29. Februar 2012

Umzug auf den Schopserhof

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:32

Ich war bereits kurz nach halb eins im neuen Stall und räumte ein paar Sachen in meinen Schrank. Mit der Tochter des Besitzers habe ich die „Krankenbox“ fertig gemacht, das war schnell erledigt. Das Zugfahrzeug, ein großer Mercedes mit Automatik, fuhr ich aus der Garage und zum Hänger. Selbst fahre ich nur Autos mit Schaltung, sehr selten mal eines mit Automatik – man muß beides können. Nebenbei – ich habe  meinen Führerschein für PKWs 1984 gemacht, damals waren Hänger noch dabei. Ich darf bis 3,5 Tonnen fahren, wobei das Auto ein gewisses Verhältnis zum Hänger haben muß. Das kann sich kein normaler Mensch merken, Hauptsache, man ist legal unterwegs.

Mit dem Anhängen hatten wir ein paar Probleme, nach kurzer Rücksprache mit dem Stallbesitzer in Namibia ging es ratzfatz. Ich fuhr nach Höhenkirchen zur S-Bahn, um dort meine RB abzuholen, danach ging es zur Doier Ranch. Ich holte Heu und brachte es in den Hänger, meine RB hat derweil die Vorderbeine der Hafis bandagiert, hinten haben wir uns gespart.

Verladen stand an, Barbie blieb auf der Rampe stehen, Nepomuk neben ihr mit meiner RB ging sofort rein. Als ich mit einem Leckerli gewedelt habe, war Barbie auch drinnen, derweil ging Nepomuk wieder rückwärts, soweit sein Strick reichte. Wir haben sie ja lang angebunden, damit sie während der Fahrt Heu fressen konnten, beide hatten mächtig Hunger. Nepomuk ging freiwillig wieder rein, wir legten hinten die Sperren auf, Rampe zu und Abfahrt.

Ich fuhr butterweich, mit einer Automatik ja ein Kinderspiel, die Hafis haben sich gar nie bewegt, waren wohl mit Fressen beschäftigt :-). Alles hatte super geklappt, Pferde brav und einfach zu fahren, ich habe sie überhaupt nicht bemerkt.

Im neuen Stall stieg Nepomuk zuerst aus, Barbie hat es ja nicht so mit rückwärts gehen. Sie stand links, ging schief raus, und kam mit dem linken Vorderhuf ganz oben auf die Kante der Rampe, die Hälfte hing frei in der Luft – uii, wenn sie da abrutscht, kann sie sich ordentlich weh tun. Ich habe blitzartig reagiert und sie vorwärts auf der Rampe gewendet, sie kann inzwischen ja wieder sehr enge Wendungen gehen. Alles gut gegangen, wir brachten die Pferde zum Putzplatz, kurz darauf gesellte sich das das kleinste Mitglied der Herde dzu. Nepomuk kam mit der kleinen Stute sofort gut zurecht, obwohl beide Hafis ziemlich aufgeregt waren und alle Pferde ihr Zusatzfutter gleichzeitig bekamen.

Barbie und Nepomuk haben wir die Hufe ausgekratzt und gewaschen, danach kamen sie in die „Krankenbox„. Die Herde kam natürlich neugierig an, für die Hafis ein kleiner Schock, sie standen schüchtern ganz hinten in der Ecke.

Wir machten den Hänger sauber und brachten das restliche Heu den Hafis, heute hatten sie nach langem mal wieder ne Menge zu fressen – das nimmt den Stress. Zwei Artgenossen waren besonders interessiert, wurden aber ignoriert.

Als wir später wiederkamen, war das untere Stromband gerissen, ich habe es repariert, die Feder des Torgriffs war allerdings überdehnt. Eine ranghohe Stute (evtl. die Leitstute?) fegte die Hafis an, Nepomuk hat es nicht interessiert, Barbie hat rausgegeben.

Eine neue Stallkollegin meinte, die Wallache haben es schwerer, sich in die Herde zu integrieren – ich denke, für Nepomuk wird es einfacher als für Barbie. Barbie ist ja ein wenig dominant, eine ranghohe Stute gibt ihren Platz natürlich nicht freiwillig her, nur weil Barbie mal die Ohren anlegt. Na, ich denke, die Pferde regeln das schon, man muß sie halt langsam zusammen gewöhnen. Ich hoffe, mit Barbie klappt das – ich habe keine Alternative.

Linke Bazillen sind weder Barbie noch Nepomuk, habe da heute ein paar Geschichten gehört von Pferden, die schnell wieder gehen mußten. Beide sind normal sehr friedlich, heute war halt ne Menge Action, dazu noch massig neue Pferde vor der Nase, da sind die Nerven etwas strapaziert. Heu wird eine Menge ausgelegt, darum wird es keinen Streit geben, daran müssen sich die Hafis erst mal gewöhnen. Hungern müssen sie zukünftig nicht mehr, vermutlich war Barbie heute so „aggressiv“, weil sie das Heu verteidigt hat. Nach 3 Monaten krasser Diät auch verständlich – wenn sie nun genug zu fressen hat, gibt es keinen Grund mehr, andere Pferde anzufegen.

Auf dem Stromzaun ist ordentlich Saft, trotzdem können den sich schlagende Pferde einreißen. Falls das passiert, werden Barbie und Nepomuk halt ins kalte Wasser geworfen, die Stallbesitzer wohnen aber glücklicherweise nebenan und bekämen es mit, wenn sich die Pferde jagen.

Morgen dürfen sie sich die drei großen Ställe ansehen, während alle anderen Pferde ausgesperrt werden. Wie dann weiter verfahren wird, werden wir sehen.

 

27. Februar 2012

Abschied von der Doier-Ranch

Filed under: Allgemein — admin @ 19:00

Am 31. Mai 2009 zogen die Hafis auf der Doier-Ranch ein, sie hatten einen sehr großen befestigten Paddock, einen prima Stall und eine schöne Weide – Fotos hier. Meine erste Sommersaison mit Nepomuk stand an, mit seinem Ekzem hatte ich keine Erfahrung. Das rächte sich bitter, keine Mähne mehr, der Mähnenkamm offen und blutig, am Widerrist bis auf die Knoch durchgescheuert usw. – es war ein Elend.

Ich ritt Barbie an, bis ich im Sept. 2009 aus eigener Schuld runterfiel und mir das Schlüsselbein mehrfach brach. Die Herde wurde getrennt und die Isländer zogen ein, der Paddock verkleinerte sich enorm, außerdem hatten die Hafis keine eigene Weide mehr. Der Stall wurde verkleinert, es kam ein Stück von der Heukammer dazu, Betonboden.

Die Besitzer von Mira und Poldi (Hafis) kümmerten sich ums Füttern und Ausmisten, im Frühjahr wurde die große Weide in zwei aufgeteilt, so daß meine Pferde wieder eine eigene hatten.

Im Mai 2010 wird Barbie krank, Hufrehe und/oder Abszesse, das zieht sich bis Nov. 2010. Nepomuk überstand dank Decke den Sommer einigermaßen, ich sammelte Erfahrungen mit der Behandlung seines SE. Brigitte kam und kümmerte sich viel um den Stall, nachdem Mira und Poldi samt Besitzern gegangen waren.

Im Frühjar 2011 bekam ich die Metallschiene rausoperiert, fand eine prima RB für Nepomuk, alles sah nach einer rosigen Zukunft aus. Bis Barbie im Juni 2011 wieder krank wurde, bis Mitte Nov. 2011 war sie mehr oder weniger lahm oder stocklahm. Nepomuk überstand seine SE-Saison sehr gut, er wurde den ganzen Sommer durch geritten – meist von meiner RB.

Brgitte zog mit ihrem Pferd aufs Land, mit einer Stallkollegin übernahm ich die abendliche Fütterung unserer Pferde. Barbies Einschläferung stand im Raum, nachdem es ihr trotz Huforthopädin, die alle 2 Wochen kam, immer schlechter ging. Ich informierte mich und übernahm die Hufbearbeitung von Barbie, später auch von Nepomuk.

Ab Januar 2012 übernahm das „Betriebspersonal“ jegliche Stallarbeit, die Jahre zuvor hatte ich ja immer ne Menge freiwillig gemacht. Das Aufwendigste war Weide abmisten und den Zaun auf der Weide umstecken, ich hatte zwar immer ein reitbares Pferd, kam aber selten dazu, weil das andere krank war.

Allen Einstellern wurde nahegelegt, sich bis 1. März 2012 eine neue Bleibe für ihre Pferde zu suchen, anfangs war ich verzweifelt – wie einen Stall finden für ein chronisches Rehepferd (vermutlich) und einen schweren Sommerekzemer, der nicht allzu weit weg und bezahlbar ist? Barbie war quasi 2 Jahre schwer krank, sie braucht Rücksichtnahme und Schonung – dachte ich.

Wenn man sich mit Hufen befaßt, stößt man automatisch auf naturgerechte Haltung. Bei wilden Pferden gibt es keine Schonung, entweder sie gehen mit der Herde mit oder werden Raubtierfutter. Ein Huf wird nicht gesund durch Beschlag oder Schonung, sondern nur durch artgerechte Haltung und natürlich möglichst optimaler Hufbearbeitung.

Barbie kann schon länger wieder gut laufen dank mir, obwohl ihre Hufe natürlich noch lange nicht gesund sind. Es ist ein Risiko, beide in eine Herde mit über 20 Pferden zu stellen, so große Herden kennen sie nicht. Ein völlig neues Leben für die Hafis, sie müssen sich durchsetzen, sie müssen auf hartem Boden laufen, es gibt außerhalb des Stall nur noch Arbeit, keinen Freilauf mehr.

Die Jahre auf der Doier-Ranch hatte ich mit meinen kranken Pferden zu tun und mit Stallarbeit (obwohl ich immer für „Vollpension“ bezahlt habe).  Ich bin froh, daß sie mich rausgeworfen haben, ansonsten hätte ich mich noch länger mit den schlechten Haltungsbedingungen abgefunden.

Ich gehe mit einem gesunden Nepomuk und einer Barbie, die relativ fit ist. Beide haben stark abgenommen, viel mehr als Nepomuk, bei ihr kann man jede Rippe trotz dickem Winterfell leicht ertasten. Gut so, nun heißt es, Muskulatur aufbauen. Am besten geht das mit viel Schritt, die neuen Artgenossen werden hoffentlich dafür sorgen :-).

Heute habe ich die Hafis geputzt, bei Nepomuk war ich relativ schnell fertig, Barbie hatte sich wohl auf dem Paddock hingelegt. Sie war sandig, dazu der Bauch nass. Über 1 Std. habe ich sie mit diversen Striegeln und Fellspray geputzt, dazu  eine 1/2 Std. Schweif und Mähne gekämmt. Bauch und Hinterflanken muß ich waschen, wenn es die nächsten Tage mal warm ist.

Die restlichen Heucobs streute ich im Stall aus, als Zusatzfutter gab es heute Zuckerrübenschnitzel mit ein bissi Müsli, den Rest vom Müsli habe ich auf den Misthaufen getragen. Die Isländer fraßen derweil vergammeltes Heu vom Misthaufen runter, sie müssen ziemlich hungrig gewesen sein.

Die Hafis in den Stall gelockt, ihnen dort die Hufwände gewaschen, ansonsten ist man beim Hufe auskratzen total verdreckt. Der Nachteil ist, daß man im Stall wenig sieht, weil der auch tagsüber sehr dunkel ist. Beiden noch Hufliquid auf den Kronsaum, an Huffotos war leider nicht zu denken.

Unser Hindernis und meine Matten sind noch im Stall, mal sehen, wann ich das holen kann, brauche dazu ja wieder den Hänger. Morgen hilft meine RB, die Hafis werden bandagiert, eine Decke brauchen sie nicht für diesen kurzen Transport, ist ja nicht kalt, dann verladen und tschüss. Lange aufhalten werden wir uns nicht; da ich mit Hänger nicht rückwärts fahren kann, muß ich auf dem Weg stehen bleiben, wo hin und wieder Autos vorbei fahren.

Ihr Zusatzfutter bekommen sie dann im neuen Stall, leider gibt es mit dem Lamino-Star Lieferprobleme, es müßte aber übermorgen da sein. Morgen bekommen sie ein wenig Hafer. außerdem werden ihre Hufe gründlich von dem feinen Stand gereinigt und behandelt.

Fazit: Fast 3 Jahre waren wir auf der Doier-Ranch, die Stallkollegen waren immer nett. Die Haltungsbedingungen waren akzeptabel durch meine selbst gekauften Stallmatten, der Paddock war vom Boden her gut, ich hatte freie Hand beim Weidegang. Wasser war auch bei Minusgraden im Winter kaum ein Problem, Heu war immer genügend da, meist auch nicht staubig, Stroh im Winter auch zum Einstreuen und Füttern.

Im Herbst 2011 wurde das Dach neu gemacht, da vorher ein wenig undicht war, aber nicht dramatisch. Danach war es komplett undicht, außerdem flogen bei starkem Wind die Dachpappe und Autoreifen auf den Paddock. Die Fütterung mit Heulage fing an, nicht optimal für Barbie.

Als unser Stallbesi krankheitsbedingt ausfiel und das Betriebspersonal den Stall Anfang Januar 2012 übernahm, durften wir Einsteller nichts mehr machen. Das Dach wurde notdürftig repariert und flog meinen Hafis bei Sturm noch ein paar mal um die Ohren. Als es sehr kalt wurde, gab es mit dem Wasser massive Probleme, weil nicht alle 2 Tage heißes gebracht wurde. Teilweise haben die Pferde stundenlang Eis geleckt, daneben Schnee gefressen, es war schlicht eine Katastrophe.

Meist gab es die letzten 3 Monate Heulage, der Schimmel wurde aussortiert, oder staubiges Heu, dazu minderwertiges Stroh.

Erst als vor ca. 1 Woche unser Stallbesi wieder da war und das Veterinäramt kommen sollte wegen seiner  Umbaupläne für den Stall, wurde staubfreies Heu gebracht und plötzlich war Stroh nicht mehr zu teuer als Einstreu.

Was alle Pferde die letzten 3 Monate auf der Doier-Ranch aushalten mußten, war hart.  Ich wäre schon 4 Wochen früher gegangen, wegen Barbie konnte ich das nicht.

Morgen beginnt für die Hafis ein neues Leben und für mich auch – wir freuen uns darauf.

26. Februar 2012

Saubären

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:05

Garstiges Wetter heute, 2 Grad, Schneeregen und Wind. Hufpflege auf dem Paddock fiel aus, weil der Boden zu pampig war, mit jedem Absetzen waren die Hufe wieder dreckig. Ich zog den Hafis Halfter an und ließ sie auf den Grasweg neben dem Reitplatz, das letzte Mal in ihrem Leben, daß sie draußen frei laufen dürfen. Derweil montierte ich meine Halter im EG ab, alle paar Minuten sah ich nach ihnen.

Und erwischte sie, wie Barbie sich ausgiebig im Acker wälzte und Nepomuk auf dem Grasweg, der aufgeweicht und daher sehr matschig war. Au weia, da habe ich am Dienstag ordentlich zu putzen, kann ja nicht mit solchen Dreckbären im neuen Stall erscheinen.

Plötzlich hörte ich „Donner“, beide kamen wie die Irren angaloppiert, flitzten am Stall vorbei und auf dem Schotterweg geradeaus weiter. Erst nach ca. 100 m fiel Barbie anscheinend auf, daß sie auf Schotter galoppierte, sie wich auf den Seitenstreifen aus und trabte hinter Nepomuk her. Beide wußten wohl nicht, was sie machen sollten, blieben stehen und überlegten. Beide kamen brav auf dem Weg zurück und bogen ab Richtung ihrem alten Stall. Kurz darauf sah ich sie den anderen Grasweg lang galoppieren zu ihrer Lieblingswiese.

Ich holte mir einen Strick, da kamen beide schon wieder zurück gerannt zu ihrem alten Stall, ich ging hinter und ließ sie rein. Da waren sie gut aufgehoben, gingen in den Treibgang, um den Isis auf Wiedersehen zu sagen, ich ging vor, um Sattel- und Geschirrhalter abzumontieren. Mit Akku-Schrauber ging ich dann wieder hinter, um dort auch meine Halter abzunehmen, die Hafis durften derweil den Nachbarsstall beschnuppern – neugierig sind sie ja schon :-).

Als ich meine Halter im Futterkammerl abnahm, ließ ich die Türe offen – Barbie kam mit rein, inspizierte alles – so ohne Futter, was man stehlen könnte, war es aber nicht interessant. Platzangst hat sie jedenfalls keine, das Kammerl ist ja nicht sehr groß, sehr beengt stehen macht ihr nicht – mit dem Verladen sollte es also keine Probleme geben.

Nepomuk führte ich am Strick, Barbie lief brav mit, beide wieder nach vorne gebracht. Beide blieben freiwillig wie die Einser auf dem Putzplatz stehen, dort kratze ich dann Barbie die Hufe aus, was gut war, in eine Strahlfurche hatte sie sich blöd ein Stück Dachpappe eingetreten, was in den Strahl schnitt. Ihr die Hufe und Sohlen gewaschen und Cremolith draufgemacht. Für Nepomuk reichte das Wasser nicht mehr, bei seinen guten Hufen machte das nix.

Sie bekamen Heucops, Mandarinen, die meine Tante gespendet hat und ihr Zusatzfutter, beide gingen dann von alleine zurück in ihren Stall, während ich ein bissi Stroh von hinten holte, weil keines mehr da war. Die Halfter waren durch das Wälzen total verdreckt, ich nahm sie mit, werden gerade gewaschen.

Mit dem Auto fuhr ich dann noch zum alten Stall, um Salzleckstein, das schwere Weidemineral usw. einzuladen. Die Isis kamen an und mir fiel auf, daß die auch ne Menge abgenommen haben, kein Wunder, fast immer wenn ich da war, standen sie auf der Weide, wo es ja nichts zu fressen gibt.

Ich werde mich bemühen, daß die Hafis nicht wieder zunehmen, besser noch, Fett in Muskulatur umwandeln. Ihr Zusatzfutter, was das Abspecken unterstützt, behalte ich bei, daneben ist natürlich Bewegung angesagt. In den letzten Wochen habe ich ja so viel mit beiden gemacht wie noch nie, sie wollen auch – sobald ich komme, stehen sie am Ausgang und warten darauf, daß es raus geht.

Am Dienstag putze ich beide, damit habe ich ne Menge zu tun nach heute, nehme meine Futtertonne mit – das wars dann.

25. Februar 2012

der Huf, ein Wunderwerk der Natur

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:00

Mein vermurkstes Video von gestern habe ich bearbeitet, siehe hier, ein bissi was kann man erkennen. Barbie zeigt eine schöne Trachtenlandung (nicht: Trachtenfußung), bei Nepomuk ist es mE noch nicht ganz so weit. Man sieht das gut bei langsamen Trab, ob die Vorderbeine vollständig durchgestreckt werden und wie der Huf aufsetzt.

Gestern war der Boden steinhart gefroren und furchig, also erschwerte Bedingungen, dazu waren die Pferde nicht großartig aufgewärmt. Auf normalem Boden, wenn sie sich vorher bereits vorwärts abwärts strecken konnten, schaut der Trab natürlich um Klassen besser aus.

Daß Barbie auf diesem harten Kraterboden überhaupt getrabt ist, hat mich schon ein wenig erstaunt, es zeigt, daß ihre Hufe auf dem besten Weg sind. Obwohl sie sich im Stall ja nicht viel bewegt hat und meine Bemühungen, ihr Bewegung zu verschaffen, eher vorsichtiger Natur waren.

Der Huf ist ein Wunderwerk der Natur, der vielfältige Aufgaben hat und nicht nur dazu dient, das Gewicht des Pferdes zu tragen. Nach meinen Erfahrungen tendiert jeder Huf dazu, sich in Balance zu bringen, wenn man ihn läßt. Bei Krankheiten muß man den Huf unterstützen, zur Hufbalance zu finden. Symptome korrigieren bringt nur dann was, wenn man das Ziel im Auge behält, ansonsten schneidet und feilt man ständig, ohne daß sich an der Ursache was ändert.

Eine möglichst naturnahe Haltung ist die Voraussetzung für gesunde Hufe, ansonsten wird man sich schwer tun, ein Pferd bis ins Alter gesund und leistungsfähig zu erhalten.

Ich denke, wenn sich Barbie weiter so gut entwickelt, nun kommt ja erst die artgerechte Haltung, dann wird sie keine Hufschuhe brauchen (Eisen scheiden völlig aus). Bis ihre Hufe korrekt dastehen, d. h. die Wandrotationen rausgewachsen sind, geht sie nicht mehr fühlig.

Seit 12. November 2011 bearbeite ich nun Barbies Hufe, anfangs mehr, dann immer weniger, das Entscheidende war, die Zehen bis zur (doppelten) Sohle hin zu kürzen, damit der Zug, den die rotierten Wände auf die Hufbeine ausübten, eliminiert wurden. Das war kein Mustang-Roll, sondern einfach nur die Zehen senkrecht abraspeln. Bis heute habe ich kein Hufbocktraining gemacht, was bedeutet, daß ich die Hufwände nie großartig begradigt habe. Ein Problem war das bisher nicht, schaut nur komisch aus.

Die hohle Wand rechts vorne, wegen der der TA meinte, der Schmied müßte unverzüglich kommen und beschlagen, und Barhufpfleger meinten, irgendwann bricht ihr die Zehenwand raus, ist noch da, passiert ist nichts. Ist ja auch logisch, wenn man die Zehe bis zur Sohle zurücksetzt, weil dann die Hufwand inkl. hohler Wand keinen Bodenkontakt mehr hat.

Wobei Barbie vorne und rechts hinten immer noch keinen Tragrand hat, was nicht dramatisch ist, weil sie keine weiße Linie hat. Die wurde durch die Wandrotationen zerstört, die Blättchenschicht läßt sich nicht wiederherstellen, egal was man feilt.

Entscheidend ist, daß neues Horn wieder korrekt am Hufbein runterwächst mit intakter Blättchenschicht – dafür zu sorgen, ist meine Aufgabe. Die Natur hat es so eingerichtet, daß Barbie auf der Sohle läuft, wobei ihr die inzwischen ausbalancierten Hufe natürlich zugute kommen. Trachtenlandung, der Strahl und die Eckstreben fangen Stöße ab, sie rollt über die Sohlenschwiele ab, die Zehe wird kaum mehr belastet.

Am Dienstag werde ich nochmals Sohlenfotos machen, damit man sehen kann, wie sich die Hufe im neuen Stall entwickeln.

Meinen Akku-Schrauber habe ich heute gefunden *g*, er lag unter Kaninchenfutter, morgen kann ich also meine vielen Halter abmontieren. Hufbearbeitung steht wieder an, Cremolith bekommen beide morgen auf die Sohlen, das hält das Aufweichen der Hufe hoffentlich ein wenig auf, beide stehen ja derzeit draußen ständig im Wasser. Vielleicht reite ich Nepomuk morgen zu ihrer Lieblingswiese mit Barbie als Handpferd, wenigstens ein mal sollte ich es probieren.

Das Schönste am neuen Stall finde ich, daß die Hafis in einer großen Herde stehen, was Bewegungszwang bedeutet, außerdem größtenteils harter (und immer trockener) Boden, bestens Training für die Hufe. Fütterung am Boden, was artgercht ist, das Pferd entlastet dadurch den Rücken. Hochwertiges Bio- Heu und Bio-Stroh, daneben trockene Unterstände mit Matten, die ganzjährig mit Sägemehl eingestreut werden, und eine beheizbare Tränke.

In Sachen Weidegang habe ich das Beste gefunden, was möglich ist für Barbie – begrenzt und sie dürfen erst raus, wenn das Gras fast überständig ist. ==> geringe Hufrehegefahr. Da beide in eine Kleinpferdegruppe kommen, die alle in Sachen Gras kurz gehalten werden müssen, paßt das super. Barbie ganz ohne Gras geht nicht, da hätte sie keine Lebensqualität mehr, ich würde sie einschläfern, bevor ich ihr das zumute.

Wir sind auf dem besten Weg, denke ich, Barbie wird keinen Reheschub mehr bekommen.

24. Februar 2012

Tauwetter

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:19

Sonnenschein, 9 Grad, wie im Frühling :-), leider liegt noch viel Eis rum. Die Pferde notdürftig geputzt, den Schweif gekämmt und Hufe ausgekratzt. Bei Barbie lösen sich teilweise große Stücke langsam vom Strahl ab, ich könnte sie wegschneiden, aber warum? Das ist ein ganz normaler Erneuerungsprozeß und zeigt, daß der Strahl mitträgt. Wenn man nicht alle 8 Wochen daran rumschneidet, reguliert sich der Strahl auf natürliche Weise von alleine.

Die Strahlfurchen bei beiden Hafis haben sich (von alleine) stark geweitet, so daß Dreck gut rausfällt. Die Natur hat das so eingerichtet, wilden Pferden kratzt ja keiner die Hufe aus, da muß der Huf so beschaffen sein, daß sich möglichst nichts festsetzen kann.

Aufgrund des Tauwetters stehen die Hafis draußen nun mehr oder weniger ständig im Wasser, auch an der Raufe, weil der Boden teilweise noch gefroren ist und so das Wasser nicht versickern kann. In ihrem alten Stall wäre es draußen besser, allerdings soll es die nächsten Tage regnen, dann ist die Box dort nass – jetzt haben sie immerhin einen trockenen Stall.

Ich habe ihnen Kronsaum und Hufwand mit Wasser + EM gewaschen, danach Hufliquid drauf. Als ich mit den Halftern kam, gingen beide gleich zum Ausgang – sie freuten sich offensichtlich, daß sie raus durften. Wir gingen Richtung ihrer Lieblingswiese, ich ging schnell, Barbie voller Elan neben mir, Nepomuk schlurfte stinkfaul hinter uns her.

Als wir Richtung Lieblingswiese einbogen, war er plötzlich wach, es waren nur noch ein paar Meter, ich ließ beide los. Nepomuk galoppierte langsam, Barbie hielt im Trab locker mit. Sie durften ca eine 3/4 Std. Gras fressen, haben geschnaubt vor Glück :-). Danach nahm ich Nepomuk mit, Barbie ging frei brav im Schritt hinter uns her.

Beide kamen ins Roundpen für das Video, es ist aber schwierig, zu filmen mit gutem Abstand und gleichzeitig zwei faule Hafis am Laufen zu halten. Der Boden war auch nicht gut, noch hart gefroren mit Furchen, kein Schnee mehr drüber. Das Video ist kaum was geworden, man muß zu zweit sein für sowas.

Beide in den Stall zurückgeführt, Zusatzfutter und Heucobs gegeben und bei Barbie noch ein wenig Hufbearbeitung gemacht. Versucht, meine Halter ohne Akku-Schrauber abzumontieren, das war mir aber schnell zu anstrangend – ich muß das Teil morgen finden.

Mit dem Auto fuhr ich zum alten Stall, nahm meine Heunetze und mein Regal mit, alles andere, was ich abmontieren muß, muß warten.

Abends telefonierte ich mit dem neuen Stall, ich kann Auto und Hänger am Mittwoch haben. Ich habe Pferde noch nie alleine verladen, geschweige denn gefahren. Barbies Besitzerin würde kommen und helfen, dafür aber extra 200 km fahren? Ich denke, ich schaffe das alleine ohne Streß für die Hafis.

Ob mein Hindernis im neuen Stall noch Platz findet, muß geklärt werden, ansonsten verkaufe ich es – brauche es ja nicht.

Die nächste Zeit wird stressig, sobald Barbies Hufe keine ständige Bearbeitung mehr brauchen und Nepomuk eine RB hat, fahre ich nach Berlin. Danach will ich dann auch endlich mal wieder öfters Motorrad fahren, hoffentlich klappt das.

23. Februar 2012

Reiten auf dem Platz

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:29

5 Grad und Sonnenschein gestern, ideales Reitwetter. Nepomuk auf dem Paddock geputzt, dann rausgeführt und es mit Mühe geschafft, daß Barbie im Stall blieb. Die ersten 10 Min. lief er einigermaßen, danach fing er immmer mehr an zu streiken. Am Eingang stehen bleiben, rückwärts gehen, das nervte ziemlich. Also bin ich abgestiegen und habe mir eine Gerte aus der Sattelkammer geholt – alleine, daß ich nun eine hatte, machte ihm Beine *g*. Wir sind viel getrabt und haben Bahnfiguren geübt, der Platz ist aber nicht mein Ding – vermutlich war ich genauso lustlos wie Nepomuk. Nach ca. einer 1/2 Std. entschied ich, es ist genug, richtige Arbeit schaut anders aus.

Zukünftig muß ich mich steigern, am besten wäre Unterricht ein mal pro Woche mit jemand anderem zusammen. Na mal sehen, was sich organisieren läßt im neuen Stall.

Nepomuk zurückgestellt und Barbie mitgenommen – er konnte es kaum fassen, daß er nicht mit durfte. Barbie habe ich am Putzplatz geputzt, so gut es ging – ihren Bauch werde ich ihr im Frühjahr waschen, anders bekommt man den Dreck nicht raus. Auf dem Platz ist sie trotz Aufforderung von mir die meiste Zeit gestanden, Nepomuk war derweil hysterisch.

Also abgestiegen und mir die Gerte geholt, die ich hatte liegen lassen. Barbie leicht touchiert, sie ging dann vorwärts, wir ritten zwei Runden. Mit ihr war ich ca. 15 Min. auf dem Platz, die meiste Zeit davon stand sie. Ich will sie nicht überlasten, ihre Hufe sind ja noch lange nicht in Ordnung. Ihr Training muß ich langsam aufbauen, Reiten spielt da nur insoweit eine Rolle, als daß sie sich wieder an Sattel + Zaum + Gewicht gewöhnt. Spaziergänge mit Barbie alleine kann ich mir gut vorstellen, zwischendurch reite ich dann immer mal wieder 10 Min. – so gewöhnt sie sich auch daran, alleine draußen zu sein.

Wenn Nepomuk in der Herde steht, wird sich seine Hysterie schnell legen und er sich daran gewöhnen, daß Barbie nicht ständig an seiner Seite klebt.

Ich war ziemlich müde nach den zwei Pferden, beide bekamen als Zusatzfutter Naturmüsli, das neue Lamino-Star ist noch nicht da. Das Müsli ist nicht super beliebt, sobald das Lamino-Star da ist, schmeiße ich den Rest weg.

Ein bißchen geraspelt habe ich noch, bei Barbie bei weitem nicht genug, hatte keine Kraft mehr dazu. Nachdem meine Hufpflegemittel größtenteils eingefroren waren, habe ich ihnen die letzte Zeit nichts drauf getan. Bei Barbie hat sich das bemerkbar gemacht, ihre Hufe schauen ein wenig spröde aus. Ab morgen geht die intensive Hufpflege wieder los, Hufwände waschen und dann ein Öl oder eine Salbe auftragen. Nachdem es nun taut und der Boden matschig wird, kann ich Barbie kein Keralit undercover drauftun, das hält ja nun nicht.

Morgen lasse ich beide zusammen im Roundpen laufen und mache ein Video, ich bin selber gespannt :-).

Nun geht es in den „Endspurt“; leider habe ich bisher meinen Akku-Schrauber nicht gefunden, um meine diversen Halter abzumontieren. Zur Not muß ich es per Hand machen, möchte nächste Woche nicht noch in Stress kommen. Vermutlich am Samstag und Montag bin ich dann nochmals im Stall, am Mittwoch Nachmittag dann Transport der Pferde.

Beide kommen zusammen in die große Krankenbox (eigentlich 2 Boxen), wo sie über den Zaun bereits Kontakt zur Herde aufnehmen können. Am Donnerstag früh werden dann alle Pferde auf den Paddock gesperrt und meine können sich alleine in aller Ruhe die Stallungen ansehen. Es werden einzelne Pferde dazu gelassen, so daß sie nicht auf ein mal über mit 20 konfrontiert sind. Ab mittags bin ich dann immer da, wenn alle zusammen stehen, und passe auf, daß kein Pferd verletzt wird.

Nachts kommen die Hafis solange in die Box, bis wir sicher sind, daß es keine üblen Streitereien mehr gibt. Die Pferde müssen eine Rangordnung bilden, dazu gehört jagen, drohen, zwicken und auch mal schlagen. Was nicht geht, ist, wenn einer in die Ecke gedrängt und verprügelt wird, egal ob es sich um mein Pferd oder ein anderes handelt – da gehe ich dann natürlich dazwischen.

Aber ich denke, die Pferde werden sich schnell arrangieren, selbst wenn meine eine Zeit lang in keinen Unterstand rein dürfen, macht das nichts – es soll ja über Null Grad haben die nächste Zeit. Heu und Stroh wird eine Menge gefüttert und darauf geachtet, daß alle Pferde was abbekommen – hungern werden die Hafis nicht müssen *g*.

Wenn sie sich eingewöhnt haben, werde ich ihnen einzeln per Spaziergang die Umgebung zeigen, Straße, Reitplatz, Ovalbahn usw. Zu zweit kann ich sie alleine nicht mehr spazieren führen, die Gefahr, daß ich einen verliere, ist zu groß. Eine Straße ist in der Nähe, wo man 50 km/h fahren darf, das ist mir zu gefährlich.

Der Vorteil ist: sie werden lernen, brav am Strick zu laufen. Draußen wird nicht mehr gefressen, außer ich erlaube es. Das wird mit Barbie ne Herausforderung, sobald das Gras anfängt zu wachsen. In ihrer Gier wird sie dann ziemlich aufmüpfig, ohne Kette wird kein Spaziergang möglich sein. Beim Reiten geht es besser mit ihr, da ist Nepomuk schlimmer.

Für beide und für mich brechen harte Zeiten an :-), es gibt keine Freiheiten mehr für sie und ich muß jedes Pferd außerhalb des Stalls jederzeit unter Kontrolle haben. Für jeden anderen Pferdebesitzer normal, für uns wird das neu.

Als „Ersatz“ haben sie nun eine artgerechte Haltung in einer Herde, wo sie nicht den ganzen Tag nur rumstehen, fressen und auf mich warten, damit ich was mit ihnen mache.

 

20. Februar 2012

Strafrunden im Roundpen

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:24

Der Boden bzw. das Wasser darauf war heute gefroren, daher bestand Rutschgefahr. Reiten war mir daher zu gefährlich, ein Spaziergang im Wald ist ja auch ganz nett. Die Halfter von hinten geholt und mit beiden Richtung Straße gegangen, Barbie lief brav mit (das Showhalfter hatte ich mir eingesteckt). Auf der Straße kamen wir nicht weit, Barbie zog mich an den Rand, weil da ein verkümmertes Büschel Gras stand.

Ich setzte mich durch, wir gingen weiter auf der Straße, wieder zog mich Barbie in den Acker, ich bekam von ihr einen Rempler (war wohl keine Absicht) und fiel direkt vor Nepomuk hin. Die Stricke verlor ich dabei, tjo, das wars dann wohl mit dem Spaziergang. Beide galoppierten zu ihrem alten Stall, ich war not amused. Lange bevor ich ankam, galoppierten beide bereits locker flockig den ganzen Grasweg runter bis zu ihrer Lieblingswiese.

Mist, wieder mühsam durch den Schnee stapfen, der heute hart gefroren war. Angekommen, zog ich Barbie das Showhalfter über, sie war aber extrem bockig, ging nicht mit. Also das Teil wieder abgemacht, ebenso meine Stricke, und versucht, Nepomuk Richtung Heimat zu treiben. Das scheiterte, weil er drei mal in einem großen Bogen um mich rum zurück galoppierte zu Barbie.

Langsam hatte ich die Faxen dicke, war stinksauer, nahm Nepomuk an den Strick und führte ihn zurück zum Stall. Barbie blieb stehen, bis wir fast angekommen waren, dann galoppierte sie den Grasweg zurück und den Weg bis zum Hauptstall.

Beide sperrte ich ins Roundpen ein und grub eine alte Gerte, die am Putzplatz im Eis eingefroren war, mit dem Hufkratzer aus. Mit der und einem Strick bewaffnet ging ich ins Roundpen – wenn sie gerne laufen, bitte sehr. An meiner Körpersprache konnten die Hafis ablesen, daß ich aggressiv gestimmt und sauer war, und jede Bockigkeit bestraft würde.

Traben war angesagt, und zwar flott; Barbie hatte schnell keine Lust mehr wie üblich, heute ließ ich ihr das nicht durchgehen. Mit Strick und Gerte gewedelt, sie bekam ordentlich Druck und lief – na also, geht doch. Nepomuk blieb am Ausgang stehen, aber hallo, aus dem Stand ist er angaloppiert, als ich zwei Schritte auf ihn zumachte.

Ich glaube, 20 Runden habe ich beide im Trab ordentlich gescheucht, bis ich zuließ, daß Barbie sich hinter mich klemmte, das kennt sie vom join/follow up. Perfekter als Barbie kann man das nicht machen, sie ging jede Bewegung von mir mit. Nepomuk kennt kein join up, er meinte, er kann scharren, anstatt sich auf mich zu konzentrieren. Falsch gedacht, ich ließ ihn noch ein paar Runden galoppieren, danach hatte er nur noch Augen für mich *g*.

Ich bin wirklich sehr gutmütig und lasse den Hafis Freiheiten, geht ja nicht mehr lange. Ich lasse mich aber nicht für blöd verkaufen – heute habe ich sie mal wieder zurechtgestutzt. Für Nepomuk bin ich ja der Boss, Barbie nimmt sich zuviel raus. Sie war lange schwer krank, konnte kaum gehen, natürlich habe ich darauf immer Rücksicht genommen. Ich wußte ja nicht, ob sie mich manipuliert oder ob sie nicht kann. Seit heute weiß ich sicher, daß sie schmerzfrei ist,  sie kann auch länger traben und/oder galoppieren.

Heute sah ich das erste mal richtig die Trachtenlandung bei Barbie im Trab, ein Video (Beispiel) gibt es hier. Es schaut super toll aus, wenn das Pferd im Trab die Vorderbeine ganz durchstreckt, bevor der Huf (mit der Trachte zuerst) aufsetzt. Elegant schaut das aus, das Pferd schwebt quasi über den Boden – es wird viel Spaß machen, sie zu reiten.

Heute sind beide viel gelaufen, obwohl das so nicht geplant war, erstaunlich, daß Barbie der steinharte Boden wenig ausmacht. Zwar versucht sie, bei Wegen und Straßen auf den Rand auszuweichen, das kann aber auch an lebenslanger Gewohnheit liegen – sie ging ja bisher immer fühlig (wie die meisten Pferde). Ich denke, das wird sich mit der Zeit geben, das ist eine reine Kopfsache bei ihr.

Beide sind nun fit für eine Herde, wo sie anfangs vermutlich gejagt werden auf gepflastertem Boden. Barbie kann das wegstecken, sie ist kein krankes lahmes „Opfer“, sondern schmerzfrei und strotzt vor Energie.

Es freut mich riesig, daß ich mit meiner Hufbearbeitung richtig lag und es Barbie nun wieder gut geht. Ich denke, sie wird keinen Hufreheschub mehr bekommen, die Fettpolster im Mähnenkamm usw. sind abgebaut. Ihre Hufe sind in besten Händen, nämlich in meinen :-), sie sind ausbalanciert, in ein paar Monaten steht sie genauso top da wie Nepomuk.

Ich fuhr das Auto zum „alten“ Stall und packte einiges Zeugs ins Auto, die leere Futtertonne (Lamino-Star) nahm ich mit, die zwei anderen mit Heucobs und Müsli paßten nicht mehr rein, ich trug sie nach vorne in die Sattelkammer. Zubereitung des Zusatzfutters, als ich in die Müsli-Tonne griff, erschrak ich mich – ups, ne Maus drinnen. Als ich genauer hinsah, waren es zwei Mäuse. die nicht mehr alleine rauskamen und mächtig Angst vor mir hatten. Ich entließ beide in die Freiheit, das Müsli verfüttere ich den Pferden trotzdem. Wenn Müller Brot mit Mäusekot verunreinigte Backwaren verkaufen kann und die Behörde mitteilt, daß keine Gesundheitsgefahr für Menschen besteht (das müssen sie ja sagen), können die Hafis auch das Müsli fressen.

Die Nachbarn hatten kein Wasser, also ging ich nochmals hinter und holte einen großen Eimer vom Wasserfass, Arabella kam auf Zuruf aus dem Stall raus. Ich tränkte sie und gab ihr ein Leckerli, das restliche Wasser schüttete ich auf ihrer Seite in die Badewanne – meine haben ja nen extra Kübel. Als ich mit den Hafis draußen war, hat sie ständig gewiehert, sie ist ne arme Haut.

Das Ausreiten mit Handpferd lege ich ad acta, kommt im neuen Stall ja nicht mehr in Frage, da zu gefährlich, falls ich das Handpferd verliere. Am Mittwoch werde ich erst Nepomuk und dann Barbie auf dem Platz reiten, außerdem Hufbearbeitung machen.

Nepomuks Hufentwicklung

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 16:05

Heute habe ich Nepomuks Huffotos mal zusammengefaßt, damit man einen leichteren Überblick hat. Obwohl ich bei ihm bisher so gut wie gar nichts gemacht habe, entwickeln sich seine Hufe prächtig – so schöne Hufe entstehen nur auf natürliche Weise.

Seine inzwischen starken Sohlen haben ein natürliches Gewölbe ausgebildet, der Strahl ist gesund und belastbar, enorme Strahlfurchen. Die Eckstreben regulieren sich langsam von selbst auf ein gesundes Maß runter, d. h. nicht länger als 2/3 des Strahls und in etwa Sohlenniveau oder etwas höher.

Seine Vorderhufe werden breiter und runder, dadurch verbessert sich der Abrollpunkt und ermöglicht eine Trachtenlandung – die Grundlage für einen ausbalancierten Huf. Daneben eine optimale Zehen-/Achse-/Fessellinie,

Ich kann mich glücklich schätzen, ein Pferd mit solchen Traumhufen zu haben – dafür ist er schwerer Ekzemer, aber gut, das haben wir inzwischen ganz gut im Griff.

Barbies Hufe sind auf dem besten Weg der Heilung, vor ca. 3 Monaten war sie noch stocklahm und Einschläfern stand im Raum, nun kann ich dank meiner Hufbearbeitung wieder anfangen, sie zu reiten. Zwar ist noch einiges zu raspeln, die Natur aka viel Bewegung im neuen Stall auf hartem Boden wird mir helfen.

Bis die Weidesaison im Mai beginnt, wird die hohle Wand rechts vorne und alle Wandrotationen rausgewachsen sein, dadurch hat sich die weiße Linie neu aufgebaut, d. h. Hufbein und Hufwand haben wieder eine Verbindung.

Im neuen Stall habe ich nix mehr zu tun, außer mich um meine Pferde zu kümmern – das wird ne Umstellung für mich. Für Nepomuk werde ich eine RB suchen, die 2x pro Woche mit mir (und Barbie) ausreitet. Ein mal pro Woche kann ich evtl. Unterricht nehmen auf Nepomuk, mit Barbie mache ich Fahrtraining oder andere Bodenarbeit. Den vierten Tag nehme ich mir frei oder reite, mache Bodenarbeit oder sonstwas.

Heute habe ich überlegt, was ich den Hafis für den Transport anziehe. Ich denke, sie bekommen beide ihren schönen Strass-Abschwitzdecken drauf, dazu werden die Beine bandagiert. Bisher fuhren sie immer „nackt“ – wenn ich das Zeugs habe, kann ich es ihnen auch anziehen, schadet ja nicht :-).

Hängertraining mache ich keines, als ich beide das erste und letzte Mal in Weyarn verladen habe, waren sie sofort drinnen. Man muß zu zweit sein und sie gleichzeitig reinführen; falls ich alleine bin, stelle ich Barbie rein, Nepomuk kommt dann von alleine nach.

Zur Sicherheit werde ich Zusatzfutter bereithalten, dafür tun sie alles :-).

18. Februar 2012

Umzug in den „Hauptstall“

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:33

Heute Vormittag rief mich die Verantwortliche der Ranch an und meinte, das Dach vom Stall sei aufgrund der Schneelast einsturzgefährdet, morgen soll es ja wieder schneien. Die Hafis kämen in den „Hauptstall“, die Nachbarn in den kleinen daneben. Auf die Weide dürften meine nicht, weil irgendwas im Boden vergraben ist, woran die Hafis hängen bleiben könnten – was ja kein Problem ist, sie gingen ja bisher auch kaum auf die Weide.

Mit 30 Liter heißem Wasser und der Spitzhacke fuhr ich raus, nachdem ich mit dem Kaninchen vom TA zurück war (wir mußten fast 2 Std. warten, die Fäden wurden gezogen, Schneewittchen geht es prima). Beiden Pferde waren gut aufgelegt, es war eine Kübel mit Wasser aufgestellt worden. Mit der Hacke versuchte ich kurz, das Eis in der Wanne zu entfernen, war mir dann aber zu anstrengend – mußte ja nicht sein. Mein Wasser tat ich in den Kübel, die Nachbarn hatten allerdings kein Wasser. Ich stellte einen Eimer ans Dach, wo Tauwasser runter tropfte, und ließ die Hafis auf den Vorplatz.

Barbie ist natürlich wieder als erste über den Zaun gestiegen, Nepomuk sprang hinterher und sie gingen auf den Grasweg. Ich holte derweil das Zusatzfutter von hinten aus dem Kammerl und schaut in den Stall. Der war komplett nass durch das Tauwasser, prima, daß die Hafis nun vorne stehen, wo der Stall trocken ist. Zwei Reiter kamen vorbei und fragten, ob sie helfen könnten – wirklich nett, die Einsteller vom Moarhof. Ne danke :-), ich ging Richtung Hafis, glücklicherweise waren sie nicht weit gelaufen. Beide kamen sofort an und klemmten sich hinter mich – nanu, wohl satt und keine Lust zum Rennen.

Sie bekamen ihr Zusatzfutter am Putzplatz, ich holte derweil eine Tüte Stroh von hinten und verteilte es in der inneren Heuraufe. Ein junger Mann vom Betriebspersonal kam und hat bei den Hafis im Stall eingestreut, ich lieh ihm meine Spitzhacke, damit er bei den Nachbarn das Eis aus der Wanne entfernen konnte. Er füllte dort was von meinem Wasser ein und versprach, heute Abend alle mit ausreichend Wasser zu versorgen.

Nun haben es die Hafis wirklich sehr schön mit dem trockenen Stall und der Futterraufe draußen, außerdem ein sehr großes Paddock. Angeboten habe ich, die Nachbarn dazu zu stellen, das Betriebspersonal täte sich leichter mit Füttern und dem Wasser. Für 10 Tage lohnt das nicht mehr, da hat die Verantwortliche natürlich recht. Mir tut halt Arabella leid, die Nachbarsstute, die sich sehr nach Aufmerksamkeit sehnt. Hin und wieder habe ich ihr ein Leckerli zugesteckt und sie gestreichelt, seitdem ist sie auf mich fixiert – sie hat ja sonst niemanden.

Ich werde mich erkundigen, ob die Hafis bis 29. Februar 2012 nun vorne bleiben, dann räume ich Halfter und Futtertonnen in die Sattelkammer, ständig hin und her laufen ist ja kein Zustand.

Huffotos habe ich heute gemacht, obwohl ich die letzten 2 Wochen kaum geraspelt habe, hat sich einiges getan.

Barbies schlimmster Huf rechts vorne mit der hohlen Wand hat sich sehr gut entwickelt, der verbogene Stahl begradigt sich von selber, die Eckstreben schrumpfen sich gesund, die Sohle bildet langsam ein Gewölbe aus. Seitlich bestehen immer noch Wandüberstände, die ich nach und nach beseitigen werde.

Links vorne gibt es seitlich auch noch einiges zu raspeln, die Zehe kann weiter gekürzt werden. Es bildet sich langsam ein Gewölbe und die Eckstreben gleichen sich auf Sohlenniveau an – ganz von alleine.

Rechts hinten muß ich auch noch seitlichen Wandüberstand beseitigen, alles andere pendelt sich mit der Zeit ein. Links hinten muß ich außen noch raspeln, dann kann sich der Huf gleichmäßig abnutzen.

Barbies Hufe sind auf dem besten Weg, sich selbst zu heilen, die Zehen werde ich weiter kurz halten, bis auf links hinten hat sie dort auch keinen Tragrand. Braucht sie auch nicht, weil sie über die Sohlenschwiele abrollt. Im neuen Stall, wo sie ne Menge auf hartem Boden laufen muß, werden sich ihre Hufe schneller abnutzen und daher noch schneller gesunden.

Barbie hat ne Menge abgenommen in den letzen Monaten, sie schaut nun richtig gut aus. Gehungert haben beide nicht großartig, wir haben trotz Verbot ja immer dazu gefüttert. Das Zusatzfutter Lamino-Star „Abspecken, aber richtig“ hält, was es verspricht. Ich hätte nie gedacht, daß man man alleine durch Zusatzfutter erreicht, daß ein Pferd abnimmt – aber es funktioniert.

Barbie knabberte nen Holzbalken an, vor dem Stall steht schon lange ein Tannenbaum. Ich den reingezogen auf den Paddock, die Hafis waren begeistert :-).

Am Montag werde ich mal ausreiten, beide werde ich satteln und zäumen und ne Gerte mitnehmen, außerdem das Showhalfter. Wenn Barbie bockig ist und sich weder reiten noch als Handpferd mitführen läßt, machen wir halt einen langen Spaziergang. Wenn beide nicht brav sind, gehe ich mit beiden einzeln am Mittwoch auf den Reitplatz. Sie müssen sich dran gewöhnen, auch mal was zu arbeiten.

17. Februar 2012

den Hauch von Freiheit …

Filed under: Allgemein — admin @ 18:59

… werden die Hafis zukünftig vermissen, denke ich.

Um eins war ich im Stall, der Feldweg zur Ranch war nicht geräumt, aber befahrbar bis zum Haupteingang. Außer man ist schneeblind, kurz vor dem Ziel fuhr ich aus Versehen rechts in den Acker und steckte fest.

Erst mal Barbie und Nepomuk begrüßt und vier Gießkannen Wasser aufgefüllt. Beide wollten raus, bald fällt frei draußen Rumlaufen ja weg. Im neuen Stall ist eine Straße ganz in der Nähe, da müssen sie draußen stets unter Kontrolle sein. Ich ließ beide raus, der Weg zu ihrem Lieblingsgrassweg war durch Schnee versperrt. Sie schlichen sich wieder hinter den Stall, stapften durch die Schneewehe, die ihnen bis zur Brust reichte, und liefen zum Grasweg. Das wäre ein tolles Foto geworden, keine Beine zu sehen, Schnee bis über den Bauch, leider war meine Digicam im Auto.

Passieren kann ihnen ja nichts, ich nahm also ne Schaufel mit und buddelte meine Vorderräder frei. Nachdem das nicht reichte, legte ich meine Fußmatten vor die Vorderreifen, immerhin kam ich ein paar Meter weit, dann saß das Auto wieder fest. Zwischendurch sah ich meine Haflinger über den Grasweg galoppieren bis zum Ende, weiter gehen sie eh nicht.

Das Auto bekam ich wieder frei, fuhr zum Eingang, um Sachen einzuladen. Meinem Reitkissen und meinem Marino-Fell für den Westernsattel haben die Mäuse trotz Abdeckung zugesetzt, der Schaden durch Mäuse beläuft sich inzwischen auf über EUR 200,00. In den neuen Stall (mäusefrei) nehme ich nur mit, was ich wirklich brauche, meine 2 Schränke dort sind nicht allzu groß. Und was ich dorthin mitnehme, wird vorher gesäubert.

Einen Sattel habe ich noch in der Sattelkammer, dazu meine diversen Halter, daneben das ganze Zeugs in unserer „Futterkammer“. Gut, daß ich mein großes Wohnzimmer nie benutze, da habe ich das ganze Zeugs derzeit gelagert. Auf die Pferde warf ich natürlich hin und wieder ein Auge, sie waren mit Gras ausgraben und fressen gut beschäftigt.

Die Tonne mit Naturmüsli trug ich in unser Kammerl, bereitete das Zusatzfutter vor und hoffte, die Pferde würden von alleine zurückkommen. Eine Reiterin mit Handpferd kam vorbei und fragte, ob sie helfen könne, sehr nett. Ich bedankte mich und verneinte, nahm mir nen Strick mit und wühlte mich durch teilweise kniehohen Schnee bis zu meinen Pferden durch. Sie waren „erst“ eine Stunde draußen, ich hatte Zeit, also ließ ich sie unter meiner Aufsicht noch 1/2 Std. „grasen“.

Mei, wäre das schön gewesen, wenn ich zurück hätte reiten können, durch hohen Schnee laufen ist mühsam. Leider fiel das aus wegen fehlendem Zaumzeug und Sattel, außerdem wäre ich gar nicht auf ein Pferd drauf gekommen ohne Hilfe. Hat man zwei Pferde, kann man eimen beibringen, einen mit der Nase auf das andere Pferd zu heben – habe ich bei youtube gesehen. Das würde ich den Hafis gerne beibringen, weiß aber noch nicht genau, wie.

Hinter Barbie ein wenig mit dem Strick gewedelt, sie trabte Richtung Heimat, Nepomuk kam im Galopp hinterher. Wie kleine Kinder haben sie sich gefreut, Barbie verfiel auch in Galopp und buckelnd liefen beiden zum Stall. Zu schnell für mich; bis ich meine Digicam gestartet hatte, waren beide schon zu weit weg, Mist.

Barbie ist ja nicht trainiert und durch hohen schweren Schnee galoppieren, kostet massig Kraft. Sie hat mit Nepomuk aber mitgehalten bis zum Stall, ein gutes Training für sie. Ich kämpfte mich den Weg wieder zurück, beide standen auf dem Paddock nach dem Motto „wo bleibst Du denn?“.

Ich habe ihnen die Freiheit heute gegönnt, oft wird es das nicht mehr geben – es war ja niemand unterwegs, der sich hätte an ihnen erschrecken können.

Als ich den Hufkratzer in der Hand hatte, standen beide nebeneinander, Nepomuk hob vorne rechts auf, Barbie vorne links – ohne daß ich was verlangt hätte. Jeder will der Erste sein, der sich eine Belohnung verdienen kann – gut dressiert :-).

Noch ein wenig geraspelt, kam ja schon länger nicht mehr dazu. Barbies Hufe fangen an, ein Gewölbe auszubilden, morgen werde ich Sohlenfotos machen. Barbies Hufe sind noch lange nicht im Lot, es dauert ja, bis ein Huf einmal komplett nachgewachsen ist.

Ich denke, wenn Barbie mal korrekt da steht dank meiner Hufbearbeitung, wird sie auch nicht mehr fühlig gehen. Ein Huf in Balance, an dem man nicht an Strahl und Sohle rumschneidet, entwickelt sich selbst zu einem belastbaren, gesunden Huf. Bei entsprechender Haltung natürlich, das Pferd muß sich im Stall bewegen können/müssen auf verschiedenen Böden.