30. Mai 2012

Nepomuk büxt aus

Filed under: Allgemein — admin @ 19:50

Barbie lief heute sehr gut, lahmte nur noch leicht. Ich nahm sie mit, Nepomuk drängelte sich mit raus und dann ging es rund :-). Barbie riß sich los, beide gingen hinter Richtung Misthaufen, wo auf der anderen Seite ein wenig Gras steht. Ich holte Nepomuks Halfter, nahm dann erstmal Barbie und band sie fest, was gar nicht so einfach war, weil sie sich mit Händen und Füßen dagegen sträubte.

Nepomuk haute ab Richtung Wohnhaus des Stallmeisters, Barbie wieherte und riß am Strick (ein Glück, daß der hielt), Nepomuk war auf 180. Er lief auf den großen Steinen (sowas wie an Isar, nur größer) zwschen Haus und Stall durch, die Herde bekam das mit und lief auf den Paddock, was ihn noch mehr anheizte. Ich war sauer, das merkte er wohl und ließ sich nicht einfangen, irgendwann galoppierte er auf dem Pflaster zurück zu Barbie. Ich versuchte, ihn zu beruhigen und in eine Ecke zu drängen, er wich zurück, übersah einen Hühnerdraht, der durch Gras verborgen war und halb am Boden lag, blieb hängen, befreite sich und lief in ein nicht genutztes Stück Grund mit vielen Brennesseln. Da kam er nicht mehr raus, ich gab ihm ein Leckerli, damit er sich beruhigt und führte ihn zurück in die Herde.

Barbie hatte derweil vor Aufregung gemistet und alles breitgetreten, was für eine Action *g*. Die beiden haben sich schnell wieder beruhigt, ich raspelte bei Barbie, begradigte die Zehenwand rechts vorne und machte Sohlenfotos. Rechts vorne muß ich einiges aufholen, die Zehe weiter zurücksetzen und dann den Rest anpassen. Links vorne ist auf einem guten Weg, eine weiße Linie ist zumindest ansatzweise in Sicht. Rechts hinten ist ein kleines Stück eine tiefere  Furche, wo sich eine weiße Linie befinden sollte, links hinten schaut soweit ganz gut aus. Ich hoffe, mit Hoof Solution (es kam heute) die Fäulnis in den weißen Linien stoppen zu können, eine ziemlich zähe Flüssigkeit, die vermutlich gut hält. Das Loch links vorne werde ich nun immer mit Rivanol spülen, habe mir ne kleine Plastikspritze eingepackt, danach fülle ich es mit Keralit Undercover.

Heute habe ich Barbie Keralit Huffestiger draufgetan, auf den Kronsaum Hufbalsam. Als Behandlungsplan habe ich mir überlegt, 2x pro Woche Hoof Solution auf die faulen Stellen aufzutragen, 1x pro Woche Keralit Huffestiger. Auf den Kronsaum und die Hufwand kommt 2x Keralit Huf-Elast, 1x Keralit Lorbeersalbe oder Hufbalsam, Hufliquid oder sonstwas. Dazu immer die Hufe wässern gleich nach dem Rausführen, falls es nicht regnet. Mit Wasser + EM bürste ich oft beiden auch noch Hufwände und Sohle, das sorgt für „gute“ Bakterien.

Ich denke, noch 2 – 3 Einheiten und Barbies Hufe sind alle korrigiert inklusive vollständiges Begradigen der Zehenwände – letzteres hat lange gedauert, zu lange. Das hätte ich viel früher anfangen müssen, es geht ja auch ohne Hufbock – man lernt aus Erfahrung. Nun heißt es, in die Zukunft blicken und aus seinen Fehlern lernen.

Bei zwei von Barbies verbliebenen drei Kastanien war das Horn durch mein Schweineschmalz derart bröselig geworden, daß ich es locker mit der Zange abknipsen konnte. Es ist immer noch was dran, ich bin ja kein Hufschmied, der damit Erfahrung hat und direkt am Bein abschneidet. Den Rest werde ich weiter mit Schweineschmalz „einweichen“, so daß ich ihn mit der Hand wegbröseln kann – eilt ja nicht und ist kein Akt.

Ich stellte Barbie zurück und zog Nepomuk seine Decke aus, er „durfte“ auf den Reitplatz zum Longieren, Barbie wollte natürlich mit, auch gut. Nepomuk mußte ordentlich laufen, damit er Energie abbaut, Barbie zupfte derweil Gras. Auf dem Reitplatz lahmte sie fast gar nicht aufgrund des relativ weichen Bodens, ich denke, mit der Zeit kann sie auch auf hartem wieder lahmfrei gehen.

Nachdem Nepomuk bewegt war, wollte ich Barbie im Schritt etwas laufen lassen, Madame wollte aber lieber Gras fressen, da mußte ich mit der Peitsche etwas energischer werden. Sie trabte los, auch im Trab nur minimales Lahmen. Auf  join up hatte Barbie nur kurz Lust, zack war sie wieder Richtung Gras abgebogen, anstatt hinter mir zu bleiben. Sie ist zwar krank, trotzdem ließ ich mir das nicht gefallen, sie muß schon parieren. Ich ließ sie Peitsche ordentlich hinter ihr knallen, buckelnd im Galopp ist sie davon, aber nur kurz, ich ließ sie dann kurz traben, bis sie sich wieder anbot.

Plötzlich fing es an, ordentlich zu duschen, schnell die Pferde vom Reitplatz gebracht und zum Putzplatz gerannt, um meine Sachen, die im Freien standen, unters Dach zu tragen – danach war ich komplett nass. Als der Regen nach 20 Min. nachließ, holte ich Nepomuk, er wurde behandelt, auch von ihm machte ich Sohlenfotos.Vorne links über dem Kronsaum hatte er eine kleine Wunde, vermutlich durch den Hühnerdraht, ich tat Lebertran-Zinksalbe drauf.

Die perfekten Hufe eines Barhufgängers, ausbalanciert, ein starker (mittragender) Strahl und knapp über der Sohle liegende Eckstreben. Zur Erinnerung: ich habe weder an Sohle, Strahl noch Eckstreben jemals geschnitten, seine Hufe haben nun ihre natürliche Form gefunden. Er hat Trachten, vorne etwas höher als hinten, auch daran habe ich nie was korrigiert.

Links vorne habe ich anscheinend einen Stein übersehen, es war ziemlich dunkel unter dem Dach beim Gewitter. Die Stelle, wo er sich vor über 7 Monaten einen Stein tief in die weiße Linie getreten hatte, sieht man immer noch, das dellt in die Sohle rein, ich werde diese Stelle  nächstes Mal mit dem Messer ein wenig ausschneiden. Rechts hinten sieht man ein Stück „Lappen“ am Strahl, ich hätte das wegschneiden können, läuft sich aber von selber ab. Da der Strahl mitträgt, dadurch stark abgenutzt wird, erneuert er sich natürlich ständig.

Bei Barbie ist durch die Wandrotationen die Blättchenschicht (weiße Linie) zerstört worden, man muß warten, bis das Horn wieder korrekt am Hufbein runtergewachsen ist. Das dauert natürlich (bis zu einem Jahr), was bei ihr derzeit an der Sohle ankommt, ist immer noch kaputt und daher leichte Beute für Bakterien. Durch Hufbearbeitung kann man leider keine weiße Linie wiederherstellen, nur dafür sorgen, daß neues Horn korrekt am Hufbein runterwächst. Wenn ich die Wände vollständig begradigt habe, paßt alles, sie verlaufen paralell zur Hufwand und passen auch zur Sohle.

Alles in allem schaut es sehr gut aus, Barbie läuft täglich besser, Nepomuk geht es in Sachen Ekzem bestens. Vielleicht wird es nächstes Jahr ja doch nach was mit einem prächtigen Zweiergespann :-).

Hier noch ein Foto von Nepomuk mit dem Herdenchef Fitur, er ist auch sein Freund. Fitur ist kein Rassist, er mag Barbie und auch Nepomuk. Ich glaube, die Hafis haben sich noch niemals so wohl gefühlt wie jetzt in der Herde, besser können sie es nicht mehr haben. Es ist alles perfekt, Barbie verträgt das Gras, bisher kein Reheschub – wenn das so bleibt (davon bin ich überzeugt), hat sie in einem Jahr genauso gute Hufe wie Nepomuk.

28. Mai 2012

Pferdepflege

Filed under: Allgemein — admin @ 19:49

Gestern haben wir bei mir tolle Sachen gegrillt, ich muß mir auch mal Zeit für die Familie nehmen. Heute wieder im Stall, die Hafis haben noch gelebt *g* – gut zu wissen, daß sie es auch mal 2 Tage ohne mich aushalten :-). Barbie lahmt immer noch, Nepomuk hatte sich kaum gebissen, er muß nicht täglich eingeschmiert werden.

Barbie bekam die Hufe abgespritzt, von dem Abszess am Kronsaum habe ich heute nichts sehen oder erfühlen können – vielleicht habe ich mich ja getäuscht. So oder so, sie kann einigermaßen laufen und hat Lebensqualität, ich warte einfach ab. Wenn der Abszess in nächster Zeit nicht in der Sohle auftaucht, hatte sie keinen, dann lahmt wie wegen der Hornsäule. Das wächst sich raus, dauert halt ne Zeit, bei einer OP müßte sie ca. 1/2 Jahr mehr leiden (Box, starke Schmerzen usw.), ob danach alles gut ist (reiten darf man erst 2 Jahre danach wieder), steht in den Sternen.

Barbie bekam die Mähne nass mit Backpulver gebürstet und den Schweif gewaschen, in letzterem war ziemlich Dreck drinnen. Danach wurde geraspelt, vorne rechts konnte ich ja fast einen Monat kaum was machen, da gibt es einiges zu tun. In dem Huf hat sie nun auch einen kleinen Hornspalt, wo früher die hohle Wand war, hinten rechts ebenfalls einen Spalt. So nimmt die Natur die Spannung raus, ich muß nun wieder Gas geben beim Raspeln. Hinten links hat sich im Zehenbereich ein enormer Tragrand gebildet, davon muß die Hälfte weg. Links vorne habe ich das Loch gereinigt und ein wenig rund gefeilt, außerdem bei beiden Vorderhufen weiter die Wände begradigt.

Wenn ich nun wieder konsequent alle 2 Tage ihre vier Hufe beraspel, ist alles in ca. einer Woche erledigt. Durch das Biotin wachsen die Hufe schnell, Barbie läuft ja durch das Lahmen nicht allzu viel, bei ihr muß man daher ständig dranbleiben. Auf die Sohle bekam sie StrahlNiem, auf den Kronsaum Keralit Lorbeersalbe, letztere ist bald zu Ende.

Nepomuk habe ich das Langhaar auch gewaschen; obwohl er viel Mähnenhaar verliert, weil es unter der Decke abbricht, hat er eine super dicke tolle Mähne. Er bekam auch alle Hufe beraspelt, danach ebenfalls Lorbeersalbe auf den Kronsaum und Keralit Huffestiger auf den Hufrand. Letzteres hatte ich ja für Barbie gekauft, das meiste aber für Nepomuk verwendet, nun ist es bald zu Ende. Den Rest werde ich nun hauptsächlich für Barbie verwenden, habe mich heute schon nach Ersatz umgesehen.

Bestellt habe ich Hoof Solution, die Bewertungen sind gut. Ich brauche es nicht für Strahlfäule, Barbie hat keine, sondern für ihre weißen Linien. Als Ersatz für die Lorbeersalbe habe ich Keralit Huf-Elast gekauft, mal was neues ausprobieren :-). Mit meinen ganzen Mitteln bin ich zufrieden, wichtig ist ja, daß ein qualitativ gutes Horn von oben runterwächst. Barbie neigt zu schlechtem Horn, spröde, durch Zusätze ins Futter kann man das verbessern, aber auch durch das Auftragen von Mittelchen auf den Kronsaum. Was seit dem Einsatz dieses Zeugs bisher nachgewachsen ist, schaut bei Barbie genauso gut aus wie bei Nepomuk. Ihm tut die zusätzliche Hufpflege auch gut, wichtig ist bei dem trockenen Wetter derzeit Feuchtigkeit für die Hufe. Mit Wasser abspritzen mache ich nun immer, danach was drauf, was die Feuchtigkeit im Huf hält.

Meinen Putzkasten habe ich heute mit heim genommen und den Inhalt gereinigt, habe Sachen gefunden, von denen ich gar nicht mehr wußte, daß ich sie hatte *g*. Ich habe noch viel mehr Putzzeug in zwei weiteren Kästen, was ich nie benutze, weil ich mit Raus- und Reintragen der vielen Mittel usw. schon beschäftigt genug bin. Ich werde mich nun besser organisieren, eine große Tasche mit allen Putzutensilien machen, eine mit den Ekzemer- und eine mit den Hufmitteln samt einer Feile. Viele Sachen brauche ich ja nicht täglich, die fasse ich dann extra zusammen.

Missie ist wieder da, Nepomuk ging ihr heute nicht von der Naht – jetzt ist er wieder glücklich :-). Barbie ist nicht mehr so sehr auf ihn fixiert, sie steht nun auch öfters mit Isis im Unterstand, sie hat ein paar Freunde gefunden. „Feinde“ gibt es auch, denen muß sie halt weichen, ich habe aber bisher keinen Isi gesehen, der sie mobbt. Pferde sind gnadenlos, ob Barbie lahmt oder nicht, interessiert die nicht. Das kann sie aber wegstecken, es sind ja nur ein paar Meter, die sie dann evtl. etwas schneller laufen muß.

Hauptsache, Barbie ist glücklich in der Herde, das trägt auch zur Gesundung bei. Alles andere wird sich ergeben, ich mache mir wegen Barbie nun keinen Streß mehr. Irgendwann lahmt sie nicht mehr, dann wird alle gut, wichtig ist nur, daß sie keinen Reheschub bekommt. Wenn ich Barbie dieses Jahr nicht mehr reiten kann, werde ich es überleben :-), habe ja Nepomuk, mit dem ich noch einiges arbeiten muß.

26. Mai 2012

Kaninchengehege erweitert

Filed under: Allgemein — admin @ 21:27

Von Barbies Besitzerin, von der ich die zwei Kaninchen habe, bekam ich ein Freigehege mit, das ich heute an meine zwei Gehege angebaut habe. Nun haben Max und Schneewittchen ein riesiges gesichertes Freigehege, der „Neubau“ ist allerdings nicht überdacht. Das macht nichts, „mein“ Freigehege ist es ja dank Sonnenschirm schon, das reicht. Alles habe ich heute mardersicher gemacht, so daß beide theoretisch auch über Nacht ins Gehege können, trotzdem werde ich sie sicherheitshalber abends in den Stall (angrenzend) sperren, manchmal vergesse ich es aber. Das Brett auf dem Neubau ist für meinen Kater, damit er einen erhöhten Liegeplatz hat. Freilauf im ganzen hinteren Garten gibt es natürlich trotzdem noch, wenn ich zuhause bin und ein Auge auf die Kleinen haben kann.

Am Zaun zum Nachbarn haben wir kaputte Sträucher rausgerissen, ich habe Karotten, Feldsalat usw. angesät, daneben ein Stück Wildblumenwiese – zur freien Verfügung für die Karnickel. Die zwei haben ein Leben wie Gott in Frankreich :-), gut so, Platz haben wir ja genug. Schlafen tun sie meist im 1. Stock ihrer „Villa“, Schneewittchen (blind) gräbt das EG ständig um. Was sie für tiefe Löcher buddelt, ist schon erstaunlich, mir ist das egal, Hauptsache, es macht ihr Spaß. 7 Jahre saß sie ja alleine in einem Käfig in einer Wohnung, nun kann sie sich ausleben und graben, soviel sie mag.

Sie haben nun drei Wasserflaschen, zwei im Gehege und eine im Stall, drei Heuraufen (eine neue draußen, zwei im Stall), mehrere Heutunnel, eine Brücke aus Holz usw., früh und abends bekommen sie Grünzeug (Kohlrabiblätter, Petersilie, ein bissi Salat usw.), außerdem gelegentlich Möhren, Gurke, hartes Brot, gekochte Kartoffel. Daneben Nagersticks und abends Trockenfutter, Rollies, Gemüsemix, Johannisbrot, Maisflocken, Erbsenflocken, Bananenchips usw. – habe gerade neues bestellt. Vermutlich bekommen beide zuviel, sie haben immer ne riesen Auswahl; da beide nicht dick sind, gönne ich ihnen das. Die Kleinen sollen ihren Lebensabend genießen, sie sind ja schon sehr alt, ca. 8 oder 9 Jahre.

Für die Hafis habe ich Vanille-Erdbeer-Leckerlis dazu bestellt, man zahlt ja nur ein mal Versandkosten, 4 kg für EUR 9,00 ist günstig. Jetzt habe ich wohl fürs ganze Jahr genug Pferdeleckerli, habe ja erst kürzlich einige kg für sie bestellt – die halten sich. Da die Hafis prima schlank sind, kann ich ihnen schon was geben zur Belohnung, da freuen sie sich und ich auch :-).

Kieselgur habe ich für die Hafis noch mitbestellt, 5 kg, das reicht ewig *g*. Es dient zur Darmsanierung (Entgiftung), wird daher für Ekzemer und Pferde mit Hufproblemen empfohlen. Wieder ein Zusatz mehr ins Futter *seufz*, ich wollte das eigentlich vermeiden. Die „Waldweide“ ist bald zu Ende, ich habe noch jede Menge Kräuter, die ich mischen werde, die folgen danach. Daneben bekommen beide noch „Huf-Kur“ (Biotin), Equimont, DermaMineral und ein bissi Leinöl. Ich denke, das DermaMineral kann ich absetzen, da ist auch Bentonit und Kieselgur drinnen, das wird sonst ein bissi zu viel. Wenn das Equimont zu Ende ist (vermutlich im Herbst), kann ich ihnen das restliche DermaMineral geben.

Warum Nepomuk dieses Jahr so wenig scheuert und Barbie bisher keinen Reheschub hatte, führe ich auf Equimonat zurück. Wenn das Pferd Stoffwechselprobleme hat, was bei Ekzem und Hufproblemen der Fall ist, muß man da ansetzen. Eine Heilung der Krankheit erreicht man dadurch nicht, es gibt ja kein Mittel, was Nepomuks Ekzem heilen könnte, aber man kann damit die Symptome abmildern. Bei Barbie liegt der Fall etwas anders, sie hat das Metabolische Syndrom, das ist die Ursache für ihre  Hufprobleme. Abnehmen ist klar, das hat sie, ihre Empfindlichkeit auf das Fruktan im Gras bleibt aber. Da hilft Equimont auch, es bindet Toxine im Darm. Das kommt langfristig ihrer Hufqualität zugute, die sich dadurch verbessert.

Barbie könnte in 1 – 2 Jahren gesund sein mit super Hufen, Nepomuk wird immer Ekzemer bleiben. Wenn ich sein Ekzem einigermaßen in Schach halten kann, wird man ihm das nächstes Jahr nicht mehr ansehen – eine Decke wird er wohl immer tragen müssen, aber die mag er ja.

Barbie und Nepomuk haben es schon gut getroffen mit mir als Besitzer :-),  ich kann mir ihre Krankheiten leisten und habe genügend Zeit, mich um um beide engagiert zu kümmern. Wir haben die Hafis vor 13 Jahren vor der Schlachtung bewahrt aus Tierschutzgründen und nicht, um mal Pferde zum Reiten zu haben. 9 Jahre standen sie in Tirol gemütlich rum; als ich ihre Betreuung übernahm, waren sie 11 Jahre. Ich habe beide selbst angeritten, beide laufen gebißlos zuverlässig. Es sind meine Pferde, beide werden hoffentlich mit mir alt, ich liebe sie und sie sollen ein möglichst schönes Leben haben.

25. Mai 2012

Nepomuk kann auch „langsam“

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:15

Bei Barbie war heute nichts mehr zu sehen von dem geblich-weißen Balken am Kronsaum, man spürte nur noch eine Verdickung. Besser gelaufen als gestern ist sie nicht, ich bin etwas ratlos. Vielleicht habe ich mich gestern getäuscht? Oder der Abszess ist aufgegangen, aber warum lief sie heute dann nicht besser? Na, wir werden sehen, ich machte ihr eine 1/2 Std. heiße Wickel am Kronsaum, danach bekam sie Zugsalbe drauf.

Die Hufe sind derzeit trocken und daher steinhart, beim Auskratzen sah ich, daß bei Barbie rechts hinten einiges von der Zehe weg muß. Raspeln ging kaum, ich werde demnächst einen Tag Haar- und Hufpflege einlegen, die Hufe abspritzen, raspeln und den Schweif waschen, auch bei Nepomuk.

Missie wurde per Hänger abgeholt, sie geht übers WE auf einen Wanderritt. Nepomuk geholt, gesattelt und ihn bis zur Ovalbahn geführt. Ständig wollte er Gras fressen, ich ließ ihm einiges durchgehen, als er irgendwann auf Kommando nicht mehr mitging, bekam er eine geklatscht, danach war er brav. Gibt man ihm den kleinen Finger, nimmt er die ganze Hand – so war das nicht gedacht.

Auf der Ovalbahn war er ein bissi nervös, ein Hafi mit Handpferd wurde vorbei geritten, evtl. dachte er, das ist Barbie. Er bockte heute fast gar nicht, wir trabten viel, langsam, so wie ich es mag, sobald er zu rennen anfing, nahm ich ihn gleich zurück. Heute bin ich zum ersten mal mit ihm auf der Ovalbahn galoppiert, ein super schöner langsamer Galopp, ohne daß er versuchte, Tempo zuzulegen.

Es wird noch dauern, bis ich ihm das Gerenne, was ihm meine Ex-RB „beigebracht“ hat, vollständig wieder abgewöhnt habe. Zurück zum Stall ritt ich gemütlich, Nepomuk durfte ein bissi Gras fressen, ich rauchte eine :-). Demnächst werde ich mit ihm versuchen, alleine auszureiten, er kennt ja nun die Gegend, normal dürfte das kein Problem sein. Ich reite ja am liebsten aus, zur Not auch alleine, das muß er (wieder neu) lernen. Ich denke, das bekommen wir hin, ich muß halt noch sturer sein als er :-).

Meine  Ichtholan 20 % Salbe ist bald aus (Mini-Tube), ich habe heute 250 g bestellt, das sollte für ne Menge Abzsese die nächsten Jahre reichen. 500 g Lebertran-Zink-Salbe habe ich gleich mitbestellt, davon verbrauche ich ja eine ziemliche Menge bei Nepomuk, weil ich ihm es fast täglich dick auf den Schlauch schmiere. Diese Salbe wirkt super und hält 2 – 3 Tage, seine kleine Bißwunden im Schlauch halte ich damit gut in Schach, sie heilen schnell ab, neue halten sich in Grenzen. Auch im Gesicht schmiere ich die auf seine kahlen Stellen, dadurch keine Wunden, außerdem trägt er nun eine Fliegenmaske, die er nicht zerstört. Seine Ohren scheuert er ein wenig, einschmieren mag er da nicht so, ich versuche es halt.

Seine Mähne scheuert Nepomuk bisher nicht *freu*, nur an der Schweifrübe gingen Haare verloren, aber noch im Rahmen. Beide Hafis schauen in Sachen Fell und Mähne toll aus, ich sprühe beide auch immer mit EquiNiem-Repellent Konzentrat Insekten- und Parasitenschutz ein, das pflegt auch das Fell.

Ich wage es gar nicht, mir vorzustellen, daß ich Nepomuks Mähne und Schopf über diesen Sommer retten kann, er hätte dann richtig lange und viele Haare nächstes Frühjahr *träum*. Daß er ein schwerer Ekezemer ist, sieht man ihm derzeit kaum an, er verhält sich nun auch mit Decke völlig normal.

Barbie wird wieder gesund, wenn alles weiter so gut läuft, habe ich nächstes Jahr ein prächtiges Hafi-Gespann :-)-

24. Mai 2012

Barbies Abszess gefunden – endlich

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 21:09

Heute war ich mit Barbies Besitzerin in Tirol verabredet, vorher fuhr ich kurz zu den Hafis, um ihnen ihr Zusatzfutter zu geben. Barbie rausgeholt, ihr die Hufwände von der Erde befreit, links vorne die Haare hochgehoben …. Bingo, da ist der Abszess, er ist kurz davor, am Kronsaum durchzubrechen. Meine Güte, ich war so sehr auf die Sohle fixiert, daß ich am Kronsaum nie nachgesehen habe, erst gestern bei meiner Analyse fiel mir dieser Fehler auf. Die Haare hatte ich zwar mal gekürzt, trotzdem verdeckten sie diese weiße Beule.

Da ich nicht viel Zeit hatte, tat ich Zugsalbe drauf, versorgte Nepomuk kurz und fuhr wieder. Morgen werde ich ihr speziell am Kronsaum heiße Wickel machen, aufschneiden will ich da lieber nicht. Falls das den Abszess nicht öffnet, kommt wieder Zugsalbe drauf, Bandage drüber, abends dann wieder heiße Wickel (zwischendurch reite ich Nepomuk).

Sobald der Abszess offen ist, werde ich weiter Zugsalbe drauf tun, damit aller Eiter rausgezogen und die Wunde offengehalten wird. Barbies Besitzerin hat gerade eine Blutvergiftung hinter sich, bekam vom Arzt Fucidine Salbe (Hautantibiotikum), die sie mir mitgab.

Zitat:  „Indikationen Fucidin®-Salbe: Bakterielle eitrige Erkrankungen der Haut wie Pyodermien, Impetigo, Abszesse, Furunkel, Karbunkel und Panaritien, infizierte Ekzeme und andere bakterielle Superinfektionen der Haut (wie z.B. bei Wunden und Verbrennungen).“

Die Entzündung im Huf muß ja bekämpft werden, wenn der Eiter endlich raus ist, wir haben daher besprochen, daß ich Barbie diese Salbe auftrage. Vielleicht können wir so vermeiden, daß der Eiter sich auch noch Richtung Sohle durchfrißt, was ja bei den zwei letzten Abszessen, die an Barbies Kronsaum durchbrachen (allerdings rechts vorne) der Fall war. Allerdings wurden die immer erst bemerkt, als die Wunde bereits wieder zu war, daher wurden sie im akuten Stadium nie behandelt.

Dieses mal ist das anders, vielleicht haben wir Glück und bekommen den ganzen Eiter durch den das Loch im Kronsaum raus. Barbie braucht nun keinen Hufverband mehr, höchstens einen um den Kronsaum, was den Vorteil hat, daß Bakterien in der „weißen Linie“ nicht mehr befeuert werden. Sie lahmt inzwischen nur noch wenig, wenn der Eiter raus ist, geht sie hoffentlich wieder klar. Ohne Schmerzen laufen können hat den Vorteil, daß das Pferd sich mehr bewegt, der Huf besser durchblutet wird, was die Heilung und das Hornwachstum fördert.

Ich werde nun alle Hufe „fertigstellen“, rechts vorne hat Barbie die letzten Wochen ja teilweise nicht mehr hochgehoben, so daß ich bei diesem Huf kaum weiter kam, außerdem war ich zu sehr auf den Abszess konzentriert. Bis ich Barbie Hufschuhe kaufen kann, dauert es wohl noch 4 Wochen oder länger, links vorne muß sich ja an der Zehe erst mal eine weiße Linie und einen Tragrand bilden. Die Schuhe müssen für länger passen, alle Wände müssen gerade sein, die Zehenwand natürlich parallel zum Hufbein usw.

Wir werden sehen, wie sich die Hufe bei Barbie entwickeln, zum Reiten habe ich ja Nepomuk. Trotzdem freue ich mich schon auf den Tag, wo wir zu dritt ausreiten – Barbie, Nepomuk und Missie.

23. Mai 2012

Rückblende auf Barbies Krankengeschichte

Filed under: Allgemein — admin @ 20:13

Glücklicherweise habe ich Barbies Leidensgeschichte ja dokumentiert und heute mal im Hinblick auf Hufabszesse analysiert.

5. Mai 2010 Barbie geht lahm, der TA behandelte auf Hufrehe (inkl. Schmerzmitteln, die die Reifung eines Abszesses verzögern)

10. Juni 2010 ein Abszess ist am Kronsaum durchgebrochen, Test mit Andrückzange an der Sohle negativ

16. Juli 2010 zwei Abszesse sind in der Sohle durchgebrochen, Barbie lahmt nicht mehr, geht aber fühlig

22. September 2010 vorne Beschlag mit Platte, Barbie kann daraufhin kaum mehr laufen

13. Oktober 2010 Abnahme der Eisen durch den TA

ab 12. November 2010 ist Barbie lahmfrei

Die zeitlichen Abstände passen, bis ein Abszess in der Sohle oder am Kronsaum durchbricht, kann es 4 – 6 Wochen dauern.

17. Juni 2011 Barbie lahmt

23. Juni 2011 Barbie bleibt im Zaun hängen, reißt den im Galopp raus und lahmt danach stark

24. Juni 2011 Behandlung auf Hufrehe

3. Juli 2011 Barbie galoppiert wieder kurz

Ich denke, das war ein Reheschub, im Normalfall hilft die Behandlung durch den TA schnell und das Pferd ist in kurzer Zeit wieder lahmfrei.

6. August 2011 Barbie kann auf hartem Boden fast nicht mehr laufen, ihr Zustand verschlechtert sich weiter (ich bin in Urlaub)

8. September 2011 TA diagnostiziert eine hohle Wand vorne rechts, Behandlung auf Hufrehe

12. September 2011 Barbie kann vorne rechts nicht mehr auftreten trotz Schmerzmitteln und Hufverband, hält ständig den Huf hoch, ich behandle rechts vorne mit Heilerde, was ihr hilft, sie hebt keinen Huf mehr hoch außer rechts vorne

6. Oktober 2011 Barbie galoppiert auf der Weide

7. Oktober 2011 die Huforthopädin stellt in beiden Vorderhufen und rechts hinten zum Teil mehrere Hufabszesse fest

In meinen Augen kein Reheschub, die vielen Schmerzmittel haben die Reifung der Abszesse behindert. Bei Geschwüren in drei Hufen ist klar, daß das Pferd stocklahm ist, schon bei nur einem Abszess in einem Huf ist das Laufen schmerzhaft. Am 9. Januar 2012 stellte ich eine „Beule“ rechts vorne in der Hufwand fest, ein am Kronsaum durchgebrochener Abszess, was schätzungsweise 3 Monate zurücklag (die Rille ist heute noch sichtbar, weiter unten natürlich).

Gut möglich, daß der Abszess dieses Mal wieder am Kronsaum durchbricht, bisher habe ich den Kronsaum nicht genau überprüft, das hole ich morgen nach.

Barbie hatte schon immer eine schlechte Hornqualität, was mit dem Metabolischen Syndrom zusammen hängen könnte, ging auch immer fühlig. Geröngt wurde 2010 erst, nachdem der Beschlag, durch den sie nicht mehr laufen konnte, wieder runter war, daher läßt sich nicht sagen, ob sie die abgescherten Wände schon vorher hatte. 2011 waren die immer noch vorhanden, geröngt wurde sie im Sept. 2011, im August 2011 war der Hufschmied da (der die Aufnahmen von 2010 vorliegen hatte).

Die hohle Wand beruht mE darauf, daß der Huf die Schnabelzehe loswerden wollte, in der Natur hat ja alles seinen Sinn. Die Hornsäule könnte auf der „Bullennase“ beruhen, die ich stehen ließ. Die Bakterien hätten sich immer weiter durchgefressen, bis die „Nase“ abgebrochen wäre.

Die ganzen Abszesse die letzten Jahre könnten daher kommen, daß Barbies Hufe nie korrekt korrigiert wurden und daraus Probleme wie hohle Wand oder Hornsäule entstanden. Ich packe mich da auch an die eigene Nase, habe das Begradigen der Zehenwände zu lange vernachlässigt. Ist ein  Huf anfällig, was auch durch den Reheschub 2011 passieren kann, treten vermehrt Abszesse auf. Das eine bedingt das andere, alles hat seinen Grund.

Nur durch korrekt gestellte Hufe und weitere ständige Hufbearbeitung wird es gelingen, Barbies Hufprobleme in den Griff zu bekommen. Ich bin auf dem richtigen Weg, dem „letzten“ Schlif kam der Abszess zuvor. Angesagt ist nun, alle Hufe „fertigzustellen“, rechts vorne geht das erst, wenn der Abszess links „durch“ ist.

Einen Schnabelhuf wird Barbie nicht mehr bekommen, dafür sind ihre Vorderhufe nun zu rund, weil ausbalaniert. Zehe kurz halten und alles wächst sich raus, auch die Hornsäule.

22. Mai 2012

leider kein Erfolgserlebnis

Filed under: Allgemein — admin @ 19:02

Mein neues Blauspray ist zur Desinfektion von Gegenständen, ein Fehlkauf, egal, habe ich halt meine Hufmesser und den Hufauskratzer damit desinfiziert *g*. Barbies Verband war heute noch dran, ich nahm ihn ab und kratzte mit dem Hufmesser dort rum, wo ich gestern aufgrund des Sohlenfotos den Abzess vermutet habe. Leider wurde ich nicht fündig, habe noch an den Eckstreben das schwarze weggekratzt und ein wenig an der weißen Linie. Meine Abdrückzange kam heute, ich nahm sie in Betrieb und drückte, so fest ich konnte (was leider nicht sehr fest ist) die Sohle, Eckstreben usw. ab – keine Reaktion von Barbie. Wieder nix :-(, allerdings läuft Barbie täglich besser.

Das Loch, was der TA gebohrt hat, habe ich gesäubert und mit Hautdesinfektionsmittel ausgesprüht, danach noch ein wenig geraspelt. Im Zehenbereich läuft Barbie nun komplett auf der Sohle, es gibt keine weiße Linie und keinen Tragrand. Was vom Loch nach außen geht, scheint mir ziemlich morsch, ich wollte trotzdem nicht zuviel auf einmal wegraspeln. Wenn ich nach dem Röntgenbild gehe, hat das Hufbein ca. 58 Grad, wenn ich die Hufwand dem anpasse, müßte ich alles bis zur Sohle wegraspeln und dann die Zehenwand dementsprechend begradigen. Ich denke, ich mache das in kleinen Schritten, nun erst mal die Zehenwand begradigen, danach die Zehe langsam zurücksetzen.

Nachdem das Biotin 2000 von Masterhorse nun zu Ende ist, bekommen beide nun Huf-Kur mit Biotin und Schwefel, in etwa dasselbe. Nepomuk für seine Haut und das Haarkleid, Barbie für die Hufe. Ich füttere ja schon lange Biotin und bin damit sehr zufrieden, daneben nun wieder Leinöl.

Barbie habe ich heute Zugsalbe in das Loch und ein wenig auf die Sohle, kann ja nicht schaden, danach bekam sie einen super Hufverband mit 3 Windeln, den ich mit Rivanol angoß. Ihre neue witzige Fliegenmaske wurde anprobiert, Barbie fand den Nüsternschutz aber gar nicht lustig. Ständig hat sie mit dem Kopf rumgewedelt, ich werde ihr das Unterteil abschneiden müssen.

Nepomuk rausgeholt, Barbie wartete derweil mit ihrem Freund Fitur, dem Herdenchef, am Zaun. Barbie hat noch mehr Freunde unter den Isländern, die mit ihr zusammen rumstehen, was mich ein wenig wundert, weil sie ja eher ein Einzelgänger ist und die Isis kleine Rassisten. Nepomuk spielt mit verschiedenen Wallachen, auch Isländern, derzeit interessieren ihn seine zwei Stuten nicht so sehr.

Der Stall ist wirklich toll, für die Hafis und für mich. Barbie und Nepomuk könnten es nicht besser haben, auch die Besitzerin von Missie  meint, der Stall täte Missie sehr gut. Die Umstellung auf Weide hat bei allen gut geklappt, nun gibt es Gras ohne Ende für alle, aber nur von 23.00 bis 6.00 Uhr, ansonsten Stroh. Alles Isis und Barbie vertragen das prima, ich glaube nicht, daß sie nun noch einen Reheschub bekommt.

Nepomuk habe ich nur ein wenig eingeschmiert, sein Zustand in Sachen Ekzem ist unverändert gut. Kleine Bißwunden am Schlauch, die Haare an der Schweifrübe sind etwas ausgedünnt, kahle Stellen um die Augen und an den Ohren, ansonsten geht es ihm gut. Wenn ich Schopf, Mähne und Schweif über den Sommer halten kann, wird man ihm nächstes Jahr nicht mehr ansehen, daß er ein schwerer Ekzemer ist.

Barbie lahmt seit 1. Mai, wenn sie einen Hufabszess hat, müßte der bald aufgehen, evtl. hat er sich ja noch oben gearbeitet und bricht am Kronsaum durch. Sie läuft täglich besser, ich weiß nur nicht, warum.
Wenn das Lahmen an der Hornsäule liegt, kann nur konsequente Hufbearbeitung helfen. Ich habe einiges gemacht in letzter Zeit, werde nicht nachlassen, bis alles korrekt ist

So oder so, die Zeit heilt alle Wunden.

21. Mai 2012

dem Abszess auf der Spur

Filed under: Allgemein — admin @ 20:19

Ein Hufschmied, den Barbies Besitzerin kennt, hat mich heute netterweise angerufen, um mich zu beraten. Er hat genau dasselbe gesagt wie Hufpflegerin Elisabeth, Angussverband mit Rivanol. Die Hornsäule sieht er auch nicht als Grund für das Lahmen, er meinte, die macht idR keine Probleme. Ich soll mir keine Sorgen machen, sobald der Abszess offen ist, läuft Barbie wieder – prima :-). Er fragte, wer mein Hufschmied ist, ich gestand, daß ich es selber mache. Zehe kurz halten, sagte er, das mache ich eh, dann wird alles gut. Leider wohnt er am Ammersee, da ist die Anfahrt zu weit, im Notfall könne er mir aber einen Kollegen empfehlen, der sich Barbie ansieht. Anrufen darf ich jederzeit, wenn ich Fragen habe – das ist natürlich toll :-).

Zwei erfahrene Hufmenschen zu haben, die ich kontaktieren kann, wenn es Probleme gibt, hilft mir enorm weiter. Ich dachte ja schon, ich muß Barbie einschläfern lassen wegen der TA-Diagnose – jetzt bräuchte ich nur noch einen TA, den ich auch mal telefonisch befragen kann. Barbies Besitzerin hat einen, ziemlich alt, Landtierarzt, daher ne Menge Erfahrung, evtl. kann ich da einen Kontakt aufbauen.

Barbie bekam heute heiße Wickel, ich nahm drei Lagen Leinentücher, Schurwolle drumrum, zubinden, fertig. Das Leinen ist super heiß, wenn ich es im kochenden Wasser eingeweicht habe, Barbie gefällt das, sie arbeitet toll mit und hält ganz still, wenn der Wickel drauf ist. Sie hält bereits den Huf hoch, wenn ich das Leinen einweiche nach dem Motto „machs endlich drauf“. Ihr kann es gar nicht heiß genug sein, mir ist es mit Gummihandschuhen zu warm, ich muß ja das Leinen ein wenig ausdrücken.

Vier mal habe ich kochendes Wasser gemacht, der Huf wurde also eine halbe Stunden ordentlich gewärmt. Danach habe ich ihr einen Verband mit zwei Windeln gemacht, gut verklebt und mit Rivanol angegossen.

Fotos habe ich heute wieder gemacht, seit gestern hat sich eine etwas schwarze Stelle mit rundrum rot gebildet. Als Laie würde ich sagen, da ist der Abszess, leider ist der Bereich relativ groß. Das schwarze kann ich in jedem Fall mit dem Messer wegkratzen, entweder es ist nur totes Horn an der Oberfläche oder es geht schwarz weiter, dann ist der Abzess gefunden. Falls nicht, kratze ich die blutunterlaufenen Stellen ein wenig ab, Eiter mischt sich ja mit Blut.

Ein Loch werde ich keines in die Sohle bohren, der Abszess ist ja kurz vor dem Durchbruch, evtl. hat er sich gar über Nacht durch den Angussverband geöffnet. Wenn mein Rumkratzen nicht von Erfolg gekrönt ist, bekommt Barbie halt wieder heiße Wickel und anschließend einen Angußverband mit Rivanol bzw. Chinosol, was ich letztes Jahr vom TA bekam. Beides dasselbe, Chinosol bekommt man günstig im Internet, Rivanol muß man sich wohl beim TA besorgen.

So ein Abszess ist eine schmerzhafte und langwierige Angelegenheit, bisher hatte ich damit keine Erfahrung. Das hat sich jetzt geändert, beim nächsten mal weiß ich, was zu tun ist: Sauerkraut/Leinsamen-Verband rund um die Uhr, angießen mit Rivanol, heiße Wickel und Hepar sulfuris (innerlich), um den Abszess zum Reifen zu bringen. 3 – 4 Tage sollten reichen, danach sieht man ihn oder findet ihn mit der Abdrückzange – aufschneiden, fertig.

Die Tierärztin hat letzten Montag gesagt, Barbie soll für den Weidegang einen Maulkorb tragen, ohne ihre Krankengeschichte genau zu kennen. Abgesehen davon frage ich mich, wie Barbie sich mit Maulkorb ausreichend ernähren soll, tagsüber gibt es ja sehr wenig Stroh. Sie ist eh schon ziemlich schlank, Barbie würde total abmagern. Das sind 08/15-Ratschläge, ohne daß man sich das Pferd genau angesehen hat.

Mir sträuben sich alle Haare – Barbie steht seit 1 Woche nachts auf enorm viel Gras, obwohl in Sachen Fruktan nicht optimal, macht ihr das bisher gar nichts.

An der Zehenwandbegradigung vorne und hinten rechts, wo Barbie nun einen Hornspalt hat, habe ich heute weiter gearbeitet. Es geht was voran :-), Schweineschmalz habe ich mittags besorgt und ihr dick auf die restlichen drei Kastanien geschmiert. Krass, was Barbie da für Horn hat, fast Hühnerei groß, Nepomuk hat sowas nicht.

Ihn habe ich heute auf dem Platz geritten, vorher 2 Stangen ausgelegt. beim ersten mal drüber im Trab ist er angaloppiert. Bahnfiguren korrekt gehen haben wir geübt, bis er die so lief, wie ich mir das vorstelle. Es ist anstrengend mit ihm auf dem Platz, bei manchen Stellen verweigert er den ersten Hufschlag, beim Trab auf dem Zirkel habe ich ein mal nicht aufgepaßt, schwupps hat er die Hand gewechselt. Im Galopp war er brav, immerhin etwas :-). Nächstes mal gehen wir auf die Ovalbahn, werde dort mehr mit ihm traben und galoppieren.

Unser Wanderritt an Pfingsten ist abgesagt, die Stallkollegin hat keine Zeit, schade. Na ja, ich habe ihm Garten ne Menge zu tun, mein Pavillon ist zusammengebrochen wegen Wasserlast (Regen), mein Gewächshaus muß ich auch noch reparieren. Sobald Barbies Abszess durch ist und sie wieder klar läuft, muß ich nicht mehr jeden Tag hin und kann alles erledigen, was sich zuhause angestaut hat.

20. Mai 2012

Kastanie bei Barbie „verschwunden“

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 20:30

Barbies lief heute besser als gestern, es geht bergauf :-). Die Sohle vorne links nahm ich genau in Augenschein, konnte aber kein Loch entdecken. Vermutlich ist er so klein, daß nicht aller Eiter auf ein mal raus konnte, weil er sich immer wieder verschließt. Ich kratzte mit dem Messer ein wenig totes Horn weg und Dreck aus der weißen Linie, rechts neben dem Loch erschien mir das Horn ziemlich „schwabbelig“, ich schnitt das weg, bis ich auf „harten Grund“ stieß. Immerhin existiert eine weiße Linie, wenn man ein wenig „gräbt“, an der Außenwand habe ich den Dreck nicht abgetragen, sollte ich wohl mal machen. Was größtenteils fehlt, ist ein Tragrand; der bildet sich umso schneller, je mehr Barbie läuft.

Sie bekam einen Verband mit Sauerkraut, rechts vorne habe ich ein wenig gefeilt und versucht, beim stehenden Huf die Wand zu begradigen. Da ist noch einiges zu machen, außerdem muß die Zehe wieder ein wenig gekürzt werden. Das kann ich aber erst machen, wenn sie links vorne wieder völlig schmerzfrei ist, da sie dafür den rechten Huf einige Zeit hochhalten muß.

Als ich Barbie die Schweifrübe einschmierte, weil sie die ein wenig gescheuert hatte, sah ich, daß hinten rechts die Kastanie fehlt. Bei Barbie sind das nicht flache Hornreste, sondern ziemliche Knubbel. , die der Schmied mit der Zange wegschneidet. Hinten rechts fehlt nun diese Kastanie komplett, vermutlich rausgerissen, das muß ziemlich weh getan haben. Eventuell der Grund, warum sie hinten rechts einen verkürzten Schritt zeigte (nun nicht mehr), ich habe dick Lebertran-Zink-Salbe drauf. Es war ja heute keine Wunde da (der Unfall muß also schon länger zurückliegen), sondern nur eine kahle Stelle, bei der sie auf Berührung sehr empfindlich reagiert.

Ich werde ihr die restlichen Kastanien nicht mit der Zange abknispen, ich weiß ein Hausmittel von Barbies Besitzerin: Schweineschmalz ein paar mal aufgetragen und die Dinger fallen ab. Das habe ich auf der Doier-Ranch schon mal probiert, es hat bestens funktioniert. Die Kastanien müssen weg, damit nicht das passiert, was bei Barbie rechts hinten geschehen ist: es wird rausgerissen (durch was auch immer).

Barbie kam wieder in den Stall, Nepomuk raus, er bekam alle Hufe geraspelt, Hufbalsam auf den Kronsaum und Keralit Huffestiger auf die Sohle, weiße Linie und den Tragrand. Zum Reiten war ich zu faul, habe mich lieber mit Stallkollegen unterhalten.

Nach ca. 2 Std. Einwirkung Barbie wieder rausgeholt, den Verband abgenommen, Zugsalbe auf Sohle und weiße Linie geschmiert und ins Loch Jod-Salbe. Sie bekam auch Hufbalsam und Huffestiger drauf auf die restlichten drei Hufe, Hepar sulfuris gab ich ihr heute mittags 5 Tabletten, 1 Std. später 3 und abends nochmals fünf.

Solange noch Eiter im Huf ist, wird Barbie lahmen, ich werde meine Behandlung erst einstellen, wenn sie wieder zu 100% klar läuft. Morgen gibt es wieder heiße Wickel, wo versteckt sich dieser Scheiß Abszess nur?  Ich habe mir gerade eine Abdrückzange bestellt, EUR 12,00, damit bin ich dann unabhängig und muß den Stallmeister deswegen nicht belästigen. Er ist super nett und hilfsbereit, trotzdem will ich ihn nicht mit Extrawünschen nerven. Da Barbie zu Hufabszessen neigt, ist die Anschaffung sinnvoll, nun bin ich in Sachen Hufbearbeitung voll ausgerüstet :-).

Ich habe noch ein Lederöl für meine VS-Sattel bestellt, Blauspray, eine Fliegenmaske ohne Ohren und zwei mit witzigen Augen. Ich habe zwar noch einige, im Sommer gehen die aber schnell kaputt, vor allem bei Nepomuk, daher bekam er fast nie eine drauf. Sein Scheuern und Beißen nimmt langsam zu, noch ist alles kein Problem, aber wir haben ja noch nicht Sommer.

Chromhefe werde ich für Barbie besorgen, Schäden am Hufbeinträger hat sie bisher glücklicherweise nicht. Auch keine Hufbeinrotation und Hufbeinsenkung, die aufgrund der Röntgenbilder 2010 und 2011 von den Tierärzten diagnostiziert wurden. Oder warum ist die Hufbeinrotation nun plötzlich weg, 8 Monate nach dem letzten Röntenbild? Viele Fragen sind offen, auch, warum Barbie nie auf Hufabszesse behandelt wurde, obwohl sie nachweislich eine Menge davon hatte? Letztes Jahr gar in drei Hufen (das hat die Huforthopädin festgestellt)? Daß ein Pferd damit stocklahm ist, ist klar, wieso wurde immer auf Hufrehe behandelt? Eine akuter Reheschub klingt ziemlich schnell ab, bei Barbie war das immer eine sehr lange Prozedur. Bis ein Abszess am Kronsaum oder der Sohle durchbricht, kann das einige Wochen dauern, Schmerzmittel verhindern die Reifung.

Die Untersuchung war immer dieselbe, mit der Zange die Zehe abdrücken, Barbie hat darauf nicht reagiert. Pulsation am Fesselgelenk gefühlt, was auch bei einem Abszess der Fall ist, die Diagnose war immer Hufrehe. Die Damen sahen ihre Diagnose auf den Röntgenbildern bestätigt, Hufbeinrotation, ohne die Zehenachse zu beachten.

Bisher habe ich noch keinen Tierarzt oder Hufschmied kennengelernt, der wirklich ne Ahnung hat. Nun hat Barbie ne Hornsäule, wie lange schon, weiß niemand, die Diagnose ist korrekt. Viele Pferde gehen damit ohne Probleme, eine plötzlich auftretende Lahmheit und Pulsierung ist kein Indiz, daß das Pferd wegen der Hornsäule lahm geht. Eine Veränderung am Knochen und dadurch im Hornwachsum ist ein sehr langwieriger Prozeß, der mit einer schleichenden Lahmheit einhergeht.

Die Tierärztin hätte den Abszess suchen und öffnen müssen, das geschah nicht, stattdessen wurde mir eine schwere OP angeraten. Der Hufschmied, dem der Stallmeister vertraut, meinte: einschläfern. Wie kann der sowas sagen? Mir ist das alles ein Rätsel, Tierärzte und Hufschmiede müßten doch ne Ahnung haben?

Ich habe die Hoffnung aufgegeben, mal einen TA oder Schmied zu treffen, der sich wirklich Mühe gibt, anstatt 08/15 Diagnosen zu stellen. Barbies Besitzerin meinte, die Leute sind entweder zu doof oder gierig, das trifft es gut.

Mit Abszesse lokalisieren und aufschneiden verdient man wenig, mit der Behandlung auf Hufrehe einiges. Ein Beschlag ist teuer, ein Barhufperd ausschneiden kostet wenig. Alles wird mit hohen Kosten „repariert“, weil es ja anders angeglich nicht geht, und ohne Eisen kann ein Pferd nicht laufen. Ja klar, der Schmied verdient ja daran.

19. Mai 2012

2 Std. Ausritt mit Nepomuk

Filed under: Allgemein — admin @ 19:39

Im Stall angekommen, sah ich sofort, daß es Barbie heute besser ging, sie lahmte nur noch leicht. Ich machte ich heiße Wickel, danach bekam sie einen Hufverband mit Sauerkraut/Leinsamen.

Mit der RB von Missie, Anja, ritt ich dann aus, dieses mal in eine andere Richtung, wo es ein wenig hügelig ist. Es war wunderschön, durch den Wald zu reiten und neben den Feldern, das Wetter war super und Nepomuk relaxt, kaum Flugsaurier unterwegs. Wir ritten meist Schritt, was Nepomuk ausnutzte, um gelegentlich ein Maul voll Gras zu nehmen – ich war heute nicht allzu streng. Ein wirklich schöner, gemütlicher Ausritt, ich werde nun öfters mit Anja ausreiten. Wir wollen auch mal einen Tagesritt machen zur Mangfall, die Gegend dort ist ja auch wunderschön.

Mit Anja habe ich alles besprochen wegen Nepomuks Ekzem, sie kann ihn 3 – 4 mal pro Monat nehmen, um mit Missies Besitzerin auszureiten. Dafür kümmert sie sich um die Hafis, wenn ich in Urlaub bin oder sonst mal was ist. Eine super Lösung für mich,  ansonsten wäre es für mich kaum möglich, mal wegzufahren.

Im Stall zurück hatte Barbie den Hufverbandschutz noch drauf, prima, als ich Nepomuk reinstellte, hat sie sich rausgedrängelt. Das Sauerkraut-Leinsamen-Gemisch hat sich total fest in die Sohle gedrückt, ich habe es dort gelassen, ihr keinen neuen Verband mehr gemacht. Eine Rivanol-Tablette habe ich aufgelöst, aber gar nichts verwendet, ich hatte es mittags vergessen. Um die Sohle genau zu untersuchen, war mittags keine Zeit und abends wegen dem „Belag“ nicht möglich, das mache ich morgen. Heute hob sie problemlos rechts vorne hoch, was sie ja in letzter Zeit verweigerte, auch ein Zeichen, daß es ihr besser geht.

Ich denke, die Hepar sulfuris Tabletten haben Barbie sehr gut geholfen, der Abszess ist aufgegangen, der Eiter fließt nun ab. Morgen nochmals Behandlung, danach dürfte sie wieder klar gehen – darüber bin ich natürlich überaus glücklich :-).

Die Hufwände vorne begradige ich dann im Laufe der nächsten Woche, bei Nepomuk muß ich auch mal wieder etwas mehr machen, als nur einmal kurz rund feilen. Beide sind dann gut aufgestellt und ich habe ein wenig Ruhe, Hufbearbeiter wäre kein Job für mich, viel zu anstrengend *g*.

Der Spuk mit dem Scheiß Abszess ist nun hoffentlich vorbei, Barbie kann wieder laufen – der Stallmeister und der Hufschmied seines Vertrauens werden sich wundern :-). Die Zukunft schaut wieder rosig aus, für weitere Hufabszesse bin ich nun gut aufgestellt. Barbie neigt dazu, vermutlich weil ihre Hufe aufgrund der Wandrotation empfindlich sind. Es dauert ca. 8 – 12 Monate, bis ein Huf komplett neu durchgewachsen ist, meine Hufbearbeitung begann im Nov. 2011 und ging nicht so schnell vonstatten, wie ich es mir gewünscht hätte. Erst jetzt steht sie quasi top da, wenn ich diesen Zustand ständig halte (und das werde ich), hat sie im Frühjahr 2013 genauso tolle Hufe wie Nepomuk.

Ich denke, in 2 – 3 Wochen haben ihre Vorderhufe, vor allem der linke, sich in ihre „Endform“ gelaufen, das geht ja ziemlich schnell, so daß ich ihr Hufschuhe zum Reiten kaufen kann. Mit Anja und Missies Besitzerin können wir dann ausreiten, ohne Schuhe kann ich mit ihr auf die Ovalbahn gehen. Damit warte ich natürlich, bis sie nicht mehr lahmt plus einer Woche, damit sie sich von den Schmerzen erholen und alles verheilen kann.

Barbie hat durch den Abszess ne Menge abgenommen, das schadet nicht. Vielleicht hat Gott den Abszess geschickt, damit sie abnimmt? Wir wissen es nicht, jeder hat sein Schicksal, dem er nicht ausweichen kann.

Das Gras verträgt sie bisher sehr gut, obwohl durch die Eisheiligen die Bedingungen in Sachen Fruktan ganz mies waren (nachts sehr kalt). Das ist nun vorbei, das Gras blüht bzw. ist überständig, nun kann eigentlich in Sachen Hufrehe nichts mehr passieren.

Barbie ist nun Rentner, wenn möglich, reite ich 1x pro Woche mit Hufschuhen mit ihr aus, ansonsten übe ich mit ihr Kunststückchen oder Fahren auf dem Platz. Wegen Bewegung der Pferde mache ich mir keinen Streß, sie haben ja im Stall genügend Auslauf.