30. April 2014

Glückliche Haflinger

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 16:03

Ich habe mich nun doch gegen Lamino Star entschieden und für meine Hafis einen Sack St. Hippolyt Equigard bestellt. Das hatte ich früher schon mal, es hat beiden gut geschmeckt – obwohl beide ja so gut wie alles fressen :-).

Im SE-Forum las ich von Dermilac Prozem, habe für Nepomuk eine Dose bestellt für Ohren, Schopf und Gesicht. Derfen Creme ist gut, läßt sich aber ziemlich schlecht verteilen, schon gar nicht punktgenau auf Nepomuks Ohren. Er mag es nicht besonders, wenn ich seine Ohren anfasse – jetzt geht es noch, sobald er das Scheuern anfängt, nur noch mit Mühe.

Mit so einem Schaum ist das einfacher, werde den auch für den Haaransatz beim Schopf und das Gesicht verwenden. Mähnenkamm und Schweifrübe behandele ich weiter mit Derfen Creme oder Derfen Lotion, damit sind wir letztes Jahr gut gefahren. Haarverluste gab es trotzdem, die möchte ich dieses Jahr vermeiden, damit die Mähne mal komplett wird.

Im unteren Mähnenbereich ist die Haut mE manchmal gestresst, was auch an der Decke liegen kann. Derzeit bekommt er DermaNiem-Emulsion drauf, damit das endlich mal alle wird, er scheuert ja noch nicht. Leider geht das Zeugs sehr zäh aus der Flasche, obwohl ich es schon ein wenig Aldi-Lotion und Wasser dazu gegeben habe. Hochwertige Öle habe ich ja noch, werde von denen was dazu kippen. Barbie juckt es beim Fellwechsel gelegentlich auch, die Emulsion pflegt sehr gut die Haut, ich werde ihr auch was davon auftragen, kann nicht schaden.

Barbie und Nepomuk können sich glücklich schätzen, daß sie bei mir gelandet sind. Sie kennen kein Eisen im Maul, was erwiesenermaßen schädlich fürs Pferd ist. Einen Sperrriemen sowieso nicht, mit dem manche das Pferdemaul oft ziemlich fest zubinden – ich habe bisher nicht kapiert, für was das gut sein soll, in meinen Augen ist das Tierquälerei.

Ein Eisenbeschlag ist langfristig schädlich für jedes Pferd, vor allem, wenn er nicht alle 6 – 8 Wochen erneuert wird – was kaum einer machen läßt, kostet ja was. Eine Umstellung auf barhuf ist den meisten zu aufwendig, weil das Pferd dann meist eine Zeit lang nicht voll ohne anderen Hufschutz geritten werden kann.

Eine wirklich artgerechte Haltung sucht man in de wie eine Stecknadel im Heuhaufen, oft stehen Pferde noch die meiste Zeit des Tages in einer Box. Wenn sie „Glück“ haben, in einer „Paddock-Box“, so daß sie sich in frischer Luft auch ein mal um ihre Achse drehen können. Es gibt „Koppelgang“ für 2 – 3 Std. bei gutem Wetter, irgend eine Gatschwiese, wo es nix zu fressen und kein Wasser gibt. Von Frühjahr bis Herbst „Weidegang“, oft ebenfalls ohne Wasser, fette Wiesen, die bis zur Grasnarbe runtergeputzt werden.

Daß so eine Haltung nicht artgerecht ist, haben schon einige verstanden und haben ihre Pferde daher in Offenställen. Immer frische Luft, Sozialkontakte, das Fressen ist aber oft ein Problem, daher wurden Heunetze erfunden. Das Freizeitpferd arbeitet wenig und frißt viel, daher ist Diät angesagt. Möglichst wenig Heu auf 24 Std. verteilen ist das Ziel, das Pferd frißt aus Langeweile, meist in unnatürlicher Haltung, und bewegt sich stundenlang keinen Meter.

Das Grundproblem „dickes Pferd“, was ein Stoffwechselproblem hat, muß man angehen, das geht aber nur mit Bewegung. Kann das Pferd nicht laufen, weil hufkrank, hat man ein Problem, ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist. Kann das Pferd bewegt werden, braucht es trotzdem Diät, weil man es zu wenig bewegt oder meint, man muß das Stoffwechselproblem nicht „behandeln“.

Es gibt auch Leute, die reiten ewig mit Hufschuhen, weil die Haltung nicht passt – viel weicher Boden im Stall und im Gelände harter. Das passt dann nicht zusammen, da hilft auch keine noch so tolle Hufbearbeitung.

Es gibt Leute, die ihren gesunden Pferden trotz Heunetz und kaum Weide im Sommer 24/7 einen Maulkorb anziehen, damit es nicht dick wird – krass. In meinen Augen kann eine „Fressbremse“ nur eine vorübergehende Lösung sein, bis man das kranke Pferd wieder gut aufgestellt hat. Stoffwechsel und Haltung optimieren, Pferd „reitbar“ machen und dann mit ihm täglich arbeiten.

Angenehmer ist es natürlich, dem Pferd einen Maulkorb anzuziehen und schon muß man sich keine Gedanken mehr machen, warum das Pferd ohne evtl. dick wird. Der Mensch geht meistens den bequemsten Weg, ob das Tier darunter leidet, ist ihm egal.

Barbie und Nepomuk haben das schönste Leben, was sich ein Haflinger vorstellen kann. Sie werden weder mit Eisen im Maul noch an den Hufen traktiert, sie bekommen nie Haue. Sie leben in einem tollen Offenstall in einer harmonischen Herde, Nepomuk hat Spielkameraden und für Barbie gibt es ständig was zu sehen. Sie haben ausreichend Raufutter im Winter und im Sommer Gras, besser kann man Pferde nicht halten.

Sie bekommen schmackhaftes Zusatzfutter (was nicht dick macht), dazu Möhren, Apfel, Birne, Banane, Kiwi – je nach nachdem was günstig ist. Wir machen abwechslungsreiche Arbeit, aber nicht zuviel – die Pferde sind mit Spaß dabei.

Ein schöneres Leben gibt es eigentlich nicht für ein Pferd, vor allem für Barbie nicht, die trotz ihrer Hufabszesse aufs Gras darf. Anders ginge es gar nicht, weil sie dann nicht glücklich wäre.

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