12. Januar 2014

Arbeit mit Barbie im Gelände

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 18:31

Heute schaute ich mir die „Pferdeprofis“ auf Vox now an, Bernd Hackl läßt ein Pferd immer mit der Hinterhand arbeiten, wenn es nicht bei ihm ist. Mit Barbie habe ich im Gelände wegen ihrer Grassucht Probleme, das wollte ich heute angehen.

Die Hafis waren nun über 2 Wochen nicht mehr draußen, auf dem Platz habe ich nur fast Kopfarbeit mit ihnen gemacht. Die powert einen Hafi nicht aus, dementsprechend hatten beide heute Energieüberschuss abzubauen.

Elli nahm Nepomuk, beim Führen zog mich Barbie (mit Schuhen vorne) in eine Wiese. Ich zog an einem Zügel und bewegte ihre Hinterhand ein mal im Kreis um mich rum, damit sie wieder bei mir ist. Nach dem Aufsteigen setzte ich meine neue Taktik als Reiter fort, sobald sie den Kopf runter nahm, um zu fressen, zog ich an einem Zügel und gab entsprechend Schenkeldruck, damit sie mit der Hinterhand weicht. Bis wir an der Ovalbahn vorbei waren, hatte ich das schon fünf mal (mal links-, mal rechtsrum) gemacht, der Erfolg stellte sich ein :-)- sie lief auf einer Wiese, ohne fressen zu wollen.

Wir ritten einen Wiesenweg lang, Barbie trabte an, ich parierte sie in den Schritt – so ging das ca. 15 Min. lang. Zwischendurch versuchte sie noch zwei mal zu fressen, ich ließ sie mit der Hinterhand wieder im Kreis gehen. Barbie war gut drauf heute *g*, sie platzte fast vor Energie, ich ließ sie super langsam traben, so daß Nepomuk noch im Schritt mitkam.

Elli meinte, Barbie führt sich auf wie ein junger Araber, der ständig rumtänzelt und nicht Schritt gehen mag vor lauter Power. Für Barbie ist der ständige Wechsel Schritt zu Trab ja extrem anstrengend, sie schwitzte bereits, war aber nicht bereit, im Schritt zu bleiben. Am Waldrand kam ein schöner Grasweg, daneben tiefer umgegrabener Acker, Elli war vorne und meinte, wir könnten etwas traben. Gute Idee :-), Nepomuk trabte schnell, Barbie verfiel in Galopp und wollte im tiefen Acker überholen, ich ließ sie aber nicht. Nepomuk galoppierte auch an, wir nahmen den Wiesenweg also im kontrollierten Galopp, ich hielt Barbie hinter Nepomuk.

Nach dem Durchparieren bestand der Boden immer noch aus Gras, Barbie trabte an, ich parierte sie in den Schritt, sogar als es eine miese Teerstraße Richtung Wald kam, hörte sie damit nicht auf.  Der Weg endete quasi im nichts, ein kleiner Trampelpfad war im Wald zu sehen. Den nahmen wir, überall lagen Äste oder Baumstümpfe unter den Blättern, kein Gelände für ein Pferd. Als noch Äste quer hingen, gab es mE kein Durchkommen mehr für uns, ich wollte Elli, die hinten ritt, vorschlagen, daß wir umdrehen.

Mit Barbies Geländegängigkeit hatte ich nicht gerechnet, sie quetschte sich auf dem üblen Boden zwischen den Bäumen und Ästen durch, verlangt hätte ich das niemals vor ihr. Nepomuk hinterher, solange Barbie vorangeht, ist ihm kein Gelände zu schwer. Wir ritten am Waldrand lang (Schritt/Trab/Schritt mit Barbie), bis ein guter Weg in den Wald kam.

Barbie gab auf und blieb brav im Schritt, ich ließ die Zügel locker und entspannte meine Arme und Hände. Leider hielt ihre Entspannung keine 10 Min. an, wir nahmen einen Weg raus aus dem Wald, wieder trabte sie ständig an. Elli meinte, sie kennt noch eine prima Galoppstrecke in der Nähe, wir ritten hin, inzwischen trabte auch Nepomuk die meiste Zeit super langsam.

Der Weg war aber umgeackert worden, also orientierten wir uns Richtung Heimat. Es war ein Wiesenweg, wir haben uns nur Schritt bzw. sehr langsamen Trab getraut, bloß kein Tempo zulassen, solange es Richtung Stall geht. Rechts weg ging unsere übliche Galoppstrecke hin zum Wald, wir bogen ein, die Hafis waren wie verwandelt, weil der Weg weg vom Stall führte. Plötzlich konnten beide prima Schritt gehen, die Gangart bestimmt aber der Reiter.

Ich ging mit Barbie vor, trabte ein Stück und galoppierte sie dann an. Linker Hand war wieder ein tiefer Acker, sie wollte in den reinziehen, damit hatte ich gerechnet und hielt sie mit dem rechten Zügel auf dem Weg. Barbie gefiel das nicht, sie verfiel in Trab, ich schaffte es nicht, Barbie wieder anzugaloppieren. Elli zog mit Nepomuk an uns vorbei, ich konnte Barbie wieder angaloppieren, Nepomuk gab richtig Gas, Barbie und ich folgten langsamer.

Jedes Pferd hat ja seine natürliche Schiefe, wenn Barbie die Kraft verläßt, tendiert sich nach links, das war letzten Winter auch so. Wenn ich das nicht zulasse, kostet es Barbie enorm Kraft, weiter geradeaus zu laufen. Das wird immer besser, umso mehr Kondition sie aufbaut, Nepomuk hat die schon, er stand ja auch nicht über 6 Monate, sondern wurde durchgehend geritten.

Im Schritt ging es Richtung Heimat bzw. Barbie verfiel nach einer kurzen Pause, wo ich die Zügel lang lassen konnte, wieder in den Schritt-/Trab-Modus. Wir trabten wieder extrem langsam, Nepomuk immer hinterher, er kann das natürlich auch. Dieser sehr langsame Trab ist super zu sitzen, es fühlt sich an, als ob man mit dem Pferd schwebt. Das ist meine liebste Gangart, ich werde mal versuchen, die auch auf dem Platz einzufordern.

Wir ritten bis zum Stall, an der Straße wollte ich die Ampel drücken, das klappte nicht, also ritt ich geradeaus weiter, umdrehen ging ja nicht. Elli schaffte es mit Nepomuk; als rot war, ritt ich mit Barbie ein wenig weiter hinten über die Straße im langsamen Trab. Erst nachdem wir die Einfahrt zum Stall passierten, blieb Barbie im Schritt, Elli kam mit Nepomuk ganz langsam angetrabt.

Barbie hatte ziemlich geschwitzt, wir waren 1 Std. 40 Min. unterwegs und die meiste Zeit stand sie unter Strom. Ich bin ja glücklich, daß sie heute super gelaufen ist mit ihren Schuhen, obwohl sich am Ballen ordentlich viel Erde reingedrückt hatte. Ihre Grasgier habe ich gut im Griff, wenn ich weiterhin konsequent bleibe und sie ein mal kreiseln lasse, sobald sie was frißt. Die Osteopathin meinte ja, sie hat noch nie so einen beweglichen Haflinger gesehen – Barbie nimmt von sich aus immer enorm viel Last auf die Hinterhand, ist daher im Rücken frei und butterweich zu reiten.

Seitengänge im langsamen Trab habe ich heute erstmals mit Barbie probiert, weil ich mir dachte, vielleicht sind ihr die zu anstrengend und sie bleibt dann im Schritt. Falsch gedacht, sie ging die locker, habe allerdings nur linke Hand probiert, die rechte ist ja ihre schwache Seite. Man kann im Gelände auch viel gymnastizieren, wenn man will – und die Pferde haben Spaß dabei :-). Barbie mußte heute enorm viel arbeitem im Gelände, geschätzte 15 mal mit der Hinterhand einen Kreisel machen, dazu noch oft der extrem langsame Trab. Sie war mit Begeisterung dabei, natürlich durften die Hafis auch mal laufen, um Energie abzubauen.

Ich bin sehr glücklich, daß Barbie wieder voller Power dabei ist und super läuft; wenn sie öfters raus kommt, wird sie auch ein wenig ruhiger werden. Barbie hatte 2013 ne Menge schmerzhafte Abszesse, wenn sie nun endlich mal schmerzfrei laufen kann, ist sie voller Tatendrang. Ich freue mich drüber, meine Hafis sind die besten Pferde, die man sich vorstellen kann.

Hufe habe ich heute keine bearbeitet, dafür fehlte die Zeit, werde das am Dienstag nachholen, da soll es regnen.

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