21. März 2012

Wasserschlauch- und Dominanztraining

Filed under: Allgemein,Pferde — admin @ 19:15

Heute wieder im Stall, wollte mit Barbie zur Ovalbahn gehen. Wir kamen aber nicht weit, da blieb sie stehen und wollte nicht mehr weiter gehen. Wir standen 10 Min. rum, ich weiß nicht, ob sie nicht wollte oder Schmerzen hatte. Lieber nichts riskieren, am Freitag kommt meine RB, da werden wir dann sehen, ob sie mit Nepomuk mitgeht. Also wieder zurück gegangen und abgesattelt, geraspelt hatte ich vorher schon.

Der Schlauch für die Pferdedusche ist nun angeschlossen, aufgedreht und mich langsam Barbies Vorderbeinen genähert. Sie wurde ein wenig nervös, ich konnte ihr die Vorderbeine aber abspritzen, sie hob nur ständig die Hufe. Nepomuk geholt, beide bekamen ihr Zusatzfutter, Barbie kam zurück in die Herde. Bei ihm dasselbe mit dem Schlauch, erstaunlicherweise war er weniger nervös als Barbie.

Als ich das mit dem Schlauch das erste mal in Weyarn probierte, sind beide fast durchgedreht, auf der Doier-Ranch Nepomuks Beine mit der Gießkanne begießen, war fast nicht möglich. Ich werde nun regelmäßig mit dem Schlauch trainieren, bis beide sich daran gewöhnt haben.

Die Longierpeitsche geholt, um Nepomuk auf dem Platz frei zu longieren, kaum war er im Stall, riss er sich los und lief zu Missie, dabei fielen mir die Strombänder runter. Das war bereits das zweite mal, so gehts nicht. Das nächste mal führe ich ihn mit Barbies Showhalfter rein, wer nicht hören will, muß fühlen. Ihn wieder einkassiert und auf den Platz gebracht, Barbie mußte draußen bleiben.

Artgenossen kamen an den Zaun, er blieb stehen und dachte, er kann sich mit denen bekaspern. Aber hallo, beim zweiten Mal ließ ich die Peitsche ordentlich hinter ihm knallen. Dann „durfte“ er laufen, mir war völlig egal, ob Trab oder Galopp. Uii, den habe ich rumgescheucht, bis er nur noch Augen für mich hatte. Handwechsel auf die rechte, er wollte öfters wieder umdrehen, heute war ich wieder eisenhart und ließ ihm nichts durchgehen. Beim Galopp habe ich ihm dann mal Druck gemacht, so daß er gefetzt ist – Bewegung ist gesund :-).

Als er brav eine Runde Schritt ging, war Ende, es hat ein bissi gedauert, bis er sich zu mir traute. Vorsichtig schlich er sich an, gut so, ich ließ ihn vom Platz und in die Herde. Als ich mein Zeugs weggeräumt hatte, ging ich mit Gerte auf den Paddock, Nepomuk stand natürlich bei Missie.

Ich ließ ihn rückwärts von ihr weggehen, nur mit Körpersprache, Barbie hang mir natürlich an den Haken. Ca. 10 Min. stand ich mit den Hafis rum, beide waren sehr gut auf mich konzentriert. Nepomuk ging dann wieder zu Missie, ich auch und schickte ihn von ihr weg, Barbie auch. Beide waren total bedröppelt, huch, wir dürfen nicht mehr zu Frauchen, das kennen sie nicht.

Ich stand 5 Min. neben Missie, die Hafis in gebührendem Abstand, da startete Nepomuk seinen „Angriff“. Er wollte zu Missie, die völlig entspannt da stand und sich nicht dafür interessierte, was um sie herum vorging. Ich vertrieb Nepomuk ein paar mal, er versuchte es von allen Seiten, zwickte zwischendurch einen Isi, der ihm ihm Weg stand – aber ich ließ ihn nicht zu ihr hin.

Wie sich Pferde untereinander verhalten, hatte ich ja beim Herdenchef gesehen, als er sich Barbie schnappte und Nepomuk nicht mehr zu ihr ließ. Missie war nun „meine“ Stute, und wenn ich sage, Nepomuk muß Abstand halten, dann hat er das zu akzeptieren.

Barbie und Nepomuk standen in einiger Entfernung, er machte keine weiteren Anstalten, sich Missie zu nähern. Sie döste derweil neben mir, 10 Min. blieb ich stehen. Dann ging ich, Nepomuk lief natürlich sofort zu Missie, Barbie war wieder alleine. Ich beobachtete beide noch ein bissi, Missie zwickte ihn ein paar mal, sie läßt sich von ihm nicht in ihrer Freiheit einschränken und geht, wohin sie will.

Missies Besitzerin hat schon recht, es ist ein Dominanzproblem, Nepomuk muß weichen, wenn man das verlangt. Ziel der Übung ist es, daß Missies Besitzerin und ihre RB Nepomuk auch wegschicken können, er muß dann mindestens 10 m Abstand halten. Es darf nicht sein, daß er sich mit raus drängelt. Ihn dann wieder einzufangen, ist schwierig, er kennt ja die Stallkollegen nicht. Außerdem muß man dazu extrem ruhig bleiben, ansonsten regt er sich auf und flüchtet. Da die Straße in der Nähe ist und er schnell entwischen kann, ist das gefährlich.

Ich tue, was ich kann, um das Problem zu lösen, ich will unbedingt in dem Stall bleiben, es gibt keine Alternative. Auf ein „geh weg“ hat er sich zu schleichen, er darf dann erst wieder zu Missie, wenn der Mensch aka Boss von ihr weggeht. Ich werde das mit ihm trainieren und mich mit Missies Besitzerin absprechen. Sie außerdem fragen, ob ich Missie ein paar Meter auf dem Paddock nur mit Halsring rumführen darf; kehrt man Nepomuk den Rücken, hängt er vermutlich sofort wieder an ihrem Hintern dran. Außerdem stelle ich die Regel auf, daß er Missie, falls sie jemand rausführen will, höchstens bis zur Höhe der Tränke folgen darf – bis zum Ausgang sind es dann noch über 10 m. . Um das zu üben, muß man sie gar nicht rausführen, sondern nur bis zum Ausgang, danach bringt man ihm bei, welche imaginäre Linie er nicht überschreiten darf.

Man muß das alles alleine üben, im Alltag hat man ja niemanden, der Nepomuk in Schach hält, damit man Missie rausführen kann. Außerdem löst das das Problem natürlich nicht, man muß ihn wegschicken können. Wenn Missies Besitzerin und am besten ihre RB auch mal Zeit haben, treffen wir uns im Stall, danach sollten beide Missie ohne jedes Problem rausführen können. Die Grundlage dafür, nämlich das „geh weg“, werde ich bis dahin mit ihm erarbeiten.

Nepomuk ist ja kein schwieriges Pferd, er wird sich schnell fügen. Barbie ist ein anderes Kaliber, ihn zuerst rausführen habe ich mich bisher nicht getraut. Für sie gilt dasselbe wie für ihn, die Demarkationslinie liegt an der Traänke.

Wer hätte gedacht, daß Nepomuk sich als Problem erweist – ich nicht. Pferde haben ihren eigenen Kopf, Barbie tut mir leid, sie versteht die Welt nicht mehr. Missie hat einen treuen Freund gefunden, der sie beschützt, was ihre Besitzerin nicht stört.

Sobald sein Sommerekzem ausbricht, wird er tagsüber meist im Stall stehen, dann ist eh Schluß mit Missie am Hintern hängen, aus Solidarität stellt sich keine (gesunde) Stute dazu.

Barbies Hufe schauen nicht gut aus, ich weiß nicht, ob ich der Natur ihren Lauf lassen oder zur Zange greifen soll. Strahl und Eckstreben sind kein Problem, die sind im grünen Bereich. Die Wandüberstände werden immer größer, die Hufe wachsen wie verrückt – mit ein wenig Raspeln 4x pro Woche erreiche ich nichts. Die Bakterien sind fleissig, sie werden irgendwann dafür sorgen, daß all das überflüssige Horn wegbricht. Das kann noch ne Zeit dauern, eventuell hat Barbie dadurch Schmerzen. Sie lahmt zwar nicht, wollte aber nicht mitgehen.

Morgen ist meine RB da, ihr einjähriges Jubiläum mit Nepomuk, sie ist ein prima Aufheber und ich habe beide Hände frei, um die Zange zu drücken. Den Hufbock werde ich auch mitnehmen, falls ich ihr das tote Horn wegbrechen kann, muß ich ja alles wieder gerade feilen. Falls ich nichts abknipsen kann, werde ich die Bakterien zumindest bei ihrer Arbeit unterstützen können, d. h. den Selbstheilungsprozeß ein wenig beschleunigen.

Daneben werde ich Barbie darauf trainieren, ihren Huf genau auf mein Hölzchen zu stellen, so daß ich auch mit der groben Feile raspeln kann – im aufgehobenen Zustand funktioniert das nämlich nicht.

Es gibt ne Menge zu tun, packen wir es an :-).

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