26. Januar 2014

chaotisches Training

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 16:45

Letzte Nacht um 0.45 Uhr rief der Stallmeister an und meinte, Nepomuk liege seitlich im Durchgang und hat starke Darmgeräusche. Ich bin sehr froh, daß er immer nach allen Pferden schaut und sich meldet, falls ihm was auffällt. Mir bescherte das eine fast schlaflose Nacht, dachte mir dann aber letztendlich, es kann nichts Schlimmes sein. Bei einer Kolik (beide hatten noch nie eine) fehlen ja die Darmgeräusche, vielleicht hatte er Blähungen.

Heute früh rief ich den Stallmeister an, um mich zu erkundigen, wie es Nepomuk heute geht. Er meinte, das gestern Nacht war Barbie – gut, daß ich das gestern nicht wußte, da hätte ich mir noch mehr Sorgen gemacht. Heute war wieder alles gut mit ihr, trotzdem sagte ich vorsichtshalber den für heute geplanten Ausritt ab.

Letzte Nacht hatte es geschneit, ich packte das Skijöring-Set und meinen Schlitten ein, um die Hafis damit bekannt zu machen. Im Stall packte ich noch die rote Schabracke, zwei Halfter sowie Fahrleinen auf meinen Schlitten und zog ihn zum Reitplatz – die Hafis liefen frei hinterher. Im hinteren Unterstand standen einige Isländer und das Fohlen, alle flohen auf den Paddock, als sie den Schlitten sahen. Ich zog ihn ja extra langsam im Stall, vielleicht lag es auch an der roten Schabracke, die drauf lag.

Meinen Pferden war das egal, ich ließ sie auf den Reitplatz, die Isis kamen wieder an und spielten Zaungäste :-). Mit Nepomuk sollte es losgehen, ich legte ihm die Schabracke, den Gurt, Halfter und das Zugteil an. Natürlich hat er wieder ziemlich rumgehampelt, wie er es beim Aufsteigen immer macht, ich bekam nach einiger Zeit trotzdem alles drauf. Das Halteseil befestigte ich am Schlitten und wollte ihm die Enden ins Geschirr einhängen, links klappte, rechts nicht.

Er stellte sich immer mit der Nase Richtung Schlitten, meine Güte, war das ein Gewurstel. Endlich hatte ich auch das rechte Seil eingehangen, da verhedderte er sich in dem Seil, also beide Enden wieder abgehangen. Ich ging mit ihm über den Reitplatz und zog selbst den Schlitten, das war kein Problem. Nächster Versuch, der klappte, er zog den Schlitten ein wenig rum, das Seil war aber viel zu lang.

Barbie turnte die ganze Zeit derweil bei uns rum, das war ein wenig anstrengend. Ich dachte mir, wenn ich jetzt noch Fahrzügel anbringe, wird das ein zu großes Kuddelmuddel, also beschloß ich, mich auf den Schlitten zu setzen und das Seil relativ kurz in die Hand zu nehmen. Nepomuk steuern konnte ich ohne Fahrleinen nicht, egal, falls er durchgeht, hätte ich das Seil einfach losgelassen.

Ich stellte Nepomuk vor den Schlitten, setzte mich drauf und befahl „vorwärts“. Der Boden auf dem Reitplatz war nicht gefroren, sondern weich, darauf lag ein wenig Schnee – das muß zu Nepomuks Entschuldigung gesagt werden. Er ging brav los, zog den Schlitten mit mir drauf ca. 10 cm weit *g* und befand dann, das so viel Gewicht nicht geht – der Schlitten glitt ja nicht. Der arme Bub, er hat sich Mühe gegeben und bekam eine Belohnung und Gurt usw. abgenommen.

Barbie legte ich nur das Zugteil an, kein Halfter, wollte nur mal sehen, ob sie mich besser ziehen würde. Im Gegensatz zu Nepomuk steht Barbie, wenn ich ihr das sage, das Seil anhängen war also kein Problem. Ich befahl „vorwärts“, sie zog an, mich mit Schlitten zog sie ein wenig länger als Nepomuk, ca. 20 cm *g*. Na ja, alles ein wenig chaotisch, beide haben jedenfalls keine Angst vor einem Schlitten hinter sich.

Barbie das Geschirr wieder abgenommen, ich ging über den Platz, beide liefen mir brav nach. Barbie hielt meinen Individualabstand nicht ein, also nahm ich eine Peitsche in die Hand, damit sie mir nicht immer so nah auf die Pelle rückt. Teilweise trabte sie stolz wie ein Araber neben mir her, sie wußte wohl nicht, wohin mit ihrer Kraft. Ich lief schneller über den Platz, rechts Barbie neben mir im Trab, links Nepomuk, puh, da wurde mir schon etwas anders. Sie liefen nämlich mit den Nasen vor mir, ich war auf Schulterhöhe und fühlte mich eingezwängt. Daher bog ich schnell mal rechts ab, später links, die Hafis immer bei mir, sie haben super aufgepaßt :-).

Nepomuk hat gegen Barbie überhaupt keine Chance, sie will die erste Geige spielen, er darf froh sein, wenn er neben ihr laufen darf. Ich hatte genug von den zwei Spinnern, packte wieder meinen Schlitten und ließ die Hafis vom Reitplatz. Als ich mit Schlitten folgte, kam das Fohlen und die Isis näher, um das Objekt ihrer Angst zu beschnuppern. Als das erledigt war, kam ich nicht weiter, weil Barbie quer im Stallgang stand, sie traute sich wohl an einer Isi-Stute, die vor ihr quer stand, nicht vorbei.

Barbie machte mir Platz, ich traute mich aber nicht mit einer neben mir laufenden Barbie in dem engen Gang am Hintern der Stute vorbei, auf blöd bekomme ich Schläge ab, die an Barbie gerichtet sind. Nepomuk schoss vor und trieb die Isi-Stute weg, Barbie und ich folgten. Die Pferde im vorderen Stall fanden den Schlitten auch etwas unheimlich und machten Platz, ich hatte Mühe, den rauszubringen, ohne daß die Hafis folgten.

Ich stellte ihnen ihr Zusatzfutter hin, da niemand sonst am Putzplatz war, ließ ich beide frei raus. Barbie fraß wie üblich schneller und stibitze noch was bei Nepomuk, das macht aber nix. Das Podest hatte ich hingestellt und wollte testen, ob es mir gelingt, daß beide gleichzeitig draufstehen. Ich führte beide gleichzeitig hin, Barbie stieg sofort ohne jede Hilfestellung drauf und hob dazu noch den rechten Huf. Großes Lob, Belohnung, sie stand aber so auf dem Podest, daß für Nepomuk kein Platz war.

Er hat sich aufgeregt, daß sie ein Leckerli bekam und er nicht, Barbie hob den linken Huf hoch. Sie ist wirklich ein Zirkuspferd :-), ich habe gestaunt, daß sie auf dem Podest auch den linken Huf freiwillig hochhob, der rechte ist ja derzeit ziemlich grottig. Sie kam bei ihrem Hufe hochheben ziemlich nah an den vorderen Rand des Podestes, ich hatte Angst, daß sie vorne runterkracht. Also Barbie aufgefordert, ein wenig rückwärts zu gehen, damit sie gut absteigen kann, das klappte, dann ließ sie sich aber mit beiden Vorderhufen gleichzeitig runterkrachen. Das sah so aus, als ob sie mit den Vorderbeinen einfach runter hüpft, ich hatte Angst, daß das ihren desolaten Vorderhufen nicht gut tut.

Sodele, das Podest war frei, Nepomuk kratzte wie üblich mit einem Huf drauf, während ich Barbie davon abhielt, erneut draufzusteigen. Nepomuk schaffte es relativ schnell, sich ohne Hilfestellung draufzustellen und wurde belohnt. Runter machte er gut, Barbie konnte es nicht verknusen, daß er auch was bekam, schwupps stand sie wieder auf dem Podest. Ich kann es nicht brauchen, wenn beide um den Platz auf dem Podest kämpfen, sie sollen ja irgendwann gemeinsam draufstehen.

Barbie bremsen ist schwierig, sie muß Nepomuk aber auch mitmachen lassen – es liegt an mir, ihr das klar zu machen. Beide habe ich gleichzeitig zurück in den Stall geführt, das klappte, wie üblich warteten sie am Zaun, bis ich weg bin. Ein nettes Foto 🙂, kurz darauf hat Nepomuk Barbie in das linke Vorderbein gezwickt, das war wohl seine Rache, weil sie ihn bei unseren Übungen immer ausbooten wollte. Ich habe ihn von außen ermahnt, trotzdem hat er Barbie weiter gezwickt, bis sie das Feld räumte.

Pack schlägt sich, Pack verträgt sich :-), auch so ein altes Ehepaar hat hin und wieder seine Streitereien. Ich freue mich ja, wenn beide eifrig und konzentriert mitarbeiten, dulde aber keine Streitereien, solange ich innerhalb des Stalls bin.

Beide sind gut drauf, für Dienstag ist ein Ausritt geplant. Ich hoffe, es schneit morgen noch, Barbie kann dann ohne Hufschuhe gehen. Wenn auf der Römerstraße (Schotter) genügend Schnee liegt, können wir viel traben und galoppieren, das wird den Pferden gefallen :-).

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