30. August 2010

Nepomuk kommuniziert

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:54

Bevor ich es vergesse, hier habe ich ein paar Urlaubsfotos online gestellt.

Heute kam Hufpfleger Billi, ich nahm Nepomuk um fünf raus zum Putzen. Ein Sauwetter, 10 Grad, dazu ein ekliger Wind, mich hat es ziemlich gefroren. Nach 20 Min. Putzen ließ ich Nepomuk auf dem Vorplatz grasen, darüber freut er sich immer. Nach 15 Min. kam er auch unters Dach, weil die 4 Pferde aus dem großen Stall an den Zaun kamen. Sie haben die Köpfe zusammengesteckt, es gab Gequicke, aber keiner ging weg. Irgendwann gingen drei auf die Weide, das braune kam aber wieder zum Zaun, vorher wurde es ein wenig abgedrängt von den anderen. Wieder Gequicke, aber nie von Nepomuk, der blieb stumm. Ich stand die ganze Zeit daneben, um im Notfall einzugreifen, sie haben sich aber nichts gemacht, nur die Nasen zusammengesteckt und ein bissi Fell gekrault.

Nepomuk ist ja ein großer Fan von gegenseitiger Körperpflege aufgrund seines Ekzems, er hat wohl nicht kapiert, daß das mit diesen Pferden nicht geht, sie kennen ihn ja nur vom Sehen. Außerdem machen andere die nicht so intensiv wie er mit Barbie, die er quasi schon jahrelang darauf trainiert hat.

Billi machte die Hufe, was problemlos klappte, er meinte, ich hätte rumgeschnitten, weil die Sohle so dünn sei und allgemein nichts nachgewachsen ist. Dabei habe ich gar nichts gemacht an seinen Hufen, wollte zwar, es kam aber immer was dazwischen. Ausgeritten bin ich das letzte Mal am 28. Juni, an starker Abnutzung kann es also nicht liegen. Billi war das letzte mal am 17. Juli 2010 da, seitdem stand Nepomuk mehr oder weniger (außer ein paar Mal Reitplatz). Ich soll jetzt nicht mehr auf hartem Boden reiten, mich wundert das alles.

Bisher hatte Nepomuk immer super Hufe, er ging noch nie fühlig (Barbie ja schon immer). Hufprobleme hat er noch nie gehabt, obwohl er früher wesentlich weniger oft ausgeschnitten wurde (in Tirol ca. 2 mal pro Jahr, danach ca. alle 8 – 12 Wochen).

Nepomuk durfte wieder in den Stall und hat sich sofort Barbie geschnappt zum gegenseitigen Beknabbern. Die Decke habe ich heute weggelassen, es ist arschkalt und regnet meistens, da kann der Juckreiz nicht sooo groß sein (habe ihn vorsichtshalber eingeschmiert).

Am Samstag ist von 9.30 bis 17.00 Uhr mein Hufkurs, leider in Dachau. Wenn es nicht regnet, fahre ich mit dem Motorrad hin, das geht schneller – außerdem muß die F auch mal wieder bewegt werden.

Den Schmied für Barbie habe ich kontaktiert, mal sehen, wann er kommen kann. Ihre Vorderhufe schauen auf den ersten Blick arg aus, links vorne ein deutlicher Riß in der Hufwand, rechts ist seitlich schon länger ein ziemliches Stück rausgebrochen. Trotzdem läuft sie inzwischen besser als nach dem letzten Ausschneiden, wo sie weder den Riß noch das Rausgebrochene hatte.

Heute wollte sie sich wieder mit rausdrängeln, als ich Nepomuk holte – ein gutes Zeichen, das hat sie schon ewig nicht mehr versucht. Beim Zurückbringen hat sie ebenfalls versucht, zu entwischen, ich habe ihr eine gepfeffert. Momentan mag ich sie nicht besonders, den Tritt in mein Gesicht habe ich ihr noch nicht verziehen. Sie merkt, daß ich nicht gut auf sie zu sprechen bin, ich lasse sie in Ruhe, kein Hufauskratzen mehr. Jetzt muß sie auf mich zukommen, sich anbieten, wenn nicht, wird sie nicht großartig beachtet. Nepomuk schon, er durfte heute am Vorplatz grasen, Barbie stand am Zaun und hat gewiehert. Sie weiß genau, was Sache ist, sie will auch raus – aber dafür erwarte ich Kooperationsbereitschaft.

Der Zeitpunkt ist eh gerade günstig, bei den derzeitigen Temperaturen ist die Gefahr von Hufrehe groß, ich habe daher heute auch kein Gras zugesteckt. Andere Rehepferde sehen jahrelang kein Gras, haben einen kleinen Paddock und eine Box – dagegen hat Barbie ein schönes Leben. Immerhin ein bißchen Gras und die Möglichkeit, sich ständig zu bewegen.

Mir graut schon, wenn der Schmied kommt, ein Glück, daß er einen Aufheber dabei hat. Ich denke, die beiden werden mit Barbie schon fertig werden, ohne daß sie sie schlagen müssen. Mit Billi wäre es eh nicht mehr gegangen, zu gefährlich für ihn.

Ich hoffe, im Hufkurs lerne ich einiges, so daß ich die Hufe unserer Pferde selbst besser beurteilen kann. Wenn das klappt, mache ich im Oktober noch einen 3-Tage-Intensiv-Kurs, und dann schneide ich die Hufe selber aus. Das spart auf Dauer ne Menge Geld, die Pferde leben ja vermutlich noch 10 – 20 Jahre.

Fielmann hat sich heute wegen meiner Beschwerde gemeldet, ich bekomme die Gläser auf Kulanz ersetzt – sehr kundenfreundlich. Das Geld werde ich in eine Ersatzbrille investieren, da muß ich zwar noch einiges drauflegen, aber egal. Dafür nehme ich dann die billigsten Gläser, das Wichtigste ist ja, daß ich überhaupt was sehen kann, wenn meine Hauptbrille kaputt geht.

28. August 2010

Urlaub auf Kreta

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 17:06
Ein toller Urlaub, schöner geht fast nicht mehr. Aber von Anfang …

… der Flug nach Heraklion war problemlos, unser Mietwagen hatte kleine Defizite, fuhr aber zuverlässig. Im Dunkeln die 110 km bis zum Hotel waren etwas mühsam, man kennt die Strecke nicht, teilweise ziemlich kurvig, daneben sehe ich nachts sehr schlecht. Unser Hotel Vantaris Palace fanden wir auf Anhieb, an der Rezeption erwartete uns eine Überraschung.

Obwohl wir nur ein Doppelzimmer (für 4 Personen) gebucht hatten, bekamen wir eine Junior-Suite mit eigenem kleinen Pool und Blick aufs Meer. Das Zimmer (eigentlich zwei) war sehr groß, außerdem hatten wir eine riesen beleuchtbare Terrasse mit Liegestühlen sowie Tisch und Stühlen.

Das Beste war aber der eigene Pool, im großen vom Hotel waren wir nicht ein mal drinnen. Zum Meer und der Strandbar waren es keine 100m, ebenso zum Haupthaus (Restaurant, Bar).

Als es sehr windig und daher das Baden im Meer wegen der hohen Wellen und dem Sog verboten war, machten wir einen Ausflug zum Kournas See zum Baden, sehr idyllisch. Nach Chania fuhren wir zum Shoppen, leider bogen wir zu früh von der Hauptstraße ab und standen dann im Stau. Man muß gelassen bleiben, das Verkehrschaos in Chania war beeindruckend. Zwischen der Masse Autos jede Menge Roller- und Motorradfahrer, die meisten ohne Helm und in kurzen Hosen, man muß höllisch aufpassen, niemanden umzunieten.

Am Mittwoch Abend war dann Reiten am Strand angesagt, wir wurden abgeholt, die Ranch lag ein Stück weit in den Bergen.

Von den Pferden hatte ich einen guten Eindruck, sie sahen gepflegt aus, je nach Hufqualität nur vorne oder vorne und hinten beschlagen. Ich bekam eine Schimmelstute namens Dolly, Lucia und ihre Freundin Moni erhielten auch weiße Pferde. Der Weg runter zum Strand war manchmal steil, dazu teilweise steinig, bis dahin dauerte es geschätzte 40 Min. (nur Schritt).

Es wurde nochmal nachgegurtet und dann gings los mit Galopp, immer schön hintereinander. Leider hatte ich keine guten Schuhe an und daher keinen Halt in den Steigbügeln, so daß die mir hochrutschten, was ziemlich schmerzhaft war.

Egal, es war traumhaft, die Sonne ging gerade unter und wir galoppierten 3,5 km mit ca. drei Mal 3 Min. Unterbrechung (Schritt) den Strand lang bis zu unserem Hotel, wo meine Schwester und mein Neffe warteteten zwecks Foto.

Konditionell bin ich ja eine absolute Null, mir ging langsam aber sicher die Luft aus. Es wurde gewendet und zurück galoppiert, das war heftig. Die Freundin meiner Nichte wollte vor mich, also gut, nun hatte ich aber Lucia hinter mir, die zu nah aufritt.

Plötzlich streckt Dolly den Kopf zu Boden und schlägt nach Lucias Pferd – dafür habe ich Lucia hinterher den Kopf gewaschen *g*.

Zum Schluß hin war ich ziemlich fertig, meine Lunge brannte und meine Füße schmerzten extrem. 7 km quasi im Stück galoppieren ist für mich sehr anstrengend, obwohl ich meist im leichten Sitz ritt. Sitzen bleiben war noch anstrengender, Dolly hatte einen ziemlich harten Gang. Getrabt sind wir auch ein Stück, das ging noch, aber kein Vergleich zu der butterweichen Gangweise meiner Hafis.

Wir ritten durch einen Fluß, der ins Meer mündete, und dann auf der Straße die Strandpromenade von Georgiopoulos lang. Es war bereits dunkel und die Touris saßen beim Abendessen, so mancher zückte seinen Fotoapparat für unsere 11 Pferde (galoppiert wurde in zwei Gruppen).

Das war cool :-), die Pferde waren den ganzen Rummel aber natürlich gewohnt. Dann ging es zurück auf den Berg, insgesamt waren wir 2 Std. unterwegs.

Die Pferde der Ranch sind viel arbeiten gewohnt, der Strandausritt wird früh und abends angeboten, daneben gibt es noch Tagesritte. Dolly hat nach 7 km im Sand galoppieren nicht mal besonders schwer geschnauft, vom Tempo her hätte sie noch viel schneller gewollt (war aber nicht erlaubt). Den Berg runter und rauf im Schritt ist auch anstrengend, alle Pferde hatte eine dementsprechende Muskulatur.

Zurück im Stall, bin ich beim Füttern mitgegangen, jedes Pferd (auch die Ponys und Hafis) bekam ca. 2 Liter Hafer – den brauchen sie aber auch.

In der Hochsaison müssen die Pferde viel gehen, in ca. 4 Monaten müssen sie ja ihren Unterhalt fürs ganze Jahr verdienen, und den ihrer Besitzer auch. Obwohl die Saison schon lange läuft, sind die Pferde keine Lahmärsche, sondern vermitteln den Eindruck, daß es ihnen Spaß macht.

Ich fand den Ausritt toll, sowas macht man nur ein Mal im Leben – auch wenn ich danach grün und blau war wegen der unpassenden Schuhe.

Zurück im Hotel, war es zu spät fürs Abendessen, was mich aber nicht gestört hat. Wir hatten ja All inclusive, das Essen (immer Buffet) war gut, die Auswahl hat auch gereicht. So viel Fleisch und Fisch, wie ich dort in einer Woche gegessen habe, esse ich zuhause ungefähr in einem halben Jahr. Suppe, Eis oder früh ein Ei esse ich normal nie, dort fast täglich – ich habe immer reingeschaufelt, bis ich nicht mehr konnte *g*.

Nachts war ich oft im Meer baden, das war gigantisch. Das warme Wasser, der Blick auf die beleuchteten Hotels und über mir der Sternenhimmel. Dann noch in unseren beleuchteten Pool gehopst, viel besser als fernsehen :-).

Leider war keine Zeit, um mir ein Motorrad zu mieten. Ein Mal bin ich mit dem Auto in die Berge, weil ich mich verfahren hatte, das wäre was für eine Enduro gewesen. Kurven und Serpentinen ohne Ende, dazu eine phantastische Aussicht – einfach nur genial.

Gestern Nacht um 23.10 Uhr deutscher Zeit sind wir in München gelandet, kamen aber erst um ca. 0.30 Uhr vom Flughafen weg, weil mein Koffer verschwunden war. Ich hoffe, der wird heute noch geliefert, damit ich morgen waschen kann. Fotos folgen noch, meine Kamera ist im Koffer.

Mein Kater Gismo wurde krank, als ich weg war, er hat 4 Tage nichts gefressen und lag nur auf der Couch. Meine Tante war mit ihm beim Tierarzt, der konnte allerdings nichts Ernsthaftes feststellen. Gismo hatte wohl Sehnsucht nach mir, da muß er aber durch, ich kann wegen ihm nicht ständig zu Hause bleiben.

Heute war ich bei den Hafis, Nepomuk fehlt ein Stück Mähne, ich vermute, die Haare sind durch die Decke abgebrochen. Auf der Stirn hatte er eine blutige Wunde, doof, ich hatte gehofft, die Scheuerzeit wäre vorbei.

Barbie war sturz dreckig, ich habe sie ein bissi geputzt. Sie eiert immer noch, ihre Vorderhufe schauen nicht gut aus. Für sie werde ich den Schmied bestellen, für Nepomuk Hufpfleger Billi.

Nachdem ich ihnen ein Stück Gras zugesteckt hatte, war ich nicht mehr interessant – eh klar. Reiten werde ich vorerst nicht, habe noch Muskelkater von Strandausritt. Dolly trug einen Wintec-Sattel, den fand ich ziemlich unbequem.

Meine Wunden im Gesicht durch Barbies Tritt sind dank Meerwasser sehr schnell verheilt, man sieht fast nichts mehr davon. Bei Fielmann war ich heute wegen neuer Gläser, ich soll trotz Versicherung EUR 53,00 zuzahlen – werde mich beschweren.

An diese wunderbare Woche auf Kreta werde ich gerne zurückdenken, mehr kann man von Urlaub eigentlich nicht erwarten.

19. August 2010

Glück im Unglück

Filed under: Allgemein — admin @ 18:48

Komisch, daß mir immer vor einem Urlaub was zustößt – ich schaue aus, als ob ich verprügelt worden wäre. Das kam so: ich kratze Barbie hinten rechts den Huf aus, plötzlich knallt der mir voll ins Gesicht auf die Brille. Ich fliege 2m, die Brille fällt runter, mir strömt das Blut aus dem Gesicht. Direkt neben dem Auge habe ich eine ziemliche Wunde, wo sich der Nasenhalter der Brille ins Fleisch gebohrt hat, daneben über der Nase noch eine, ziemlich groß.

Ein Glück, daß die Brille fast heil geblieben ist, ich habe nämlich keinen Ersatz. Das rechte Glas hat nun einen kleinen blinden Fleck und das linke ist teilweise arg zerkratzt. Gut, daß ich eine Brillenversicherung abgeschlossen habe, als ich mir vor einem Jahr diese Brille gekauft habe (die alte verlor ich beim Sturz von Barbie mit anschließender Operation). Nach dem Urlaub lasse ich mir neue Gläser machen.

Hoffentlich beißt das Meerwasser nicht so arg in den Wunden, ansonsten muß ich mir ne Taucherbrille kaufen. Was solls, es hätte schlimmer kommen können, gebrochene Nase oder Verlust der Brille.

17. August 2010

alles im grünen Bereich

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:25

Meine Tante und Lucia waren heute mit im Stall, Barbie und Nepomuk kamen gleich von der Weide, als sie uns sahen. Barbie wollte mit rausgehen, wir nahmen beide mit zum Putzplatz. Zu dritt sind zwei Pferde relativ schnell geputzt, ich habe ihnen dann die Hufe ausgekratzt und Lucia hat den Kronrand mit Huffett einbalsamiert. Barbies Riß im linken Vorderhuf schaut mir nicht gut aus, der wird immer länger, in meinen Augen kommt der durch den zweiten Wundkanal des Abszesses, der nahe am Tragrand durchgebrochen ist. Trotz diesem Riß läuft sie inzwischen langsam besser, ich denke mal, der macht nix aus. In 4 Wochen hat sie sich bezüglich Fühligkeit hoffentlich soweit erholt, daß ich den Schmied kommen lassen kann.

Beide durften dann noch am Vorplatz Gras fressen, das ist für sie ja das Höchste. Nachdem sie zwei Leute zur Aufsicht hatten, konnte ich im Stall eine weitere Scheuerbürste anbringen sowie die bisher vorhandene umsetzen (war zu nahe am Lecksteinhalter). Noch schnell ein paar neue Haken für die Netze angebracht sowie Karabiner, dann kam die Mannschaft schon an. Sie bekamen ihre Kräuter und trollten sich sofort wieder auf die Weide, anscheinend mögen sie das derzeitige Heu nicht.

Nepomuk bekam Barbies Decke angezogen, damit ich seine waschen kann. Zuhause habe ich dann noch für beide ihre Kräuter gemischt, Weidenrinde sowie Hagebutten muß ich ja im Mixer zerkleinern. Schwarzkümmelpresskuchen habe ich auch pulverisiert und für beide untergemixt, bei der Dosis reicht mein Vorrat für Jahre *weia*.

Bemerkt habe ich *g*, daß meine Kräuterfütterung ganz schön ins Geld geht, 1 kg kostet ca. EUR 10,00. Bei 100 gr am Tag pro Pferd sind das EUR 60,00 im Monat, dazu noch Leinöl und Barbies Rehe-Mineralfutter. Ich werde das auf 75 gr reduzieren und ab September auf 50 gr. Nepomuks Ekzem dürfte bald vorbei sein, er bekommt über den Winter dann nur noch täglich ne Hand voll Hafer (der muß weg) und ein günstiges Mineralfutter. Barbie wird wohl weiterhin Kräuter bekommen und spezielles Mineralfutter für EMS-Pferde.

Beide haben inzwischen eine super Figur, ganz ohne Diät und großartige Bewegung – der Stoffwechsel funktioniert halt nun dank der Kräuter.

15. August 2010

Trensen-Trauma

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:02

Heute wollte ich reiten, nach der letzten Aktion, wo Nepomuk sich fast erhängt hätte, konnte ich ihn aber nicht auftrensen. Geholt hatte ich ihn mit Knotenhalfer, das ist praktisch, weil man beim Aufziehen seine Ohren nicht berühren muß. Halsriemen anziehen klappte auch, man muß halt aufpassen. Bei der Trense ist er immer wieder ausgewichen, als ich ihm sagte, er soll stehen bleiben, bekam er den starren Blick. Mir tat er leid, er hatte wohl ziemliche Angst. Ich hätte das Auftrensen erzwingen können, aber Nepomuk ist zu sensibel für „Gewalt“. Also wieder abgesattelt, nach dem Urlaub werde ich es wieder versuchen. Sobald seine Wunden am rechten Ohr abgeheilt sind, ist auftrensen ja kein Problem, bis dahin reite ich halt nicht mehr.

Im Stall zurück, habe ich Barbie die Hufe ausgekratzt. Als sie hinten links einen Tritt andeutete, gabs Ärger. Ein Überraschungsangriff von mir *g*, ich habe sie angebrüllt daß die Wände gewackelt haben, und ihr gleichzeitig mit der flachen Hand (um meine Entschlossenheit zu demonstrieren) eine auf den Hintern gehauen. Nepomuk, der neben uns stand, ist gleich 5m weggesprungen, so hat er sich erschrocken. Ehe ich überhaupt hingekuckt habe, hielt Barbie den Huf freiwillig hoch und hat nicht mehr gezuckt – na also, geht doch.

Die Weide habe ich heute komplett neu abgesteckt, das war einiges an Arbeit. Nun haben sie einen langen Treibgang und das hinterste Stück der Weide. Ein ziemlich großes, das muß  reichen, bis ich aus Kreta zurück bin. Gut für Barbie, da muß sie ziemlich laufen. Die Nachbarn sowie die große Gruppe bekamen den bisher abgetrennten hinteren Teil nun auch dazu, nach ein paar Tagen dürfte das aber weggefressen sein, dann haben sie wie die letzten Wochen auch quasi nix mehr.

Meine haben die letzten Wochen alle 2 Tage immerhin ein Stück Gras dazu bekommen und es ist schon wieder einiges nachgewachsen. Was ich heute abgesperrt habe, habe ich abgemistet, war wenig, das meiste scheißen sie im Treibgang am Eingang der Weide. Dort ist eh nur Erde, ich halte eine „Laufspur“ frei, damit sie nicht in den Mist treten müssen.

Als beide heute beinander standen, um sich zu knibbeln, fiel mir auf, wie stark Barbie abgenommen hat. Der Mähnenkamm ist super beweglich, die Schulter sowie Rippen ertastbar, ihr Heubauch ist geringer als der von Nepomuk. Beide haben eine prima Figur, leider schauen Barbies Vorderhufe nicht so gut aus. Rechts ist ein ordentliches Stück am Tragrand weggebrochen und links ist der Riß in der Hufwand ca. 2 cm lang und auch tief (Gras bleibt drin hängen), daneben ist ja der Kanal von dem durchgebrochenen Abszess.

Was soll ich rumschneiden, ohne mich auszukennen, Barbie wird eh nicht bewegt und im September kommt der Schmied. Ihre Hufe haben nach dem Kauf wesentlich schlimmer ausgesehen und sie hat keinen Schmied rangelassen. War auch kein Problem, die Zeit heilt alle „Wunden“.

Heute habe beide bei ihrer gegenseitigen Körperpflege beobachtet und den Übeltäter ausgemacht, der Nepomuks Mähne reduziert – Barbie! Sie bearbeitet nicht nur sein Fell, sie beißt in seine Haare, auch am Schweif, und bricht sie dadurch ab. Er macht dasselbe bei ihr, Barbies Mähne ist daher auch ziemlich dünn.

Ja gut, ist vielleicht normal, den Pferden ist ihre Mähne ja egal – aber mir nicht. Ich behandel und mache mir Gedanken, was schief läuft … und die zwei Deppen beißen sich die Haare ab.

So sind halt Tiere, nun weiß ich wenigstens Bescheid.

13. August 2010

Frei-Springtraining mit Nepomuk

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:08

Gestern fuhr meine Tante mit in den Stall, damit ich ihr zeigen konnte, wie das mit Nepomuks Decke funktioniert. Ich habe zwei Schubkarrn Mist von der Weide geholt, während meine Tante die lange Schnur entwirrt hat, morgen brauche ich sie ja wieder. Ich werde doch den vorderen Teil absperren und noch einmal mit von hinten abfressen anfangen. Vor meinem Urlaub bekommen sie ein etwas größeres Stück, es ist ja nur, damit sie etwas Beschäftigung haben.

Heute Mittag kamen meine Stangenhalter, die wollte ich ausprobieren. Nepomuk war heute ausgesprochen brav, ließ sich sofort das Halfter aufziehen und machte kein Theater wegen seiner Ohren. Wir kamen bis zum Putzplatz, ohne daß er wie sonst Gras stiebitzen wollte, da schau an. Was wohl daran liegt, daß sie gestern das letzte Stück prima Gras zugewiesen bekamen, außerdem beide Heunetze voll. Heute war in beiden noch Heu drinnen, die Pferde standen aber auf der Weide.

Das Hindernis hatte ich nahe am Zaun aufgebaut und den Innenpfosten mit drei Pylonen sowie einer Holzstange „gesichert“, so daß Nepomuk schlecht ausweichen kann. Erst mal habe ich meine drei Schwimmnudeln im Abstand von ca. 90 cm ausgelegt und ihn ein paar mal drüber geführt. Dann eine auf die unterste Stufe gelegt (28 cm) und Nepomuk laufen lassen. Nachdem er sich außen vorbei gequetscht hat, kam dort eine Pylone hin.

Nepomuk ist viel galoppiert, ein paar Mal war er schneller als ich und ist am Hindernis vorbei, drei Mal aber mit einem Riesensatz drüber. Ich also die zweite Schwimmnudel aufgelegt, ca. 50 cm, keine Höhe für ihn. Er galoppiert wieder an auf dem Hufschlag und springt locker über den Stangenhalter, der ca. 90 cm hoch ist. Mit einem großen Abstand, geschätzt 20 – 30 cm, Wahnsinn!.

Daß Nepomuk ein top Sport-Haflinger ist, hat sich heute wieder mal bestätigt. Trotz bester Veranlagung kam er in die Wurst,  vermutlich wegen seines Ekzems. Er hat super elegante Gänge, er kann springen, er hat einen tollen Behang (falls man den mal retten kann über den Sommer) und er hat eine tolle Hufqualität.

Für sein erstes Springtraining in seinem Leben hat er das super gut gemacht, er wurde daher überschwenglich gelobt und bekam zwei Karotten. Ich denke, ihm hat es Spaß gemacht, mal was neues.

Ich denke, mit Training könnte er locker 1,20 m springen, will ich aber gar nicht, sowas geht ja extrem auf die Beine. Gelegentlich mal ein Freisprungtraining mit ca. fünf Sprüngen rein zur Abwechslung reicht, ist ja auch gut zum Muskelaufbau.

Zurück im Stall, habe ich noch eine Schubkarre Mist von der Weide geholt, die neue Abgrenzung mache ich am Wochenende.

Barbie ist ja nun ohne Schuhe,  auf der Weide kann sie problemlos traben. Wenn ich Nepomuk mitnehme, bleibt sie 5 m vom Tor entfernt, früher hat sie immer versucht, sich mit rauszudrängeln. Ich habe mich entschlossen, Barbie solange (ohne Krankenschuhe) stehen zu lassen, bis sie von selber wieder mit raus will, egal wie lange das dauert. Es besteht ja keine Notwendigkeit, Barbie zu irgendwas zu zwingen, sie weiß schon, was für sie gut ist (meistens jedenfalls). Die Hufschuhe können wir später dann zum Spazieren gehen oder Ausreiten nehmen.

11. August 2010

schlecht drauf

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:20

Kreislaufmäßig war ich gestern etwas schwach beinander, evtl. ging deshalb alles schief.

Nepomuk geputzt und gesattelt, zum Trense aufziehen mache ich ihm das Halfter ab, hänge den Panikhaken in den Eisenring und schlinge ihm den Rest locker um den Hals. Er hat ja einen LG-Zaum, den ich unten immer öffne, damit ich seine empfindlichen Ohren nicht berühren muß. Ich will ihm vorsichtig die Trense über die Ohren legen, plötzlich steigt er und zieht mit aller Kraft rückwärts. Der Strick zieht sich enorm zu  (leider, so mache ich das nicht mehr), verklemmt sich mit der Trense, welche ihm sein rechtes Ohr nach hinten umbiegt.

Das muß enorm weh getan haben, jedenfalls stand er wie ein Einser, ich in Panik, ich dachte, er bekommt keine Luft mehr. Erst mal den Panikhaken gelöst und dann versucht, die Trense runter zu kriegen, was mir glücklicherweise schnell gelang, dadurch war sein Ohr wieder frei. Nepomuk ging gleich auf die Wiese und beruhigte sich dadurch schnell wieder, ich versuchte, den Strick zu lösen. Das klappte nicht, also ein Messer gesucht und das Teil durchgeschnitten.

Puh, mir hats gereicht, fast hätte er sich erhängt. Nächstes Mal nehme ich den Halsriemen mit, da kommt er raus, wenn er Panik hat (oder reißt den Karabiner kaputt). Bis er sich sein Halfer draufmachen ließ, hat es gedauert, nicht mal mit einem Leckerli war er zu bestechen. Ihn auftrensen, habe ich mich nicht mehr getraut und nach der Aktion, daher ließ ich ihn erst mal so auf dem Reitplatz laufen. Ich brachte dann Zügel am Halfer an und stieg auf, wohl war mir nicht, Nepomuk war aber brav. Dann kamen die Insekten, ich hatte ihn zwar eingesprüht, aber das half nix. In einer Tour hat er sich mit dem Kopf auf die Brust und sonstwohin geschlagen, um die Viecher loszuwerden – ich war bedient. So kann man nicht arbeiten, durch sein Ekzem ist er halt ziemlich empfindlich mit den Flugsauriern.

Ihn zurückgestellt, Barbie sollte mitgehen. Sie will nicht und flüchtet in den Stall – also gehe ich erst mal zu einem Ratsch zu den Stallkollegen. Wieder zurück, bewaffne ich mit einer Gerte und bekomme sie vom Paddock runter. Dann war Ende Gelände, selbst durch leichtes Touchieren mit der Gerte geht Barbie nicht mit.

Eine Spaziergängerin mit einem 6 Monate alten Rottweiler kam vorbei und fragte höflich, ob sie ihren Hund mal (angeleint) zu Barbie lassen darf, er kennt keine Pferde. Ich habe zugestimmt, der Kleine hat dann an Barbies Füßen geschnuppert. Bei den Hinterbeinen war mir etwas unwohl, es wäre mir arg gewesen, wenn Barbie den Kleinen getreten hätte. Sie war aber brav, den Rottweiler hat sie ignoriert.

Barbie kennt Hunde, normal tut sie nix, hat aber mal den Rhodesian Rideback von Hufpflegerin Elisabeth leicht getreten, als der zu nahe an ihren Hinterhufen stand. An ein Versehen glaube ich nicht, dafür ist Barbie zu intelligent. Pferde wissen genau, wen sie treffen wollen und dosieren auch, wie kräftig wie treten. Erwiesen ist, daß sie eine Spielkarte genau treffen könne, eine solche ist kleiner als Barbies Hinterhuf.

Also Barbie wieder rein getan und ihr dort die Schuhe ausgezogen. Hinten rechts hat sie gestrampelt und der Schuh fliegt mir um die Ohren, dafür hat sie nen Klaps bekommen. Ihre schlechte Laune muß sie nicht an mir auslassen, die anderen zwei Schuhe waren dann problemlos (einen hatte sie vorher bereits verloren).

Ich stehe dann mit der Heutüte am Außennetz, um das aufzufüllen, die Hafi-Stute von nebenan kam auch und wollte was. Nepomuk geht an den Zaun, beißt rüber, sie beißt zurück, er dreht sich um und will nach ihr schlagen. Nur angedeutet (Hintern hoch), er hätte mich getroffen. Ich dachte, ich bin im falschen Film und habe Nepomuk angebrüllt, so daß er sich gleich in den Stall verzogen hat.

Irgendwann fällt der Watschnbaum um und dann gibts mal richtig Ärger für die zwei Hamperer. Ich bin einfach zu gutmütig, das wird sich nun ändern. Was nicht heißt, daß die Pferde dicke Haue bekommen, das lehne ich ab.

In Tschechien auf einem Wanderritt: wir führen, dem Reitführer sein Pferd hat öfters versucht, dabei ein bissi Gras aufzunehmen. Ich war in der Gruppe von acht Pferden letzter mit meinem Trakehner, ich weiß nicht, was genau vorne los war. Jedenfalls dreht sich der Führer plötzlich um, brüllt sein Pferd an und haut ihm die Zügel auf den Hals. Der Criollo ist total erschrocken und läuft rückwärts, alle anderen Pferde dahinter gezwungenermaßen auch.

Das hat gesessen,  damals fand ich die Methode ziemlich krass, heute nicht mehr.

Nachdem Nepomuk alleine nicht rausgehen will, werde ich ihn nächstes Mal bis in den Wald führen und dort erst aufsteigen. Entweder, er geht dann vorwärts oder er dreht um – mir egal, zur Not reiten wir im Schritt wieder auf derselben Strecke zurück. Dann führe ich ihn beim nächsten Mal dahin, wo er sich nicht mehr auskennt, was macht er dann?

9. August 2010

Barbie wieder reiten?

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:20

Heute habe ich lange mit Barbies Besitzerin telefoniert und sie auf auf den neuesten Stand meiner Bemühungen gebracht. Sie meinte, ich brauche nicht lange mit Spazieren gehen oder Longieren rumtun, sondern soll mit meiner Nichte ausreiten. Am besten für den Muskelaufbau ist, Schritt zu gehen, zur Auflockerung kann man auch mal ein Stück traben (falls Barbie es anbietet). Sie hat ja nun die Schuhe, Schmerzen kann sie also nicht haben, und das Reitergewicht ist kein Problem.

Die Schuhe bekommt sie morgen Abend ausgezogen, die Hufe dürfen nicht verweichlichen. Mal sehen, wie sie ohne läuft, evtl. ist das Schmerzgedächtnis ja schon gelöscht. Zum Ausreiten bekommt sie die Schuhe dann wieder an, damit es keine Ausrede für sie gibt. Das ist zwar ein riesen Aufwand bei Barbie, gleichzeitig aber eine gute Übung für sie.  Eventuell sind die Schuhe gar hilfreich bei dem leidigen Problem Hufe aufheben, sie hat ja nun gemerkt, daß sie damit keine Schmerzen beim Gehen hat.

Ziel muß sein, daß sie barfuß auf jedem Belag schmerzfrei läuft – so wie Nepomuk. Wenn man viel reitet, kann man ihr ja Hufschuhe anziehen, für 2 – 3 Mal die Woche 1 Std. ins Gelände braucht es das nicht.  

Ich werde sie morgen auf dem Reitplatz mal ein wenig rumführen und mich dann draufsetzen, mal sehen, ob sie freiwillig einen Schritt geht. Wobei das eigentlich nichts heißt, Barbie ist kein Reitplatz-Fan, mit Nepomuk ausreiten ist was ganz anderes. Ich kann meine Nichte aber nicht auf ein Pferd setzen, was 4 Monate nicht geritten wurde. Zum Rumspinnen hätte Barbie immer noch genug Kraft, siehe meinen Eintrag „unfreiwilliger Spaziergang“ – wenn sie will, kann sie.

Wenn es klappt mit Barbie reiten, wäre das grandios, meine Nichte hat ja noch bis Mitte September Ferien. Sie hätte dann Zeit, vier Mal die Woche mitzufahren und wir könnten mit beiden ausreiten. Barbie und Nepomuk würde es sicher Spaß machen, beide mögen Abwechslung. 

Als ich gestern in den Stall kam, war der Reitplatz belegt, also nix mit Pferde laufen lassen. Daher habe ich die Weide abgemistet, gerade war ich fertig, da zieht ein Gewitter auf. Mit Stuhl habe ich mich in den Stall gesetzt, während draußen der Weltuntergang nahe war. Man hat keine Bäume mehr gesehen, so stark hat es geregnet, Barbie und Nepomuk standen unbeeindruckt draußen am Heunetz. Blitz und Donner direkt über mir, ui ui, das war mir unheimlich. Nach 1/2 Std. war alles vorbei, die Hafis gingen auf die Weide und ich habe den Stall ausgemistet sowie mit EM gereinigt.

Als ich auf die Weide ging, um ihnen Gras zuzustecken, hatte ich gerade mal die Schnur ausgehangen, da kam Nepomuk bereits im gestreckten Galopp an. Die große Rolle Restschnur lag am Boden, mit einem riesen Satz ist er drüber gesprungen. Barbie kam auch flott an, hatte aber nicht gesehen, daß größtenteils der Zaun noch stand und läuft voll auf den zu. Als sie es sah, konnte sie auf dem völlig durchnäßten Boden mit ihren Schuhen nicht gut bremsen, zieht eine Bremsspur und knickt hinten fast auf den Boden ein. Auf meiner Umzäunung ist ja kein Strom drauf, ihre wäre nix passiert, hätte sie das Band berührt – das wußte sie aber natürlich nicht.

Ich habe sie beruhigt und ihr den Eingang gezeigt, damit war ihre Welt wieder in Ordnung.

Nachdem Nepomuk so gut springt, habe ich mir heute bei springhindernisse.de im Cavaletti-Shop „Dino rot“ gekauft, „Stangenhöhe von 28cm bis 74cm individuell einstellbar“. Als Stangen werde ich meine Schwimmnudeln benutzen, damit es nicht weh tut, falls er dran stößt.

Mir hat Springen immer Spaß gemacht, gelegentlich ein kleiner Sprung wird Nepomuk sicher nicht schaden. Man muß seine Hufe und den Boden im Auge behalten – wenn der Reitplatz steinhart ist, wird natürlich nicht gesprungen. Erst mal muß er lernen, anständig zu galoppieren, also ohne Rodeo.

Für den Muskelaufbau sind Cavaletti auch gut, die Dinger kann man ja auch im Roundpen aufbauen, 28 cm kann auch Barbie „übersteigen“ *g*.

7. August 2010

Barbie läuft wieder normal

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:53

Wegen der Hufschuhe bin ich heute in den Stall gefahren, normal ist Samstag ja mein „freier“ Tag. Nepomuk bekam die Decke runter, damit die Haut atmen kann, dann nahm ich Barbie mit zum Putzplatz. Ihm hat das nicht gefallen, er ist wie ein Verrückter den Treibgang auf und ab galoppiert und hat dabei den Boden umgepflügt, der Depp. Gut, daß ich noch Samen habe, im Herbst kann ich die nackten Stellen ausbessern.

Barbie wurde geputzt, zum Schluß ging es ihr an die Hufe. Auskratzen und mit der Bürste waschen, die sollten ja tiptop sauber sein, bevor der Schuh draufkommt. Mit Eukalyptus-Leckerli hielt ich sie bei Laune, es hat ja doch einige Zeit gedauert, bevor ich mit allen vier Hufen fertig war. Bei anderen Pferden geht es schneller, Barbie zieht halt immer wieder weg, aber ich habe ja Geduld :-).

Wir sind dann erst mal auf den Grasweg gegangen, damit sie sich an das Schuhgefühl gewöhnt – vier Schuhe auf einen Schlag ist ja ziemlich viel. Nach meinem Eindruck haben die Schuhe sie nicht gestört, also zurück zum Stall, um sie so fest wie möglich zuzumachen.

Samt Gerte sind wir dann zu einem Mini-Spazierung aufgebrochen; anfangs wollte sie nicht mitgehen, da mußte ich sie sanft mit der Gerte touchieren. Wir mittig einen Schotterweg lang, Barbie ist normal gelaufen, sie hat sich wohl gewundert, warum nix weh tut. 

Dann auf die Asphaltstraße abgebogen, Barbie trabt neben mir her! Noch nie ist sie freiwillig auf Teer oder Schotter gegangen, beim Ausreiten ging sie immer daneben.

Zurück im Stall, sind beide auf die Weide gegangen – Barbie ist in dem Treibgang-Matsch mit den Schuhen ziemlich gerutscht. Man kann nicht alles haben, sie paßt schon auf, außerdem trocknet die Erde schnell ab. Die Heiter durften wieder auf die hintere Weide, Barbie ist mit Nepomuk galoppiert, die Schuhe scheinen nicht großartig zu stören.

Ich habe noch Ampfer ausgerissen, einen Schubkarrn voll, Weide abmisten ging nicht, weil ich nen schweren Schubkarrn kräftemäßig nicht durch den Matsch schieben kann.

Überlegt habe ich mir: der Huf muß sich ja abreiben, das regt das Hornwachstum an. Die Schuhe verhindern die Abnutzung der Hufe, auf Dauer ist das ungesund. Ich denke, ich werde die Hufschuhe mal drei Tage drauflassen, dann muß sie 2 Tage ohne gehen. Das Schmerzgedächtnis muß ausradiert werden, mit Schuhen kann sie normal laufen. Ziel ist natürlich, daß sie auch ohne wieder entspannt läuft.

Zum Training und Ausreiten kann man sie immer hernehmen, es sind ja keine reinen Krankenhufschuhe.

Nachdem Barbie nun schmerzfrei laufen kann, braucht sie Bewegung, Bewegung und Bewegung, damit sie wieder Muskulatur aufbaut.

Ich werde Barbie morgen mal ins Roundpen mitnehmen und sehen, wie sie sich anstellt. Wenn sie nicht gehen will (wovon auszugehen ist), hole ich Nepomuk dazu als Motivation und lasse beide auf dem Reitplatz laufen. Ich will sie nicht mit der Peitsche treiben, sondern daß sie freiwillig geht. Join/follow-up beherrscht sie ja ausgezeichnet, wenn sie nicht mehr will oder kann, klebt sie sich an meine Fersen.

Als wir Barbie freikauften, war sie 1,5 Jahre und aufgrund vorheriger Mißhandlungen ein Schläger. Longieren ging gar nicht, an der Hand arbeiten nur solange, wie sie Lust hatte. Als sie mal nach mir gebissen und gezielt geschlagen hatte, habe ich join up mit ihr gemacht. Bei ihr hat das super geholfen, es hat sie geprägt – heute bietet sie sich jederzeit an.

Das muß ich jetzt mal anbringen :-): ich hatte damals ja noch meinen Hund Florian, mein ein und alles. Ich arbeite frei mit Barbie auf dem Reitplatz, er liegt außerhalb des Zauns ab. Plötzlich will er zu mir, Barbie galoppierte gerade die Längsgerade, er läuft ihr voll vor die Hufe. Mir bliebt das Herz stehen, ich habe meinen Hund schon tot gesehen. Barbie springt über ihn drüber, obwohl Florian ein Stockmaß von über 50 cm hatte – es wurde ihm kein Haar gekrümmt. Nach der Aktion wußte ich, daß sie ein gutes Pferd ist; sie hätte Florian leicht töten können und man hätte ihr keinen Vorwurf machen können.  Ich meine, sie war erst 1,5 Jahre und von der Statur her kein Pferd, was gerne springt.

Seitdem hat Barbie bei mir einen Stein im Brett, _das_ werde ich ihr nie vergessen. Auf Barbie ist Verlass, wenn es darauf ankommt.

 Nepomuk hat als Fohlen nie was arbeiten müssen, er war mit einem Jahr noch ein richtiges Baby, Barbie war mit 1,5 Jahren schon ein ziemlich dominantes und kräftiges Pferd. Join up habe ich mit Nepomuk später auch nie gemacht, er ist zu sensibel dafür. Er will es allen recht machen, vergleichbar mit einem Dt. Schäferhund, Barbie ist ein Rottweiler.

Nach 3 Monaten „Stillstand“ für Barbie kann ich nun wieder was mit ihr arbeiten – ich freue mich drauf.  Ihre Huferkrankung hat mich inzwischen ca. EUR 1200,00 gekostet, ist nur bedrucktes Papier 🙂 – Hauptsache, mit Barbie geht es wieder aufwärts.

6. August 2010

barbie-und-nepomuk.de

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:20

Sodele, die Webpräsenz von Barbie und Nepomuk ist eingerichtet. Barbies Kräuter sind gemischt, Nepomuk seine sind aufgefüllt. Jeder bekommt nun 100 gr Kräuter am Tag, dazu 20 ml Leinöl. Für Barbie habe ich gestern Atcom Rehe-Vital bestellt, das wäre auch für Nepomuk sein Ekzem geeignet, kommt aber teuer, der Eimer (5 kg) würde dann nur 20 Tage reichen. Ihm geht es ja erstaunlich gut, er braucht derzeit kein Mineralfutter.

Heute Dauerregen, ich fuhr mittags zum Weberhof (Holzkirchen), um meine Nichte bei ihrem Kurs zu besuchen. Lucia und acht andere hatten gerade Unterricht in der Halle, es wurde viel getrabt und galoppiert.  Das fand ich gut, vermißt habe ich die Korrekturen an die Reiter. Die erfahrenen Schulpferde spulen das Programm relativ problemlos runter, der Reiter ist es, der was lernen will.  Lucias Freundin Moni hat saubere fliegende Galoppwechsel geritten, die Pferde dort können schon was. Letzten Mittwoch hatte Lucia Springtraining, 40 cm, das ist aber wohl nicht so ihr Ding.

Freies Springtraining wollte ich mit Nepomuk ja auch mal machen; für nächste Woche vorgemerkt.

Ich fuhr dann zum Stall, habe ausgemistet sowie meinen und den Nachbarn Heu aufgefüllt. Beim Zusatzfutter habe ich die Jutesäcke verwechselt, ich Dämlsack;, Barbie bekam Nepomuks Kräuter und umgekehrt. Das Problem ist, daß sich in Nepomuks Sack nicht nur ca. 1 kg Kräuter befinden, sondern noch ca. 900 gr Hafer untergemischt ist. Und Barbie mit ihrer möglichen Hufrehe darf keinen Hafer bekommen. Na ja, von dem bißchen wird sie schon nicht gleich wieder nen Schub bekommen.

Nachdem ich eh schon total nass war, habe ich noch Zäune versetzt. Nepomuk kam im Galopp an, so daß ich ihn auf die hintere Weide ließ. Barbie kam im schnellen Trab hinterher, sie lahmt nicht mehr *freu*, sie durfte auch nach hinten und ist dann ein Stück mit ihm galoppiert. Ich denke, der Abszess verursacht ihr keine große Schmerzen mehr, bleibt noch die starke Empfindlichkeit der Sohle. Die Wiese war ja nach 24 Std. Regen sehr weich, da hat sie keine Probleme.

Als ich die beiden hinten wieder rausgescheucht hatte, haben sie sich auf das neue Gras gestürzt, als ob sie schon 1 Woche nix gefressen hätten, dabei hatten sie vorher schon 1 Std. Heu eingesaugt. Sie blieben draußen im strömenden Regen, alle anderen Pferde waren im Stall. Aber gut, die haben auch kein Gras mehr.

Mein (aufwendiges) Weidemanagement macht sich bezahlt, alle 2 Tage gibt es ein kleines Stück Gras dazu und ich sperre gleichzeitig ein abgefressenes Stück ab. Dadurch wird der Boden auch nur ca. 8 Tage belastet, dann hat er wieder 3 Wochen Ruhe. Das Gras erholt sich schneller, weil es nicht so arg gestreßt wurde. Bis zu meinem Urlaub miste ich die Weide noch ab und stecke um, dann mache ich die Weide für sie komplett auf und miste nicht mehr ab. Das Gras wächst dann eh kaum mehr, außerdem habe ich keine Lust, nach meinem Urlaub 5 Schubkarrn Mist rauszufahren.

Wieder zuhause, trafen Barbies Hufschuhe ein. Aus Leder, handgenäht, tolle Verarbeitung, jeder hat eine 10 mm dicke Gummisohle sowie eine 12 mm dicke Filzeinlage. Das ist wirklich das Nonplusultra für fühlige Pferde, weicher und bequemer geht es nicht mehr. Daneben sind die Hufschuhe elastisch durch das Leder, so daß der Huf „arbeiten“ kann, also nicht eingezwängt ist; daher kann das Pferd sie auch 24 Std./Tag tragen. Ich hoffe, sie passen, man kann sie auch umtauschen.

Jeder hat ein Schmerzgedächtnis, ich mußte mal 6 Wochen mit Krücken laufen nach einer Knieverletzung beim Skifahren. Obwohl ich keine Schmerzen hatte, konnte ich danach nicht mehr normal laufen, sondern habe gehinkt. Es hat lange gedauert, bis das Hinken wieder weg war – allerdings habe ich keine Gymnastik gemacht.

Barbie eiert nun schon 3 Monate mehr oder weniger rum, das brennt sich ins Gehirn ein. Selbst wenn sie jetzt gar keine Schmerzen hat, kann sie nicht normal laufen, auch wenn sie wollte. Das Problem ist: man weiß nicht, ob das Pferd tatsächlich Schmerzen hat oder rumeiert aufgrund des Schmerzgedächtnisses.

Mit den Hufschuhen kann sie nun keine Schmerzen mehr beim Laufen haben, da die Sohle dick gepolstert und geschützt ist. Morgen nach dem Anziehen werde ich mit ihr spazieren gehen, damit sie sich dran gewöhnt und merkt, daß nix mehr weh tut. Dann muß langsam wieder Muskulatur aufgebaut werden, vielleicht sollte ich es mal mit Barbie als Handpferd versuchen *g*.

Nepomuk reite ich und sie geht mit Kappzaum mit. Der Vorteil ist, daß Nepomuk nicht alleine rausgehen muß, ich ausreiten kann und Barbie gleichzeitig bewegt wird.

Mein umgekehrter Versuch letzten Sommer ist ja schief gegangen, Nepomuk blieb zum Scheißen stehen und zog mir dadurch den Strick aus der Hand. Er machte sich im Galopp Richtung Stall auf die Socken und Barbie wollte natürlich hinterher. Ich wollte aber nicht drauf sitzen, wenn Nepomuk zum Stall flitzt und sich mit Barbie ein Wettrennen liefert. Also hielt ich Barbie an, was trotz Halfter und ihrer Nervosität klappte, stieg ab und ließ sie dann laufen. Der Stall war eh nicht weit, da konnte nix passieren, erwartungsgemäß sind beide wie die Deppen buckelnd zurückgaloppiert.

Wenn Barbie mit den Hufschuhen gut läuft und sie sich wieder an Bewegung gewöhnt hat, kann man im September einen kleinen Ausritt im Schritt probieren, denke ich. Inklusive Sattel muß sie ca. 55 kg tragen, das dürfte ihr selbst in diesem Zustand keine Probleme bereiten. Außerdem hat sie ja einen sehr starken Rücken, sie kann durchs Genick gehen, dadurch wird die Vorderhand entlastet. Barbie konnte das von Anfang an, ihr kräftiger Hals kommt ihr da zugute.

Außerdem ist Barbie ja ein Pferd, was deutlich zeigt, wenn sie nicht will bzw. kann. Mit Nepomuk ausreiten will sie, das macht ihr Spaß – wenn sie nicht mitgeht mit Reiter, muß man halt führen.