23. August 2014

Rheumocam für Barbie

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 14:45

Seit 10. August 2014 ist Barbie nun rv wegen eines Abszesses lahm, das sind 2 Wochen mehr oder weniger starke Schmerzen. Ich finde, nun hat sie genug ausgehalten, auch wenn Rheumocam die Reifung des erneuten Abszesses verzögert.

Als ich die Hafis heute frei aus dem Stall ließ (es war sonst keiner da, über die Äpfel hatte ich zwei Stühle gestellt), sah ich, daß seit gestern keine Besserung eingetreten war – sie ging rv hochgradig lahm. Beide gingen schnurstracks zum Heu bzw. Barbie humpelte hin. Ich besah mir den Huf rv, die Wunde am Kronsaum ist nicht entzündet, alles trocken.

Die Sohle heute, die WLD in den weißen Linien konnte ich bereits wieder etwas zurück drängen. Die Sohle in der Zehe schaute heute besser aus als vorgestern, die Delle bildet sich zurück. Das Loch medial in der Sohle und in der weißen Linie ist mE nicht besonders dramatisch und kein Grund, derart lahm zu sein. Sicher gehört die Zehe weiter gekürzt sowie Trachten + Tragrandüberstand korrigiert, das sind Kleinigkeiten, die ich derzeit aber nicht machen möchte.

Bei einem Reheschub versucht das Pferd, die Zehe zu entlasten, Barbie macht genau das Gegenteil, sie stellt rv auf der Zehe ab und hält die Trachte hoch. Also ist noch Eiter im Huf, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Und der kann an der Abszessrille am Kronsaum, die kürzlich aufbrach, nicht raus, weil wohl schon wieder zugewachsen. Nochmals in die Sohle schneiden möchte ich nicht, das hat letztes mal ja auch nur kurz Erleichterung gebracht, 2 Tage später kam der Eiter oben raus.

Ein Angussverband weicht die Sohle auf, was bringt das, wenn der Abszess sich immer am Kronsaum öffnet? Eigentlich nix, man müßte den Kronsaum feucht halten bei Barbie. Heute habe ich den letzten Abszess von oben und unten mit Rivanol gespült, anschließend auf die Abszessrille Jod aufgesprüht. Da war nicht mehr viel drinnen, also Jodsalbe aufgetragen. Darüber kam eine Mullbinde, um ein eventuelles Scheuern des RX zu verhindern. Auf die weiße Linie und in die Löcher kam wie üblich THM-WLD, als das eingezogen war, gab ich auf Sohle und Strahl Heilerde, um die Keime in Schach zu halten.

Für den RX, der es nicht mehr lange macht, schnitt ich aus einer Windel zwei Sohlenpolster, darunter liegt ein dicker Filz, angezogen, fertig. Barbie mochte damit den Huf auch nicht normal abstellen, also gab ich ihr in ihr Zusatzfutter für 500 kg Rheumocam. Sie hat zwar nur ca. 450 kg, meine TÄin meinte mal, entweder „gescheit oder gar nicht“. Unterdosiert bringt ein Schmerzmittel wenig, das Pferd hat ja dann trotzdem Schmerzen, genau das will man ja verhindern. Barbie bekommt nun täglich Rheumocam, bis der Eiter aus dem Huf kommt.

Überlegt habe ich gestern, ob ich Barbie vorne einen Kunststoffbeschlag nageln lasse, sobald der Spuk mit dem Eiter vorbei ist. Meine geklebten Beschläge dreht sie sich ja immer schnell runter, für 1 – 5 Tage macht der Aufwand keinen Sinn. Der Nachteil ist, daß ich dann die Kanäle in der Zehenachse und rv medial nicht mehr spülen kann, was den bösen Keimen ein schönes Leben ermöglicht.

Ein Nageln käme eh nur in Frage, wenn Barbie längere Zeit wieder komplett schmerzfrei ist – ob sie dann noch klopfempfindlich ist, müßte man testen. Für mich eine schwere Entscheidung, ihre Abszesse kommen ja von innen aka den Hornsäulen, ein Beschlag verhindert die nicht. Hat sie keinen Eiter im Huf, läuft sie barhuf einwandfrei bis auf ein minimales Ticken lv gelegentlich. Mit Hufschuhen im Gelände kommt Barbie prima zurecht, eigentlich braucht sie keinen Beschlag.

Na ja, dieses Jahr wird es eh nix mehr mit einem genagelten Beschlag, über den Winter hat Barbie ja nie Hufprobleme und kann bei Schnee sogar barhuf geritten werden. Im Frühjahr 2015 kann ich mir dann überlegen, ob ich Kunststoffbeschläge nageln lasse oder nicht.

Nepomuks Mähnenkamm habe ich wieder mit Sole behandelt, anschließend kam PVP Jod-Salbe drauf. Ich habe alles schön in die Falten reingerieben, wo die bösen Keime sitzen. Ins Gesicht bekam er die restliche Heilerde, derzeit ist Nepomuk sehr entspannt und kann problemlos ohne Fliegenmaske stehen.

Barbie hatte sich mit dem Hinterteil in einen Misthaufen gelegt, ich bürstete das mit Wasser weg, zieht ja Viecher an. Sie bekam Haartonikum auf Mähnenkamm und Schweifrübe, um den Haarwuchs anzuregen. Nepomuk flocht ich die Zöpfe an der Mähne nach, die aufgegangen waren, mir schien, der Haarausfall ist derzeit geringer als in letzter  Zeit.

Den kranken Isi habe ich wieder mit Heucobs versorgt, er hat sie zwar im Liegen gefressen, stand danach aber auf und lief in der Krankenbox umher. Mir schien, es geht der Kleinen nun ingesamt besser, sie steht entspannter und schaut figurmäßig besser aus. Es ist schlimm, wenn ein gesundes Pferd plötzlich krank wird, Borreliose kann jedes Pferd (Hund, Katze) treffen.

Wegen Barbie brauche ich nicht jammern, sie hat zwar hin und wieder einen Hufabszess aufgrund der Hornsäulen, der sehr schmerzhaft ist, das ist aber nicht lebensbedrohlich. In einem Jahr ist sie vielleicht insgesamt 3 – 4 Wochen lahm aufgrund der Geschwüre, den Rest der Zeit läuft sie barhuf gut im Stall. Der kleine Isi ist schlimmer dran, er und seine Besitzerin haben meine volle Unterstützung, damit der Isi noch einen schönen Lebensabend genießen kann.

Keine Kommentare »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. | TrackBack URI

Leave a comment

You must be logged in to post a comment.