14. Dezember 2011

neue Huffotos / Wettrennen

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 18:54

Beim Obi habe ich heute ein paar Teile besorgt, um die zwei Heunetze besser zu befestigen und gleich angebracht. Beiden die Hufe ausgekratzt, von Barbies Hufen Fotos gemacht (dazu unten mehr), danach ging es raus zu einem Spaziergang. Wir gingen zu dem Grasweg neben dem Reitplatz, der angrenzende Acker ist umgegraben, aber nicht angesät, da können beide nichts kaputt machen.

Ich ließ beide frei, sie sind ein ordentliches Stück getrabt, fast am Waldrand angekommen, ging Barbie in den Acker, um sich zu wälzen, Nepomuk bevorzugte den Grasweg. Beide standen auf, Nepomuk lief auch in den Acker und beide galoppierten an. Der Boden ist sehr schwer und tief, kostet das Pferd enorm Kraft, Barbie gab Gas, von Lahmheit war nichts zu sehen. Nepomuk war überrascht, er dachte wohl, er kann Barbie locker in die Tasche stecken, er weiß nicht, daß sie immer Erste sein will.

Die beiden lieferten sich ein Wettrennen vom Feinsten, ich stand völlig baff da – ist das die Barbie, die wir vor ein paar Wochen noch einschläfern lassen wollten?  Von der ich schwadronierte, daß sie verspannt ist, Muskeln abgebaut und Muskelkater hat? Die monatelang lahm war, die meiste Zeit sogar stocklahm? Von der die Huforthopädin meinte, sie schwebe in Lebensgefahr?

Und heute mußte sich Nepomuk anstrengen, mit ihr mitzuhalten? Ich kann es immer noch nicht fassen, wie schnell Barbie sich durch meine Hufbearbeitung erholt hat.

Am Hauptstall blieben beide stehen, ich kassierte sie ein und wir gingen zu dem anderen Grasweg. Barbie ist wohl rossig, Nepomuk lief schräg hinter ihr und bekam prompt mit beiden Hinterhufen vor die Brust getreten. Barbie bekam von mir nen Ruck am Halfter, er wollte von ihrem Hintern nicht weggehen, also hat sie ihm noch zwei mal eine gedonnert (und wurde von mir deswegen bestraft). Barbie ist rossig, da mag sie es nicht, wenn er ihr am Arsch hängt; wenn ich dabei bin, hat sie ihn nicht zu schlagen, Punkt. Nepomuk steckt das immer locker weg, er kennt ja seine Zicke.

Dann hatte ich endlich beide parallel und wir gingen 20 Min. gesittet spazieren, Barbie ist problemlos mitgelaufen am Rand des Weges. Sie bekamen ihr Zusatzfutter und ich fuhr wieder, die Erde auf den Hufen tut beiden gut.

Nun zu meiner Huf- und Sohlenanalyse :-), ich staune, was ich die letzten 2 Wochen bewirkt habe und wie schnell sich die Hufe verändert haben.

Rechts vorne hat wieder eine einigermaßen annehmbare Form, der Tragrand ist plan zur Sohle, die doppelte beginnt sich abzulösen. Die innere Eckstrebe gehört gekürzt bis auf ca. die Hälfte des Strahls, außen ist die doppelte Sohle noch vorhanden. Starke Sohlenschwiele (doppelte Sohle), die hohle Wand zeigt sich langsam an durch ein Loch. Es gibt noch einiges seitlich zu raspeln, auch die Zehe gehört wieder etwas gekürzt.

Links vorne ist die innere Eckstrebe stark, ich denke, weil der Huf nicht symmetrisch ist – das dauert noch. Starke Sohlenschwiele, ein Loch bei „drei Uhr“, noch ne Menge zu raspeln.

Rechts hinten ist die doppelte Sohle weg (siehe Foto vom 30.11.2011), da gehört nun ne Menge Horn weg, außerdem die Tragrandüberstände beseitigt. Dafür könnte ich den Nipper brauchen, leider wurde der mir nicht geliefert, sondern eine Krokodilzange fürs Beschlagen. Die habe ich heute zurückgeschickt, bis der Nipper kommt, dauert es wohl noch.

Hier sieht man gut, wo und wann es die Wand vom Hufbein weggehebelt hat, sehr ausgeprägte Belastungslinien. Die Zehe gehört fast bis zur Sohle zurückgesetzt und die Seitenwände beraspelt. Dringender Handlungsbedarf, ich werde morgen außerplanmäig rausfahren, um das zu korrigieren. Ansonsten schaut die Sohle super aus, alles im grünen Bereich.

Links hinten lösen sich seitlich Teile vom Strahl ab, wohl ein natürlicher Prozeß, den man nur erlebt, wenn daran nicht rumgeschnitten wird. Zu raspeln gibt es einiges, auch dieser Huf ist unsymmetrisch, daher sind die Eckstreben ungleichmäßig ausgebildet.

In 4 Wochen Hufbearbeitung habe ich erreicht, daß Barbie schmerzfrei ist und sogar bei einem Wettrennen mit Nepomuk in sehr schwerem, tiefem Boden sehr gut aussieht. Obwohl er gesund und trainiert ist, muß er sich anstrengen. Barbie hat einen unheimlichen Willen, aber das wissen wir ja schon :-).

Ihre Hufe sind noch lange nicht da, wo ich sagen würde, der Selbstheilungsprozeß kann beginnen. Die Hufe müssen erst mal eine Symmetrie haben, damit sie sich gleichmäßig ablaufen – bisher nicht der Fall. Das wird noch, ich kann ja immer nur wenig machen mit der Raspel.

Einen Hufpfleger braucht Barbie vorerst nicht, denke ich, rechts vorne kann ich ihr die eine etwas lange Eckstrebe selbst ein wenig kürzen.

Hinten habe ich ja bisher wenig gemacht, das sieht man auch, die Hinterhufe haben nun Priorität. So nach und nach arbeite ich alles ab, die Hufe wachsen so schnell nach und reagieren auf meine Bearbeitung, daß  ich kaum mehr nachkomme.

Das wichtigste Ziel ist erreicht, Barbie ist endlich schmerzfrei nach über einem halben Jahr Leidenszeit, ich werde dafür sorgen, daß es so bleibt und daß sie in ein paar Monaten wieder korrekt da steht.