7. Oktober 2011

Huforthopädin für Barbie

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:14

Als ich in den Stall fuhr, hatte es 5 Grad, Regen und Wind – igitt. Nepomuk nahm ich die Decke ab, sprühte ihn ein und machte beiden die vielen Kletten aus ihren Haaren.

Die Huforthopädin Andrea kam, ich hatte mir meine Tasche mit allerlei Belohnung gefüllt. Eingeklemmt in der Ecke, zwei gierige Hafis vor mir, meine Leckerli nahmen in rasender Geschwindigkeit ab – _so_ war das kein Zustand. Kurzerhand Nepomuk seinen Halsring umgelegt und ihn alleine vor die Türe gestellt, er läuft ja nicht weg.

Ausschneiden ging so, Barbie zog halt mindestens alle paar Minuten weg, hob aber immer wieder auf. Huf auf den Bock stellen war schwierig, weil sie das Bein nicht abwinkeln wollte, stattdessen es gerade durchstreckte, als ob er steif sei, bis der Huf vom Bock krachte. Links vorne brachten wir mit Mühe fertig, bei rechts vorne verlor Barbie langsam die Geduld und weigerte sich irgendwann, den Huf zu heben. Sie legt dann ihr volles Gewicht drauf, wir haben uns ziemlich abgeplagt mit ihr. Als sie den Hufbock umschmiß, bekam sie von mir ne Ansage, (ich zog zwei mal kräftig am Halfter), das bringt zwar nix in Sachen Kooperation, trotzdem fand ich, ich muß mal ein Machtwort sprechen.

Barbie zog mich in den Stall, sie mußte mal, da ist sie ja sehr sauber – auf die Rasengittersteine wird nicht geschissen. Danach war sie ein ganz klein wenig zugänglicher, das Bein blieb trotzdem steif *seufz* und knallte jede Minute vom Bock runter.

Es war über eine Stunde vorbei, hinten rechts ging es weiter, ein Auto hielt draußen an, der Fahrer telefonierte gerade. Nepomuk stand am Grasweg, ich weiß nicht, ob er wegen ihm wo angerufen hat – ausgekommendes Pferd und so. Ich sagte ihm, das Pferd gehört mir und ging ihn holen. Nepomuk würde alleine nie weit weg vom Stall gehen, er stellt auch nix an und bei dem Sauwetter heute war eh niemand unterwegs. Barbie und er sind so stark aufeinander fixiert, einer alleine bleibt immer in der Nähe – zu zweit dagegen strawanzen sie schon, im letzten Winter sind sie ja zwei Mal ausgebrochen, ein mal sogar bis zum Moarhof gelaufen.

Nächstes Mal kann Barbie bis zum Putzplatz laufen, kommt also nicht mehr vor, daß er alleine draußen ist. Daß jemand „nervös“ wird, wenn er ein Pferd alleine draußen grasen sieht, ist gut so, man denkt ja sofort, es ist ausgebüxt. Kein Mensch läßt sein Pferd einfach mal so frei laufen, die haben aber nicht meine Probleme. Ich kenne meine Pappenheimer in- und auswendig, Angst haben muß man nicht, wenn sie frei sind.

Hinten rechts ausschneiden ging noch, Hufbock war nicht mehr drinnen, Barbie hatte keine Geduld mehr und ziemlich gedroht. Das hätte noch gefehlt, daß sie Andrea tritt, also wurde noch das Nötigste hinten links ausgeschnitten – das wars.

Barbie hat eine Menge Hufgeschwüre, rechts und links vorne mehrere, auch rechts hinten ein großes. Das ist natürlich extrem schmerzhaft, es ist ein Wunder, daß sie inzwischen wieder so gut läuft. Andrea meint, sie wird Barbie wieder 100%-ig hinbekommen, ich soll ihr Sohlen weiter mit Heilerde und StrahlNiem behandeln, dazu Hufschuhe.

Ich ging auf die Weide, den Hufschuh suchen, die Hafis durften auf das hintere Stück Gras. Meine RB kam, ich reinigte den Stall, sie fegte draußen zusammen.

Die Pferde kamen wieder an, beide total vollgefressen, Barbie wurde vorne behandelt und bekam Hufschuhe drauf – die für hinten müssen erst nachgenäht werden. Heilerde + StrahlNiem bekam sie trotzdem drauf, das haftet ja eine Zeit lang ganz gut.

Da ich heute schon um halb eins los mußte, der Paketbote aber meist erst um eins kommt, waren die bestellten Lucerne + Heucobs nicht da. Blieb nur das „Naturmüsli“, was ich vor einiger Zeit mal für Nepomuk bestellt hatte, falls er viel arbeiten muß. Für langsame Futterumstellung blieb keine Zeit, jeder bekam zwei Hand voll, dazu Kräuter, einen Becher Heucops-Brösel, 2 Äpfel, 1 Birne und eine 1/2 Kiwi. Geschmeckt hat es ihnen natürlich supergut, 55% Gerste, 25% Mais, Kraftfutter brauchen beide keines, aber für 2 Tage zur Überbrückung geht es schon mal. Ich gab ihnen ja nur sehr wenig, wichtig ist, daß sie ihre Zusätze fressen.

Nepomuk wurde behandelt, er ist fast wundenfrei, hat sich aber noch ein paar Mal in die Brust gezwickt und den Schopf gescheuert. Wir gingen wieder auf die Weide, um den Zaun fertig umzustecken, die Hafis waren wieder dabei. Alles aufgeräumt, da kamen beide schon wieder an, Barbie kurz im Galopp, da flogen ihr die Hufschuhe um die Ohren.

Wieder ein Platzregen, trotzdem ging ich auf die Weide, um die Schuhe einzusammeln. Nee, war das bäh, ich war nass, es war kalt und der Wind dazu, mir hats gereicht. Die Hufschuhe habe ich ihr nicht mehr angezo9gen, bringt ja nix, wenn sie sie beim nächsten Galopp wieder verliert.

Nepomuk noch die Decke angezogen und Abmarsch. Ich denke, am Sonntag kann ich ihm die Decke abnehmen, dann ist seine SE-Saison (vorerst?) beendet. Selbst wenn es nicht mehr juckt, dauert es ein paar Tage, bis das in seinem Kopf angekommen ist.

Bis ca. Mai 2012 ist dann Ruhe und Nepomuk gesund. Bei Barbie dauert die Gesundung etwas länger, die Hufwand muß langfristig wieder paralell zum Hufbein gestellt werden. Die Hufabszesse werde ich weiter mit Heilerde, StrahlNiem und EM behandeln, Außerdem mit Barbie mit meinem Hufbock üben, es ist alles eine Frage des Trainings. In 2 Wochen sieht die Welt anders aus, falls es Barbie weiterhin besser geht.

Die letzten 1,5 Jahre hat die Hufbearbeitung ihr danach mehr Schmerzen verursacht als vorher, es ist klar, daß sie darauf keine Lust hat. Wenn das heute endlich mal ein positives Ergebnis für sie liefert, wird sie in 2 Wochen auch besser mitmachen. Ihr Vertrauen in Hufbearbeiter ist noch geringer als meines, ich hoffe, wir haben nun endlich die Richtige.

Andrea habe ich erzählt, daß ich im Frühjahr anspannen will, sie meinte grinsend „da muß ich mich ja anstrengen“ – Barbie wird wieder vollständig gesund und belastbar.

Zwei gesunde Pferde zu haben, kann ich mir derzeit gar nicht vorstellen, die Prognosen stehen auf „positiv“. Dann ist nächstes Jahr ein Wanderritt angesagt, wir gehen beim Leonhardi mit und wir fahren zweispännig Kutsche. Letzteres macht noch ne Menge Arbeit, aber gut, bis ins Frühjahr habe ich noch 6 Monate Zeit, beide auszubilden.