Molly

geboren am 1. Juli 1991

in Istanbul / Türkei

gestorben am 30. September 2003

in München



Molly wurde auf den Straßen Istanbuls geboren und verbrachte ihr erstes Lebensjahr mit einem schweren Überlebenskampf, der sie stark geprägt hat.

Mit Geschwüren überzogen und hochträchtig wurde sie von einer tierleiebenden Deutschen aufgenommen, noch rechtzeitig kastriert und liebevoll wieder gesund gepflegt. Ihre nächsten sechs Lebensjahre verbrachte sie in dieser Familie, wo es leider nicht nur eitel Sonnenschein gab, sondern auch viel Gewalt seitens des Ehemanns der Deutschen.

Aufgrund einer Familientragödie hat Molly erneut im Alter von ca. 7 Jahren ihr Zuhause verloren und kam nach Deutschland, ohne diese Reise wäre sie nicht mehr am Leben.

Ich habe sie im Februar 1999 als Pflegehund aufgenommen, um sie an einen guten Einzelplatz zu vermitteln, da Molly aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit unverträglich mit anderen Hunden und Katzen war.

Trotz monatelangen Anzeigen hat niemand Interesse an Molly gezeigt, die leider einen etwas unförmigen Körper hat und ein aggressives Verhalten an den Tag legte.

So blieb Molly bei mir, ihr „leichtes“ Übergewicht konnte ich leider nicht reduzieren, weil sie auf Diäten sehr aggressiv reagiert und meine anderen Tiere dann angeht, dafür hat sich ihr gestörtes Verhalten deutlich verbessert.

Sie greift jetzt weder Katzen noch andere Hunde an, läßt die Jagd auf Radfahrer und Jogger sein und hat gelernt, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten und einige Befehle wie „warten“ ohne Murren und Beißen auszuführen.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß auch ein „alter“ Hund noch in der Lage ist, sein Verhalten so grundlegend zu ändern und sich in eine Gruppe zu integrieren.



Am 30. September 2003 ist Molly friedlich in meiner Veranda eingeschlafen, ich habe sie rechts neben Florian (links liegt mein Kater Mogli) begraben.

Molly hat viele Jahre ihres Lebens die Hölle durchgemacht, ich hoffe, ich habe die letzten Jahre einiges "gutmachen" können.

Sie war kein schöner Hund, aber ein treuer und sehr anhänglicher Begleiter, und sie wird immer einen Platz in meinem Herzen behalten.


Wenn Du kannst?

Wenn Du immer fröhlich sein kannst,
Schmerzen und Pein ignorieren ...

wenn Du jeden Tag dasselbe essen kannst
und dafür dankbar bist,

wenn Du verstehen kannst, daß diejenigen, die
Dich lieben, zu beschäftigt sind, Zeit für Dich zu haben,

wenn Du übersehen kannst, wenn die, die Du liebst, es an Dir auslassen,
wenn etwas schiefgeht - auch wenn es nicht Deine Schuld ist,

wenn Du das begrenzte Wissen, die schlechte Erziehung
eines Freundes ignorieren kannst, ohne ihn zu korrigieren,

wenn Du dazu fähig bist, den Reichen nicht besser zu
behandeln als den Armen

wenn Du der Welt gegenübertreten kannst - ohne Lügen und Betrug,

wenn Du tief im Herzen wirklich ehrlich sagen kannst, daß Du
keine Vorurteile hast gegen Glauben, Religion oder Politik,

Dann - mein Freund - bist Du fast so gut wie Dein Hund.
Fast, aber nicht ganz.


(Entnommen aus Leo-Letter USA Volume 12, No. 3, 1996, Verfasser unbekannt)

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