30. Mai 2010

was ist der richtige Weg bei Hufrehe

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 23:46

Das Wetter ist derzeit arg wechselhaft, daher nahm ich von Reitversuchen Abstand. Heute durfte Nepomuk ohne Decke auf die Weide, damit er sich mal ausgiebig wälzen kann – darüber hat er sich gefreut. Neue Verletzungen habe ich keine entdeckt, allerdings ist sein Mähnenkamm immer noch leicht geschwollen. Vermutlich werden wir das nicht wegbekommen, solange die Kriebelmücken piecksen, immerhin haben wir den Juckreiz weitestgehend unter Kontrolle.

Barbie war natürlich auch mit von der Partie, das erste mal nach ihrem Hufreheschub hat sie heute ein wenig mit Nepomuk gespielt – mE ein gutes Zeichen. Sie ist aber noch nicht vollständig „fit“, die 90-Grad-Kurve im Treibgang nimmt sie maximal im Trab, außerdem lahmt sie vorne ein wenig im Trab (im Galopp sieht man nix). Nach 1 Std. mußten beide wieder rein und Nepomuk bekam seine Decke wieder angezogen.

Zum Hufe auskratzen habe ich ihn auf dem Paddock angehangen und mir als Belohnung Heucobs eingesteckt. Mir Barbie vom Hals zu halten, war schwierig, man kann aber nicht arbeiten, wenn einem zwei Pferde ständig am Hintern kleben. Dann Wechsel, nun war Nepomuk die Nervensäge … keiner will zu kurz kommen.

Vorne rechts hat Barbie heute ganz kurz aufgehoben, ich ihr ein kleines Heucob gegeben, beim zweiten Versuch klappten immerhin 5 Sek. – irgendwie sah mir der Huf komisch aus. Ersichtlich hat sie an dem Schmerzen, wovon auch das Lahm gehen rührt. Ohne daß ich bzw. der Hufpfleger den genauer ansehen können, kann man nix sagen – dazu muß sie den Huf aber länger als 10 Sek. heben können. Mit Geduld und ein paar Heucobs bekommen wir das sicher hin, bis der Hufpfleger am 7. Juni kommt.

Bei Hufrehe  ist das Belasten der Zehe äußerst schmerzhaft, daher belastet das barfuss gehende Pferd vermehrt die Trachten. Durch diese Art der Abnutzung wächst das Horn vorne raus mehr, hinten weniger, Tendenz zum Schnabelhuf.  Frau Nehls, von der ich die Kräuter habe, schreibt (Zitat):

„Von massiven Hufkorrekturen und jeglicher großer Manipulation der Hufstellung rate ich strikt ab. In seltenen Fällen beweisen sich massive Maßnahmen als positiv, in den meisten Fällen folgen jedoch dadurch größere Schäden, die oftmals zur Erlösung des Pferdes führen. Das Risiko ist immer abzuwägen, jedoch ist das meist ein sehr hohes Risiko und soweit sich dieses irgendwie vermeiden lässt, sollte es vermieden werden. Denn: Die meisten akuten erneuten Hufreheschübe nach Abklingen des vorhergehenden Schubes treten nach Hufkorrekturen und Hufbeschlägen auf! Diese Erfahrung bestätigte sich im Laufe der vergangenen Jahre immer häufiger.“

Ich denke, eine Hufkorrektur kann man immer noch vornehmen, sobald sie nicht mehr lahm geht. Bis dahin belastet sie zwar die Hufe „falsch“, aber das ist von der Natur so vorgesehen, um ihr ein möglichst schmerzfreies Gehen zu ermöglichen.

Barbies Hufhorn war noch nie besonders gut, durch die Rehe hat es zusätzlich stark gelitten. Ihre Hufe schauen mE im Vergleich zu den Horrorbildern, die ich im www fand, aber noch recht gut aus. Etwas spröde, am Hufrand kleine Stücke weggebrochen, die haben früher schon mal schlimmer ausgesehen.

Ich weiß nicht, wieso Barbie abnimmt, aber sie tut es. Die „Fettbeule“ im Mähnenkamm schwindet, man kann inzwischen auch ihre Rippen gut fühlen, Nepomuk dagegen bleibt gleich.

Barbie bekommt täglich 50 gr Rehe-Ex, 80 gr Pferdefutter Rehe (beides getrocknete Kräuter), 70 gr MicroVital, die homöopathischen Globuli sowie 4 kleine Heucobs (fürs Hufe heben). Nepomuk bekommt 70 gr MicroVital, 50 gr Pferdefutter Rehe, eine Hand voll Strukturmüsli (geschenkte Probepackung), ein kleines Stück Brot mit 25 Tropfen ägyptischem Schwarzkümmelöl, 4 Eukalyptus-Leckerli oder 4 Heucobs.

Ich weiß nicht, was ich mit der Tüte Hafer machen soll, wäre ja schade, wenn der kaputt geht. Im Stall gibt es wenige, die Hafer füttern, täte mir leid, wenn ich den wegwerfen muß. Nepomuk kann ich nach nem Ausritt schon einen geben zur Belohnung, 100 gr vielleicht, ich habe aber nen Sack mit 10 kg.

Froh bin ich, daß beide nun täglich wieder 1 Std. auf die Weide können, das wird noch länger, sobald es durchgehend wärmer wird und das Gras mal einigermaßen reduziert ist. Wann man Barbie wieder reiten kann, werden wir sehen – falls nötig, steht sie halt ein Jahr. Wir haben ja zwei Pferde, falls Nepomuk sein Zustand stabil bleibt, kann er theoretisch täglich geritten werden (täte ihm sicher gut). Ich denke aber, sobald Barbie wieder gut zu Fuß ist, kann sie auch wieder geritten werden, Schritt halt erst mal.  Meine Nichte wiegt (12 Jahre) wenig , deren Gewicht macht bei einem so kräftigen Pferd wie Barbie mit einem Rücken wie ein Elefant wenig aus.

28. Mai 2010

Barbie testet mich mal wieder

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 23:28

Nepomuk geht es einigermaßen, ich habe ihn heute mit Aldi-Lotion zugekleistert. Im Roundpen läuft er inzwischen vorbildlich, auf Dauer wird das langweilig. Springtraining wollte ich heute eigentlich machen, aber der Reitplatz war besetzt. Nachdem er verarztet und bewegt war, durfte er auf die Weide, Barbie kam raus.

Wir gehen gemütlich Richtung Putzplatz, auf ein mal startet sie einen Überraschungsangriff: zack wendet sie ab ins Weizenfeld unseres Stallbesi; obwohl sie mich überrumpelt hat, lasse ich den Strick nicht los. Sie versucht, mich mit Einsatz von Kraft loszuwerden, zieht am Strick wie ein Ochse und schiebt sich derweil Weizen ins Maul. Glücklicherweise hatte ich die Gerte dabei, ich kenne ja meine Pappenheimerin. Es gab nen ordentlichen Schlag auf die Schulter, der sie zur Besinnung brachte. Scheinbar fühlt sie sich schon wieder fit genug, sich mit mir anzulegen, der Misthackebazillus :-). Nach dem Putzen kam sie auch ins Roundpen, join up, das kann sie ja perfekt.

Zurück im Stall, ist sie dann zu Nepomuk auf die Weide galoppiert – darauf warten beide ja den ganzen Tag. 50 Min. durfte sie heute auf der Weide bleiben, abgestimmt mit meiner Bekannten, der Barbie gehört. Google mich gerade zum Thema „Hufrehe“ ein wenig durch, es gibt viele Meinungen – kann ich mir diejenige aussuchen, die mir in den Kram paßt? 🙂

Einerseits soll das Pferd möglichst viel (in der Box) stehen, andererseits soll es sich bewegen (fördert die Durchblutung). Weicher Boden wird empfohlen, da schmerzfreier zu laufen, harter Boden wird empfohlen zwecks besserem Hufwachstum. Man liest sogar, daß man sich gegen „Angriffe“ wappnen soll, wenn man ein lahmendes Pferd hinter sich herzieht – meine Güte. Reiten frühestens 4 – 6 Monate nach dem Reheschub, besser 1 Jahr warten. Man muß froh sein, daß das Pferd nicht gestoben ist – Hufrehe kann tödlich sein.

Mehr als mich informieren kann ich nicht machen, es ist halt die Frage, was Barbie hilft. Sie ist ja eine starke Persönlichkeit, also kein Pferd, dem absoluten Gehorsam oberstes Gebot ist. Sie zeigt an, wenn sie was partout nicht will, z. B. den rechten Vorderhuf heben. Evtl. tut ihr der linke etwas weh, auf dem hat sie vorgestern nach ihrer freiwilligen Trabeinlage auch gelahmt, so daß sie den schonen will. Ich muß mich da auch nicht durchsetzen, sie ist krank, sie ist nicht bockig.

Beim join up ist kein Druck dahinter, sie läuft hinter mir her, wenn sie nicht mehr will, ist halt Schluß. Mit Nepomuk läuft sie auf dem Paddock rum, als sie den Schub hatte, stand sie  meistens – wer bewegt sich auch gerne, wenn es schmerzt.

MicroVital unterstützt die natürliche Entsäuerung des Körpers über Leber und Niere, Rehe-Ex soll angeblich Wunder wirken. Wenn man sieht, wie Barbie auf die Weide galoppiert, 10 Tage, nachdem sie fast nicht mehr stehen konnte, ist sie mE gut von mir behandelt worden. Hufkorrektur ist nun nötig, derzeit aber nicht machbar, weil Barbie links vorne den Huf nicht hebt. Mit Gewalt will ich da nicht rangehen, dann geht nämlich auf lange Zeit gar nichts mehr bei ihr.

Als wir sie gekauft hatten, war sie ja vorher mißhandelt worden – blutige Fesseln von Eisenschlingen hatte sie. Wir haben auch Wasserentzug vermutet – Händler stellen so ein Pferd „ruhig“ :-(. Ich habe ja beide das erste 1/2 Jahr betreut, es hat lange gedauert, bis ich überhaupt mal ihre Beine anfassen durfte – sie hat sofort geschlagen. Wir haben das mit viel Liebe und Geduld wieder gerade gebogen, Pferde vergessen aber nichts. Solange sie nicht alle Hufe bei mir hebt, brauche ich kar keinen Hufpfleger bestellen, das würde nur in Streß ausarten.

Hufe auskratzen ist für mich schwierig, ich habe nicht die Kraft, um den Huf zu festzuhalten, außerdem noch ne Metallschiene am Schlüsselbein. Dazu werde ich sauer, wenn sie zig Mal den Huf wegziehen … ich arbeite dran. Beide habe ich jetzt mit diesen Eukalyptus-Leckerli einigermaßen auf Linie, ich weiß nur nicht, warum sie sich so anstellen (für Babie werde ich zukünftig aber Heucobs nehmen).

Komme ich mit dem Insekten-Spray, hauen sie ab (wenn sie können), meine Güte, als ob man sie mit dem Messer pieckst. Wasser an die Beine geht gar nicht, nahe an der Panik. Schweif waschen geht, solange kein Wasser an die Hufe kommt, Mähne waschen geht gar nicht, da steigen sie.

Sie werden es schon noch lernen, schließlich will ich mit ihnen ja mal schwimmen gehen *g*.

Ich denke mal, beiden geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Nepomuk schubbert zwar, aber (noch) ohne größere Wunden. Barbie muckt auf, ein Zeichen, daß es ihr gut geht.

26. Mai 2010

nach 7 Wochen wieder aufgesessen

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:42

Anfang April hat mich Nepomuk ja per Rodeo abgesetzt, seitdem habe ich ihn nicht mehr geritten. Heute kam er wieder ins Roundpen und wurde frei longiert – gelaufen ist er genau so viel wie gefordert. Nachdem er ohne Buckeln schön galoppiert ist, beschloß ich per Stuhl aufzusteigen, Nepomuk wich aber immer wieder aus. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich stieg das erste Mal seit meiner Schlüsselbein-OP vom Boden aus auf. War kein Problem, allerdings verrutschte der Sattel ein wenig; diese baumlosen Dinger sitzen nicht so fest wie mein VS-Sattel.  Die Zügel hielt ich angelehnt, immer darauf gefaßt, daß er urplötzlich Rodeo veranstaltet. Es kam aber nix, er lief brav seine Runden, hat auch gut auf Schenkel und Zügel reagiert.

Er war ziemlich platt beinander, vermutlich wegen seiner Krankheit, dem Wetter und überhaupt. War mir ganz recht, ich muß erst mal wieder Vertrauen in ihn finden. Nächstes Mal gehe ich auf den Reitplatz mit ihm, wenn er da auch brav ist, könnte man einen Ausritt wagen.

In die Schweifrübe hat er sich ein blutiges Loch geschubbert, daneben hat er sich rund um sein Geschlechtsteil blutig gebissen und gekratzt. Er muß ja noch pinkeln können, daher ist da natürlich keine Decke drüber. Salbe drauf tun ist schwierig, weil er sofort mit dem Hinterhuf kommt – juckt halt. Ich habs trotzdem geschafft, ohne daß er mich getroffen hat, man muß halt ein bisserl aufpassen.

Barbie kam raus und ich ließ Nepomuk auf die Weide. Die Dicke hebt den rechten Vorderhuf partout nicht, sobald man das anfordert, legt sie ihr ganzes Gewicht drauf. Die anderen drei Hufe gehen, komisch. Sie sollte ein wenig Schritt im Roundpen gehen, Madame ist getrabt und zack ging sie vorne links lahm. Wir haben dann 10 Min. join up gemacht,  brav lief sie hinter mir her. Sie soll sich schon ein bissi bewegen, der Boden ist allerdings zu hart für sie. Ein wenig empfindlich war sie ja schon immer, so wie die meisten Pferde, verschlimmert hat sich das durch die Hufrehe. Hufschuhe machen aber nur dann Sinn, wenn ich sie ihr auch anziehen kann *g*, werde mal mit der Hufpflegerin reden.

Zurück im Stall, durfte sie dann zu Nepomuk auf die Weide – im gestreckten Galopp ging es nach hinten. Das Rehe-Ex kam heute, die Kräuter werden gerne gefressen. Zusätzlich habe ich ein spezielles Kräuter-Futter für Rehe-Pferde bestellt, ich will nämlich auch mal wieder nen Tag pferdefrei haben. Die Heucobs muß ich mit heißem Wasser aufgießen und mit dem Mineralfutter vermengen, ansonsten fressen sie das nicht. Läßt sich nicht vorbereiten, viel zu aufwendig für andere. Jetzt kann ich jedem seine Schüssel vorbereiten, so daß Brigitte sie jedem nur hinstellen muß und ein Auge drauf haben, daß Barbie das meiste gefressen hat (geht schnell), bevor sie wechseln. Nepomuk denkt immer, sie hat was Besseres, da er der Boss ist, geht sie halt dann an seine. Er bekommt daher auch das Kräuter-Rehe-Futter, von dem sauteuren Rehe-Ex bekommt er aber nix.  

Barbie durfte heute 40 Min. draußen bleiben, da fruktanmäßig passendes Wetter. Das erste Gras auf dem abgesperrten Teil ist inzwischen über 30 cm hoch und daher nicht mehr besonders gut für Pferde geeignet. Außerdem ist es für meine viel zu viel, ich werde den Stallbesi bitten, daß er es abmäht. Wächst ja schnell wieder nach, das erste Gras ist ja aufgrund des hohen Eiweißgehalts eh nicht besonders gesund.

Der bereits ein Mal abgefressene und von mir abgesperrte Teil wächst prima, die Nachsaat kommt auch, theoretisch könnte ich bereits wieder von vorne anfangen mit abstecken. Noch haben sie aber genug zu fressen, das hohe Gras mögen sie nicht besonders, lieber knabbern sie das Nachwachsende ab. Sie können immer noch „aus dem Vollen“ schöpfen, für Barbie schlecht, daher ist Weidegang zeitlich begrenzt. Vorher müssen beide immer mindestens 1/2 Std. Heu fressen, damit sie keinen riesigen Hunger haben, außerdem bekommen sie ihr Mineralfutter und das Kräuterzeugs vorher, was für gute Bakterien im Darm sorgt (Hufrehe ist ja eine Vergiftung).

Abends gebe ich ihnen nun immer ca. 10 kg Raufutter, 5 kg Heu und 5 kg Stroh. Ich weiß nicht, was der Stallbesi früh füttert (werde mal fragen) , wenn ich mittags komme, ist auch das Stroh komplett weg. Falls er nix füttert, weil evtl. noch was da ist, paßt es auch. Der Stall ist oft die totale Sauerei, er ist einfach zu klein für zwei Pferde. Eine neue Aufteilung ist versprochen, abwarten :-). Die Pfosten zur Abtrennung im Stall wurden bereits ein paar Mal zusammengetreten, Stromkabel birgt mE weniger Verletzungsrisiko. Die Stuten mögen sich nicht, die Hafi-Dame nebenan wird derzeit nachts eingesperrt, kann daher nicht ausweichen, dann kracht es.

Meine sollen drinnen stehen, Nepomuk wegen seines Ekzems und Barbie wegen ihrer Hufrehe auf weichem Boden … ist halt alles nicht so einfach.

Mich halten alle sicher für deppert, weil Barbie schon wieder Gras fressen darf. Aber was soll ich machen? Vermutlich warten sie nur darauf, daß sie einen Rückfall bekommt, um mich dann zu belehren. Ich tue, was ich kann, um ihr zu helfen, ihre Lebensfreude und die von Nepomuk muß ich aber auch berücksichtigen.

24. Mai 2010

Alles im grünen Bereich

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:15

Gestern konnte ich erst abends in den Stall fahren, habe beide für 20 Min. auf die Weide gelassen und Nepomuk seine Fliegenmaske angezogen. Brigitte meint, er sieht aus wie ein Marsmännchen 🙂 – Hauptsache, es hilft was. Heute zog ich ihm alles aus zur Kontrolle – ich bin vorsichtig optimistisch, alles im grünen Bereich.

Letztes Jahr um die Zeit war ein Stück der Mähne sowie des Schweifs weggeschubbert, trotz Behandlung war irgendwann die Mähne sowie der Schopf komplett weg, der Mähnenkamm geschwollen und voller Wunden. Bauchnaht, Flanken, Gesicht und Kuppe folgten, überall Wunden, dazu zwei handtellergroße am Widerrist, bis aufs Fleisch abgerieben. Salbe auftragen verursachte ihm solche Schmerzen, daß er sich nicht mehr einfangen lassen wollte zur Behandlung.

Bei Nepomuk ist der Hauptauslöser für sein Ekzem die Kriebelmücken, letztes Jahr im Juni wurde er ja auf die Doier Ranch umgestellt, vorher gab es so gut wie kein Gras, trotzdem hat er geschubbert. Bei Roland gabs dann viel Weide, 24 Std. am Tag, alle 2 Tage 160 qm mehr.

Nepomuk kam heute kurz ins Roundpen, er kommt mir nun vor wie letztes Jahr um die Zeit: das brave, ruhige Pferd. Barbie durfte heute auch mal wieder zum Putzplatz gehen, währenddessen ließ ich Nepomuk auf die Weide. Es ist schwierig mit ihr draußen, weil sie so gierig auf Gras ist. Nach dem Putzen habe ich sie ein wenig auf dem Reitplatz rumgeführt, sie läuft mE noch ein wenig unrund. Auf dem Rückweg nahm ich die Gerte mit, um den Büffel vom Gras fressen abzuhalten. Sie durfte dann auch auf die Weide, im Galopp nach hinten, da sieht man nix von „unrund“. Der Treibgang ist weicher Boden, da läuft es sich natürlich angenehmer als auf Schotter oder hartem Sand.

Auf dem Stück eingezäunter Weide steht das Gras ca. 20 cm hoch, da kann Barbie leider aus dem Vollen schöpfen und in ihrer Gierschlundmanier in Rekordtempo riesige Mengen in sich reinstopfen. Wobei nachwachsendes Gras mehr Fruktan bildet als langes, es kommt halt auf die Menge Gras an, die ein Pferd aufnimmt.

An Bewegung muß sie sich nun wieder gewöhnen – nur auf die Weide galoppieren reicht nicht. Spaziergänge sind angesagt, Nasenkette drauf, die kennt sie, dann weiß sie Bescheid. Nepomuk darf derweil auf die Weide, einer muß ja das viele Gras reduzieren :-). Ich gönne es ihm, er steht immer so traurig am Zaun – alle anderen Pferde sind draußen und er muß drinnen bleiben.

Sobald der eingezäunte Teil der Weide mal einigermaßen abgefressen ist, können sie mE über Nacht draußen bleiben. Der Stallbesi soll sie dann früh reintun und mit Heu füttern, abends lasse ich sie dann wieder raus.

23. Mai 2010

Fast ein Wunder :-)

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 01:16

Es ist erstaunlich, wie gut die homöopathischen Mittel Barbie helfen, mit jedem Tag geht es ihr besser. Die Reste meiner Hufschuhe habe ich ihr gestern entfernt und beide Heiter geputzt, das derzeitige Heu ist nicht besonders beliebt, beide standen lieber am Zaun zur Weide. Also gut *seufz*, aufgemacht: Nepomuk ist losgeschossen und Barbie im Galopp hinterher, sogar nen Bocksprung vor Freude hat sie gemacht. Nach 10 Min. wollte ich Barbie wieder reinführen, sie ging aber schlicht keinen Meter mit. Ich also in die Sattelkammer gerannt, um eine Peitsche zu holen, wieder hinter geflitzt, und Barbie Beine gemacht. Im Galopp sind beide wieder zurück gelaufen, sie kam auf den Paddock, Nepomuk durfte wieder auf die Weide. Das hat sie überhaupt nicht verstanden, stand am Zaun und hat gewiehert. Er kam immer wieder angaloppiert, um sie abzuholen, er hat nicht kapiert, warum sie eingesperrt war. Nach einer 1/2 Std. holte ich ihn auch rein, was sich schwierig gestaltete, Barbie wollte nämlich unbedingt „durchbrechen“. Ich mußte sie kurz anhängend, damit er reingehen konnte; das war einfacher, als mich mit ihr anzulegen.

Heute war ich um 14.00 Uhr da, nanu, keiner kommt zur Begrüßung – beide standen im Stall, in beiden Netzen war eine Menge Futter. Brigitte hat heute Vormittag gleich soviel gefüttert, daß es bis morgen früh reicht. Ich habe ihnen abends auch nix mehr gegeben dazu gegeben, war ja noch alles da, sie hatte nachmittags kein Heu gefressen.

Nepomuk kam ins Roundpen, ich wollte nach dem Longieren ein bissi reiten, vergaß aber das Reithalfter *g*. Er war heute platt, kein Rumspinnen, nix, die Insekten greifen an, was ihn mitnimmt.

Zurück im Stall, durften beide wieder auf die Weide, Barbie lief heute normal. Wieder Galopp, die Schmerzen konnen nicht mehr allzu stark sein. Nach 15 Min. mußte sie wieder rein, die Peitsche hatte ich heute schon vorher geholt, Nepomuk durfte 1 Std. bleiben. Für Barbie hat er sich heute nicht groß interessiert; sie lief auf dem Paddock Kopf schlagend Kreise, so hat sie sich geärgert.

Solange das Wetter fruktanmäßig paßt, darf sie nun jeden Tag 5 Min. länger raus, Nepomuk 1 Std. Barbie nimmt weiter gut ab, ab Montag werde ich mit ihr mit Lauftraining beginnen. Erst mal 10 Min. auf dem Reitplatz führen und das dann langsam steigern.

Nepomuk habe ich heute eingedeckt, nun geht es richtig los mit den Insekten. Ich glaube, er war glücklich, als ich die Decke anschleppte – er stand am Paddock und hat gewartet, bis ich sie ihm angezogen hatte. Geschubbert hat er noch nicht viel, aber sein sein Mähnenkamm ist bereits leicht geschwollen. Ich denke, das Schwarzkümmelöl, die Aldi-Lotion und MicroVital helfen gut, den Juckreiz haben wir bisher unter Kontrolle, trotzdem reagiert er allergisch auf Mückenstiche. 3 Monate wird er nun Tag und Nacht die Decke tragen, dazu eine Gesichtsmaske.

Eine Stallkollegin hat mir heute einen Prospekt von www.tierheilkundezentrum.de hingelegt, sehr interessant. Ich habe Barbie das Rehe-Ex bestellt, zwar teuer, im Vergleich zum Tierarzt aber billig.

Ich denke, wenn Barbie sich weiter so gut erholt, kann ich sie in 2 Wochen wieder reiten. Schritt halt fürs Erste, Hauptsache, ich muß nicht laufen *g*. Nepomuk ist aufgrund des Wetters und seines Ekzems nun nicht mehr zum Rumspinnen aufgelegt, da kann ich dann mit meiner Nichte wieder ausreiten.

20. Mai 2010

Wucher

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:04

Gestern kam die Tierarztrechnung – mir zog es fast die Schuhe aus! Für die Hufzangen-Untersuchung werden netto EUR 28,84 berechnet – Dauer ca. 3 Min. für die zwei Vorderhufe, hinten wurde nicht getestet. Das Ergebnis war übrigens negativ, also keine Schmerzempfindlichkeit, die Diagnose war trotzdem Hufrehe. Für den Hufverband wurden jeweils EUR 47,38 netto abgerechnet, Dauer: ca. 15 Min. für 2 Hufe; gehalten haben die jeweils 1,5 Tage (!). Material war ein bissi Gaze-Mull, 2 Verbände und Klebeband, Wert: keine EUR 2,00.

Kein Fieber gemessen, keine Beratung bezüglich Mineralfutter (wichtig bei Hufrehe zur Entgiftung) … nachdem es Barbie schnell besser ging, dachte ich mir, hat gepaßt. Leider kam ja letzten Sonntag ein wesentlich schwerer Schub als der erste, betroffen waren alle 4 Hufe. Wäre ich gleich über die Notwendigkeit von Mneralfutter informiert gewesen, hätte sich der evtl. verhindern lassen. Das war mir eine Lehre … man muß sich immer selber informieren, anstatt darauf zu vertrauen, daß der TA es schon richten wird.

Als ich gestern Mittag kam, hat Barbie draußen auf dem Strohlager gelegen, sie muß enorme Schmerzen gehabt haben, normalerweise liegt liegt sie tagsüber nie. Bei Homöopathie gibt es oft eine Erstverschlimmerung, ein Zeichen, daß der Körper das Mittel „erkennt“. Sie stand ziemlich schnell auf und bekam ein wenig Heu, ich wollte ihr nämlich hinten Hufverbände anlegen.

Ich nahm zwei lagen dicke Watte, drüber zog ich einen dicken alten Seidenstrumpf von mir, die sind ja dehnbar, gesichert wurde das mit breitem Klebeband. Barbie war sehr brav, ich mußte mir den jeweiligen Huf ja aufs Knie legen, weil ich beide Hände frei haben mußte für den Verband – sie zog nicht weg. Was war das für ein Kraftakt, als der TA da war, da stand sie  ziemlich unter Streß. Bei mir war alles relaxt, sie wurde nicht angehangen, sie konnte Heu fressen, da sind zwei Hufverbände alleine in 10 Min. angelegt.

Dem TA überweise ich nun EUR 266,00, ich hätte das gerne gezahlt, wenn es was geholfen hätte.

Nepomuk kam aufgesattelt ins Roundpen, er hat wesentlich weniger gebockt als vorgestern, seine Konzentration läßt aber immer noch zu wünschen übrig. Hufe auskratzen ist nun kein Problem mehr, er ist sehr motiviert. Abends habe ich dann im Stall auch noch ein wenig Stroh verteilt, es war ja für die ganze Nacht Regen angesagt.

Die Nachbarsstute sollte mal ein paar Nächte im trockenen Stall stehen, deren Besitzerin trennte den Stall auf und brachte eine „Ausgangssperren“ an. Ich dachte mir gleich, das wird „Ärger“ geben, habe aber nix gesagt.  Heute konnte man an den verbogenen Haltern sehen, daß sie die Sperre durchbrochen hat, außerdem war wieder der oberste Trennpfosten im Stall runtergetreten. Nepomuk ist derzeit ziemlich giftig gegenüber den Nachbarn, er denkt wohl, er muß die hufkranke Barbie beschützen.

Heute war ich bereits um 13.00 Uhr im Stall, beide bekamen MicroVital (Mineralfutter), leider mögen sie das nicht besonders. Barbie konnte deutlich besser laufen als gestern, meine Hufschuhe waren auch noch dran. Das Tal der Schmerzen liegt nun hinter ihr, es geht bergauf. Sie bekommt nun urtica urens D12 zur Ausleitung und Entgiftung (10 Tage) sowie Aesculus D4 und  Ginkgo Biloba D6 zur Durchblutungsförderung (2 – 3 Wochen). Sobald sie wieder normal geht, bekommt sie noch Calcium Fluoratum D 12 für ein paar Wochen, was den Aufbau gesunder Hornsubstanz fördert.

Ich fuhr dann weiter nach Österreich zwecks Zigaretten, die haben die Preise um 20 Cent je Schachtel erhöht – Sauerei. Überlegt habe ich die ganze Zeit, wie ich den Pferden das Mineralfutter schmackhaft mache, vielleicht mit Apfelmus?

Am Rückweg hielt ich beim Krämer und nahm einen Sack Heucobs mit – die darf Barbie ja fressen. Zurück im Stall habe ich ein paar Heucobs samt dem nicht gefressenen Mineralfutter in Wasser eingeweicht, hat geklappt :-).

Gestern wurde ich von einer Stallkollegin angeraunzt, weil Nepomuk auf dem Vorplatz gegrast hat und er ihre in der Box befindlichen Pferde evt. wild macht. Ich habs überhaupt nicht kapiert, an den Boxen läuft ja jeder vorbei, der zum Roundpen oder Reitplatz will. Wieso jetzt Nepomuk die Pferde in den nach hinten geschlossenen Boxen berunruhigt, wenn er 30m entfernt steht, habe ich nicht gefragt.

Am Wochenende wird es warm, Nepomuk will auf die Weide, mir tut er immer so leid, wenn er traurig am Zaun steht. Barbie darf nicht auf die Weide, ich kann aber nicht ihn rauslassen und sie nicht. Ich werde beide am Samstag mal auf die Weide lassen, Barbie für 10 Min., Nepomuk darf 1 Std. bleiben.

18. Mai 2010

Barbie quält sich

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:59

Gestern konnte Barbie gar nicht gehen, teilweise hatte ich sogar Angst, daß sie umfällt, weil ihr hinten die Beine einknickten. Sie hat es nicht mal zu ihrer „Toilette“ geschafft, so schlecht ging es ihr. Außerdem hatte sie im Stall gelegen (sah man ihr an), das macht sie sonst nie!. Der sah entsprechend aus – das volle Chaos, ich habe ne Komplettreinigung gemacht.

Laut Auskunft einer Stallkollegin ging es Barbie am Samstag noch gut, mir ist völlig unklar, was diesen neuen Schub hinten ausgelöst hat. Sie bekam die vom TA angeordneten Medikamente, haben die letztendlich nix gebracht? Gestern fing ich an, sie homöopathisch zu behandeln (Nux vomica D6). Gegen die extreme Lahmheit wird Bryonia empfohlen, ich hatte D30 zuhause, gab ihr heute 4x stündlich 10 Globuli. Mittags war ihr Zustand etwas besser, sie konnte wieder humpeln, als ich abends fuhr, sah ihr Gang nicht mehr ganz so gequält aus.

Nepomuk nahm ich mit, er wurde gesattelt und im Roundpen longiert. Beim Galopp hat er tolles Rodeo geliefert :-/, mit allen Vieren gleichzeitig in die Luft springen ist für ihn kein Problem. Ich habe solange den Übergang Trab zu Galopp abgefordert, bis er den auf jeder Hand ohne Rodeo gemacht hat. Außerdem konzentriert er sich nicht auf die Arbeit, jeder Grashalm oder der Friese, der rüberkuckt, ist interessanter. Bin ich im falschen Film oder was? Nachdem er auf Kommando nicht hörte, habe ich die Peitsche voll hinter ihm auf den Boden geknallt – danach hat er dann besser aufgepaßt. Er soll ruhig mal ordentlich rennen, er wird schon noch kapieren, daß Befehle befolgen angenehmer ist.

Nepomuk wird jetzt jeden Tag longiert, bis er seine Spinnerei sein läßt. Hufe auskratzen klappte dank Leckerli prima, ansonsten bekam er nix extra. Zur „Belohnung“ durfte er 1 Std. auf dem Vorplatz grasen, bei ihm besteht ja keine Rehegefahr (sonst hätte er schon eine). Er frißt auch völlig anders als Barbie, hebt immer mal wieder den Kopf, kuckt rum, sie dagegen schlingt rein, was geht.

Für Barbie habe ich dann noch einen Trog Wasser neben den Stall gestellt, damit sie nicht so weit bis zur Badewanne laufen muß, außerdem dick Stroh gestreut vor ihrem Außennetz, damit sie weich steht. Beide fressen das Stroh auch, im Netz draußen ist immer genügend drinnen.

Ihr Heu bekommen sie drinnen, damit Barbie auf den weichen Matten steht. Heute etwas mehr, weil ich schon um 17.00 Uhr gefüttert habe, für die Nachbarn dasselbe. Wenn ich eh da bin, füttere ich nun immer alle vier, so braucht Brigitte das nicht machen.

Mal sehen, wie es mit Barbie weiter geht. TA anrufen habe ich überlegt, aber was bringt das? Schmerzmittel soll man nicht länger als 10 Tage geben, die sind schon rum, Aspirin bekommt sie weiter. Gebracht hat das nur kurzfristig was, dann kam ein Reheschub, der schlimmer war als der erste.

Mit Homöopathie bei Tieren habe ich ja gute Erfahrungen gemacht bei meinem Hund Florian – er war schulmedizinisch austherapiert (d. h. die ganzen Medikamente haben nix geholfen), seine Lebensqualität war stark eingeschränkt aufgrund der Schmerzen. Ein degeneriertes Gelenk kann man natürlich nicht heilen, man kann nur die Schmerzen nehmen, dann wird es vom Tier auch wieder belastet. Bei Barbie ist es (hoffentlich) noch nicht so weit, bei ihr besteht Chance auf Heilung.

Sie quält sich jetzt, sie hat Schmerzen, da muß sie durch. Es kommen auch wieder bessere Tage, wo sie schmerzfrei Gras einsaugen kann.

16. Mai 2010

Rückfall

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:04

Barbie konnte heute kaum einen Schritt gehen, hinten rechts hat sie schwer gelahmt. Verstehe ich nicht, vorgestern konnte sie ja schon wieder ganz gut gehen, nun ein schwerer Rückschlag. Mal sehen, wie es morgen ist, evtl. muß ich den TA anrufen. Nachdem beide 1/2 Std. Heu gefressen hatten, nahm ich Nepomuk mit, damit er auf dem Reitplatz rennen konnte. Er schaut nun richtig schön aus mit seiner (etwas längeren) Mähne, im Ansatz sieht man bereits, was für ein „Haarwunder“ er ist.

Nachdem er sich ausgiebig gewälzt hat, war er richtig gut aufgelegt, im gestreckten Galopp über den Platz, Vollbremsung, aus dem Stand wieder mit Vollgas los, ich habe fast nix sagen müssen. Zum Schluß gab er noch ne Einlage – eine Trabstrecke, die aussah, als schwebe er. Bei den Gängen merkt man seinen Araber-Anteil, es schaut alles sehr elegant und leicht aus.

Am Vorplatz durfte er dann 1 Std. Gras fressen, Barbie hat wie immer gewiehert. Geputzt wurde er anschließend, heute bekam er mal das Wiemerskamper Öl drauf, das muß weg. Fürs Hufe auskratzen hatte ich heute eine neue Taktik, hab mir vier Eukalyptus-Leckerlie (meine Nichte bekam die mal bei Krämer geschenkt) in die Tasche gesteckt, er roch sie sofort, sowas ist wesentlich beliebter als Möhre oder Apfel. Und siehe da, er hat nicht rumgestrampelt und fast nicht weggezogen.

Heute bin ich ein wenig unzufrieden, ich möchte auch mal ohne Streß alleine ausreiten. Nepomuk hat nun noch eine Chance mit dem LG-Zaum, wenn er wieder Rodeo macht, um mich abzusetzen, bekommt er ne Wassertrense rein. Außerdem nehme ich nun den Westernsattel, da sitzt man tiefer. Wenn ich nun wieder täglich in den Stall muß wegen Barbie, dann reite ich ihn auch, da wird er sich umschauen *g*. Wenn er mal täglich laufen muß, fehlt ihm hoffentlich bald die Energie fürs Rumspinnen.

Abends habe ich dann gefüttert, die Nachbarn das erste Mal auch. Der Wallach kam gleich an, um Heu aus der Tüte zu stibitzen. Immer wenn ich reingriff, um das Heu ins große Netz zu füllen, hat er weggezuckt – daß ich ihn nicht anfasssen will oder verscheuchen, wird er noch lernen. Als ich mit der Tute zum kleinen Heunetz zog, war das Hafi-Mädi gleich da, sie hat sich auch bedient, während ich ihr Netz gefüllt habe.

Der Isländer-Besitzer sprach mich heute an, weil meine zwei keinen Equiden-Pass haben – als meine geboren wurden, gab es den noch nicht, außerdem waren unsere Hafis ja damals für die Schlachtung vorgesehen. Bisher wollte noch kein TA oder sonst jemand so nen Pass sehen (Zitat: „In Deutschland ist es seit Einführung des Equidenpasses verboten ein Pferd zu schlachten, für das kein Equidenpass existiert.“), wieso auch – falls sie mal aufgrund Krankheit „erlöst“ werden müssen, gehen sie ganz sicher nicht in die Nahrungskette, sondern in die Tierkörperverwertung (ich kann ein Pferd ja schlecht im Garten begraben).

Impfen ist ein schwieriges Thema, mE brauchen unsere Pferde nicht mehr als Tetanus. Meine damalige Tierärztin hat auch gemeint, das reicht.

Bevor ich in meinen Traumurlaub nach Kenya flog, hatte ich mich ausgiebig mit Impfungen (Hepatitis usw.) und Propyhlaxe  (Malaria) befaßt, ich habe vollständig darauf verzichtet. Es ist ja so, daß man Malaria, wenn Symptome auftreten, sehr gut behandeln kann, übrigens mit denselben Medikamenten, die man zur Vorsorge schluckt. Ich halte mein Immunsystem ja für ziemlich robust, vorsorglich Medikamente mit schweren Nebenwirkungen einwerfen, kam für mich nicht in Betracht.

14. Mai 2010

Reheschub abgeklungen und Katzen gegen Mäuseplage

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:38

Barbie läuft wieder normal, das Metacam (Schmerzmittel) ist nun leer, die Gabe von Aspirin stelle ich nun auch ein. Bei ihr war der Auslöser für Hufrehe ja eine Vergiftung, nun muß der Organismus mit Mineralstoffen entgiftet und stabilisiert werden. MicroVital wurde mir dafür empfohlen, auch sehr gut geeignet für Ekzemer, ich habe 3 kg bestellt. Hoffentlich fressen sie das Pulver gerne, evtl. kann man es ja auf eine Apfelhälfte tun. Da ich nicht jeden Tag komme, werde ich mit den Nachbareinstellern reden, natürlich würde ich auch deren Pferde ihr Müsli geben, falls erwünscht.

Gestern kam ich erst abends, Brigitte (eine liebe Stallkollegin) hatte gerade gefüttert. Meine bekommen dasselbe wie die zwei Nachbarn, 1 Tüte (ca. 9 kg) Heu früh und abends, das paßt prima. Heute habe ich die Weide begutachtet und noch etwas nachgesät, das Gras ist durch den vielen Regen stark gewachsen. Den bereits 1x „benutzten“ Stücken sieht man das nicht mehr an, dabei ist es gerade 9 Tage her, daß ich die Weide schließen mußte.

Die Hafis sind natürlich inzwischen total gierig auf Gras, daher riskiere ich keinen Spaziergang mit Barbie. Sobald es nachts wärmer wird (dauert wohl noch), lasse ich sie mal ne 1/2 Std. auf die Weide, beide wollen ja auch mal rennen.

Heute zog ich mit meinen Sachen in den Ex-Schrank von Poldi/Mira um, weil meiner nicht dicht verschließbar war. Die Mäuse haben leider die Abschwitzdecken und einiges andere zerstört, na ja, hätte ich mich besser kümmern müssen. In unserem Heukammerl hatte ich Brot mit Schwarzkümmelöl drauf gelagert und mich gewundert, wohin das verschwand. Gestern schaute ich genauer nach, alles voller Mäusekot und eine meiner Fliegenmasken hatte mehrere Löcher.

Es gibt viele Katzen, die frei aufgewachsen und daher etwas menschenscheu sind. Oft müssen sie dann aus ihrem Revier weggefangen werden, weil sie stören. Kaum einer will so ein Tier aufnehmen, weil es sich nicht anfassen läßt. Für unseren Stall wären zwei Katzen (kastriert natürlich) prima, sie könnten die Mäuse dezimieren. Füttern muß man sie natürlich trotzdem, wäre kein Thema, mache ich. Im Winter könnten sie in unserem Kammerl schlafen, Eingang für Katzen ist vorhanden, dem Jäger müßte man es sagen, damit er sie nicht abschießt. Ich werde mal den Stallbesi fragen, was er dazu meint.

Ein traumhaftes Leben hätten die Katzen auf der Ranch, zwar gibt es einige Einsteller mit Hunden, das sehe ich nicht als Problem – meine vier Freigänger wissen auch mit Hunden, die sie jagen, umzugehen. Meine Mucki stammt übrigens von einem Reiterhof, der Wurf sollte getötet werden (die hatten ihre Katzen nicht kastriert), eine Einstellerin nahm die Babies daher mit. Ich las die Anzeige, fuhr nach Erding, sah mir Mucki an und nahm sie mit, da war sie 8 Wochen alt.

Sie lebt fast nur draußen, wird daher auch draußen gefüttert, läßt sich gerne mal kurz streicheln, spielt gerne im Garten mit mir. Nach ihrem ersten Wurf im März 1997 wurde sie kastriert, danach hat sie keinen TA mehr gesehen. Keine Impfungen, nie krank, inzwischen ist sie 15 Jahre und topfit.

Ich halte ja nicht sooo viel vom Impfen, meine Katzen und Hunde wurden nur grundimmunisiert, genau wie ich. Ja gut, als mich mal ein fremder Hund biß, hat mich der Arzt nicht mehr weggelassen ohne Tetanus-Auffrischung, alle 10 Jahre lasse ich mir eingehen (wurde ja auch schon von Mäusen gebissen, als ich sie retten wollte). Unsere Pferde haben keinen Impfpass, ich habe sie Anfang 2009 gegen Tetanus impfen lassen auf Drängen der damaligen Stallbesi, ich halte den Impfwahn für Geldmacherei.

12. Mai 2010

Ich staune …

Filed under: Allgemein — admin @ 20:27

… wie schnell Barbie abnimmt. Heute beim Putzen fiel mir auf, daß sie auf der Seite etwas „eingefallen“ ist, das schaut komisch aus. Man kann bei ihr nun ohne Druck die Rippen ertasten und der Mähnenkamm war heute gut beweglich. Barbie nimmt sehr schnell ab, das erklärt auch, warum sie nach dem Hungerwinter 2008/09 zu dünn war, Nepomuk dagegen „nur“ schlank. Sein Bauch war heute rund wie immer, er baut bei weniger Futter nicht so schnell ab wie Barbie.

Der Hufverband hat sich fast aufgelöst, daher läuft sie etwas vorsichtig, morgen werde ich ihn abmachen. Pulsieren am Kronbein oder Wärme am Kronrand konnte ich bei Barbie nicht mehr feststellen, zum Vergleich fasse ich immer Nepomuks Hufe an. Gestern war ich nicht im Stall, daher bekam sie keine Medikamente. Vom Verhalten her hat man heute nicht gemerkt, daß sie Schmerzen hat, allerdings haben sich beide kaum bewegt.

Als ich mittags kam, bekamen sie eine Portion von dem neuen, guten Heu, beide standen am Netz, bis das leer war. Währenddessen habe ich sie gestriegelt, sogar die Beine geputzt, normal bin ich ja dafür zu faul :-). Eine Stallkollegin kam mit ihrem Mann, er brachte ein Zahlenschloß an unserer Kammer an – finde ich gut!

Abends bekamen meine ca. 7 kg Stroh in ihr Außennetz, innen ca. 7 kg Heu mit 3 kg Stroh gemischt. Meine Bekannte sagt, 6 kg Heu pro Pferd am Tag müssen es mindestens sein, dazu brauchen sie ausreichend Stroh, damit der Darm in Bewegung bleibt. Nur weil Barbie Hufrehe hat, heißt das nicht, sie ist auf Nulldiät – damit riskiert man eine Kolik.

Sobald das Wetter fruktanmäßig paßt, lasse ich beide mal ne 1/2 Std. auf die Weide, Nepomuk auch länger, falls sich das einrichten läßt.

Reiten wäre mal wieder nett, meine Bekannte meint, ich soll Nepomuk ein Gebiß reintun. Wenn er dann sein Rodeo anfängt, kann ich ihn besser händeln. Bei meinen zwei Stürzen von ihm war es halt so, daß ich gar nicht dazu kam, die Zügel anzuziehen. Wer Rodeo reiten aus dem TV kennt, weiß, was ich meine.

Barbie ist anders, sie buckelt beim Galopp, man hat Zeit, ihr den Kopf hochzuziehen (das geht gebißlos oder auch nur mit Halfter), dann hört sie auf. Im Schritt oder Trab ist sie absolut zuverlässig. d. h. sie hat nicht die Absicht, den Reiter mit Vorsatz abzusetzen – Nepomuk schon.

Ich werde ihn mal im Roundpen mit Sattel longieren und dann dort reiten, vielleicht macht er ja nix mehr. Scheuermäßig geht es derzeit gerade noch, sobald es wärmer wird mit Sonne, wird er eingedeckt.