18. Januar 2012

Spaziergang mit „Hindernissen“

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:53

Um zwölf war ich im Stall, die gefrorenen Mohrrüben, die auf meiner Futtertonne lagen, waren weg, das Plastik lag am Boden verstreut, der Deckel der Tonne mit den Heucops war abgenommen – Barbie war in der Futterkammer. Ich verstehe nicht, warum das Betriebspersonal die Türe nicht geschlossen hält, ich werde einen Hinweis anbringen.

Ich weiß ja selber, wie das mit ihr ist – ist man draußen und sie steht in der Türe mit dem Hintern und räubert das Futter, bringt man sie nicht weg, sondern fängt sich evtl. eine. Man muß dann die Schiebetüre zur Heukammer von außen öffnen, damit man ihr von vorne ne Ansage machen kann.

Die Nachbarn stehen an ihrer Badewanne und fressen bzw. lecken Eis, es war kein Wasser mehr drinnen. Bei uns und im vorderen Stall war kaum mehr was, daneben waren alle drei Wasserfässer leer. Ich also 2 Liter Mineralwasser aus dem Stüberl geholt, sah dabei, daß aus einem Fass, was mitten am Vorplatz stand, Wasser tropfte. Erst mal dem Nachbar-Wallach das Mineralwasser gegeben, danach leer, anschließend unsere Gießkanne geholt und unter das lecke Fass gestellt.

Mit Barbie und Nepomuk ging ich auf die Weide, rennen wollten sie heute allerdings nicht. Nur ein bissi wälzen, Nepomuk macht auch liegend ne gute Figur :-).  Ein mal rauf und runter gelaufen mit beiden, schon standen sie freiwillig wieder bei mir auf dem Paddock.

Beide nahm ich daher mit auf den Grasweg, sie durften fressen, am Ende bogen wir rechts ab zu einem Spaziergang. Der gestaltete sich schwierig, Barbie war bockig. Ein paar Mal wollte sie mich wegziehen, aber ich hielt tapfer dagegen. Nachdem das nicht so klappte, wie sie sich das vorgestellt hat, blieb sie einfach stehen. Kaum hatte sie den Kragen wieder am Boden, um sich mit Grünem vollzustopfen, konnte sie sehr gut laufen.

Ließ ich sie nicht mit dem Kopf auf den Boden, hat sie versucht, mich loszuwerden, indem sie ordentlich anzog. Nepomuk war ja auch noch dabei, aber sehr brav, er wußte gar nicht, was los ist. Barbie und Grünes ist ein Kapitel für sich, sie saugt das ein und schnauft dabei vor Freude – Gras ist für sie wie für manche Menschen Schokolade oder Fleisch oder für mich Zigaretten :-).

Als wir mühsam bis zur letzten Kurve Richtung Stall gekommen waren und niemand in der Nähe war, ließ ich Barbie frei und ging mit Nepomuk Richtung Stall. Barbie kam im Galopp hinterher – wenn sie will, kann sie sehr gut laufen, lahmt auch nicht.

Während wir unterwegs waren, standen die Nachbarn ständig an ihrer Badewanne, um Eis zu fressen/lecken, ca. 2 Std. lang. Zurück im Stall, holte ich die Gießkanne von vorne, ca. 8 Liter waren währenddessen reingetropft, und brachte es den Nachbarn.

Die derzeit Verantwortliche kam, sie meinte, es macht nichts, wenn die Pferde stundenlang Eis fressen – ich meine, Wasser muß rund um die Uhr zur Verfügung stehen, auch im Winter. Sie meinte, das ist schwierig im Winter; die Hähne der Tanks waren heute aber alle aufgetaut (mittags hatten wir 5 Grad), es war aber kein Wasser in den Fässern. An den Badewannen waren starke Eisränder,  es wurde also heute früh kein warmes Wasser geholt.

Auf den Koppelgang angesprochen, sagte sie, Barbie als Rehepferd dürfe nicht auf die Koppel wegen dem Gras. Ich sagte ihr, daß ich seit langem regelmäßig mit den Hafis auf den Grasweg gehe, wo sie fressen dürfen, Barbie macht das nichts. Auf meine Verantworung dürfen die Hafis nun auf die Koppel, wenn der Boden gefroren ist – prima. Ein Pfosten ganz hinten ist zur Isländer-Weide ist umgefallen, sah ich heute – Nepomuk könnte locker drüber springen. Macht er eh nicht, nächstes Mal repariere ich das, muß dazu den Strom abstellen.

Ich ließ beide nochmals raus, weiter als bis zum Weideeingang gingen sie nicht, kamen schnell wieder rein, um zu dösen – ich habe wieder abgesperrt, weil es ja die nächsten Tage wärmer werden soll. Sie haben sich ja gestern nach langer Zeit mal richtig austoben können, das war wichtig – jeden Tag haben sie eh keine Lust zu rennen.