Dauerregen seit gestern, nur noch 14 Grad, von einem Wetterextrem ins andere. Glücklicherweise hat es meist nur genieselt, als ich heute im Stall war. Zwei Bretter haben Barbie und/oder Nepomuk rausgetreten, die lagen mit den Nägeln nach oben da. Ei ei, hoffentlich ist keiner reingetreten. Obwohl kein Heu mehr da war, standen beide im Stall, also bekamen sie erst mal Futter. Stall ausgemistet, gebest und auf die große Wasserlache am Eingang bereits zertretenes Heu gestreut. Weide abgemistet, die beiden Helden sind aber im Stall geblieben.
Als sie wieder draußen am Heunetz standen, wurde Hufe ausgekratzt. Barbie hat heute nicht gestrampelt, im Gegenteil, sie hat die Hufe hinten alleine hochgehalten, so daß ich die linke Hand frei hatte. Sobald man festhält, baut sie Gegendruck auf bzw. strampelt gerne mal. Mir ist es recht, wenn sie den Huf alleine hält, hoffentlich bleibt das so.
Den Zaun habe ich heute umgesteckt, so daß sie ein bissi Gras haben, keiner ließ sich blicken. Nepomuk habe ich dann rausgeführt, beide haben sich gefreut, vermutlich ist morgen alles weggefressen. Mein Weidemanagement fruchtet nun, immerhin haben sie nun alle paar Tage wieder etwas mehr Gras zu fressen. Die Alternative wäre gar keine Absperrung, die Pferde fressen dann jeden Halm bis auf die Grasnarbe ab, haben letztendlich nix und machen dadurch noch die Weide kaputt. Meine sind mit Heu auch zufrieden, richtige Stallhocker sind sie geworden.
Überlegen muß ich, was ich weiter füttern werde, Nepomuks Kräuter (Allergosan) und Barbies (Rehe-Ex) sowie das Rehe-Müsli sind bald zu Ende. Kräuter finde ich gut, dazu Mineralfutter und Leinöl. Ich werde versuchen, selbst ein paar Kräuter zusammenzustellen …. [1 Std. später] …. sodele, nun habe ich eingekauft
. 10 kg Kräuter (je 1 kg), dazu Bierhefe sowie Schwarzkümmel- und Leinöl. Zuhause werde ich für jeden ca. 5 kg zusammenmischen, zum Aufpeppen ein wenig Hafer dazu, für jeden _einen_ Jutesack. Damit ist dann das Füttern wesentlich einfacher, jeder bekommt dann 2 Becher seiner Kräuter (ca. 150 gr), drüber ein bissi Lein- oder Schwarzkümmelöl und fertig. Das Mineralfutter (formula4feet) ist auch bald zu Ende, werde damit mal pausieren.
Wenn man von Wildpferden ausgeht, ist der Speisezettel ziemlich breit gefächert. Neben Gras werden diverse Kräuter, Blätter von Bäumen, Tannengrün, Äste, Rinde usw. gefressen. Unsere Hauspferde haben diese Auswahl nicht, wo gibt es denn noch Kräuterwiesen? Und das Heu wird von Wiesen gemäht, die vermutlich ursprünglich für Kühe angesät wurden und daher vom Saatgut natürlich eine andere Zusammensetzung haben, als eine, die für Pferde sinnvoll wäre.
Zurück zur Natur
, Öl gibt es da zwar nicht für Wildpferde *g*, ich muß meinen aber ihren Kräutermix ein bissi schmackhaft machen und das Leinöl ist sehr beliebt.
Ich finde, beide haben noch nie besser ausgesehen als heute – schönes glänzendes Fell, prima Mähne. Natürlich gibt es immer was zu verbessern, z. B. eine dichtere Mähne, da hoffe ich auf das Haartonikum. Barbies Abszess ist natürlich das größte Problem, scheint mir aber gut auszuheilen. Ihre Hufqualität hat sich stark verbessert, seit ich sie betreue, ich werde natürlich dran bleiben.
Nepomuk hat das erste Mal in seinem Leben den Großteil seiner Mähne über den Sommer behalten und für nächstes Jahr sind wir top aufgestellt. Bis auf ein paar kleine Wunden an den Ohren und am Schlauch ist er beschwerdefrei, da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich.
Reiten ist mit beiden inzwischen auch relativ problemlos möglich, meine Nichte hat immer fleissig Unterricht genommen und wird mit Barbie gut zurecht kommen (sobald Barbie wieder geritten werden kann). Dann werden die Pferde regelmäßig geritten, wir nehmen dann auch zusammen Unterricht.
Die Zukunft schaut rosig aus