Reiturlaub Tschechien 2007
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18. August 2007 - Anreise

Um 10.30 Uhr ist Gamay bepackt mit den zwei Koffern und dem Packsack sowie vollgetankt, wir starten in den Urlaub.

Vor Oberpframmern, ich mit 100 km/h unterwegs, schießt ein Eichhörnchen aus dem Gebüsch, hört mich und bremst, guter Selbsterhaltungstrieb :-).

Weiter gehts über , Ebersberg, Wasserburg, Obing, Trostberg - Rauchpause.

Relativ wenig Verkehr, alles prima, ca. jede Stunde halte ich an, um eine zu rauchen (insgesamt sechs Mal) und mir auf der Karte den weiteren Weg anzusehen, habe ja kein Navi.

Über Burghausen, Markl und Braunau am Inn fahre ich - glaube ich - in Richtung Bad Leonfelden, Beschilderung mangelhaft, eine sehr kurvige Strecke, einige Kollegen unterwegs.

Einen will ich vorbeiwinken, er überholt nicht, sondern hält neben mir an und fragt, ob ich was brauche, nett.

An der Grenze blockiere ich den Verkehr, weil es dauert, bis ich meinen Pass rausgefummelt habe, werde durchgewunken, bin schnell in Rozmberk, finde die Abfahrt zum Reiterhof, eine teils geteerte, teils schottrige Straße, gebogen wie ein U.

Ich komme an Häusern vorbei, sehe einen Stall, aber keine Pferde draußen, fahre weiter, die "Straße" verkommt zu einem Waldweg, ich bieg mal links ab und lande in der Pampa.

Zu eng zum Wenden, schieben kann ich meine vollbepackte Gamay im abfallenden Schotter so gut wie gar nicht, also weiter, irgendwann komme ich glücklicherweise wieder auf eine Landstraße und finde auch bald ein Schild - 14 km bis Rozmberk.

Abgespult, kurz vor Rozmberk eine enge Rechtskehre ohne Ansage, ich bin etwas arg unkonzentriert und ein bißchen erschöpft, fahre sie zu "großzügig" an, mir kommt ein Bus mit Anhänger entgegen - hui, bremse aus Schreck und reiß den Lenker nach rechts, nix passiert, puh, war knapp.

Wieder die Schotterpiste rauf, dieses Mal halte ich vor den Häusern auf einem abfallenden steinigen Seitenstück, um mich zu orientieren, rede mit Leuten, die vorbeikommen - aha, da vorne muß ich anmelden.

Vor mir parkt ein Auto, Lenker nach rechts eingeschlagen, Gas, Gamay rutscht hinten weg oder sonstwas, jedenfalls kippt sie sofort weg, ich kann sie nicht halten und lasse sie, so gut es geht, zu Boden "gleiten". Nicht mal der Sturzbügel hat Bodenkontakt, sie liegt auf dem Lenkerende und dem rechten Koffer, (in dem sich mein Laptop befindet) nüscht passiert, prima.

Super Einstand hier *g*, hat aber keiner gesehen, es kommen zwei Spaziergänger vorbei, Tschechen, die ich frage, ob sie mir aufheben helfen, jo, kein Problem, sie steht wieder.

344 km gefahren in (Pausen abgezogen) 5 Std. nur Landstraße, guter Schnitt für mich als Anfänger, IMHO, überholt habe ich ja kaum, weil ich jedes Risiko vermeiden wollte.

Zufällig parke ich sie vor dem richtigen Haus, ein Junge kommt, ich telefoniere mit dem Chef, der abwesend ist, bekomme mein Zimmer gezeigt - einfach, nicht ganz so sauber, wie es manche gerne hätten, ich bin da nicht so empfindlich, tut.

Die Unterlegplatte, die mir Heike geschenkt hat, schieb ich unter, damit sie bei Regen nicht einsinkt, richte mich gemütlich ein, Essen fassen.

Es gibt Pilzragout, macht auch satt :-), lerne meine "Mitreiter" kennen, zwei Pärchen, Brigitte und Uli sowie Petra und Manuel, sehr nett, abends versammeln wir uns mit Hans und Rosa, die Veranstalter, ums Lagerfeuer und ratschen über Pferde und anderes.

Ich denk mal, das wird ne schöne Woche: nette Leute, gute Pferde, zwei liebe Hunde, Bady und Jesse, laufen hier auch noch rum, die sich gerne von mir knuddeln lassen, Gamay vor der Türe, mit der ich rumfahren kann, wenn mir danach ist (Kettenoel hab ich natürlich vergessen, werde hier eines besorgen), gutes Essen, ein passables Zimmer, alles perfekt.

Ein Junge sprach mich an, "tolles Motorrad, Motocross?", ich *hüstel* "ne, das ist eine Enduro", na, hier eiern die Leute vorwiégend mit Crossern rum, kein Wunder bei dem Gelände.

Ohne Gepäck werde ich dann etwas mutiger fahren, auch mal über Wiesen, hoffentlich kommt dann jemand mal vorbei, der mir hilft, sie wieder aufzuheben *harhar*.

Na, sie ist schon ne top Maschine, robust und zuverlässig ... so, das Bier geht zu Ende ich mach nun Schluß :-)., ist ja auch schon 23.45 Uhr, morgen muß ich früh raus.


19. August 2007

8.30 Uhr Früstück, gegen 9.45 Uhr satteln wir auf, ich bekomme "Faecho" (sprich Faicho), ein Trakehner, alle anderen reiten mit Westernsätteln auf Criollos.

Heute nur "einreiten", ca. 2 Std., mein Pferd muß als letzter gehen, weil es nicht "zur Gruppe" gehört, vor mir ein Schläger, Charlie, der Faecho zwei mal eine vor die Brust tritt, wenn ich gekonnt hätte, hätte ich Charlie eins übergezogen.

Mittags haue ich mich ins Bett, wache gegen 17.00 Uhr auf, ui, schnell noch zur Tanke, Zigaretten holen und was zu trinken, außerdem ist Benzin fassen angesagt.

Gamay ausgeparkt, die schlechte Straße geradeaus genommen, wenden hier macht Aufwand, dann kam rechts oder links, und ich Idiot bleib stehen.

Starkes Gefälle, die Straße u-förmig, ich kann sie links nicht halten, während ich rechts auf der Fußbremse stehe, also Ständer raus, nur kann ich sie nicht mehr aufrichten.

Autos wollen einbiegen, ich stehe mitten im Weg, die müssen sich vorbeiquetschen, ich versuch, sie rückswärts zu schieben, bekomm sie kaum hoch, so schräg steht sie, ich schwitze, dreh die Federvorspannung wieder runter, hab ja kein Gepäck mehr, nach vielen Mühen kann ich sie endlich wieder geradestellen und losfahren - und hab massiv schlechte Laune.

Nehme die nächste Tanke, kauf Zigaretten und was zu Trinken ein, es fängt an zu regnen, ich hab den Hals bereits gestrichen voll, ist mir doch wurscht, ab nach Hause.

Schnell geduscht, Abendessen, Fleisch vom Grill am Lagerfeuer, wir singen zur Gitarre, bis es anfängt, stark zu regnen, wir alle rein, puh, die Tschechen hauen in Sachen Alk schon was weg, Slivovic, ein Glas entsprechen ca. 3 Stamperl, komm, probier mal, jaja, morgen fahre ich besser nicht Motorrad, sondern reite nur *g*.

Ach, ich fühl mich gut, meine Gamay laß ich nun stehen, ich hab überhaupt keine Lust mehr auf Fahren, ich reite lieber.

Am liebsten hätte ich sie heute am Berg einfach stehengelassen, sie ist soo schwer, mein Oberschenkel ist blau vom rückwärts schieben, so ne fette Kuh, ist halt Scheiße, wenn die Maschine so schräg steht, daß man sie nicht mehr geradestellen kann, um loszufahren,

Beim Fahren hab ich kein Problem, sobald ich absteigen muß, manchmal schon, ich muß einfach lernen, besser zu fahren.

20. August 2007

8.00 Uhr aufstehen, Frühstück, Pferde von der Weide holen, putzen, aufsatteln und -zäumen, um 10.30 Uhr reiten wir los.

Die Gegend ist wunderschön, es geht rauf und runter, teilweise sehr steil, die Pferde sind äußerst trittsicher, schöne Galoppaden, nur der Charlie vor mir stört, der schlägt, außerdem ist er ein Lahmarsch.

Beim zweiten Galopp zieh ich aus der Spur und laß Faecho mal laufen, das paßt Charlie gar nicht, der gibt auch Gas, ich hätte ihn herbrennen können :-), aber ich habs gelassen.

Um 13.00 Uhr kehren wir ein, Mittagessen, Pferde stehen auf der Koppel, um 14.30 Uhr gehts gen Heimat.

Mir tut der Hintern weh und mein linkes Knie, das ich mir vor Jahren mal beim Skifahrn verletzt habe, schmerzt, gegen 16.30 Uhr sind wir zuhause, absatteln, Pferd duschen, ab in die Box, ich stelle Faecho als letzten rein und da kein "Aufpasser" da ist, klau ich für ihn nen halben Topf Hafer, er ist so brav, den hat er sich verdient.

Vor dem Abendessen reicht die Zeit gerade, ne 1/2 Std. zu püseln, duschen, Wunden versorgen, danach sitzen wir gemütlich zusammen, heute sind alle ziemlich fertig, Petra gibt ne Runde Slivovic aus, es regnet, früh ins Bett.

Das Reiten macht mir großen Spaß, mein Pferd ist prima, zu essen bekomme ich auch ne Menge, schmeckt mir nicht immer super, aber reicht, um nicht hungrig zu sein, an das Bier (Budweiser vom Fass) kann man sich gewöhnen und die paar Schnäpse trink ich halt mit, wenns denn sein muß :-).

Gamay steht ziemlich verdreckt vor der Türe, na, gerade geht ein Gewitter runter, das reinigt, ich bin froh, wenn ich nicht ins Dorf fahren muß, um Zigaretten und Getränke zu holen, ich hab nämlich Null Bock drauf.

Mein Hinterteil ist wund geritten, mein Rücken schmerzt, an den Beinen überall blaue Flecken, mal sehen, wie es morgen so wird, das Wetter schaut nicht gut aus, ab Donnerstag solls besser werden.

Umso weniger ich Gamay fahren muß, umso besser, ist zwar ne tolle Gegend hier, sehr kurvig, aber ich hab keinen Bock drauf.

Reicht schon, wenn ich mit ihr die 340 km wieder heimwärts eiern muß am Samstag, warum hab ich eigentlich nicht das Auto genommen? *g*

Na, die Freude am Fahren wird schon wieder kommen und meine Sitzbank ist ja relativ bequem , um hier Crossen zu gehen (in Kaplice, ganz in der Nähe, gibts ne Strecke), hab ich aber keine Lust und auch gar keine Zeit.

21. August 2007

Die Landschaft ist überwältigend hier, wir reiten öfters auf Hügel und haben dadurch einen super Blick.

Beim ersten Galopp lasse ich Faecho aus der Spur, er kann sich endlich mal lang machen, "gemütlich" brennen wir Charlie her, der nicht mehr mithalten kann, und zwei andere Pferde, ich glaube, einmal muß ich mirs geben und das Feld von hinten aufrollen - kostet halt.

Wer den Reitführer überholt, was verliert oder runterfällt, zahlt abends ne Runde, ich mußte heute eine ausgeben, das kam so:

Wir waren bereits abends abgestiegen und führten wie üblich den letzten Kilometer nach Hause, da blieb Hans, der uns heute führte, am Hauptquartier stehen, um Pilze auszuladen, die er heute gesammelt hatte. Ich hatte keinen Bock zu warten, war durstig, ging also an ihm vorbei - ohne zu wissen, daß zu Fuß vorbeigehen bereits als "überholen" gilt.

Mittags machten wir Rast auf einer Wiese, zündeten ein Feuer an, grillten Würstel am gefunden Stöcken, dazu bekam jeder eine Paprika und Brot, ich glaube, so naturnah hab ich noch nie gegessen.

In D wäre wohl in 5 Min. die Polizei dagewesen, hier ist das kein Problem, wir reiten auch über Wiesen, kein Mensch regt sich auf, das ist ebend der Unterschied zwischen Tschechien und Deutschland.

Auf dem Rückweg müssen wir eine Weide mit ca. 20 Pferden durchqueren, Hans warnt uns, wir müssen schnell machen, die fremden Pferde sind sehr angriffslustig und verteidigen ihr Revier.

Also mit Gas über die Weide geschossen, Hans als erster, springt vor dem E-Zaun runter, hält ihn mit einem Stock hoch, wir anderen flitzen unten durch, während die fremden Pferde im Galopp herangesprescht kommen.

Ich reite ja als letzter, schaffe es gerade noch so unterm Zaun durch, bevor sie mich erwischen können, streife den Draht, aber das ist wohl ein Impuls-Zaun, bekam keinen Schlag, Hans läßt den Zaun schnell wieder runter und da steht die fremde Truppe und kuckt uns beduernd nach, die hätten uns sicher gerne vermöbelt.

Nach dem Abendessen sitzen wir wieder am Lagerfeuer, das Wetter hält prima, heute gar kein Regen, das Leben kann wirklich schön sein :-).

Anstrengend ist die Reiterei ja schon, abgesehen von den Schmerzen; den ganzen Tag an der frischen Luft ist man ja als PC-Süchtiger gar nicht gewohnt, nech.

Aber es macht riesig Spaß, die Natur auf dem Pferderücken zu erleben, abends reicht die Kraft dann gerade noch, den Bierhumpen zu heben :-).

Morgen kann ich hoffentlich mit Manuel und Petra per Auto zum Einkaufen fahren, Gamay müßte ich wegen der engen Straße, wegen der ich nicht fahrend wenden kann, erst mal händisch im Schotter rumrangieren - dafür hab ich nach dem Reiten gar keine Kraft mehr übrig.

Mir graust schon vor dem Einpacken, das ganze Zeuchs wieder in die Koffer und den Packsack pressen, dann 340 km Heimfahrt, ich glaub,´wenn ich daheim bin, brauch ich 2 Wochen Urlaub vom Urlaub :-).

22. August 2007

Wir reiten um 10.15 Uhr los, strahlend blauer Himmel, vielleicht ein bißchen zu warm fürs Reiten. In Rozmberk reiten wir lange direkt an der Moldau lang und unten an der alten Burg vorbei, wunderschön, durchqueren den Fluß und reiten auf die Felder raus. Ein paar nette Galoppaden, bei einem ziehe ich rechts raus, um zu überholen, es kommen sehr tief hängende Zweige, ich duck mich neben den Pferdehals, Faecho wurde es wohl unheimlich, er wirft den Anker. Mich hauts vor, ich umklammere seinen Hals, um nicht runterzukippen, rangiere mich gerade wieder zurück in den Sattel, da gibt Faecho wieder Gas, um aufzuschließen, ohne daß ich bereits die Steigbügel gefunden hätte.

Die im Galopp rangefriemelt, paßt, kurz darauf springt ein Reh aus dem hohen Gras, Faecho ergreift die Flucht nach links, aber auch das hab ich im Griff.

Mittags rasten wir wieder auf einer Wiese, machen ein Feuerchen und grillen Würstchen.

Die Sonne brennt runter, die Pferde werden von Fliegen gequält, ich lege mich auf die Satteldecke, Kopf auf den Sattel und halte Siesta.

Zurück nehmen wir denselben Weg und sind bereits um 16.00 Uhr zuhause, Zigaretten sind aus, ich muß dringend einkaufen.

Angeblich gibt es im Mini-Supermarkt in Rozmberk keine, der Tabakladen macht um 17.00 Uhr zu, Rosie bietet mir an, mir später welche von der Tanke mitzubringen, Manuel und Petra wollen erst was trinken und duschen, bevor sie ins Dorf fahren, mir dauert das alles viel zu lange, also schnell in die Jeans gesprungen, Gamay rangiert und selbst gefahren. Getränke und und ne Stange Zigaretten, die es doch im Mini-Markt gab, sowie Mohrrüben für Faecho gekauft, alles in den Rucksack gepackt, und zappzapp wieder raufgedüst.

Heute bin ich erstaunlicherweise fit wie ein Turnschuh :-), die Muskelschmerzen und Blutergüsse gehen zurück, mir tut kaum was weh, und Gamay hab ich rumrangiert, als ob sie nur 100 kg wiegen würde *g*.

Der dritte Tag ist immer der anstrengenste, danach gehts bergauf, der Körper gewöhnt sich an die Strapazen, nach einer Woche ist man dann gut eingeritten und fährt wieder nach Hause.

Abends wieder Lagerfeuer, ich unterhalte mich prächtig mit Uli und Brigitte, Bier, Slivovic, wir lassen es uns gut gehen :-).

So ein Leben auf dem Land könnte ich mir auch gut vorstellen, keine Abgase, keine Menschenmengen um einen rum, man macht seine Arbeit, die man sich selber einteilen kann.

In Tschechien ist Platz dafür, nicht so eng besiedelt, in D nicht mehr, obwohl: ich sollte mir mal Niederbayern näher ansehen.

Hier ist das Leben noch lockerer, nicht alles ist reglementiert, hier kann man noch Enduro fahren auf Waldwegen, wir sahen heute Spuren auf "Trampelpfaden", die ich natürlich mit meiner Gamay niemals nicht hätte fahren können.

Feuer machen auf irgendeiner Wiese, niemanden stört es, Vorschrift ist, die Feuerstelle muß 50 m vom nächsten Wald entfernt sein, das wars.

Reiten, wo man möchte, Reitwege gibts hier nicht, heute passierten wir wieder mal eine riesige Weide, da kamen die vorwiegend jungen Rinder auf uns zugelaufen - mir wurde ja schon ein bißchen mulmig, die sahen nämlich nicht verhandlungsbereit aus und mich als Letzten beißen ja bekanntlich die Hunde. Ganz großes Kino :-/, ich der einzige, der ein Warmblut reitet und keinen rindertreibenden Criollo, ich hätte mein Heil in der Flucht suchen müssen, wenn die mich angegriffen hätten.

Was mit meinem Trakehner ja kein großes Problem ist, der hat Schmalz, ein Mal am Gas gedreht und der hängt nicht nur angriffslustige Rinder ab.

Faecho ist schon ein tolles Pferd, sehr ruhig und ausgeglichen, absolut trittsicher, rennt einem nicht unterm Arsch weg, ist jederzeit beherrschbar, Gas hab ich bisher nicht gegeben, d. h. ihn getrieben, der läuft von selbst bereits ein hohes Grundtempo.

Wassergräben heute waren lustig, Faecho kuckt erst mal im Stand, was da genau ist, dann macht er einen riesen Satz und springt drüber, schnell hinter sich lassen ist immer gut, also im Galopp weiter - ich bin dabei nur Passagier.

Nur noch 2 Tage, dann ist der Urlaub schon wieder vorbei, ich könnte es hier länger aushalten, zum was Ankucken haben wir gar keine Zeit, schade eigentlich.

Und für Motocross oder mit Gamay ins Gelände fahren, auch nicht, wobei mir dafür nicht nur die Zeit, sondern auch die Lust fehlt.

Wenn man täglich ca. 5 Std. aufm Gaul hockt, ist man in Sachen "Gelände" bereits gut bedient, das ist ziemlich anstrengend, da braucht man kein Motorrad-Feeling mehr, sondern nur noch gut Essen und Trinken :-).

Reiten macht mir mehr Spaß als Motorrad fahren, ein Pferd agiert manchmal auch selbständig, z. B. wenn es sich erschrickt, ein Motorrad nicht.

23. August 2007

Ewig lange Wiese leicht bergauf, wir galoppieren, vier Pferde habe ich bereits überholt und bremse hinterr der Führung, Brigitte mit Crazy auch, überholen kostet ja ne Runde, und dann gibt sie Zügel, sie überholt und ich denk mir, das leiste ich mir jetzt auch, lass Faecho rennen und wir brennen zum Schluß auch noch Crazy her, woah, ist das geil.

Lange Mittagspause mit Picknick, zurück reiten wir wieder mal über eine Rinderweise, unser Begleithund Jesse folgt nicht und hetzt einen Stier auf uns zu, ich hätte Speed gegeben, wenn der Stier uns angegriffen hätte, war aber nicht nötig, Jesse hörte dann doch mal, und der Stier blieb stehen.

Danach bekam Jessie den Stromschläger umgeschnallt, den vorher Bady trug, hier wird nicht lange in Sachen tiergerechter Ausbildung rumgetan, wer nicht folgt als Hund, bekommt Strom, wer als Pferd zickt, bekommt einen Hieb auf den Arsch.

Abends wurden dann die Runden ausgegebeben, Slivovic, Becherovka, Bier, wir feiern drinnen, es regnet, schade, das Lagerfeuer war schon angezündet, es ist nun 0.08 Uhr und ich kann mich kaum noch noch wachhalten.

Ich haue mich ins Bett ...

24. August 2007

Wir gehen nach dem Start lange Schritt, führen die Pferde danach 1/2 Std. wegen Teerstraße, reiten durch arg hohe Brennesseln, es kommt ein Bächlein mit steilen Ufern - wieder absteigen.

Faecho überholt mich bereits beim Runtersteigen und springt die Böschung rauf, ich muß den Zügel loslassen, glücklicherweise bleibt er danach stehen, er stand nämlich mit dem linken Huf drinnen - sowas ist brandgefährlich.

Danach der letzte flotte Galopp, ich halte mich lange hinter dem langsamen Charlie, zieh dann aber doch links raus, und Faecho gibt Gas, wir brennen Charlie und Bonita her, die restlichen drei Pferde sind bereits weit voraus.

Faecho hat eine kleine Macke, er schließt immer freiweillig auf, ich war konditionsmäßig bereits im Grenzbereich, da dreht er am Wickel, hui, wir fliegen, geil, meine Lunge schmerzt, ich hab Seitenstechen, ich bin Passagier, endlich haben wir auf die vordere Truppe aufgeschlossen, Faecho bremst - puh, lange hätte ich nicht mehr durchgehalten.

Mittags wieder Picknick mit Feuerchen, zurück gehts über einige Berge, den letzten Waldweg galoppieren wir gesittet hoch, zuhause.

Reiten ist schön, aber nun reicht es mir, obwohl ich kaum mehr Schmerzen habe, die vielen Blutergüsse tun ja nicht weh.

Eingepackt, Abendessen, Manuel stellt fest, daß Hans ein offenes WLAN hat, klar, daß ich das erst am letzten Abend erfahre :-/, danach am Lagerfeuer noch ein paar Gedanken ausgetauscht, Bier, nur ein Becherovka zur Verdauung, muß ja morgen fahren, ich nehme sehr viele schöne Erinnerungen mit nach Hause.

Es war eine wunderschöne Woche, nette Leute, ein liebes Pferd, wir haben viel erlebt und jede Menge Spaß, ich kann mir gut vorstellen, nächstes Jahr wieder herzukommen.

Vor der Heimfahrt graut mir ein wenig, auf Mopped fahren habe ich derzeit so gar keine Lust, außerdem ärgert es mich ein wenig, daß ich mir Märkte besuchen schenken mußte, weil ich ja eh nüscht kaufen kann - Transport unmöglich.

Na, ich werd wohl über Passau fahren, mich dort auf die Dosenbahn werfen, obwohl ich es hasse, mit Gamay AB zu fahren, egal, schnell ein paar öde Kilometer runterreißen, ab Burghausen nehmen wir dann wieder die Landstraße und sich hoffentlich flott zuhause.

Über meine für nächstes Jahr geplante Reise nach Polen mit Wanderreiten und Enduro-Training muß ich nochmals nachdenken, ich hätte jetzt nämlich genau gar keinen Bock mehr drauf, mit Gamay noch 1 Woche durchs Gelände zu rödeln, außerdem habe ich nach 1 Woche bereits Sehnsucht nach zuhause.

Vielleicht gehe ich doch woanders Wanderreiten und dann nur die eine Woche mit Gamay nach Polen, München - Berlin nehme ich dann aber den Autozug, mit Gepäck öde Strecken abspulen, macht mit dem Motorrad wirklich keinen Spaß.

25.08.2007 - Abreise

Frühstück um 8.30 Uhr, Getränke bei Hans bezahlen, Gamay beladen, gegen 9.45 Uhr fahre ich ab, an der ersten Tanke greife ich gleich noch ne Stange West ab und kauf was zu trinken.

An der Grenze stelle ich mich mit Pass rauskramen wieder wie der letzte Mensch an, werde trotzdem durchgewunken, verpasse die Abzweigung Richtung Passau, kenn mich nicht mehr aus, na gut, fahren wir ebend über Linz.

Das zieht sich etwas zäh bis Ried im Innkreis, immer wieder Ortschaften, danach gehts flott, Braunau am Inn, mir tut der Hintern weh, also ist Tempo angesagt, wir nehmen die B12.

Ein Stück ziemlich leere Dosenbahn, keine Seitenwinde, prima, ich brause mit 140 km/h dahin, überhole flott mit 160 km/h, immer über 6000 Touren unterwegs, als ich mal wieder auf mein Oelthermometer kucke, steht es bei 120 Grad - oh oh, gut, daß die AB zuende ist, ich fahre auf einen Parkplatz raus und mache 1/2 Std. Pause, damit Gamay sich abkühlen kann.

Wenig Verkehr auf der B12, ratzfatz bin ich in München, nehme die AB-Umgehung und bin um 15.30 Uhr zuhause. Reine Fahrzeit ca. 4 Std., gar nicht mal übel für 340 km.

Insgesamt bin ich ca. 700 km gefahren, die Kette habe ich in Tschechien nicht mehr geoelt, es muß auch mal ohne gehen.

Gamay ist sturzdreckig, ich hab ne Menge Zeugs zu waschen, die Fische müssen gepflegt werden, der Alltag hat mich wieder *seufz*.

Es war ein toller Urlaub!

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