, kann man hier nachlesen, 2 Pferde pro Hektar, 4  Portionsweiden, Wechsel alle 7 Tage. Das wären 2500 qm pro Portionsweide, das kommt mir irgendwie sehr viel vor bzw. kann ich mir nur schwer „bildlich“ vorstellen.

Egal, kann ich ja mal grob abmessen, um mir ein Bild machen zu können. „Meine“ Weide wird relativ lang, aber nicht allzu breit, es wird ein „Laufgang“ eingericht auf die volle Länge, wo sie auch mal richtig rennen können, daneben drei Portionsweiden, die vierte ganz hinten. Abmisten würde ich selber machen, vermutlich ne Menge Arbeit, aber ich hätte ja für eine Weide 1 Woche Zeit. Selbst wenn die Hafis den Laufweg freßtechnisch total ruinieren, bleibt im Endeffekt mehr Weidefläche übrig, wenn ich die Portionsweiden per Hand abmiste.

Bezüglich Mückenbelastung (Nepomuk/Ekzemer) und Parasiten ist das auch von Vorteil, außerdem spart sich der Stallbesi das maschinelle Abmisten. 

Letztes Jahr haben die Dicken ja öfters den Stromzaun (ohne Strom) niedergerissen und sich vollgehauen ohne Ende, dieses Jahr baue ich das professionell auf mit Strom drauf,  ist ja dann eine „feste“ Einrichtung.

7. Februar 2010

Wir lernen gymnastizierende Arbeit an der Hand

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 22:46

Ich habe ein neues Buch *g* von Oliver Hilberger, Schritt für Schritt zu Losgelassenheit und Selbstvertrauen, und gestern gleich mal 3/4 davon gelesen. Zwar sind meine Pferde und ich nicht das ideale Team, wir haben alle keine Ahnung, aber das läßt sich ja ändern.

Kappzaum muß ich erst noch besorgen, heute wurde mit LG-Zaum geübt. Barbie zuerst raus und geputzt, beide sind schon im Fellwechsel, dann auf den Reitplatz. Mich in die erinnerlich korrekte Position sortiert, was gar nicht so einfach ist. Dann ging es los, „vorwärts“, aufs Pferd achten, auf mich achten und meine Position, meine Güte, so ein Streß :-), anhalten klappt gut. Nun „Dehnung für Hals- und Oberlinie“, Barbie ist davon nicht begeistert, gibt dann aber doch im Genick nach. Wir gehen wieder, leider verliere ich oft meine korrekte Position, meist laufe ich zu weit vorne, weil Barbie wie vom Führen gewohnt mit ihrem Kopf neben meiner Schulter laufen will. Barbie läuft konzentriert (obwohl noch eine Reiterin auf dem Platz ist) und „durchs Genick“, dann kommt „zurück“, was sie ungerne macht. Eine kleine Parade innen als Unterstützung und sie geht zurück, 1 Schritt zwar nur, aber das reicht ja. Handwechsel auf rechts, ihre schwache Seite, meine auch. Dasselbe Programm, Barbie ist voll bei der Sache, damit ich mich besser auf meine Körpersprache konzentrieren kann, lege ich die Gerte weg.

Insgesamt haben wir nicht lange gearbeitet, vielleicht 20 Min., sich ununterbrochen zu konzentrieren, ist anstrengend. Ich muß mich erst mal an die ungewohnte „Führweise“ gewöhnen und dabei genau auf meine Körpersprache achten. Barbie reagiert ja auf die feinste Hilfe, wenn ich denke „anhalten“ und fange an, mich leicht zu ihr zu drehen, steht sie bereits. Vom Reiten her weiß ich, daß es ihr nicht schwer fällt, im Rücken loszulassen und vermehrt mit der Hinterhand zu arbeiten. Sie hat ja eine gewaltige Muskulatur, die braucht sie auch für ihr Gewicht :-).

Die Dicke zurück in den Stall gebracht, kaum war sie drinnen, hat sie Nepomuk mit einem Huf voll gezielt eine reingetreten (aber gut, er hat sich umgedreht und ihr eine gedonnert) und ist dann mit angelegten Ohren an den Zaun gestürmt und hat die Nachbarn verjagt. Das hat sie früher schon gemacht, wenn sie arbeiten mußte, das dient wohl dazu, sich wieder als Cheffe zu fühlen.

Ich schnappe mir Nepomuk, der Reitplatz war nun leer. Im Genick nachgeben hält bei ihm nicht lange an, schnell hat er wieder seinen Kragen oben, ist unkonzentriert und schaut in der Gegend rum – ich muß ihn öfters korrigieren. Anhalten klappt nur mit Verzögerung, weil er nicht aufpaßt, wir üben das, bis er aufpaßt. Rückwärts gehen macht er gerne, kein Problem. Daß ich neben seiner Schulter gehen will und nicht neben seiner Nase, hat er schnell begriffen.

So fürs erste Mal bin ich sehr zufrieden mit beiden, sobald ich besser werde, werden sie es auch.

Solange die Bodenverhältnisse schlecht sind, werde ich mit beiden an der Hand arbeiten. Sobald es geht, wird einer geritten, der andere im Roundpen longiert oder an der Hand gearbeitet. Mit Handpferd übe ich erst mal auf dem Reitplatz, falls es mir auskommt.

Abwechslung ist für Pferde ja auch wichtig, außerdem geistige Förderung, mit Doppellonge arbeiten käme noch in Betracht. Außerdem was ziehen, das kann man auch sinnvoll nutzen, indem sie den Reitplatz abziehen, so hätte der Stallbesi weniger Arbeit.  

Hafis wie Barbie sind ja auch Rückpferde, sie würde sich umschauen, wenn sie mal im Wald 10 Std. Holz rücken müßte  *g* (sah kürzlich dazu einen Bericht im TV). Eigentlich keine blöde Idee, ihr das beizubringen, ich heize ja mit Holz. Unser Stallbesi hat Wald, ich könnte ihm ein paar Bäume abkaufen, er muß sie nur umsägen. Abästen und zerkleinern kann ich sie selber, bin ja geübt im Umgang mit einer Motorsäge *g*, Barbie zieht mir die Stämme dann aus dem Wald bis zum Auto und auf den Hänger (meine Schwester hat einen).

Früher mit Jagdhütte am Tegernsee waren wir jedes Jahr tagelang am Holz machen,  hat mir immer Spaß gemacht. Barbie ist ein Arbeitstier, sie will was machen, sie will raus, sie arbeitet mit. Nepomuk ist lange nicht so arbeitsfreudig, er spult „sein Programm“ ab wie mein (verstorbener) Rottweiler – mach ich, weil Du das sagst.

Ich werde mal ein Zuggeschirr kaufen … dann sehen wir weiter.

Wer hätte gedacht, daß die Dicke sich mal so positiv entwickelt – gut, ich habe auch an mir gearbeitet, bin klarer in der Körpersprache geworden und strenger im Umgang.

Beide sind tolle Pferde und ich bin stolz auf sie.