20. März 2012

Nepomuk kostet Nerven

Filed under: Allgemein — admin @ 21:55

Ich traf den Stallmeister, der mir berichtete, Nepomuk hänge ständig an Missie. Wie man dieses Problem lösen könnte, weiß ich auch nicht. Er tut ihr nichts, sie darf auch überall hingehen, traut sich aber wohl nicht, dazu unten mehr.

Barbie durfte wie üblich zuerst raus, ich habe sie geputzt, ihr außerdem Beine und Hufe mit Wasser + EM gewaschen. Nepomuk kam derweil nachsehen, ob sie abgeblieben war, anscheinend schafft er es hin und wieder, sich von Missie zu trennen. Als Barbie fertig war, bekam sie ihr Zusatzfutter, als das gefressen war, holte ich Nepomuk und tat sie zurück in die Herde.

Ein Stallkollege kam vom Ausritt zurück und erzählte mir, als die Besitzerin Missie heute rausnehmen wollte, hat sich Nepomuk mit rausgedrängelt. Ihn einfangen war wohl weniger schwierig, der Stallkollege hatte dann aber Probleme,  sein eigenes Pferd rauszuführen, Nepomuk blockierte anscheinend den Ausgang.

Beim Putzen blieb er heute gut stehen, er hat nur ein paar mal gewiehert. Sattel drauf und Zaum, ab ging es Richtung Ovalbahn, der Verkehr hat ihn nicht interessiert, auch die S-Bahngleise nicht. Er war trotzdem ziemlich aufgeregt, weil er alleine draußen war.

Auf der Ovalbahn angekommen, blieb er nicht stehen zum Nachgurten und zog mich ein paar mal in die Mitte, wo er meinte, Gras fressen zu können. Das verbot ich natürlich, führte ihn eine Runde und schaffte es dann mit Mühe, nachzugurten.

Stehen bleiben zum Aufsteigen ging gar nicht, er war ständig in Bewegung, vorwärts, seitwärts, rückwärts. dazu immer wieder Gewieher. Nach 10 Min. verlor ich ein wenig die Nerven und habe ihn angebrüllt, was natürlich nicht dazu beitrug, daß er ruhig stehen blieb. Nach weiteren 10 Min. mit einem irren Nepomuk schaffte ich es, daß er einigermaßen stand, schnell aufgestiegen.

Auf der linken Hand ging es los, er schaute ständig zur Straße und zur S-Bahn, außerdem mußte er mindestens jede Runde ein mal wiehern. Beim Traben war er schwer zu bremsen, wollte ständig rennen, sehr anstrengend – daher verzichtete ich aufs Galoppieren.

Der Handwechsel paßte ihm gar nicht, er wollte ständig umdrehen, ich ließ ihm das nicht durchgehen. Er wurde richtig bockig, Kopf zum Boden, ich dachte, gleich macht er ein Rodeo. Rückwärts gehen, seitwärts, jede Runde wieder, sobald wir am Ausgang vorbei waren. Irgendwann hat es mir gereicht, ich habe ihn ordentlich angebrüllt und ihm die Haken in den Bauch gehauen, danach war er brav. Wir ritten noch einige Runden, immer wieder Trab, das klappte gut.

Danach ging es zurück zum Stall, ein Traktor kam, ich wollte den vorbei lassen und ritt dazu ein Stück von der Straße weg. Nepomuk war der Traktor egal, er konnte nur nicht stehen bleiben, also vor dem Traktor wieder auf die Straße und im Trab über die S-Bahn-Gleise Richtung Stall.

Ich hätte dann absteigen sollen, na ja, hinterher ist man immer klüger. An der Ampel wollte ich vom Pferd aus drücken, leider gelang es mir nicht, Nepomuk neben dem Drücker anzuhalten. Und schon ritten wir auf der Straße, aber vorschriftsmäßig am rechten Rand, ein Auto bremste hinter uns, die Gegenspur war frei, zack rübergetrabt. Nepomuk ging aber nicht sofort auf den Gehweg, wie von mir gefordert, ein Auto kam, fuhr knapp an seinem Hintern vorbei, ihn interessierte das nicht. Endlich ging er auf den Gehweg und wir ritten zum Stall.

Ängstlich war er die ganze Zeit nicht, er war nur nervös, weil er alleine draußen war. Fremde Umgebung und dann noch getrennt von seinen Weibern, das hat nicht nur ihn Nerven gekostet. Fürs erste mal hat er es ganz gut gemacht, zukünftig steige ich vor der Straße ab, bis er sicher stehen bleibt.

Barbie hat die ganze Zeit am Eingang auf ihn gewartet, er bekam sein Zusatzfutter und wurde abgewaschen, weil er ziemlich geschwitzt hatte. Aber nicht wegen dem bissi Schritt und Trab auf der Ovalbahn, ca. eine 3/4 Std., sondern weil er so nervös war. In der Herde zurück, sagte er Barbie kurz „hallo“ und trabte dann zu Missie – dafür hätte ich im am liebsten eine drauf gehauen.

Insgesamt war er über 2 Std. draußen, er wird sich dran gewöhnen müssen, ich hoffe, das hilft, daß er etwas runter kommt von seinem Missie-Wahn. Nachdem ich gekehrt und mein Zeugs aufgeräumt hatte, ging ich hinter, um nach den Hafis zu schauen.

Missie stand im Unterstand, davor Nepomuk, Barbie kam gleich zu mir. Ich habe dafür gesorgt, daß Missie weggehen kann – sie könnte das auch alleine, traut sich aber nicht. Sie wollte zu den vorderen Ställen, da standen aber Isis, vor denen sie Angst hatte, daher kehrte sie wieder um. Nepomuk war stets an ihrer Seite, sie ging dann Richtung Paddock. Er hat sie weder irgendwo hin gedrängt noch sonstwas, er läuft ihr halt hinterher. Sie kann machen, was sie will, theoretisch, praktisch traut sie sich das aber (noch) nicht.

Ich will den Stall nicht verlassen müssen wegen Nepomuk, ich hoffe, sein Missie-Wahn legt sich mit der Zeit. Sodele, habe mit Missies Besitzerin telefoniert, Nepomuk hat sich schon öfters mit rausgedrängelt. Sie meint, ich hätte ein Dominanzproblem, mit mir geht er aber problemlos mit. Ich kann Nepomuk frei im Stall laufend von Missie trennen ohne Probleme, dafür brauche ich weder Halfter noch sonstwas.

Ich habe angeboten, Missie rauszuführen, damit ich sehe, wie Nepomuk sich verhält, die Besitzerin will aber dabei sein. Auch gut, wenn sie Zeit hat, schaue ich mir an, wie sie das macht.

Nepomuk ist ein wenig durch den Wind, erstmals in seinem Leben steht er in einer großen Herde und hat beschlossen, die rangniedrigste Stute zu beschützen, Barbie ist ihm nicht mehr so wichtig. Das spielt sich ein, er tut Missie im Stall ja nix, sondern paßt nur auf.

Missie rausführen, ohne daß er mitläuft, muß natürlich funktionieren, da muß man sich halt durchsetzen. Ich kann das für andere nicht regeln, sie müssen sich selber Respekt verschaffen. Vielleicht wird er etwas ruhiger, wenn er öfters mal geritten wird, heute war er das erste mal alleine draußen. Alles ihm Rahmen, er ist brav und zuverläössig-

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