29. Januar 2014

Galopp auf Schnee

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 17:07

Gestern war ich mit Elli ausreiten, Nepomuk lief im Stall vor ihr weg, er ahnte wohl, daß Arbeit anstand *g*. Barbies Trense hatte ich ja verstellt und das neue Flower-Hack angebracht, es aber auf „Reithalfter“ gestellt. Nachdem ein wenig Schnee lag, ließ ich Barbie ohne Hufschuhe laufen.

Kurz nach dem Aufsteigen zickte Nepomuk ziemlich, wollte öfters umdrehen, bei der Römersiedling standen links große weiße „Tüten“ mit irgendwas drinnen. Obwohl die sich nicht bewegten *g*, erschrak sich Nepomuk, sprang zur Seite und machte ein paar Galoppsprünge – Elli hatte das aber locker im Griff. Barbie ließ sich von ihm nicht anstecken, sie blieb einfach nahe der Tüten stehen und wartete, bis Nepomuk sich wieder einbekam.

Nachdem wir ca. 1/2 Std. Schritt gegangen waren,  kamen wir zur Römerstraße, dort lag genügend Schnee auf dem Mittelstreifen für Barbies Hufe. Von dort geht nach kurzem eine Abbiege nach rechts ab, auf der man wieder Richtung Heimat kommt, Nepomuk nutzt die unerlaubt gerne, ich wies Elli darauf hin. Wir trabten ein Stück, galoppierten dann an, alles super, bis Nepomuk doch rechts abbog im Galopp. Barbie hinterher, im Galopp reite ich im Gelände ungerne 90 Grad Kurven, es könnte auch mal glatt sein, so daß die Pferde ausrutschen könnten. Die nächste Kurve Richtung Heimat nahmen wir noch im langsamen Galopp, ich bremste Barbie und parierte sie in den Stand. Elli hatte mehr Probleme, Nepomuk zu stoppen, ich weiß ja, wie er ist, wenn er nach Hause will – er ist schwer zu stoppen.

Barbie hat sich vorbildlich verhalten, ist nicht blind Nepomuk nachgerannt, sondern ließ sich gut anhalten, obwohl er davon galoppierte. Elli kam wieder an mit ihm, im Schritt ging es zurück zur Römerstraße. Es folgte der nächste Galopp, dieses mal ging ich mit Barbie vor. Das war ein ganz gesitteter, ruhiger und relativ langsamer Galopp, wenn Barbie Erste geht, hat sie es nicht eilig. Ich mußte sie sogar ein wenig treiben, Galopp ist nicht Barbies Lieblingsgangart, am liebsten läuft sie im Renntrab.

Es ging über eine Straße, nach einiger Zeit drehten wir um, Nepomuk lief ein ordentliches Tempo im Schritt, ich trabte mit Barbie immer mal wieder hinter, um aufzuschließen. Nachdem wir erneut über die Straße waren, beschlossen wir den finalen Galopp :-). Auf dem Rückweg soll man eigentlich nicht galoppieren, die Strecke war aber so lang bis zum Stall, daß selbst Nepomuk die nicht hätte durchgaloppieren können (falls er durchgehen würde). Elli vorne mit Nepomuk, am Anfang waren wir flott unterwegs, aber zivilisiert. Ich hörte von Elli ein „laufen lassen?“, was ich mit „ja“ beantwortete :-), Nepomuk gab Gas und ich gab Barbie die Zügel hin, damit sie sich richtig lang machen konnte.

Barbie ist ja sehr ehrgeizig, sie wollte dran bleiben, wir hielten lange Anschluß. Als ich merkte, daß Barbie nicht mehr so richtig konnte und abreißen ließ (ich hatte bereits Seitenstechen), habe ich sie in den Trab pariert und Elli zugerufen, daß wir nicht mehr können. Sie hat Nepomuk eingebremst, ich war ziemlich fertig, hatte keine Kraft mehr, Barbie in Schritt zu parieren. In ihrer Lieblingsgangart Renntrab schlossen wir auf, Barbie war lange nicht so kaputt wie ich.

Beim Galopp hat sich ihre natürliche Schiefe, letzten Winter driftete sie ja oft nach links, wenn es anstrengend wurde, überhaupt nicht bemerkbar gemacht. Barbie lief im Galopp super gerade auf dem Mittelstreifen ohne Zügelhilfe. Beide Pferde hatten ziemlich geschwitzt, Barbie wollte sich oft den Kopf an Nepomuks Hintern reiben. Irgendwie hat ihr der Zaum nicht gepaßt, nächstes mal reite ich sie mit Halfter im Gelände.

Die Hafis schnaubten zufrieden ab, es ging ca. 1/2 Std. zurück im Schritt, im letzten Drittel fing Barbie wieder an, ständig anzutraben. Ich pariere sie dann wieder in den Schritt, gab mit den Zügeln nach, Barbie trabt an usw. Für sie sind diese ständigen Übergänge Schritt/Trab super anstrengend, Barbie ist das egal. Die letzte Strecke geht über Asphalt, für ihre Hufe vorne mit der Hufbeinabsenkung ist das vermutlich schlecht. Vorne rechts hebeln ja die Seitenwände ziemlich weg, durch den Hufmechanismus wird das auf hartem Boden nicht besser, wenn sie trabt.

Morgen bearbeite ich wieder ihre Vorderhufe, mal sehen, wie die sich entwickelt haben. Barbie läuft derzeit super und ist bester Laune, es kann also nur schlechter werden. Sie zu reiten ist wirklich ein Traum, sie läuft butterweich und ist ein 100%-iges Verlasspferd. Selbst wenn Nepomuk davon rennt, kann ich sie problemlos bremsen, obwohl sie nur ein Reithalfer drauf hatte. Ich bin ihr wichtiger als Nepomuk, ich hätte nie gedacht, daß die schwierige Barbie mal ein so tolles Reitpferd wird. Sie ist das nicht, weil wir das viel auf dem Platz geübt haben, sondern weil sie Vertrauen zu mir hat, wir verstehen uns einfach.

Bedingungslosen Gehorsam verlange ich nicht, wir machen beide Fehler, mal gibt es auch Reibereien. Wir können uns aber 100%-ig aufeinander verlassen, das zählt. Ich hoffe, sie bekommt keinen Abszess mehr und wir können dieses Jahr endlich mal einen kleinen Wanderritt machen.

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